Martin Mosebach erhält den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2013

Mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung werden seit 1993 jährlich Autorinnen und Autoren ausgezeichnet, deren Werke der Freiheit ihr Wort geben und sowohl von politisch-gesellschaftlicher Bedeutsamkeit wie auch von ästhetisch-literarischer Qualität zeugen und Orientierungsinstanzen in Zeiten des Wertewandels darstellen.

Der 61-jährige Schriftsteller Martin Mosebach hat in diesem Jahr die Statuten der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Vergabe ihres mit 15.000 Euro dotierten Literaturpreises erfüllt.

„Staunen ist der Anfang des Denkens, und Martin Mosebachs Werke sind eine elegante Schule des Selbst-Denkens. Fortschritt und Zeitgeist haben darin durchaus ihren Platz, sofern sie nicht historisch bewährte Grundwerte †“ wie die Verantwortung für die Freiheit des Wortes †“ gefährden. Auf diese Weise gemahnt Mosebach daran, dass der Mensch nicht nur eine politische und ästhetische Existenz hat, sondern auch von Geschichte und Tradition abhängt„, heißt es u.a. in der Urteilsbegründung der Jury.

Der Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung wird ihm am 23. Juni in Weimar verliehen werden.

Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung

Literaturverfilmung: Das finstere Tal von Thomas Willmann als Alpen-Western

Wie die Presseabteilung der X Verleih AG mitteilte, haben am 21. Januar 2013 die Dreharbeiten zu „Das finstere Tal“ begonnen. Bis Mai 2013 wird unter der Regie von Andreas Prochaska die Romanadaption von Thomas Willmanns gleichnamigen Krimi aus dem Jahr 2010 mit Sam Riley, Tobias Moretti, Clemens Schick, Paula Beer und vielen anderen verfilmt. Als Kulisse eines abgeschiedenen Hochtals in den Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts, dienen Schauplätze in Südtirol, Salzburg und Bayern.

Das finstere Tal

„Das finstere Tal“ ist der erste Roman von Thomas Willmann. Er wurde 2010 mit dem Stuttgarter Krimipreis für das beste Krimidebüt ausgezeichnet und von der Jury der KrimiWelt-Bestenliste unter die 10 besten Krimis des Jahres 2010 gewählt.

Das finster Tal - BuchcoverZum Inhalt
Erscheinungstermin: 19. Juli 2010 bei Liebeskind
Ein Hochtal im Jahr 1875. Der Pfad dorthin wenig mehr als ein halb verwitterter Fußsteig zwischen Felsen. Dass dort so nah unter dem Himmel jemand lebt, ist unten kaum mehr als eine halb vergessene Legende.

Schon liegt der Geruch von Schnee in der Luft. Ein Fremder reitet auf seinem Pferd, ein schwer beladenes Maultier hinter sich her ziehend, durch die schmale Kluft zwischen den Felswänden in die Hochebene hinein. Auf die geduckt liegenden Höfe zu. Sechs Männer erwarten ihn. Hinter ihnen die wenigen, feindseligen Bewohner des Tals. Der Fremde wird den Winter über im Tal bleiben. Gegen gute Bezahlung.

Die sechs Söhne des Brenner Bauern gestatten es ihm. Sie ahnen nicht, dass er ihr furchtbares Geheimnis kennt. Und das ihres Vaters, des Brenner Bauern, der seit Menschengedenken Herr über das finstere Tal ist. Sie ahnen nicht, dass Greider Vergeltung will. Für alles.

„Das finstere Tal“ ist eine Koproduktion von Allegro Film und X Filme, hergestellt mit Unterstützung vom Österreichisches Filminstitut, ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens, Filmfonds Wien, Filmstandort Austria, BLS Business Location Südtirol, Standort Agentur Salzburg sowie ZDF, FFF Bayern, DFFF, MBB und FFA.

