heute, live, komplett: Basler Zeitung liest und kommentiert J. K. Rowlings Krimi

Ein plötzlicher Todesfall“ von J. K. Rowling ist seit heute in fast allen Ländern gleichzeitig erschienen und bislang ist außer der Kurzbeschreibung nichts über den Inhalt bekannt. Das ändert sich im Moment fast minütlich, denn nicht nur die Basler Zeitung liest den Krimi heute komplett live und kommentiert die wichtigsten Passagen.

So lautet der erste Satz des 600-Seiten Wälzers: „Barry Fairbrother wäre lieber zu Hause geblieben.
Barry Fairbrother ist ein Musterbürger, hat vier Kinder, ist Golfklubmitglied und im Gemeinderat. Aber er hat den Hochzeitstag vergessen und Mary ist wütend. „Dann schlug ein nie gekannter Schmerz wie eine Abrissbirne in seinen Kopf ein. Fairbrother ist tot.

Dass er das Opfer sein wird, wussten wir schon aus der Kurzbeschreibung – Barry Fairbrother stirbt an einem Aneurysma.  Dann wird´s spannender, denn die Autorin führt weitere Figuren hinzu: Shirley, die Frau des Fairbrother-Bekannten Howard, ein gewisser Gavin Hughes und seine Freundin Kay, der Junge Stuart Wall (Fats), das Pärchen Parminder und Vikram, Krystal, ein Mädchen aus der Schule, Tessa und Simon tauchen auf. Jemand äußert sich abfällig über den Toten: „Fairbrother war ein Scheißkerl.“

Gerade hat Linus Schöpfer, Redakteur Kultur, das zweite Kapitel erreicht. Die Überschrift lautet „ALTEN ZEITEN“ und es beginnt mit dem Satz: „Der Gemeinderat von Pagford verfügte für einen so kleinen Ort über beträchtliche Macht.

Weiter geht´s hier mit der originellen und ausführlichen Berichterstattung über einen neuen Mega-Bestseller…

Spiegel-Bestenliste Hardcover Woche 39/2012

Platz 1 : Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson

Platz 2 : Verachtung von Jussi Adler-Olsen

Platz 3 : Im Tal des Fuchses von Charlotte Link

Platz 4 : Bretonische Verhältnisse von Jean-Luc Bannalec

Platz 5 : Reckless – Lebendige Schatten von Cornelia Funke

Platz 6 : Glaube der Lüge von Elizabeth George

Platz 7 : Die Zeit, die Zeit von Martin Suter

Platz 8 : Das dreizehnte Kapitel von Martin Walser

Platz 9 : Der Mann, der kein Mörder war von Michael Hjorth, Hans Rosenfeldt

Platz 10 : Die Tribute von Panem 02. Gefährliche Liebe von Suzanne Collins

Quelle: Buchreport – Spiegel Online

Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 39/2012

Platz 1 : Shades of Grey – Gefährliche Liebe von E. L. James

Platz 2 : Shades of Grey 01 – Geheimes Verlangen von E. L. James

Platz 3 : Die hellen Tage von Zsuzsa Bánk

Platz 4 : Verwesung von Simon Beckett

Platz 5 : Das Lächeln der Frauen: Roman von Nicolas Barreau

Platz 6 : Tschick von Wolfgang Herrndorf

Platz 7 : Lockruf des Verlangens von Nalini Singh

Platz 8 : Die Sommerfrauen von Mary Kay Andrews

Platz 9 : Unter Haien von Nele Neuhaus

Platz 10 : Léon und Louise von Alex Capus

Quelle: Spiegel Online Kultur

Herzen aus Stein: Wächterschwingen 01 von Inka Loreen Minden [Rezension]

Noir ist die letzte Überlebende einer mächtigen Hexenfamilie. Seitdem ihre Familie von einem Dämon getötet wurde, ist sie auf der Flucht. Sie weiß nicht, dass der Gargoyle Vincent Balentine Tag und Nacht in ihrer Nähe ist, um sie zu beschützen.

Als sie eines Tages in einen gefährlichen Kampf verwickelt wird, kommt Vincent nicht umhin, seine Deckung aufzugeben und ihr zu helfen. Lange hat er davon geträumt, sich ihr zu zeigen, denn er hat sich über die Jahre in Noir verliebt. Doch als Gargoyle darf er sich eigentlich nicht mit einer Menschenfrau einlassen. Zudem wurde ihm von seinem Clanführer ein Fluch auferlegt: Alles was er mit seinen menschlichen Händen berührt, erstarrt zu Stein. Vincent hat einen schweren Stand innerhalb der eigenen Art, weil er nur zur Hälfte ein Gargoyle ist.

