Am 25. Februar 2009 erscheint der neue Roman „Bunker“ von Andrea Maria Schenkel im Verlag Edition Nautilus, Verlag Lutz Schulenburg. Er umfasst 128 Seiten und kostet 12,90 Euro.

bunker1Kurzbeschreibung
Ein Mann überfällt abends eine Autovermietung, doch als die einzige noch anwesende Angestellte den erhofften Schlüssel zum Tresor nicht hat, entführt er sie in eine alte, verfallende Mühle im Wald, in der es auch einen geheimen Luftschutzbunker gibt. Will er sie als Geisel nehmen? Oder einfach seine Macht über die Gefangene auskosten? Wovon wird er selbst getrieben? Ist es jemand aus ihrer Vergangenheit, die sich bald als weniger unschuldig erweist, als es zunächst schien? Durch den Wechsel der Erzählperspektiven zwischen der Entführten und dem Entführer entspinnt sich in der Abgeschiedenheit des Waldes ein albtraumhaftes, grausames Spiel zwischen diesen beiden, in dem die Opfer- und Täterrolle, die des vermeintlich Guten und Bösen, abgründig hin- und herwechseln. Andrea Maria Schenkel erweist sich in ihrem dritten Roman ein weiteres Mal als Meisterin des unterschwellig Unheimlichen und der menschlichen Abgründe.

Pressestimmen
„Andrea Maria Schenkel hat ein untrügliches Gefühl für Stimmungen und verleiht den vielen verschiedenen Personen intuitiv eine eigene Stimme. (…) Nach Kalteis lässt sich nur bestätigen, was schon Tannöd vermuten ließ: Andrea Maria Schenkel hat ihren Stil gefunden.“ (Katja Weise, NDR Kultur)

Über die Autorin
Andrea Maria Schenkel, geboren 1962, lebt in der Nähe von Regensburg. 2006 erschien ihr Debüt Tannöd, mit dem sie großes Aufsehen erregte. Der Roman wurde 2007 mit dem Deutschen Krimi Preis, dem Friedrich-Glauser-Preis und der Corine ausgezeichnet. „Tannöd“ wurde in 20 Sprachen übersetzt und wird zur Zeit fürs Kino verfilmt. Auch für ihr zweites Buch Kalteis bekam sie begeisterte Kritiken und erhielt ebenfalls den Deutschen Krimi Preis.

Termine für Lesungen findet man hier!

Die Preisträger des Deutschen Krimipreises wurden zum 24. Mal bekannt geben.

Seit 1985 zeichnet eine Jury aus Krimi-Kritikern, Literaturwissenschaftlern und Krimi-Buchhändlern die besten Kriminalromane des Jahres aus.

Mit dem Deutschen Krimi Preis – vergeben in den Kategorien National und International – werden jeweils drei Romane gewürdigt, die „inhaltlich originell und literarisch gekonnt dem Genre neue Impulse verleihen.“

Der Deutsche Krimi Preis ist undotiert und wird – ungewöhnlich in der Szene der Literaturpreise – in der Regel nicht öffentlich verliehen, sondern lediglich der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Die Preisträger in diesem Jahr sind:

National

1. Platz: Andrea Maria Schenkel – Kalteis
2. Platz: Heinrich Steinfest – Die feine Nase der Lilli Steinbeck
3. Platz: Jan Costin Wagner – Das Schweigen

International

1. Platz: James Sallis – Driver (Drive)
2. Platz: Martin Cruz Smith – Stalins Geist (Stalin’s Ghost)
3. Platz: Matti Rönkä – Der Grenzgänger (Tappajan näköinen mies)

Zwei sehr unterschiedliche Rezensionen zu Das Schweigen von Jan Costin Wagner sind auf dem Krimiblog und bei der Krimilady zu lesen. Henny Hidden, die Krimilady, „verbeugt sich vor dem selbstbewussten Autor, der sich in keine Schublade fügen will“, während Ludger vom Krimiblog dazu meint: „Wagner produziert, ausgestattet mit überbordendem Ehrgeiz, ein großes, steriles Vakuum“.

