Mit über 70 Autorinnen und Autoren wird vom 10. bis 27. November das zweite Literaturfest München gefeiert. Unter ihnen: Günter Grass und Wolf Biermann, György Dalos, Ulla Hahn und F.W. Bernstein, Urs Widmer, Martin Mosebach, Sibylle Lewitscharoff und Paul Nizon, Eva Mattes und Corinne Hofmann.

Das Literaturfest München besteht aus drei großen Programmsäulen: dem Kuratorenprogramm „forum:autoren“, der Münchner Bücherschau und dem Programm des Literaturhauses München mit dem Markt der unabhängigen Verlage „Andere Bücher braucht das Land„.

Auch die Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises findet im Rahmen des Literaturfests statt.

Matthias Politycki - Leipziger Buchmesse 2011Der Schriftsteller Matthias Politycki ist der diesjährige Kurator des „forum:autoren“.

Mit seinem Programm setzt er in der ersten Woche des Literaturfests dezidiert literarische Akzente. Nach Ilija Trojanow, der im letzten Jahr unter dem Motto „lokal:global“ den Schwerpunkt auf internationale Literatur gelegt hat, erkundet Matthias Politycki mit 46 Schriftsteller/innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz „die Welt auf deutsch„.

In Lesung und Gespräch werden die relevanten Themen, Stile und Entwicklungen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur entfaltet und diskutiert (u.a. mit Norbert Gstrein, Josef Winkler, Felicitas Hoppe, Thomas Rosenlöcher und Katja Lange-Müller).

Bei der „Lyriklounge“ und dem „Literaturfestfest“ präsentieren Dichter/innen ihr „best of„. In Schulen (Reihe „Backstage„) stehen Autoren/innen Rede und Antwort, und an der Uni München wird in der täglichen Diskussionsreihe „Klartext“ die aktuelle Literatur auf den Prüfstand gestellt.

Für Matthias Politycki ist „literarische Geselligkeit“ ein essentieller Bestandteil von Literaturfestivals und wird auch beim „forum:autoren“ großgeschrieben:

Zum täglichen Ausklang des Festivaltages treffen sich Schreibende und Lesende im „Salon der lebenden Schriftsteller“, der reihum von Münchner Verlagen im „OskarMaria“ (im Literaturhaus) ausgerichtet wird.

Wow! Das sind tolle Aussichten für den Herbst!

Quelle Foto: Lesekreis

Nach der gelungenen Premiere in diesem Jahr, soll das Literaturfest München 2011 eine Fortsetzung finden.

Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers zog ein rundum positives Fazit und zeigte sich sehr zufrieden. „Das war ein wirkliches Fest in München„, sagte er, darum soll es auch auf jeden Fall eine Zukunft haben.

Nach Ilja Trojanow in 2010 wird der 55-jährige Germanist und Schriftsteller Matthias Politycki der neue Kurator in 2011 sein. Das Thema werde „Metropole und Provinz“ lauten.

Das erste Literaturfest endete am Sonntag, den 05.12.2010, mit mehr als 20.000 Besuchern – zusätzlich zu rund 160.000 Gästen der schon traditionellen Münchner Bücherschau, die jetzt Bestandteil des Literaturfests ist.

Mit Umberto Eco, Ken Follett und Herta Müller bot das Literaturfest ein literarisches Star-Ensemble auf. „Es gab Andrang bei den bekannten Autoren – und auch die experimentellen Formen sind gut angenommen worden„, sagte Ilija Trojanow.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Fehlerteufel bei der SZ: Wer schreibt denn da über Melinda Nadj Abonji?