Quelle Foto: © X Verleih AG

7 Fragen an Juli Zeh

Juli ZehJuli Zeh, geboren am 30. Juni 1974 in Bonn, studierte nach dem Abitur an der Pädagogium Otto-Kühne-Schule in Bonn Rechtswissenschaften mit Studienschwerpunkt Völkerrecht in Passau, Krakau, New York und Leipzig. Nach einem Praktikum bei der UNO in New York folgte ein juristischer Aufbaustudiengang „Recht der Europäischen Integration“, den sie mit dem Magister der Rechte (LL.M.Eur.) abschloss.

Das Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig hatte Juli Zeh 1996, noch vor Abschluss des Jurastudiums, begonnen und im Jahr 2000 mit dem Diplom abgeschlossen. Ihren literarischen Ruf setzt Juli sie mittlerweile auch politisch ein. Im Bundestagswahlkampf 2005 gehörte sie zu den Autorinnen und Autoren, die den Aufruf von Günter Grass zur Unterstützung der rot-grünen Koalition unterschrieben haben. 2009 war sie Mitglied der 13. Bundesversammlung.

Ihr Roman „Adler und Engel“ (2001) wurde zu einem Welterfolg und ist mittlerweile in über 30 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem „Deutschen Bücherpreis“ (2002), dem „Rauriser Literaturpreis“ (2002), dem „Hölderlin-Förderpreis“ (2003), dem „Ernst-Toller-Preis“ (2003), dem „Carl-Amery-Literaturpreis“ (2009) und dem Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (2009). Zuletzt erschien im August 2012 von Juli Zeh der Roman „Nullzeit“ im Schöffling Verlag. Sie lebt heute in Leipzig. Mehr über Juli Zeh findet sich auf iher Facebook-Seite oder auf ihrer Homepage.

7 Fragen an Juli Zeh

1. Mit wem würden Sie gerne für einen Tag den Platz tauschen?

Mit meiner Katze.

2. Welche Projekte warten auf ihre Vollendung?

Unzählige Romanprojekte (habe aufgehört zu zählen).

3. Was bringt Sie so richtig auf die Palme?

Hunger auf Kokosnüsse. 😆

4. Worauf sind Sie besonders stolz?

Mein Haus, mein Mann, meine Pferdepfleger.

5. Mit welcher historischen Figur/Person hätten Sie sich gerne zum Essen verabredet?

Vladimir Nabokov (falls er historisch ist).

6. Über welche verpasste Gelegenheit ärgern Sie sich noch heute?

Nicht zwischen 20 und 30 die ersten drei Kinder bekommen zu haben.

7. Womit haben Sie ihr erstes Geld verdient?

Hunde ausführen.
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Der Lesekreis bedankt sich ganz herzlich bei Juli Zeh für die Teilnahme an unserem kleinen Online-Interview.

Quelle Biografie: Wikipedia

Interessenskonflikt: Edition Elke Heidenreich wird zugunsten des Literaturclubs eingestellt

Elke Heidenreich ist zurück im Fernsehen. Seit dem Herbst letzen Jahres debattiert sie wieder gewohnt engagiert und leidenschaftlich über aktuelle Neuerscheinungen, Sachbücher sowie Klassiker, die neu aufgelegt werden. Gemeinsam mit Rüdiger Safranski und Hildegard E. Keller ist Elke Heidenreich unter der Leitung von Stefan Zweifel im „Literaturclub“ im Schweizer Fernsehen regelmäßig anzutreffen. Die nächste Sendung wird übrigens am 29. Januar 2013 ausgestrahlt.

Die 2009 (2010, 2011, 2012) erstmals erschienene „Edition Elke Heidenreich“ wird in diesem Jahr eingestellt. Die Begründung klingt plausibel und verständlich: „Ich habe in meiner Edition jetzt rund 40 Büchern in die Welt verholfen, und nun gehe ich wieder ins Fernsehen und rede über Bücher. Und wenn ich das mache, kann ich nicht Herausgeberein bei einer so großen Verlagsgruppe wie Random House sein, zu der mehr als 45 Verlage gehören. Ich käme in einen Interessenskonflikt†œ, erklärt Elke Heidenreich.

