Lost Man Booker Prize: Abstimmung über Neuerscheinungen aus 1970

Aufgrund einer Regeländerung bei der Vergabe des „Man Booker Prize“ im Jahr 1971, wurden die Neuerscheinungen aus dem Jahr 1970 versehentlich übergangen.

In diesem Jahr, also 41 Jahre später, soll für Gerechtigkeit gesorgt werden und in einer einmaligen Aktion der „Lost Man Booker Prize“ nachträglich verliehen werden. Ausgezeichnet werden allein Romane des Jahrgangs 1970, die bis heute lieferbar sind.

Gestern wurden die 6 Titel der Shortlist bekanntgeben, die aus der 21 Titel umfassenden Longlist ausgewählt wurden. Zusammengestellt wurde die Shortlist von drei Juroren, die alle um 1970 geboren wurden.

Der Gewinner wird allerdings nicht von der Jury bestimmt, sondern per Mausklick im Internet. Seit gestern stehen die 6 Titel zur Abstimmung auf der Man Booker Prize-Website bereit. Bis zum 23. April läuft das Voting. Am 19. Mai 2010 wird der Gewinner bekanntgegeben.

Folgende Titel sind nominiert:

Nina Bawden: The Birds on the Trees
J G Farrell: Troubles (†  1979)
Shirley Hazzard: The Bay of Noon
Patrick White: The Vivisector (†  1990)
Mary Renault: Fire from Heaven (†  1983)
Muriel Spark: The Driver†™s Seat (†  2006)

Sämtliche Titel der Shortlist wurden seinerzeit ins Deutsche übersetzt, sind aber aktuell nur antiquarisch erhältlich.

Die 85-jährige Nina Bawden und die 79-jährige Shirley Hazzard haben als einzige die Nominierung erlebt.

Quelle: Man Booker Prize

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Georg Franz Kreisler erhält Friedrich-Hölderlin-Preis 2010

Georg Franz Kreisler erhält Friedrich Hölderlin-Preis 2010

Georg Franz Kreisler erhält den mit 20.000 Euro dotierten Friedrich Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg.

Die Auszeichnung wird jährlich gemeinsam mit der Stiftung Cläre Jannsen als Literaturpreis für hervorragende Leistungen vergeben. Georg Franz Kreisler, geboren am 18. Juli 1922 in Wien, ist ein Musiker, Kabarettist, Komponist, Satiriker und Schriftsteller. Bekannt wurde er vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren mit seinen hintergründigen und makabren Chansons.

Die Jury, unter dem Vorsitz von Jochen Hieber (FAZ), begründete die Wahl Georg Kreislers wie folgt:

„Der Friedrich Hölderlin-Preis 2010 der Stadt Bad Homburg wird Georg Kreisler für sein Lebenswerk verliehen. Mit Liedern, Gedichten und Stücken, erzählenden und autobiographischen Schriften hat er, der ein Vertriebener war und sich selbst einen Heimatlosen nennt, im freundlichen Asyl der Künste Refugien gesucht und gefunden. Seit Jahrzehnten bestechen sein wissender Spott, sein scharfer Blick auf die Zeit, sein satirisches Vermögen, sein melancholischer Esprit. Ihn im Namen Hölderlins auszuzeichnen, heißt, mit dem Wechsel der Töne auch dem dauerhaft poetischen Rang seines OEuvres Reverenz zu erweisen.†œ

Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Matinee im Bad Homburger Kurtheater am 06.06.2010 statt. Bad Homburg erinnert mit dem Literaturpreis an die beiden Aufenthalte Hölderlins im damaligen Homburg.