Andrea Maria SchenkelGespannte Stille herrschte im ausverkauften Saal des Münchner Literaturhauses am 24.09., als Andrea M. Schenkel nebst Schauspieler Michael Fitz und dem Leiter des Hauses Reinhard Wittmann die Bühne betrat. Herr Wittmann hieß Autorin, Schauspieler und Publikum willkommen und verwies auf die mit der „Kalteis-Lesung“ eröffnete Veranstaltungsreihe zur Vorstellung von Büchern über München.

„Michael Farin (»Polizeireport München«, belleville 1999) erläutert den historischen Fall im Anschluss an die Lesung“, so R. Wittmann bei der Begrüßung und deutete auf den noch leeren Tisch mit dem einzelnen Stuhl auf der Bühne.

Andrea M. Schenkel, bekleidet mit flachen Schuhen, Jeans und weißer Tunika-Bluse, ohne einen Hauch von Wimperntusche oder Lippenstift (einzige Auffälligkeit eine schwarze Lederjacke mit langen Fransen), nahm neben dem im dunklen Anzug gekleideten Michael Fitz an dem zweiten Tisch auf der Bühne Platz.

Abwechselnd lasen die beiden Passagen aus dem neuen Roman „Kalteis„. Michael Fitz begann mit dem Verhör von Kalteis, alias Eichhorn. Auch Schenkels zweiter Roman, nach Tannöd, beruht auf einem realen Fall, dem des Serienmörders Eichhorn, der zwischen 1930 und 1939 in München mehrere Frauen ermordete und vergewaltigte. Aktenkundig sind etwa 90 Notzuchtverbrechen, so nannte man Vergewaltigungen in den 3oer Jahren. Fünf Frauen hat er umgebracht, erwürgt oder erschossen. Eichhorn, geboren 1906 in Aubing bei München, war verheiratet, Vater von zwei Kindern, Rangiergehilfe bei der Reichsbahn.

Andrea M. Schenkel rollt die Handlung von zwei Seiten auf: Mit dem Mörder beginnt sie an dessen Ende, bei seiner Hinrichtung, und geht mit ihm zurück in die Vergangenheit. Zur Vernehmung, zu den Morden. Die weibliche Hauptfigur, das Opfer Kathie, die aus der Provinz zur Arbeitssuche nach München kommt, führt Schenkel bei der Ankunft am Hauptbahnhof ein und erzählt in die Zukunft. Die Episoden sind mit Aussagen von Zeugen verwoben. Schnell wird klar, dass sich die beiden, Kalteis und Kathie, irgendwann treffen müssen. Dass Kalteis das Mädchen töten wird.

Die Stimme von Andrea M. Schenkel klang sanft und dunkel. Sehr überzeugend, betont und selbstsicher las sie zunächst die Textpassage, die auch als Leseprobe veröffentlicht wurde, in der Kathi, Kalteis letztes Opfer, nach München fährt. Danach lasen Schenkel und Fitz viele z. T. spannende und auch grausame Romanausschnitte vor, abschließend die detaillierte Tötung eines der Opfer. Die Zuhörer verhielten sich mucksmäuschenstill.

Nun betrat Michael Farin die Bühne und nahm an dem noch leeren Tisch Platz. Er ging nochmals auf den historischen Fall ein und wollte dann von Frau Schenkel wissen, wie sie recherchiert hatte. Es gibt über 1000 Seiten Material über den realen Fall im Staatsarchiv, eine Doktorarbeit aus dem Jahr 1943 und Unterlagen in der LMU, die sie gesichtet hatte, erklärte Frau Schenkel. Es folgten Fragen über Zurechnungsfähigkeit, Schuldfähigkeit des Täters oder die Namensfindung „Kalteis“ in ihrem Roman. Auf einige Fragen konnte Frau Schenkel, logischerweise, ist sie doch Schriftstellerin und nicht Expertin der Intentionen von Serienmördern, nicht antworten. Man hatte den Eindruck, dass sie noch nicht gelernt hat, sich dieser Art der Fragen zu erwehren.

