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Portfolio

Saskia Hennig von Lange

„Alles, was draußen ist“

Exkursion Institutionen des literarischen Lebens: 44. Rauriser Literaturtage

Von: Ruth Adami und Barbara Fuisz Innsbruck, Juli 2014

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Inhalt
  3. Rezension
  4. Pressestimmen
  5. Biografie
  6. Interview

1. Einleitung

Bei der folgenden Arbeit handelt es sich um die Abschlussarbeit einer Exkursion zu den 44. Rauriser Literaturtagen, bei der wir im Sommersemester 2014 im Rahmen des Bachelorstudiums Germanistik an der Universität Innsbruck teilgenommen haben. Unter der Leitung von Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Hackl fuhren wir nach Salzburg und besuchten Lesungen, Diskussionen, Gespräche rund um das Thema Kapital.Gesellschaft.

Im Zuge der Literaturtage wird jedes Jahr die beste Prosa-Erstveröffentlichung prämiert und ein Förderungspreis vergeben. Der Hauptpreis für die Prosa-Erstveröffentlichung ging dieses Jahr an die in Deutschland wohnende Literaturwissenschaftlerin Saskia Hennig von Lange für ihre Novelle „Alles, was draußen ist“.

Nachdem wir beide nach der Lektüre ihres Debüts von der Geschwindigkeit und Erzählperspektive beeindruckt waren, haben wir beschlossen, unsere Arbeit zur Gänze diesem Werk zu widmen. In einer kurzen Inhaltsangabe, einer Rezension und Pressestimmen zum Werk sowie einer Kurzbiografie und einem Interview mit Saskia Hennig von Lange haben wir versucht, ein spannendes und aufschlussreiches Portfolio zusammenzustellen.

An dieser Stelle möchten wir uns bei der Autorin Saskia Hennig von Lange für die ausführliche Beantwortung unserer Interviewfragen und der Erlaubnis unsere Arbeit über ihr Werk verfassen zu dürfen bedanken. Ein großer Dank gilt auch der Bloggerin Heike Huslage-Koch, die uns die Möglichkeit gibt unsere Arbeit zu veröffentlichen und so vielen interessierten Menschen die großartige Sprache Saskia Hennig von Langes näher zu bringen. Hier möchten wir auch die Gelegenheit nutzen um uns bei Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Hackl zu bedanken, der einen großen organisatorischen Aufwand betrieben hat, um uns eine neue Perspektive der vielseitigen Welt des Literaturbetriebs aufzuzeigen.

Ruth Adami und Barbara Fuisz

2. Inhalt

Alles, was draußen istDie Novelle besteht aus den Aufzeichnungen eines Mannes, der ein anatomisches Museum besitzt, dort arbeitet und wohnt. Die Niederschrift beginnt er, nachdem er, von starken Kopfschmerzen geplagt, in die Klinik fährt und ihm dort nur noch wenige Tage zu Leben vorausgesagt werden. In stringentem Erzähltempo beschreibt er ganz genau seinen eintönigen Tagesablauf, der größtenteils ohne emotionale und körperliche Nähe anderer Menschen auskommt.

Jeden Tag schleicht er durch die Gänge des Museums, betrachtet manche Objekte genauer, manche weniger – es wird jedoch deutlich, dass ihm die Präparate näher stehen als richtige soziale Kontakte. Durch die hohe Geschwindigkeit der Sprache, dem düsteren Dasein des Protagonisten zwischen dem Leben und Tod, seinen vertrauten aber doch leblosen Objekten, denen er durch die Geschichten über ihre Vergangenheit und seine Erlebnisse Leben einhaucht, wird der Leserschaft keine Entspannung erlaubt.

Der Erzähler selbst übt sich ebenfalls in der Kunst der Präparation. Das Innenohr von Menschen und Tieren hat er besonders genau untersucht. Dabei wollte er herausfinden, welche Wirkung der Satz „Nein, du bleibst hier, bei mir, du gehst nicht nach draußen„, den er von seiner Mutter und auch von seiner „kleinen Lehrerin“, die er als Schüler geschwängert hat, hinterlässt.