Zuletzt erschien von Georg Kreisler im März 2010 im Verbrecher Verlag „Zufällig in San Francisco: Unbeabsichtigte Gedichte“

Kurzbeschreibung
„Manche Gedichte in diesem Buch sind absurd, die kommen der Wahrheit am nächsten. Man schreibt sie nicht absichtlich, sie werden einem eingeflüstert, sind also unbeabsichtigte Gedichte.“ Die unbeabsichtigten Gedichte von Georg Kreisler haben es in sich. Scheinbar leichthin und beschwingt geschrieben, verweisen sie auf Abgründe und Absonderlichkeiten. Der Dichter ordnet die Welt, indem er sie erfindet. Er erfindet sie, um sie vorzeigen zu können. Kreisler erweist sich in diesem, seinem ersten ausschließlichen Lyrikband als ein ebenso hellsichtiger wie subtiler Dichter. „Hüte dich vor Kompromissen! / Das sind keine Leckerbissen. // Meide jede Konzilianz, / denn die nagt an der Substanz.“

Über den Autor
Georg Kreisler, geb. 1922 in Wien. Die Kindheit in seinem jüdischen Elternhaus war überschattet von Ausgrenzung und Antisemitismus. 1938 emigrierte er mit seinen Eltern in die USA, wo er in die Army eingezogen wurde. 1955 kehrte Georg Kreisler nach Europa zurück. 2004 erhielt er den Richard-Schönfeld-Preis für literarische Satire. Neben über 500 Liedern schrieb er Romane, Essays, Kurzgeschichten, Theaterstücke und Opern. Georg Kreisler lebt heute mit seiner dritten Ehefrau Barbara Peters in Salzburg.

Kleiner Nobelpreis: David Almond und Jutta Bauer erhalten Hans Christian Andersen Preis

Hans Christian Andersen Preis für David Almond und Jutta Bauer

Die diesjährigen Gewinner des Hans Christian Andersen Preises sind der englische Autor David Almond und die deutsche Illustratorin Jutta Bauer. Die Jury gab die Gewinner am 23.03.2010 auf der Internationalen Kinderbuchmesse in Bologna bekannt.

Der Hans Christian Andersen Preis ist nach dem dänischen Schriftsteller Hans Christian Andersen (1805-1875) benannt und die höchste sowie angesehenste internationale Auszeichnung für Kinderbuchautoren und -illustratoren. Daher wird der Kinder- und Literaturpreis auch als „kleiner Nobelpreis†œ bezeichnet. Allerdings ist er im Gegensatz zum richtigen Nobelpreis nicht dotiert.

Der Preis ist in zwei Sparten aufgeteilt: seit 1956 für die Autoren von Kinderbüchern und ab 1966 auch für die Illustratoren von Kinderbüchern.

Die Sieger werden im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden IBBY-Kongresses, in diesem Jahr in Santiago de Compostela, Spanien, geehrt.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der deutschen IBBY-Sektion (www.jugendliteratur.org) sowie auf der Seite von IBBY(International Board on Books for Young People)  selbst.

Über David Aldmond
Der 59-jährige britischen Schriftsteller David Almond, geboren und aufgewachsen in Felling sowie im benachbarten Newcastle, studierte er an der East Anglia Universität.

Als Autor begann er mit Prosa für Erwachsene, bevor er sich mit seinen Büchern an Kinder und vor allem an Jugendliche wendete. Gleich sein erster Jugendroman Skellig (1998), der wie auch die darauf folgenden Romane in Zeit und Umfeld seiner eigenen Jugend spielt, gewann den Whitbread Children’s Novel of the Year Award sowie die Carnegie Medal. Sein erstes Theaterstück Wild Girl, Wild Boy zielt auf ältere, bereits herangewachsene Jugendliche und wurde 2002 veröffentlicht, aber noch nicht ins Deutsche übersetzt.

Zuletzt erschien in Deutschland im Ravensburger Buchverlag im Januar 2009 Zeit des Mondes (Orig. Skellig, erschienen 1998)  in einer Übersetzung von Martin und Johanna Walser.

Zeit des Mondes ist ein Jugendroman mit fantastischen Elementen, der die Pubertät als Verwandlung, als Zwischenstadium zeigt, in der die Wahrnehmung schärfer ausgeprägt ist als später im Erwachsenenalter und die Ebene des Traums bedeutungsvoller hervortritt.

