Literatur + München: Am Ende des Tages von Robert Hültner [Rezension]

Am Ende des TagesLaut einer Vorankündigung ermittelt Robert Hültners Inspektor Kajetan in seinem im März 2013 im btb Verlag erschienenen Kriminalroman „Am Ende des Tages“ zum letzten Mal. Wie seine vorherigen Fälle auch, spielt dieser sechste Fall Ende der 1920er Jahre in einem ständig im Umbruch befindlichen Bayern und München, welche von den damaligen Wirrungen und politischen Machenschaften geprägt wurden.

Der Leser erlebt die unruhige Zeit der Räterepublik und fühlt sich aufgrund der eingestreuten altbayerischen Begrifflichkeiten und authentischen Dialoge in ein historisches München vor der Weimarer Republik versetzt. Hatte Inspektor Kajetan in seinem letzten Roman „Inspektor Kajetan kehrt zurück“ noch in den verschneiten Bergen des Alpenlandes an der Grenze zu Österreich ermittelt, trifft ihn nun der schwelende Beginn des Nationalsozialismus mit ersten brutalen Aktionen der Schlägertrupps der SA. In der Hoffnung wieder in den Polizeidienst aufgenommen zu werden, kehrt der aus dem Polizeidienst suspendierte Kajetan nach München zurück, nachdem seine augenscheinlichen Gegner mutmaßlich verschwunden sind. Doch da der Wiedereinstieg in den Dienst zunächst nicht möglich erscheint, lässt Kajetan sich infolge der Empfehlung seines früheren Vorgesetzten von einem jüdischen Privatmann engagieren. Sein Auftrag lautet, einen zehn Jahre zurückliegenden Mord an einer Frau aufzuklären, bei dem der Ehemann unschuldig verurteilt worden sein soll. Auf dem Weg seiner Ermittlungen, der ihn zu einem Flugzeugabsturz in die Chiemgauer Alpen führt, trifft Kajetan einen Berliner Privatermittler. Dieser ist auf der Suche nach einer verloren gegangenen Geldschatulle. Langsam verstricken sich die geschickt verwobenen Handlungsstränge der beiden Ermittler und führen schließlich auch zur Spur der Mörder. Das Ende der Ermittlungen lässt alle Möglichkeiten für weitere Fälle Kajetans offen und darauf hoffen, dass Robert Hültner seinen Inspektor Kajetan eventuell doch noch erneut ermitteln lässt.

In „Am Ende des Tages“ zeigt sich einmal mehr die große Erzählkunst Hültners. Der Autor schildert die Charaktere sprachlich grandios und setzt die Handlungsorte so gekonnt in Szene, dass sie beim Leser ein atmosphärisch dichtes Stück Zeitgeschichte erzeugen. Unvorhersehbare Wendungen sorgen zudem für anhaltende Spannung. Kajetans sechster Fall steht in der Tradition seiner Vorgänger in nichts nach und sollte allen Fans der „bayerischen Krimiwelle“ als gelungene Abwechslung zu den komödiantisch trivialen Krimis auf den Bestellerlisten dienen.

Der Lesekreis bedankt sich ganz herzlich bei Volker für diesen Einblick in Robert Hültners neuen Kriminalroman und beim btb Verlag für die freundliche Überlassung eines Rezensionsexemplares. Wer sich einen weiteren Einblick in „Am Endes des Tages“ verschaffen möchte, findet hier eine vom Verlag online gestellte Leseprobe.

Kurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 11. März 2013 im btb Verlag (320 Seiten)
Am Ende des Tages siegt die Gerechtigkeit. Wirklich? Kajetans schwierigster Fall!

In den Chiemgauer Alpen stürzt ein Flugzeug ab. Ein Bauer, der gleich nach dem Unglück aufgestiegen ist, um Verletzte zu bergen, kommt bald danach mitsamt seiner Familie bei einem Brand seines Hofes um. Hat er etwas gesehen, was er nicht hätte sehen sollen? Kajetan, der in einem ganz anderen Fall ermittelt und dem Hoffnungen gemacht wurden, dass er wieder in den Polizeidienst zurückkönne, gerät bald mitten hinein in eine politische Verschwörung, in der es um mehr als nur um Flugzeugabstürze geht.