Die bisher in der Edition erschienenen Titel bleiben in der Backlist und im Taschenbuch von btb weiter lieferbar, heißt es aus München. Die verantwortliche Lektorin der Edition, Linda Walz, werde künftig als Cheflektorin von C. Bertelsmann agieren.

Quelle: Buchreport

Adelbert-von-Chamisso-Preise 2013 für Marjana Gaponenko, Matthias Nawrat und Anila Wilms

Die Robert Bosch Stiftung hat die 31-jährige ukrainische Schriftstellerin Marjana Gaponenko mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis 2013 ausgezeichnet. Marjana Gaponenko, die seit 1996 in deutscher Sprache schreibt, erhält den mit 15.000 Euro dotierten Literaturpreis für ihren Roman „Wer ist Martha?„. Die Autorin zeichne „ein ungewöhnliches Panorama der mitteleuropäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts„, heißt es in der Begründung der Jury. Mit „Wer ist Martha?“ gelinge ihr „eine ebenso zärtliche wie komische Feier der Schönheit des menschlichen Lebens„.

Die diesjährigen Förderpreise in Höhe von jeweils 7.000 Euro gehen an den 33-jährigen deutsch-polnischen Schriftsteller Matthias Nawrat für seinen Roman „Wir zwei allein“ und an die 41-jährige deutsch-albanische Schriftstellerin Anila Wilms für ihr deutschsprachiges Debüt „Das albanische Öl oder Mord auf der Straße des Nordens„. Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung herausragende Beiträge zur deutschsprachigen Literatur von Autorinnen und Autoren, deren Werk von einem Sprach- oder Kulturwechsel geprägt ist.

Die Auszeichnungen werden am 28. Februar 2013 in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz verliehen. Am 1. März 2013 lesen die Preisträger im Literaturhaus München aus ihren Werken.

Wer ist Martha? von Marjana Gaponenko

Kurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 13. August 2012 im Suhrkamp Verlag
Wer Martha ist, wird hier nicht verraten, aber über Luka Lewadski kann Folgendes gesagt werden: Ornithologe aus der Ukraine und Verfasser der bahnbrechenden Studie »Über die Rechenschwäche der Rabenvögel«. Über seinen Forschungen ist er in die Jahre gekommen und 96 geworden. Viel Zeit bleibt nicht mehr, sagt der Arzt. Und die will gut genutzt sein, sagt sich Lewadski. Also reist er nach Wien, steigt im noblen Hotel Imperial ab und lernt im Fahrstuhl einen Altersgenossen kennen, dem der Lebensfaden auch schon reichlich kurz geworden ist. Wie die beiden Alten aus der Muppet Show in ihrer Loge sitzen die zwei beim Früchte-Wodka in der Hotelbar, kommentieren die Frisuren der Damen, rekapitulieren das mörderische vergangene Jahrhundert und träumen von der Revolution. Und langsam wird Lewadski das Geld zum Sterben knapp. „Wer ist Martha?“ ist ein wunderbar kühner Roman und ganz großes Kino. Es geht um die Freude am Dasein, die Würde des Menschen, die Liebe zur Schöpfung. Marjana Gaponenko verhandelt diese und auch noch die letzten Dinge auf ihre eigene Art: „Wer ist Martha?“ ist ein Roman in Frack und Fummel, so phantastisch und originell, so lebendig und frech, dass sich selbst noch der Tod darüber kaputtlacht.

Über die Autorin
Marjana Gaponenko wurde 1981 in Odessa (Ukraine) geboren. Sie nahm privaten Sprachunterricht und schreibt seit ihrem sechzehnten Lebensjahr auf Deutsch. Nach Aufenthalten in Krakau und Dublin lebt sie heute in Mainz. Ihr Romandebüt Annuschka Blume erschien 2010. Wer ist Martha? ist ihr erstes Buch im Suhrkamp Verlag.