Einer der häufigsten Gedanken, die den Mann beschäftigen, ist der, was nach seinem Tod von ihm übrig bleibt. Seine ausführliche Auseinandersetzung mit der Totenmaske des französischen Revolutionär Maximilien de Robespierre ermöglichen einen tiefen Einblick in sein Innerstes. Überhaupt taucht die Leserin bzw. der Leser mit allen Sinnen in die Gedanken des einsamen Menschen ein. So beschreibt der Ich-Erzähler in allen Details „seine schöne Beischläferin“ – einen halben präparierten Frauenkörper und welche Emotionen er mit ihrem Anblick verbindet. Immer wieder kommt er auch auf die „Untendrunterwohnerin“, also die Frau, die im Stock unter ihm wohnt. Er hört sie und stellt sich vor, wie es sein würde mit ihr befreundet zu sein. Die Tage verstreichen bis der Protagonist schließlich erklärt, dass er diese Aufzeichnungen, also die Erzählung, an dem Tag begonnen hat, an dem er von der Diagnose erfahren hat. Er möchte, dass irgendetwas von ihm zurückbleibt, das schließlich auch die „Untendrunterwohnerin“ von ihm in den Händen halten könne. Der Schwerkranke schildert ein letztes Mal, wie er sich beim Anblick der „schönen Beischläferin“ vorgestellt hat, sie stünde Hand in Hand neben ihm. Die Erzählung endet hier und der Tod des Protagonisten kann von der Leserschaft erahnt werden.

Die gebundene Ausgabe umfasst 116 Seiten und ist am 28. Februar 2013 bei Jung und Jung erschienen.

3. Rezension

Und also nehme ich meinen Stift und das Papier und schreibe alles auf, damit, wenn dann jemand kommt, meinen toten Körper zu finden und meinen Abdruck zu nehmen, er das alles hier lesen und dann auch wissen kann und eine Antwort geben kann, falls ihn jemand fragen sollte, wer das denn war, der hier liegt, so tot?“. Es ist dieser Satz, der sinnbildlich für Saskia Hennig von Langes Debüt „Alles, was draußen ist“ steht. Die Novelle erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich mit dem menschlichsten schlechthin konfrontiert sieht: mit seinem Tod. Doch anstatt den Rest seines Lebens in vollen Zügen zu genießen, ändert er nichts an seinem Alltag: Er verbringt die meiste Zeit in seinem anatomischen Museum, das sich im Stock unter seiner Wohnung befindet.

Prunkstück seiner schaurigen Sammlung ist ein Gipsabdruck der Totenmaske des Robespierre, die für den Protagonisten sinnbildlich für die Abwesenheit des Lebens steht und der aufgeschnittene Körper einer Schwangeren mit ihrem Embryo, die der Mann seine „schöne Beischläferin“ nennt. Beinahe liebevoll kümmert sich der Protagonist um seine Sammlung von Innenohren, immer wieder suchend nach den nie zu findenden Spuren, die der Ton in den Gehörgängen zurück lässt. Tag für Tag geht der Protagonist durch sein Museum, das schon längst nicht mehr besucht wird, denn von dort kann er die „Untendrunterwohnerin“ hören, die in der Wohnung unter dem Museum lebt. Mit dem Näherkommen seines Todes konfrontiert, beginnt der Protagonist zu schreiben.

Alles, was draußen ist“ ist Saskia Hennig von Langes Debüt und ist im „Jung und Jung“- Verlag Salzburg erschienen. Es ist eine Reise durch die Erinnerungswelt des sterbenden Ich-Erzählers. Entstanden ist eine Novelle, die sich ohne Luft zu holen, in einem einzigen Zug lesen lässt. Wie Girlanden hängt Saskia Hennig von Lange ihre Sätze aneinander, so dass eine fließende, rhythmische Sprache entsteht, die beinahe zum lauten Vorlesen des Textes zwingt. Im Stil des Bewusstseinsstroms geschrieben ist es nicht die Handlung, sondern vielmehr die lebhafte, bilderreiche Sprache, die die Novelle ausmacht, von der Autorin gekonnt eingesetzt. Dabei zeigt sie auch keine Furcht vor genauen Beschreibungen der makaberen Museumsobjekte, die der Protagonist sorgfältig in seiner Niederschrift festhält. Durch diese stilistischen Merkmale gelingt es der Autorin eine unvergleichbar düstere Atmosphäre zu schaffen, die den Leser in nachdenklicher, melancholischer Stimmung zurück lässt. Was am Ende der Lektüre bleibt ist die quälende Frage, die sich auch der Protagonist stellt: Was bleibt von uns zurück, wenn wir aus dieser Welt scheiden?