Nun, da er sich Noir zu erkennen gegeben hat, kommen die beiden sich näher, denn auch Noir merkt, dass sie füreinander bestimmt sind. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem stierköpfigen Dämon Ceros, der sich bei einem Attentat auf Noirs Familie ein mächtiges Artefakt angeeignet hat.

Inka Loreen Minden hat eine einzigartige Romantic Fantasy Geschichte entworfen, in der es von mythischen Wesen nur so wimmelt. Auch wenn der Hauptteil der Geschichte von Noir und Vincent handelt, lernt man in einem weiteren Handlungsstrang Kara, den weiblichen Wächterengel der Londoner Gargoyles, näher kennen. Kara verliebt sich in den Dämon Ash, der, obwohl er Ceros Handlanger ist, ganz eigene Ziele verfolgt. Ash ist kein gewöhnlicher Dämon und seine Bestimmung, als auch Karas, sind mit den Schicksalen von Noir und Vincent eng verknüpft.

Man taucht direkt in diese wundervolle Geschichte ein. Alles beginnt in London, als Vincent noch der unbemerkte Beschützer von Noir ist. Abwechselnd aus allen Perspektiven der Protagonisten erzählt, bekommt man tiefe Einblicke in ihre Intentionen und erhält so auch Einblicke in ihre Erinnerungen. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar, man fühlt in allen Situationen mit ihnen und verfolgt atemlos die Entwicklung der Beziehung zwischen der Hexe und dem Gargoyle. Beide sind aufgrund ihres Lebensstils recht unerfahren in der Liebe und so kommt die Romantik und Erotik nicht zu kurz. Dennoch bleibt der Spannungsbogen recht hoch. Die Schauplätze sind vielfältig in London, Paris und Florenz angesiedelt und einige faszinierende Abstecher führen in die Unterwelt – all das versteckt in der menschlichen Welt wie wir sie kennen. Auch die Engelshierarchie spielt eine große Rolle, gibt sie doch oft den Anstoß, der das Schicksal in die richtigen Bahnen leitet.

Der Roman bietet einen verheißungsvollen Plot mit viel Potenzial für eine oder mehrere Fortsetzungen. Ich bin sehr gespannt, wie es im nächsten Teil weitergeht. Auch alle Nebencharaktere sind interessant und liebevoll gestaltet, sodass ich gerne mehr über sie erfahren möchte. Die verschiedenen Schicksale und Handlungsfäden fügen sich zu einem schlüssigen Gesamtbild am Ende des Buches zusammen. Der Autorin ist es gelungen, einen spannenden, ganz und gar nicht vorhersehbaren Roman zu schreiben, der ungeahnte Wendungen bereit hält und in einem schönen Happy-End abschließt.

Der Lesekreis bedankt sich ganz herzlich bei Doc für diese aufschlussreiche schöne Buchbesprechung und beim Sieben Verlag für die freundliche Überlassung eines Rezensionsexemplares.

Herzen aus Stein: Wächterschwingen 01 von Inka Loreen Minden ist in der Taschenbuchausgabe am 1. September 2012 im Sieben Verlag erschienen. Der 400 Seiten umfassende Fantasy-Roman ist für 14,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

Kurzbeschreibung
Eine Hexe auf der Flucht vor grausamen Dämonen – Ein Gargoyle, ihr heimlicher Beschützer Niemals darf er sich ihr zeigen, niemals darf er sich in sie verlieben, die Konsequenzen wären verheerend. Doch das Schicksal hat andere Pläne. Noir LeMar, die letzte Überlebende eines Hexenklans, ist auf der Flucht vor Dämonen, die einst ihre Familie auslöschten. Sie weiß nicht, dass sie in dem Gargoyle Vincent einen heimlichen Beschützer hat, der sie Tag und Nacht bewacht, während sie versucht, die Mörder ihrer Eltern zu finden. Um Noirs Leben zu retten, muss Vincent seine Deckung aufgeben. Auch wenn zwischen den beiden sofort eine unwiderstehliche Anziehungskraft herrscht, dürfen sie niemals ihrer Leidenschaft freien Lauf lassen. Denn Vincent wurde mit einem Fluch belegt. Alles, was er in seiner menschlichen Gestalt berührt, wird zu Stein.

Über die Autorin
Inka Loreen Minden, die auch unter dem Pseudonym Lucy Palmer, Mona Hanke (Erotik) und Loreen Ravenscroft (Romantasy) schreibt, ist eine bekannte deutsche Autorin (homo-)erotischer Literatur. Von ihr sind bereits 26 Bücher, 6 Hörbücher und zahlreiche E-Books erschienen.

Neben einer spannenden Rahmenhandlung legt sie viel Wert auf eine niveauvolle Sprache und lebendige Figuren. Explizite Erotik, gepaart mit Liebe, Leidenschaft und Romantik, ist in all ihren Storys zu finden, die an den unterschiedlichsten Schauplätzen spielen.
Mehr über die Autorin findet sich auf ihrer Homepage unter www.inka-loreen-minden.de.