Wir zwei allein von Matthias Nawrat

Kurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 27. Februar 2012 im Verlag Nagel & Kimche
Seit dem Abbruch seines Studiums jobbt der Außenseiter Benz als Gemüsefahrer und ist damit zufrieden. Bis ihm Theres begegnet. Da schmiedet Benz plötzlich ausgefallene Pläne und unternimmt in Gedanken waghalsige Expeditionen, um ihre Liebe zu gewinnen. Schließlich gewährt sie ihm eine gemeinsame Nacht, aber danach ist sie plötzlich verschwunden. Nawrats Roman ist ein außergewöhnliches und starkes Debüt über eine Generation von Unentschlossenen, über die große Liebe und ihr manchmal atemberaubend hohes Risiko – eine vermeintlich alte Liebesgeschichte mit großer literarischer Finesse neu erzählt.

Über den Autor
Matthias Nawrat, geboren 1979 in Opole / Oppeln (Polen), zog 1989 mit seiner Familie nach Bamberg. In Heidelberg und Freiburg im Breisgau studierte er Biologie. Nach Stationen u.a. im schweizerischen Biel lebt er heute in Berlin. Matthias Nawrat wird für seinen ersten Roman „Wir zwei allein“ geehrt, der „auf sprachlich raffinierte Weise eine Geschichte von der Liebe und der Einsamkeit in unserer multioptionalen und deshalb oft überfordernden Epoche erzählt„, so die Jury. Sein in der Region um Freiburg angesiedelter Roman schildert „die Beziehung zwischen zwei zaghaft nach Orientierung suchenden Menschen. Romantische Vorstellungen von der Liebe wiegen die Akteure in trügerischen Idyllen, auf welche die Realität keine Rücksicht nimmt.“

Das albanische Öl oder Mord auf der Straße des Nordens von Anila Wilms

Kurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 22. August 2012 im Transit Buchverlag
Zwei Amerikaner werden in den frühen zwanziger Jahren auf einer Brücke in den nördlichen, schwer zugänglichen ­albanischen Bergen ermordet. Drei Hirten beobachten die Tat, ein deutscher Ingenieur transportiert die Toten auf seinem Lastwagen nach Tirana. Dort bricht hektische Aktivität aus: In den Cafés diskutieren die Journalisten über das Motiv des Mords, der US-Botschafter vermutet einen Anschlag konkurrierender Geheimdienste aus England oder Italien auf amerikanische Öl-Interessen und ordert ein Kriegsschiff herbei, der Polizeichef lässt die angeblichen Täter erschießen und ihre Leichen auf dem Markt in Tirana ausstellen, und während des Trauer­gottesdienstes für die toten Amerikaner kommt es zum showdown zwischen dem albanischen Kriegsminister und dem Bischof. Am Ende klärt sich der Mord auf. Und das albanische Öl? Ein temperamentvoller, burlesker Roman aus einem uns weitgehend unbekannten Land voller eigenwilliger Figuren. Eine verrückte Geschichte, die tatsächlich passiert ist und weltpolitische Folgen hatte.

Über die Autorin
Anila Wilms, geboren 1971 in Tirana (Albanien), studierte dort Geschichte und Philologie. 1994 kam sie nach Berlin, wo sie seitdem lebt. Anila Wilms wird für ihren in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts spielenden Roman „Das albanische Öl oder Mord auf der Straße des Nordens“ ausgezeichnet, der laut Jury „eine exotisch-burleske Episode aus der Geschichte des jungen albanischen Staates als Politkrimi“ erzählt. Ihr von einfachen Menschen aus dem Volk, gewieften Diplomaten und mehr als dubiosen Politikergestalten bevölkerter Text könne auch als „literarisch überzeugendes Gleichnis für den heutigen Zustand Albaniens“ gelten.

Die Juroren des Adelbert-von-Chamisso-Preises 2013 sind: Gregor Dotzauer (Literaturkritiker), Zsuzsanna Gahse (Schriftstellerin, Chamisso-Preisträgerin 2006), Michael Krüger (Schriftsteller und Verleger), Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann (Präsident des Goethe-Instituts), Denis Scheck (Literaturkritiker), Dorothea Westphal (Literaturkritikerin) und Feridun Zaimoglu (Schriftsteller, Chamisso-Preisträger 2005). Medienpartner ist Deutschlandradio Kultur.

Quelle: Robert Bosch Stiftung