Starke Frauen, Männer und ein Happy End? Helle Helle und Pia Juul im Literaturhaus München

Am Donnerstag, 21. Juni 2012, sind gleich zwei dänische Schriftstellerinnen zu Gast im Literaturhaus München. In der Reihe „Länderschwerpunkt Dänemark“ präsentieren Helle Helle und Pia Juul unter dem Motto Starke Frauen, Männer und ein Happy End? ihre aktuellen Neuerscheinungen.

Die dänische Bestseller-Autorin Helle Helle erzählt in ihrem neuen Roman „Die Vorstellung von einem unkomplizierten Leben mit einem Mann“ (Dörlemann Verlag, Deutsch von Flora Fink) aus dem Leben von Susanne, die einerseits von einem erfüllten Liebesglück träumt und sich andererseits vor einer ermüdenden Unkompliziertheit fürchtet.

Kurzbeschreibung
„Komm mir nicht mit deinen Klischees“
Susanne tröstet sich immer mit der Vorstellung vom Leben mit einem Mann, mit dem sie nur kurz zusammen war. Ein unkompliziertes, ein konkretes Leben, mit Zeit für Liebkosungen, sie gehen zur Arbeit, haben Kinder. Und es ist kein Verbrechen, von Familienfesten zu träumen Doch diese Vorstellung mündet stets in ein schreckliches Schlussbild: Sie sieht sich selbst weinen angesichts all dieses Glücks, in dem es so gar keinen Zweifel gibt. Ein einziges Mal hatte sie zu ihm gesagt: „Kim, ich verlasse dich, ich weiß nicht, ob ich dich liebe.“ „Komm mir nicht mit deinen Klischees“, hatte er geantwortet, und das war wohl auch der Grund, weshalb sie blieb.

In Pia Juuls Roman „Das Leben nach dem Happy End“ (Dumont Buchverlag, Deutsch von Ursel Allenstein), ausgezeichnet mit dem renommierten Danske Banks Literaturpreis, geht es ebenfalls um Beziehungen und Liebe †“ allerdings post mortem: Erst durch den Tod ihres Mannes beginnt Bess, sich mit ihrem eigenen Leben auseinanderzusetzen †“ und mit dem ihres toten Mannes.

Kurzbeschreibung
Ein Schuss weckt eines Morgens die Schriftstellerin Bess. Ihr Mann liegt tot vor dem Haus. Niemand weiß, warum er erschossen wurde. Halland und Bess waren ein Paar, zehn glückliche Jahre lang. Doch nun fragt sich Bess, ob sie nicht ein zu großes Opfer für diese Liebe gebracht hat. Für Halland verließ sie ihre Familie, ihre damals vierzehnjährige Tochter Abby, die sie fortan jeden einzelnen Tag vermisste ein Schmerz, den sie vor Halland geheim hielt. Doch auch er hatte Geheimnisse vor ihr. Eine hochschwangere Frau steht vor Bess Tür; Pernille behauptet, ebenso um Halland zu trauern wie sie. Bess muss erkennen, dass ihr Mann ein Doppelleben führte. Das Leben nach dem Happy End spielt mit den Versatzstücken des Kriminalromans, weckt Erwartungen, um den Blick des Lesers auf die wirklich wichtigen Fragen zu lenken: Kann man selbstbestimmt leben? Und wenn ja, um welchen Preis? Pia Juul gelingt es eindrucksvoll, in alltäglichen Beobachtungen Grauen und Komik gleichermaßen zu entdecken.

Zwei Bücher, so schräg, vergnüglich und überraschend wie das Leben.

Die Veranstaltung findet um 19 Uhr in dänischer und deutscher Sprache im Foyer des Münchner Literaturhauses statt. Flora Fink, die Übersetzerin von Helle Helles neuen Roman vom Dänischen ins Deutsche, übernimmt die Moderation. Die deutschen Texte liest Lisa Wagner.

Info für alle Fußballfans:
UEFA EURO 2012: Im Anschluss Public Viewing im OskarMaria: Sieger Gruppe A-Zweiter Gruppe B, Anpfiff 20.45 Uhr

Quelle: Stiftung Literaturhaus

Erschreckend realistischer Öko-Thriller: Tödlicher Staub von Massimo Carlotto [Rezension]

Mit der neunköpfigen sardischen Schriftsteller-und Journalisten-Gruppe „Mama Sabot“ recherchierte der italienische Schriftsteller Massimo Carlotto unter anderen auf der Mittelmeerinsel Sardinien im militärischen Sperrgebiet Polgono Interforze Salto di Quirra †“ Capo San Lorenzo zu seinem neuen Thriller über radioaktive Nanopartikel in der Luft und die davon ausgehende Gesundheitsgefährdung. Derartige Partikel entstehen bei Waffentests und führen binnen kürzester Zeit zu Ablagerungen in Knochen, Nieren, Leber und Lunge, um sich später in bösartige Tumore zu verwandeln.