Warum der Inhalt und die Entstehung des Romans auf diese Weise hinterfragt wurde, ist mir allerdings ein Rätsel. Hat Frau Schenkel doch schon über Tannöd gesagt, dass sie die reale Geschichte nicht mehr interessiert, als würde sie zu Hause einen Topf Spagetti kochen. Also, was sollte das? Andere Dinge, wie sie zum Beispiel die Geschichte mit den zwei Handlungssträngen aufgebaut hatte, wer sie unterstützt oder wie ihr neues Projekt aussieht, hätten mich viel mehr interessiert. Schade und ungewöhnlich, dass nicht eine Frage an Frau Schenkel aus dem Zuschauerraum gestattet war.

Andrea Maria Schenkel München in den 30er Jahren: Die junge, hübsche Kathie will sich in der Stadt eine Stellung suchen, um der dörflichen Enge ihres Heimatortes zu entfliehen. Ohne Geld und feste Bleibe streift sie durch München auf der Suche nach dem Glück, begegnet Freunden und Fremden. Doch seit einiger Zeit verschwinden hier junge Frauen spurlos – es scheint der Teufel auf dem Fahrrad unterwegs zu sein.
Andrea Maria Schenkel hat für ihren Erstling »Tannöd« den Deutschen Krimi Preis 2007 erhalten. Ihr neues Buch ist die düstere und nervenzerreißende Geschichte eines Serienmörders, ein schauriger Roman über München in den 30er Jahren. Zusammen mit dem Münchner Schauspieler Michael Fitz (»Tatort«, u.a.) liest die Autorin daraus vor. Michael Farin (»Polizeireport München«, belleville 1999) erläutert den historischen Fall.

Veranstalter: Edition Nautilus, Krimifestival München, Stiftung Literaturhaus
Eintritt: Euro 10.- / 8.-

Nachdem wir hier so viel über Andrea Maria Schenkel, Tannöd und Kalteis berichtet haben, ist eine Buchbesprechung über ihre Neuveröffentlichung Kalteis längst überfällig. Hannes Hintermeier trifft meiner Meinung nach mit seiner Rezension den Nagel auf den Kopf.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2007

Dem Traum folgt kein Erwachen mehr

Nach ihrem Überraschungsbestseller „Tannöd“ spürt Andrea Maria Schenkel in „Kalteis“ einem neuen historischen Kriminalfall nach. Im München des Jahres 1938 geht ein Frauenmörder um. Der Nachfolgeroman beweist, dass die Autorin einen eigenen Ton gefunden hat.

Von Hannes Hintermeier

Nicht glauben konnte sie es, dass sie mit ihrem Debüt einen solchen Bestseller landen würde – so müsste man wohl schreiben, wenn man in der typischen Diktion Andrea Maria Schenkels über den großen Erfolg des Romans „Tannöd“ sinnieren wollte. Denn die Autorin ist als Kehlmann-Verdrängerin in die jüngste Literaturgeschichte eingegangen, „Tannöd“ hat „Die Vermessung der Welt“ vom Platz eins der „Spiegel“-Bestsellerliste geschoben. Zwanzig Monate nach Erscheinen ihres Romans, sieben Monate nach der Stürmung der Bestenlisten, zwei Preise und zweihunderttausend verkaufte Exemplare später macht sie sich jetzt mit einem zweiten Roman selbst Konkurrenz: „Kalteis“, wiederum ein schlankes Buch, wieder bei der Edition Nautilus. Wieder ein historischer Kriminalfall, aber hoffentlich weniger geeignet, mit den Umständen seiner Recherche ins Zwielicht zu geraten, wie dies bei „Tannöd“ der Fall war (F.A.Z. vom 2. Juni). Weiterlesen