Die Süddeutsche Zeitung hat in ihrer heutigen SZ Extra-Beilage unter der Rubrik Ausstellungen & Literatur eine Lesung mit Melinda Nadj Abonji unter dem Titel „Zwischenwelten“ angekündigt. Darin heißt es:

Sie war genauso überrascht wie viele Kritiker: Als Melinda Nadj Abonji nach dem Schweizer Buchpreis auch noch den Deutschen Buchpreis auf der Frankfurter Buchmesse verliehen bekam, verschlug es ihr die Sprache. Doch das Lob der Jury war einhellig. Die 1968 in Serbien geborene Schriftstellerin, Musikerin und Performerin hat in „Tauben fliegen“ (Verlag Jung und Jung) einen ganz eigenen Ton gefunden, um von Migration und dem zusammenwachsenden Europa zu erzählen.[…] MSE

Nun verhält es sich natürlich so, dass Melinda Nadj Abonji zunächst am 05.10.2010 auf der Frankfurter Buchmesse den „Deutschen Buchpreis“ und am 14.11.2010 auf der BuchBasel den „Schweizer Buchpreis“ verliehen bekommen hat. Der Titel ihres ausgezeichneten Romans lautet „Tauben fliegen auf„.

Richtig ist, dass Frau Abonji am 30.11.2010, um 20 Uhr, im Literaturhaus München zu Gast sein wird. Und es gibt heute tatsächlich noch Karten für die Lesung. Der Eintritt beträgt 8 Euro.

Literaturfest München

Künstlerhaus am Lenbachplatz am Donnerstag, den 25.11.2010, um 20 Uhr

Lesung und Gespräch mit Donna Leon

Moderation und deutsche Lesung: Annett Renneberg
Sprache: Deutsch und Englisch

Er ist den Machenschaften der Müllmafia und einer schönen Blondine auf der Spur: Die italienische Schriftstellerin Donna Leon bringt Commissario-Brunettis achtzehnten Fall mit nach München: Schöner Schein.

Nichts als schöner Schein – das denken die Leute, wenn sie „la Superliftata“ in der Calle begegnen. Guido Brunetti aber ahnt, dass sich hinter den starren Zügen von Franca Marinello Geheimnisse verbergen. Nicht anders als hinter den feinen Fassaden von Venedig: Da brodeln undurchsichtige Giftmüllgeschäfte, die immer weitere Kreise ziehen. Der Commissario bemerkt nicht nur, dass ihn die Dame in den Highheels, die Cicero und Ovid liest, mächtig beeindruckt, er entdeckt auch die Kehrseite der Serenissima … Mit der Müllmafia fasst die amerikanische, in Venedig lebende Bestsellerautorin Donna Leon ein heißes politisches Eisen an. Der Kriminalfall steht dabei eher im Hintergrund. Umso mehr Raum bekommen ihre Helden, die gesellschaftlichen Verhältnisse und philosophische Betrachtungen.

In Zusammenarbeit mit glatteis – Die Kriminalbuchhandlung

Der Eintritt beträgt 12,00 Euro; ermäßigt 8,00 Euro. Kartenreservierung unter 089-201 48 44

Literaturfest München

Literaturhaus München im Saal am Dienstag, den 23.11.2010, um 20.30 Uhr

Juli Zeh und Ferdinand von Schirach – Doppelter Boden

Die Sitzung wird von Ilija Trojanow geleitet. Er wird Beistand geben und schlichten, wann immer es sein muss.

Gut und Böse, Schuld und Sühne, Täter und Opfer: Zwei erfolgreich schreibende Juristen lesen aus ihren Büchern und sprechen über die Verknüpfung von Fakten und Fiktionen, Poesie und Politik.

Beide Autoren profitieren beim Schreiben von ihren juristischen Kenntnissen. Als Kolumnistin reflektiert Juli Zeh scharfsichtig gesellschaftspolitische Themen. In ihrem Roman Corpus Delicti entwirft sie ein Science-Fiction-Szenario und stellt hoch aktuelle Fragen: Wie weit schränkt der Staat individuelle Rechte ein? Gibt es ein Recht des Einzelnen auf Widerstand?

Der Strafverteidiger Ferdinand von Schirach wurde mit seinen Erzählungsbänden Verbrechen und Schuld als die literarische Entdeckung gefeiert. Darin verarbeitet er die oft abgründigen Fälle seiner Praxis. Bohrend intensiv seziert er die moralische Verantwortung jedes Einzelnen.

Der Eintritt beträgt 8,00 Euro; ermäßigt 6,00 Euro. Kartenreservierung unter 089-291 934 27