4. Pressestimmen

Mit ihrem Debüt ist der 1976 geborenen, in Frankfurt lebenden Kunsthistorikerin Saskia Hennig von Lange ein Kabinettstück gelungen. In raffinierter, gleichsam doppelt gespiegelter Vermittlung von Form und Gehalt wird die menschliche Fähigkeit, sich zu entäußern, um sich zu erkennen, im ruhigen Fluss der Sprache sinnlich fassbar. Mit leichtem Beiklang des Altmodischen zeigt die Erzählung eindringlich, dass die Literatur nach wie vor das vorzügliche Medium der Selbstreflexion des gebrechlichen Menschen ist.Friedmar Apel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Die Sogwirkung ist enorm. Das ist Dichtung, preiswürdige.“ Peter Pisa, Kurier

Ein ungemein dichtes und wunderbares Buch.“ Christoph Schröder, KulturSPIEGEL

Saskia Hennig von Langes Sprache wirkt treibend, geschliffen, unbestechlich, jeder Satz gräbt sich ein.“ Caroline Rehner, Süddeutsche Zeitung

Rauriser Literaturpreis 2014 an Saskia Hennig von Lange für ihr Debut „Alles, was draußen ist“
. Aus der Begründung der Jury: „Mit großer Leichtigkeit verknüpft Saskia Hennig von Langes Novelle Stoffe aus der Literatur, der Geschichte und der Kunst. Sie bündelt sie in einer Sprache voller Musikalität, die in nahezu aphoristischer Prägnanz zeigt, was große Literatur ist: schillerndes menschliches Universum und Weite der Welt auf kleinstem Raum.

5. Biografie

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Saskia Henning von Lange © Stefan Freund

Saskia Hennig von Lange ist 1976 geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Frankfurt am Main. Seit Abschluss des Studiums der Angewandten Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte forscht und arbeitet Hennig von Lange an der Justus-Liebig-Universität Gießen an ihrer Dissertation zum Verhältnis von Bild, Rahmen und Körper in der spätmittelalterlichen Kunst. Für ihr literarisches Debüt, die Novelle „Alles, was draußen ist“ bekam sie den Rauriser Literaturpreis verliehen, Ende August 2014 folgt ihr erster Roman „Zurück zum Feuer“.

Bisherige Auszeichnungen:
2013 Wortspiele-Literaturpreis
2013
Hotlist der unabhängigen Verlage
 2014
Rauriser Literaturpreis 2014

Quellen:
http://www.saskiahennigvonlange.de/biogafie/
http://www.rauriser-literaturtage.at/preis/hauptpreis/
http://www.saskiahennigvonlange.de/stimmen/

6. Interview

Was hat Sie dazu bewegt ein Buch zu schreiben?
Wenn man schreibt, dann schreibt man ja nicht eigentlich ein Buch. Das steht ja als Produkt erst ganz am Ende eines längeren Prozess. Was ich geschrieben habe, ist also ein Text aus dem später ein Buch wurde. Und diesen Text habe ich geschrieben, weil mir gewisse Gedanken und Fragen nicht mehr aus dem Kopf gegangen sind, weil sie sich dort sogar zu Sätzen verdichtet haben. Und mit einem dieser Sätze habe ich dann angefangen, indem ich ihn aufgeschrieben habe. Und dann kam noch einer und noch einer. Und irgendwann war es eben ein Text. Und jetzt ist es ein Buch.

Inwiefern beeinflusst Sie die wissenschaftliche Arbeit in Ihrem Schreiben?
Es ist nicht unbedingt die wissenschaftliche Arbeit, die mein Schreiben beeinflusst, es ist eher, dass sich in beiden Bereichen – in der Literatur und in der Wissenschaft – das Denken ganz wunderbar mit dem Schreiben verknüpfen lässt und das ist es, was mir Spaß macht und was mich antreibt. Und dann sind es natürlich die gleichen Themen, die mich beschäftigen: Der Mensch und sein Verhältnis zu den Dingen, zu Orten, zu den Bildern, die er sich von sich macht. Schwellen und Übergangsituationen.