Carlotto spannt um seine Hauptfigur Pierre Nazzari, der als Deserteur von der Militärpolizei gesucht wird und den eine paramilitärische Organisation in der Hand hat, ein Geflecht aus politischen Interessen an diesen Tests. Zur gut zahlenden Kundschaft gehören neben der Mafia die regionalen Sicherheitsdienste sowie die Polizei und Industriekonzerne.

Nazzari wird auf die junge Tierärztin Nina angesetzt, die unter Lebensgefahr an Hand von mysteriösen Erkrankungen bei Schafen und Ziegen die Auswirkungen dieser Nanopartikel untersucht. Dabei geraten beide immer tiefer in den Sumpf der Machtspiele zwischen Militär und Mafia, welche auf dem Rücken der Umwelt ausgetragen werden.

Bis zum Showdown bleibt unklar, wer für wen wann und wie am besten erpressbar ist und wer am Ende die Zeche dieser Verstrickungen bezahlt…

Extrem schnell und schnörkellos erzählt Massimo Carlotto seine Story. Spannend und ohne große Nebenhandlungen werden die Akteure und Handlungsstränge immer geschickter miteinander verwoben und aufeinander zugeführt. Das Ergebnis ist großes Krimikino, nicht literarisch ausschweifend, sondern erschreckend realistisch recherchiert.

Carlotto, einer der erfolgreichsten Schriftsteller Italiens, fasst mit seinem aktuellen Werk erneut Fuß auf dem hart umkämpften deutschen Krimimarkt. Bereits seine Vorgänger „Arrividerci amore, ciao“ (Tropen 2007) und „Die dunkle Unermesslichkeit des Todes“ (Tropen 2008) sorgten für interessante Abwechslung im hiesigen Alpen- und Heimatkrimi-Sammelsurium.

„Tödlicher Staub“ ist mit einem wohltuend neuen Thema absolut empfehlenswert – abseits der bereits ausgetreten Pfade bisheriger Öko-Thriller.

Der Lesekreis bedankt sich bei Volker für die ausführliche Buchbesprechung und beim Tropen Verlag für die freundliche Überlassung eine Rezensionsexemplares.
„Tödlicher Staub“ (Orig. Titel: Perdas de Fogu, erschienen 2008) umfasst 160 Seiten und ist Mai 2012 im Verlag Tropen bei Klett Cotta erschienen.

Wie aktuell und realistisch die Thematik des Krimis ist, zeigt auch der lesenswerte Artikel: „Das vergiftete Paradies.“ Auf Sardinien testen Militär und Rüstungsfirmen Waffen. Anwohner sterben an Krebs, Kinder werden ohne Finger geboren. Jetzt ermittelt ein Staatsanwalt wegen Mord. taz.de am 22. November 2011

Kurzbeschreibung
Carlottos spannender und actionreicher Roman deckt die kriminellen Machenschaften von Mafia und Politik, Militär und Industrie auf.
Radioaktiver Müll an den Traumstränden Sardiniens: vom Öko-Skandal zum spannenden Krimi. Jahrelang haben Massimo Carlotto und elf investigative Journalisten und Autoren geforscht und einen Öko-Skandal offengelegt. „Tödlicher Staub“ ist ein aufregender Thriller und zugleich ein wütender Aufschrei gegen die schmutzigen Machtspiele von Mafia und Militär.
Pierre Nazarri wird als Deserteur von der Militärpolizei gesucht. Er ist erpressbar und muss die Drecksarbeit für eine dubiose, paramilitärische Organisation machen, die ihn auf die junge Tierärztin Nina angesetzt hat. Die Nachforschungen, die die junge Frau im Zusammenhang mit einer Reihe mysteriöser Erkrankungen und Missbildungen bei Schafen und Ziegen macht, scheinen ein paar einflussreichen Persönlichkeiten zu weit zu gehen. Pierre Nazarri wird als Deserteur von der Militärpolizei gesucht. Er ist erpressbar und muss die Drecksarbeit für eine dubiose, paramilitärische Organisation machen, die ihn auf die junge Tierärztin Nina angesetzt hat. Die Nachforschungen, die die junge Frau im Zusammenhang mit einer Reihe mysteriöser Erkrankungen und Missbildungen bei Schafen und Ziegen macht, scheinen ein paar einflussreichen Persönlichkeiten zu weit zu gehen.