Über den Autor
Robert Hültner wurde 1950 in Inzell geboren. Er arbeitete unter anderem als Regieassistent, Dramaturg, Regisseur von Kurzfilmen und Dokumentationen, reiste mit einem Wanderkino durch kinolose Dörfer und restaurierte historische Filme für das Filmmuseum. Für seine Inspektor-Kajetan-Romane wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem zweimal mit dem Deutschen Krimipreis und mit dem renommierten Glauser-Preis. Robert Hültner lebt in München und in einem Bergdorf in den südfranzösischen Cevennen.

Das öde Land von T.S. Eliot

Flieder

April ist der übelste Monat von allen, treibt
Flieder aus der toten Erde, mischt
Erinnerung mit Lust, schreckt
Spröde Wurzel auf mit Frühlingsregen.
Der Winter hat uns warm gehalten, hüllte
Das Land in vergeßlichen Schnee, fütterte
Ein wenig Leben durch mit eingeschrumpelten Knollen.
Der Sommer kam als Überraschung, über den Starnberger See
Mit Regenschauer; wir flüchteten unter die Kolonnaden,
Die Sonne kam wieder, wir gingen weiter zum Hofgarten
Und tranken Kaffee und redeten eine Stunde. […]
Das öde Land von T.S. Eliot

Spiegel-Bestseller Belletristik KW 14/2013

Spiegel-Bestseller Hardcover KW 14/2013

Platz 1 : Herzblut Volker Klüpfel und Michael Kobr

Platz 2 : Er ist wieder da: Der Roman von Timur Vermes

Platz 3 : Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen! von Dora Heldt

Platz 4 : 1813 – Kriegsfeuer von Sabine Ebert

Platz 5 : Das Washington-Dekret von Jussi Adler-Olsen

Platz 6 : Göttlich verliebt von Josephine Angelini

Platz 7 : Wir sind doch Schwestern von Anne Gesthuysen

Platz 8 : Unterholz von Jörg Maurer

Platz 9 : Wo die Nacht beginnt von Deborah Harkness

Platz 10 : Die Schriften von Accra von Paulo Coelho

Spiegel Bestseller Paperback KW 14/2013

Platz 1 : Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson

Platz 2 : Shades of Grey 01 – Geheimes Verlangen von E. L. James

Platz 3 : Shades of Grey 03 – Befreite Lust von E. L. James

Platz 4 : Shades of Grey – Gefährliche Liebe von E. L. James

Platz 5 : Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes

Platz 6 : Die Flammen der Dämmerung von Peter V. Brett

Platz 7 : Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell von George R.R. Martin