In Ihrer Novelle bedienen Sie sich einer sehr rhythmischen, beinahe schon lyrischen Sprache. Haben Sie diese bewusst gewählt, oder wie kommt es dazu?
Es ist ja immer eher so, dass die Sprache uns vorgängig ist, zumindest empfinde ich das so. Man sitzt da irgendwie mitten drin in dieser Sprache und kommt nicht raus und hat auch nur einen kleinen Radius – soweit ich die Hand eben ausstrecken kann, soweit reicht mein Einfluss auf diese Sprache.

Denken Sie so wie Sie schreiben?
Ja.

Haben Sie einen Lieblingsautor und falls ja, hat dieser Sie in Ihrem Schreiben beeinflusst?
Vielleicht habe ich eher Lieblingsdenker, denn beeindruckt mich immer sehr, wenn ein Denken und ein Sich-Ausdrücken in eins fallen und zugleich doch einen kleinen Raum eröffnen, sei es ein Zweispalt, sei es eine Ungereimtheit, in dem ich mich als Leser dann bewegen kann.

Sie haben überwiegend positive Reaktionen auf Ihr Debüt erhalten. Die FAZ nennt es „ein Kabinettstück“? Haben Sie mit einem derartigen Erfolg gerechnet?
Nein und ja. Ich wusste schon, dass mir dieser Text gelungen ist, dass er irgendwie gut ist. Aber zugleich war mir sein Befremdlichkeitspotential, wenn man das so nennen kann, sehr bewusst. Und natürlich hat er auch Schwächen, die sehe ich jetzt mit ein bisschen Distanz vielleicht sogar klarer. Und, ganz unabhängig von der Qualität eines Textes, ist ja Erfolg nichts, womit man rechnen kann. Da birgt der Markt einfach zu viele Unwägbarkeiten.

Was bedeutet Ihnen der Gewinn des Rauriser Literaturpreises?
Die Vergabe eines Preises ist letztlich genauso undurchsichtig wie die Reaktion des Marktes oder der Kritik auf ein Buch. Deswegen sollte man den Gewinn eines solchen Preises immer mit Vorsicht genießen: Anderen hätte er genauso zugestanden. Er kommt wie ein Alleinstellungsmerkmal daher und ist es doch nicht. Deshalb bedeutet er zugleich weniger, als man annehmen könnte und mehr: Denn er erleichtert es mir, einen Weg weiterzugehen, den ich unbedingt gehen will.

Ende August wird Ihr zweites Werk „Zurück zum Feuer“ erscheinen. Schon vorab die Frage: Sind Sie Ihrem Stil treugeblieben oder betreten Sie damit neue Ufer?
Ich bin mir selbst treu geblieben, sofern man das überhaupt kann. Der Text ist ein in mehrfacher Hinsicht umfangreicher geworden und dreht sich doch um die gleichen Fragen.

Haben Sie auch noch weiterhin den Wunsch oder sogar das Bedürfnis zu schreiben?
Ja!

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Der Lesekreis bedankt sich ganz herzlich bei Ruth Adami und Barbara Fuisz für das Vertrauen diese gelungene „Exkursion ins literarische Lebens“ hier veröffentlichen zu dürfen.

Die österreichische Autorin Teresa Präauer erhält den ZDF-„aspekte“-Literaturpreis 2012.

In ihrem Debütroman „Für den Herrscher aus Übersee“ entwirft Teresa Präauer eine subtile Kindheits-Geschichte, die vom Menschheitstraum des Fliegens handelt, das Blaue vom Himmel erzählt und in einer bildreichen Sprache die Freiheit der Fantasie und des poetischen Ausdrucks feiert„, lautet die Begründung der Jury, zu der prominente Literaturkritiker aus Österreich, der Schweiz und Deutschland gehören.

Pia Reinacher, freie Kritikerin aus Zürich, Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten, Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Hajo Steinert, Deutschlandfunk Köln und Christhard Läpple, Leiter des ZDF-Kulturmagazins „aspekte“, vergaben in diesem Jahr zum 34. Mal den mit 10.000 Euro dotierten aspekte-Literaturpreis für ein deutschsprachiges Erstlingswerk.

Der Preis wurde am Donnerstag, 11. Oktober 2012, um 17.30 Uhr im Rahmen der Frankfurter Buchmesse von Christhard Läpple auf dem Blauen Sofa überreicht.