Über den Autor
Massimo Carlotto, geboren 1956 in Padua, ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller Italiens. Als Sympathisant der linken Bewegung wurde er in den 1970er Jahren zu Unrecht wegen Mordes verurteilt. Nach fünfjähriger Flucht und einer Gefängnisstrafe von sechs Jahren wurde er 1993 begnadigt. Er lebt heute in Sardinien.Hinrich Schmidt-Henkel, geboren 1959, lebt in Berlin, übersetzt Prosa und Theaterstücke aus dem Französischen, Norwegischen und Italienischen, zuletzt vor allem Jean Echenoz, Yasmina Reza, Jon Fosse, Erlend Loe und Louis-Ferdinand Céline.

Leseprobe © Tropen bei Klett Cotta
MERCANTI DI LIQUORE Ein Schwarm Rebhühner flatterte auf, als der kleine Geländewagen vorüberkam. Nina bremste ab, um auf eine Piste einzubiegen, die sich in der Macchia verlor. Der Stachelginster kratzte an den Seiten des Wagens entlang. Am liebsten hätte sie die Klimaanlage ausgestellt, die Fenster geöffnet und die Düfte des Sommers ungehindert hereingelassen, aber es hatte seit mindestens drei Monaten nicht mehr geregnet, und die Reifen wirbelten dicke weiße Staubwolken auf. Sie fuhr an einer von schwärzlichen Kiesadern durchzogenen Wand aus Kalkstein entlang, dann steil bergab durch ein ausgetrocknetes Bachbett. Ihre Fahrt endete vor einem rostigen Tor.

Der alte Balloi erwartete sie umgeben von seinen Hunden im Schatten einer Steineiche. Er nickte ihr zu und ging langsam zu dem verlassenen Schafstall hinüber. Die Schafe brachte er bei diesen Gelegenheiten immer weg. Nina wartete, bis der Hirte den Eingang erreicht hatte, erst danach stieg sie aus dem Wagen, öffnete die Ladeklappe und holte eine Plastikkiste heraus. Balloi nahm seine Baskenmütze ab und wischte sich mit einem sauberen weißen Taschentuch den Schweiß von der Stirn. Sein Gesicht war wie aus Holz geschnitzt. Tiefe Falten, von der Zeit und den Mühen eines Lebens gezogen, das keine Erholungspausen kennt. Wie sein Vater und der Vater seines Vaters.

„Es ist das vierte, Frau Doktor“, sagte er leise. Nina nickte. Sie zog ein paar Banknoten aus der Hosentasche und reichte sie ihm.

„Wie geht es den anderen?“ Der Hirte zuckte mit den Schultern.

„Ich glaube, gut. Sie wissen ja, ich gehe da nicht so nah ran.“

„Ich schaue nachher mal nach ihnen.“

Sie betrat den Stall und betrachtete den winzigen, am Boden liegenden Kadaver. Als Erstes machte sie ein paar Aufnahmen, dann bettete sie ihn in die mit Trockeneis gefüllte Kiste. Balloi war weggegangen, genau wie die anderen Male, als wollte er nichts mit der Sache zu tun haben. Nina lud die Kiste ein, nahm ihre Tasche und lief zu einer kleinen Einzäunung. Zufrieden mit dem, was sie dort sah, machte sie rund zwanzig Minuten lang Notizen. Im Schritttempo rollte sie durch das Tor hinaus. Der Hirte wanderte einen Pfad entlang, den Rücken ihr zugewandt. Nur die Hunde drehten sich um und starrten dem Geländewagen nach, bis die Macchia ihn verschluckt hatte.

Auf dem schmalen schwarzen Asphaltband der Provinzstraße mit ihren scharfen Kurven betrachtete sie die träge kreisenden weiß-roten Flügel der Windkraftanlagen. Eigentlich hätte sie den Inhalt der Kiste sofort zu Hause in der Kühltruhe verstauen müssen, doch nachdem sie rasch überschlagen hatte, wie lange das Trockeneis hielt, beschloss sie, sich den Luxus eines Bades zu leisten.