Platz 8 : Zorn von Arne Dahl

Platz 9 : 80 Days – Die Farbe der Lust von Vina Jackson

Platz 10 : Schwarze Piste von Andreas Föhr

Spiegel Besteller Taschenbücher KW 14/2013

Platz 1 : Der Nachtwandler von Sebastian Fitzek

Platz 2 : Das Mädchen, das den Himmel berührte von Luca Di Fulvio

Platz 3 : Crossfire 02 – Offenbarung von Sylvia Day

Platz 4 : Ostfriesenmoor von Klaus-Peter Wolf

Platz 5 : Tödlicher Absturz von Andreas Franz und Daniel Holbe

Platz 6 : Herzstoß von Joy Fielding

Platz 7 : Crossfire 01 – Versuchung von Sylvia Day

Platz 8 : Die hellen Tage von Zsuzsa Bánk

Platz 9 : Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau

Platz 10 : Tschick von Wolfgang Herrndorf

Quelle: Spiegel Online Kultur

Spiegel-Bestseller Belletristik KW 13/2013

Spiegel-Bestseller Hardcover KW 13/2013

Platz 1 : Herzblut Volker Klüpfel und Michael Kobr

Platz 2 : Er ist wieder da: Der Roman von Timur Vermes

Platz 3 : Göttlich verliebt von Josephine Angelini

Platz 4 : 1813 – Kriegsfeuer von Sabine Ebert

Platz 5 : Das Washington-Dekret von Jussi Adler-Olsen

Platz 6 : Wir sind doch Schwestern von Anne Gesthuysen

Platz 7 : Unterholz von Jörg Maurer

Platz 8 : Quasikristalle von Eva Menasse

Platz 9 : Die Schriften von Accra von Paulo Coelho

Platz 10 : Danke für meine Aufmerksamkeit von Cordula Stratmann

Spiegel Bestseller Paperback KW 13/2013

Platz 1 : Shades of Grey 01 – Geheimes Verlangen von E. L. James

Platz 2 : Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson

Platz 3 : Shades of Grey 03 – Befreite Lust von E. L. James

Platz 4 : Shades of Grey – Gefährliche Liebe von E. L. James

Platz 5 : Die Flammen der Dämmerung von Peter V. Brett

Platz 6 : Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell von George R.R. Martin

Platz 7 : Zorn von Arne Dahl

Platz 8 : Shadow Falls Camp 03 – Entführt in der Dämmerung von C.C. Hunter

Platz 9 : 80 Days – Die Farbe der Lust von Vina Jackson

Platz 10 : Der Winterpalast von Eva Stachniak

Spiegel Besteller Taschenbücher KW 13/2013

Platz 1 : Crossfire 02 – Offenbarung von Sylvia Day

Platz 2 : Der Nachtwandler von Sebastian Fitzek

Platz 3 : Das Mädchen, das den Himmel berührte von Luca Di Fulvio

Platz 4 : Tödlicher Absturz von Andreas Franz und Daniel Holbe

Platz 5 : Ostfriesenmoor von Klaus-Peter Wolf

Platz 6 : Crossfire 01 – Versuchung von Sylvia Day

Platz 7 : Safe Haven – Wie ein Licht in der Nacht von Nicholas Sparks

Platz 8 : Herzstoß von Joy Fielding

Platz 9 : Die hellen Tage von Zsuzsa Bánk

Platz 10 : Tschick von Wolfgang Herrndorf

Quelle: Spiegel Online Kultur

Isol erhält den Astrid Lindgren-Gedächtnispreis 2013

Ein Entlein kann so nützlich seinDie 40-jährige argentinische Bilderbuchautorin, Sängerin und Komponistin Marisol Misenta, die unter dem Psydonym Isol veröffentlicht, erhält den mit fünf Millionen Schwedischen Kronen (knapp 600.000 Euro) dotierten Astrid Lindgren-Gedächtnispreis für Literatur 2013.

Ihre Bilder sprühen vor Energie und explosiven Gefühlen. Mit zurückhaltender Farbpalette und stetig neuen Bildlösungen erweitert sie gewohnte Bildhorizonte und sprengt die Grenzen des Bilderbuchmediums. Ausgehend von der klaren Sicht der Kinder auf unsere Welt verleiht sie ihren Fragen drastisch Ausdruck und beantwortet sie offen. Mit befreiendem Humor und Leichtigkeit beschreibt sie die dunkleren Seiten des Daseins„, lautet die Jurybegründung. Sie stehe auf der Seite des Kindes und blicke auf unsere Welt mit den Augen von Kindern und lege dabei die Absurditäten der Erwachsenenwelt bloß, lobte die Jury weiter.

Isol hat rund zehn Bücher geschrieben und illustriert und ungefähr die gleiche Zahl an Texten anderer Schriftsteller bebildert. Sie lebt und arbeitet in Buenos Aires. Ihre Bücher sind in rund 20 Ländern veröffentlicht. Mit ihrem im Februar 2012 im Jungbrunnen-Verlag veröffentlichten Bilderbuch „Ein Entlein kann so nützlich sein“ ist sie derzeit für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 in der Kategorie Bilderbuch nominiert.

Der Astrid Lindgren-Gedächtnispreis für Literatur wird am 27. Mai 2013 im Stockholmer Konzerthaus verliehen.

Quelle: Börsenblatt