Kurzbeschreibung
Ein Debütroman über das Fliegen und die Vögel, über einen Großvater und seine geheimnisvolle Japanerin, über Kinderträume und Lebensklugheit, bestechend genau und bilderreich erzählt.Es ist Sommer. Die Eltern sind auf Reisen und schicken ihren Kindern täglich eine Ansichtskarte von den exotischen Plätzen dieser Welt. Der Großvater liest daraus vor, was er lesen möchte, und das ist meist das Gegenteil dessen, was dort geschrieben steht. Für die Kinder Anlass genug, sich selbst das Lesen beizubringen.Lesen kann man angeblich auch von den Vögeln lernen. Und Fliegen! „Fau wie in Sieg, Fau wie in Vogel, und Fau, wie die Vögel fliegen!“, ruft ihnen der Großvater zu und streckt dabei Zeige- und Mittelfinger in die Luft. Ja, fast jeder in diesem Roman fliegt auf irgendeine Weise: Die Fliegerin, die in ihrem bohnenförmigen Fluggerät eine Schar von Vögeln in ihr Winterquartier begleitet. Die Kinder mit ihren selbstgebauten Flugmaschinen aus Federn, Papier und Draht. Und der Großvater, der einmal ein großer Pilot gewesen ist und das Flugzeug einer geheimnisvollen Japanerin repariert hat. Zumindest behauptet er das in seinen hochstaplerischen Geschichten aus früher Zeit.Die Kinder hängen an den Lippen des Großvaters und seine Geschichten werden immer phantastischer: Und das ist fürs Fliegenlernen gewiss die beste Voraussetzung.

Über die Autorin
Teresa Präauer wurde 1979 in Linz geboren. Nach der Matura studierte sie Germanistik und Malerei in Salzburg, Berlin und Wien. Teresa Präauer ist Autorin und bildende Künstlerin. Sie lebt in Wien.

1990, ein Bauerndorf nahe der deutsch-deutschen Grenze, die gerade keine mehr ist. In ihrem literarischen Debüt schildert Daniela Krien eine Liebesgeschichte von archaischer Wucht, die Zeitgeschehen und Existentielles miteinander verschränkt.

Daniela Krien fürchtet sich nicht vor der Wucht der Leidenschaft. Lässt sich nicht einschüchtern von Liebe, Sex und Lüge – und nicht einmal von Gewalt. Sie umtänzelt nicht wortscheu die Macht des Begehrens und des Schmerzes, sondern schreibt sich verwegen hinein in seine glühende Mitte„, urteilt Gabriele von Arnim am 25.10.2011 auf Zeit Online über das Romandebüt von Daniela Krien.

Die 36-jährige Autorin hat „keine Angst vor großen Gefühlen und auch nicht vor der Sprache. Die leuchtet in diesem Roman. Hier wird alles feinnervig wahrgenommen, ruhig konstatiert und kraftvoll erzählt… Ein Roman, der so viel Unruhe so bedacht erzählt, dass man sich ihm gebannt hingibt.“

Selten liest man in der Zeit eine so begeisterte Rezension.

Kurzbeschreibung „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“

Es ist Sommer, heißer, herrlicher Sommer. Der Hof ist ein Dreiseithof. Schaut man geradeaus, sieht man eingezäunte Wiesen und den Bahndamm, und hinter den Schienen, in einiger Entfernung, doch klar erkennbar: den Henner-Hof.

Maria wird bald siebzehn, sie wohnt mit Johannes auf dem Hof seiner Eltern, in den „Spinnenzimmern“ unterm Dach. Sie ist zart und verträumt, verkriecht sich lieber mit den „Brüdern Karamasow“ als in die Schule zu gehen. Auf dem Nachbarhof lebt der vierzigjährige Henner, allein. Die Leute aus dem Dorf sind argwöhnisch: Eine Tragik, die mit seiner Vergangenheit zu tun hat, umgibt ihn; gleichzeitig ist er ein Mann, dessen charismatische Ausstrahlung Eifersucht erregt. Ein zufälliger Blick eines Tages, eine zufällige Berührung an einem andern lösen in Maria eine Sehnsucht aus, die fremd und übermächtig ist und sie daher wie von höherer Gewalt geleitet in Henners Haus und in seine Arme treibt…

Die sommerlichen Weizenfelder, die vom Heu und den Mückenstichen juckenden Beine, das Summen des Kühlschranks in der Küche… Eine allgegenwärtige Sinnlichkeit beherrscht diesen intensiven Text, der eine ländliche, ebenso schöne wie düstere Welt entstehen lässt und einen Sog entwickelt, der bis zum dramatischen Ende alles mit sich reißt.