Der Strand war menschenleer… Fortsetzung der Leseprobe

Mondscheinbiss von Janin P. Klinger [Rezension]

Die Werwölfin Serena Love Baltimore ist Polizistin und lebt in New York. Ihr Geliebter und Lebensgefährte ist der Vampir Jason LaFavre. Er arbeitet als Profiler ebenfalls bei der New Yorker Polizei.

Um einen Serienmörder, der es auf junge Frauen abgesehen hat, zu fassen, werden die beiden gemeinsam auf den Fall angesetzt. Unheimlich sind die kleinen Botschaften, die der Täter speziell für Serena bei den Opfern hinterlässt. Als er immer tiefer in Serenas Privatsphäre eindringt, gerät sie mehr und mehr in Gefahr. Gemeinsam versuchen die Werwölfin und der Vampir dem Mörder das Handwerk zu legen.

Serenas Privatleben könnte eigentlich perfekter nicht sein. Sie lebt in einer glücklichen Beziehung und hat eine enge Bindung zu ihrer Familie. Leider haben einige Familienmitglieder mit ihrem Freund, dem Vampir, ein Problem, denn beide Arten sind seit Jahrhunderten verfeindet. Zwar wurde ein Waffenstillstand zwischen ihnen geschlossen, doch sie begegnen sich nach wie vor sehr misstrauisch. Das allein macht es schon schwer für Serena, ihre Liebe vor ihrer Familie zu verteidigen – ganz besonders vor ihren vier Brüdern. Das Misstrauen ist nicht unbegründet, da der Biss eines Werwolfs für Vampire tödlich ist, ebenso wie der Speichel eines Vampirs für einen Werwolf den sicheren Tod bedeutet. Zudem hat ein Ereignis in der Vergangenheit ihrer Familie schwer zugesetzt hat. Doch die starke Liebe der beiden überwindet das alles, und als Serena in die Fänge des Serienmörders gerät, treten die alten Fehden in den Hintergrund.

Janine P. Klinger ist es gelungen, einen in sich schlüssigen Roman zu schreiben, in dem keine Langeweile aufkommt. Anders als in vielen Urban-Fantasy-Geschichten lernen sich die Protagonisten zu Beginn nicht erst kennen, sondern sind schon ein Paar. Durch Rückblenden erfährt man, wie die beiden sich kennen- und lieben lernten. Der Fokus liegt deshalb nicht auf der Liebesgeschichte, sondern vor allem auf der spannenden Aufklärung der Mordserie. Dennoch sorgen sinnliche und auch humorvolle Momente für Abwechslung. Man lernt Serenas Familie kennen, die ein sehr sympathisches Werwolfsrudel ist. Serena selbst ist eine toughe junge Frau, die man von Anfang an ins Herz schließt.
Einziger Wermutstropfen sind einige Namensverwechslungen, die gerade in einer so knappen Geschichte auffallen. Nichtsdestotrotz hat mir dieser Roman großes Lesevergnügen bereitet. Durch den flüssigen Schreibstil kamen keine unnötigen Längen auf.

Der Lesekreis bedankt sich bei Doc Jane für die schöne Buchbesprechung und beim Sieben Verlag für die freundliche Überlassung eines Rezensionsexemplares.

Die Taschenbuchausgabe Mondscheinbiss von Janin P. Klinger umfasst 204 Seiten und ist im Mai 2012 für 14,90 Euro im Sieben Verlag erschienen.

Kurzbeschreibung
Serena Love Baltimore verdient ihren Lebensunterhalt als Lieutenant beim NYPD. Dass sie eine Werwölfin ist, geht nicht unbedingt jeden etwas an. Ihre Familie, ein wildes Werwolfsrudel, hat sich damit abgefunden, dass sie in ihrem Job schon mal ihr Leben riskiert. Was jedoch die Beschützerinstinkte ihrer Brüder auf Hochtouren laufen lässt, ist die Tatsache, dass sie ein Verhältnis mit dem Top-Profiler Jason LaFavre hat. Denn Jason ist nicht nur ihr Liebster, sondern obendrein ein Vampir und somit Persona non grata in Werwolfkreisen. Als ein Serienkiller es auf Serena abgesehen hat, scheint das zerbrechliche Friedensgeflecht zu zerreißen, und stellt nicht nur die Liebe von Serena und Jason auf eine harte Probe.