 

7 Fragen an Steffen Meier

Steffen Meier absolvierte eine Ausbildung zum Verlagsbuchhändler bei den Ernst Klett Verlagen und studierte Geschichtswissenschaft in Stuttgart. Aufgrund  mangelnder Kompatibilität mit dem Universitätssystem, hat er sein Studium zu seinem eigenen Bedauern jedoch nicht abschlossen.

Im Anschluss war Steffen Meier als Chefredakteur einer Stadtzeitung, freier Journalist sowie in mehreren Werbeagenturen und Systemhäusern tätig.

Seit den 1990er Jahren ist Steffen Meier im Stuttgarter Fachverlag Eugen Ulmer beschäftigt. Über diverse hausinterne Stationen widmete er sich seit der Jahrtausendwende dem  Aufbau des Online-Bereichs im Verlag, dessen Leitung er heute innehat. Schwerpunkte in seinem Verantwortungsbereich sind neue digitale Geschäftsfelder, E-Publishing, Mobile und Apps sowie SocialMedia.

Über die Zukunft des Publizierens und Tragödien des Alltags berichtet Steffen Meier kompetent und schlagfertig auf seinen Accounts bei Twitter und Facebook. Selbstredend findet man diesen Spezialisten in Sachen „Neue Medien“ ebenso bei Google+ und Xing.

7 Fragen an Steffen Meier

1. Mit wem würden Sie gerne für einen Tag den Platz tauschen?

Hieße das dann, er oder sie müsste meinen Platz einnehmen? Gute Güte!
Aber ernsthaft: Das klingt jetzt nach einem Kleine-Jungen-Wunsch, aber mit einem Astro-/Kosmo-/Taikonauten fände ich einen Tausch spannend. Ich würde gern mal die blaue Kugel von oben sehen. Wenn das schon vergeben ist – bleib ich lieber, wo ich bin.

2. Welche Projekte warten auf ihre Vollendung?

#weltherrschaft – Aber ich bleibe hartnäckig!

3. Was bringt Sie so richtig auf die Palme?

Vorsätzliche Inkompetenz, garniert mit Ignoranz. Da reicht dann auch keine Palme mehr und man sollte Flammenschwerter nicht in meiner Nähe deponieren. Ein weit verbreitetes Phänomen, nicht nur auf die Medienbranche begrenzt.

4. Worauf sind Sie besonders stolz?

Schwierige Frage. Stolz impliziert besondere Leistung – mir ist zwar nicht alles geschenkt worden, weiß aber als Mitteleuropäer der Jahrtausendwende doch um meinen privilegierten Status, kann also auch nicht meckern. Insofern eher Stolz auf die kleinen Dinge, und hier klar im Zusammenhang mit meinen beiden Jungs, auf die ich oft sehr stolz bin (ausser, wenn sie wieder mal für ein paar graue Haare mehr sorgen).

5. Mit welcher historischen Figur/Person hätten Sie sich gerne zum Essen verabredet?

Ganz ehrlich? Mit „Äch bin wieder da!“ – Adolf Nazi. Was hier passiert ist, in Teilen in dieser Person kulminiert, erscheint so unglaublich. Quasi ein Blick ins Auge des Bösen.
Wenn der schon vergeben ist, dann mit dem Mensch, der die Keilschrift erfunden hat, um ihn darauf aufmerksam zu machen, was er damit so alles anrichten wird. Ansonsten William Shakespeare, dem würde ich gern die Hand schütteln, um ihm zu erzählen, was er alles so anrichten wird. Oder Heinrich Heine. Oder Vlad Dracul. Oder…ach, auch egal.

6. Über welche verpasste Gelegenheit ärgern Sie sich noch heute?

Neben einigen privaten Dingen wohl eher darüber, nicht zum richtigen Zeitpunkt Aktien von Microsoft oder Google oder Apple gekauft (und dann verkauft) zu haben. Dann würde ich mir heut den ganzen Tag auf meiner Privatinsel die Cocktails schmecken lassen und Leute auf Facebook belästigen. So mach ich das eben ohne Cocktails.

7. Womit haben Sie ihr erstes Geld verdient?

Weiß ich gar nicht mehr so genau. Zeitung austragen? Ich habe schon relativ früh angefangen, für lokale Zeitungen zu schreiben (ein Beweis, dass es auch früher nicht nur Qualitätsjournalismus gab). Mein Rücken kann sich noch an Küchenplattenschleppen in Baumärkten erinnern, das stärkte weder Charakter noch Gemüt, wie man es harter körperlicher Arbeit nachsagt, sondern sorgte nur für Muskelkater.
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Der Lesekreis bedankt sich ganz herzlich bei Steffen Meier für die Teilnahme an unserem Online-Interview!