Die gebundene Ausgabe von „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ umfasst 240 Seiten. Der Roman ist am 16.09.2011 im Graf Verlag erschienen.

Über die Autorin

Daniela Krien, geboren 1975 in Mecklenburg-Vorpommern, aufgewachsen in einem Dorf im Vogtland (Sachsen), lebt mit Mann und zwei Töchtern in Leipzig. Sie studierte Kulturwissenschaften, Kommunikations- und Medienwissenschaften und arbeitete unter anderem als Drehbuchautorin und Cutterin für amadelio film.  Irgendwann werden wir uns alles erzählen ist ihr erster Roman.
Mehr unter: www.daniela-krien.de.

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Eugen Ruge wird für sein Romandebüt „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ mit dem aspekte-Literaturpreis 2011 ausgezeichnet.

Der aspekte-Literaturpreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr zum 33. Mal vergeben. Er gilt als bedeutendste Auszeichnung für deutschsprachige Erstlingswerke. „In seinem Romandebüt erweise sich Eugen Ruge als Autor von großem formalem Können, der seine Figuren facettenreich, lebendig und humorvoll zu entwickeln verstehe„, heißt es in der Jurybegründung.

Eugen Ruges Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ in ebenfalls für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Kurzbeschreibung
Von den fünfziger Jahren über das Wendejahr 89 bis zum Beginn des neuen Jahrtausends reicht dieser Roman einer Familie. Im Mittelpunkt drei Generationen: Die Großeltern, noch überzeugte Kommunisten, kehren aus dem mexikanischen Exil in die junge DDR heim, um dort ihren Anteil am Aufbau der neuen Republik zu leisten. Ihr Sohn, als junger Mann nach Moskau emigriert und später in ein sibirisches Lager verschleppt, tritt die Reise vom anderen Ende der Welt, dem Ural, an. Er kehrt mit seiner russischen Frau zurück in eine Kleinbürgerrepublik, an deren Veränderbarkeit er weiterhin glauben will. Dem Enkel wird die Wahlheimat von Eltern und Großeltern indes zusehends zu eng – bis er, ausgerechnet am neunzigsten Geburtstag des Patriarchen, in den Westen geht. Die Strahlkraft der politischen Utopie scheint sich von Generation zu Generation zu verdunkeln: Es ist die Zeit des abnehmenden Lichts.

Ein halbes Jahrhundert gelebter Geschichte, ein Deutschlandroman voll überraschender Wendungen und Details: groß durch seine menschliche Reife, seine Genauigkeit, seinen Humor.

Über den Autor
Eugen Ruge, 1954 in Soswa (Ural) geboren, studierte Mathematik an der Humboldt-Universität und wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Physik der Erde. Er war beim DEFA-Studio für Dokumentarfilm tätig, bevor er 1988 aus der DDR in den Westen ging. Seit 1989 arbeitet er hauptberuflich fürs Theater und für den Rundfunk als Autor und Übersetzer. 2009 wurde Eugen Ruge für  „In Zeiten des abnehmenden Lichts“  bereits mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet.

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Quelle: Börsenblatt

 

Fünf Bücher sind für den aspekte-Literaturpreis 2011 nominiert.

Der aspekte-Literaturpreis wird vom deutschen Fernsehsender ZDF für das beste deutschsprachige literarische Debüt vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.

Zur Jury gehören ist diesem Jahr die Journalisten Pia Reinacher (FAZ und Weltwoche), Hubert Spiegel (FAZ), Hajo Steinert Deutschlandfunk Köln), Anton Thuswaldner (Salzburger Nachrichten) und Christhard Läpple (Redaktionsleiter des ZDF-Kulturmagazins “aspekte”).

Folgende Romane sind nominiert

  • Wunderland von Sophie Albers
  • Gegen die Welt von Jan Brandt
  • Engel des Vergessens von Maja Haderlap
  • In Sachen Joseph von Husch Josten
  • In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge

Der aspekte-Literaturpreis wird am Donnerstag, 13. Oktober 2011, auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.

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Quelle: Pressemeldungen.com