Über die Autorin
Janin P. Klinger wurde 1989 in Bochum-Wattenscheid geboren und lebt noch immer dort. Harry Potter brachte sie zur Fantastischen Literatur. Die Liebe zum geschriebenen Wort blieb ihr erhalten und so hat sie neben ihrer Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten stets weitergeschrieben, Kurzgeschichten verfasst, Schreibwettbewerbe gewonnen. In ihrer Freizeit spielt sie gern Klavier, geht Reiten, fährt gern ihre 6er Kawasaki Ninja und liebt regelmäßige Kinobesuche.

Philip Roth erhält den mit 50.000 Euro dotierten Prinz-von-Asturien-Preis 2012

Der 79-jährige US-amerikanische Schriftsteller Philip Roth erhält den renommierten spanischen Prinz-von-Asturien-Preis 2012 in der Kategorie der Literatur.

Die Prinz-von-Asturien-Preise werden jährlich in acht Sparten vergeben und sind mit jeweils 50.000 Euro dotiert. Die Preise werden im Herbst vom Prinzen von Asturien, dem spanischen Kronprinzen Felipe, in Oviedo überreicht.

Philip Roth gehöre zu den bedeutendsten US-Autoren und besitze die Fähigkeit, eine komplexe Realität in differenzierter Weise wiederzugeben, begründete die Jury am 06. Juni 2012 in der nordspanischen Stadt Oviedo ihre Entscheidung.  Roth setzte sich in der Schlussabstimmung gegen den Japaner Haruki Murakami durch. Für die Auszeichnung waren 24 Kandidaten aus elf Ländern nominiert.

Zuletzt erschien von Philip Roth im Hanser Verlag im Jahr 2011 in deutschsprachiger Übersetzung der Roman „Nemesis„:

Kurzbeschreibung
Eine schreckliche Epidemie bedroht im brütend heißen Sommer von 1944 die Einwohner von Newark: Polio. Der Sportlehrer Bucky Cantor kümmert sich hingebungsvoll um seine Schüler. Nach Ausbruch der Krankheit versucht er, in einer von Angst, Panik und Leid gezeichneten Situation die Ruhe zu bewahren, doch vergeblich. „Nemesis“ ist die Geschichte eines jungen Mannes in Amerika mit besten Absichten, der einen aussichtslosen Kampf führt. In seinem neuen Meisterwerk zeichnet Roth mit bestechender Präzision und großer Einfühlungsgabe jeden Schritt von Cantors Weg in die persönliche Katastrophe.

Quelle: Der Standard

Schweizer Schriftsteller Thomas Hürlimann erhält den Thomas-Mann-Preis 2012

Der 62-jährige Schweizer Schriftsteller Thomas Hürlimann erhält den mit 25.000 Euro dotierten Thomas-Mann-Preis 2012.

Der Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste wird seit 2010 im jährlichen Wechsel in Lübeck und München verliehen.

Thomas Hürlimann setze mit seinem Werk, der Zerbrechlichkeit des Daseins eine tiefe Humanität entgegen, begründete die siebenköpfige Jury, in welche die Akademie und die Hansestadt jeweils drei Mitglieder unter dem Vorsitz des Göttinger Literaturwissenschaftlers Heinrich Detering entsenden, ihre Entscheidung.

Der Schriftsteller wird am 28. Oktober 2012 mit dem Thomas-Mann-Preis in Lübeck geehrt. Die Laudatio hält der Schweizer Germanist Peter von Matt.

Thomas Hürlimanns meist beachtetes Werk ist die im Jahr 2001 erschienene Novelle „Fräulein Stark„:

Kurzbeschreibung
Der Stiftsbibliothekar hat während eines langen Sommers seinen Neffen zu Besuch. Um den kostbaren Bodendes barocken Büchersaals zu schützen, soll der Nepos an die Besucher Filzpantoffeln austeilen. Der Junge merkt bald, daß sich ihm Welten öffnen – die Welt der Bücher und des anderen Geschlechts. Faziniert beginnt er zu lesen und wagt es, scheue Blicke unter die Röcke der Besicherinnen zu werfen, die bei ihm in die Pantoffeln schlüpfen müssen. Fräulein Stark, die Haushälterin des Stiftsbibliothekars, mißtraut dem Fleiß des Jungen. So entsteht zwischen ihr und dem Jungen ein leiser Kampf, der sich zum Sommerende hin in eine heimliche Liebe verwandelt.