Über Jutta Bauer
Jutta Bauer, die deutsche Illustratorin von Kinder- und Jugendbüchern und Kinderbuchautorin, wurde 1955 in Hamburg geboren. Sie lehrte Illustration u. a. an der Bauhaus-Universität in Weimar und leitet seit Jahren Illustrationsworkshops in der ganzen Welt. Die deutsche Illustratorin von Kinder- und Jugendbüchern und Kinderbuchautorin.

Sie lieferte die Bilder für die Bilderbücher über den Jungen Juli, deren Texte Kirsten Boie schrieb. Auch stammen die Bilder vieler Geschichten von Christine Nöstlinger von ihr.

Für ihr Buch Schreimutter über eine Pinguinmutter, deren Kind so sehr nervt, bis die Mutter es schließlich anschreit und sich anschließend entschuldigen muss, erhielt sie 2001 den Deutschen Jugendliteraturpreis.

1998 war sie bereits für ihre Königin der Farben mit dem Troisdorfer Bilderbuchpreis ausgezeichnet worden. Danach veröffentlichte sie das Buch Opas Engel.

Ein Junge besucht seinen alten Großvater im Hospiz. Dieser erzählt ihm von seinen Abenteuern. Aus den Bildern ergibt sich jedoch, dass er einem Engel zu verdanken hatte, dass ihm nie etwas Schlimmeres geschah. Dieser schützte ihn vor Autos, Löchern, Dieben, aggressiven Tieren oder Stürzen.

Dabei werden auch zeitgeschichtliche Ereignisse thematisiert, das Dritte Reich, die Judenverfolgung, der Krieg und die Entbehrungen der Nachkriegszeit. In wenigen Bildern erschließen sich die Stationen eines Lebens von der Kindheit bis ins Alter. Am Ende spielt der Junge in der Sonne und der Engel des Großvaters wacht nun über ihn.

2008 war Jutta Bauer für den Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis, den höchstdotierten Kinderbuchpreis der Welt.

Ihre Bücher sind meist für Kinder ab vier Jahren geeignet und bereits in viele weitere Sprachen übersetzt worden.

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Preis der Leipziger Buchmesse 2010: Georg Klein gewinnt Belletristik-Preis

Den Preis der Leipziger Buchmesse 2010 in der Kategorie Belletristik gewinnt Georg Klein für seinen am 12.03.2010 im Rowohlt Verlag erschienen „Roman unserer Kindheit“.

Dies teilte am 18.03.10 die Jury auf der Leipziger Buchmesse mit. Die Auszeichnung wird in diesem Jahr zum sechsten Mal verliehen und ehrt herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen. Verliehen wird der Preis der Leipziger Buchmesse in den Sparten Belletristik, Sachbuch und Essayistik sowie Übersetzung. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 45 000 Euro dotiert.

Neben Georg Klein haben in diesem Jahr Ulrich Raulff (Sachbuch/Essayistik) und Ulrich Blumenbach (Übersetzung – Unendlicher Spaß) gewonnen.

Kurzbeschreibung Roman unserer Kindheit
„Erzähl schon!“, sagt sie schließlich, und es klingt merkwürdig dumpf. Der Ältere Bruder aber hebt den Kopf und guckt über die Büsche und Baumspitzen in den weiß betupften Himmel. Ein scheinbar ewiger Sommer umfängt Neubaublöcke, amerikanische Kasernen, ein verlassenes Wirtshaus unter uralten Kastanien und die Laubenkolonie, wo die Kinder der Neuen Siedlung sich die großen Ferien vertreiben. Langsam, kaum merklich, sickert das Unheimliche ein: Ein Mord wird angekündigt, dann kommen die Boten, buchstäblich aus einer anderen Welt. Und es sieht aus, als könnten sie zumindest eines der Siedlungskinder auf die Nachtseite dieses Sommers hinüberziehen. „Roman unserer Kindheit“ ist zugleich ein radikal autobiographisches und magisch-phantastisches Buch, ein Kindheitsroman voll fiebrigem Witz und dunkler Einsicht.

Über Georg Klein
Georg Klein, 1953 in Augsburg geboren, veröffentlichte die Romane „Libidissi“, „Barbar Rosa“ und „Die Sonne scheint uns“ sowie die Erzählungsbände „Anrufung des blinden Fisches! und „Von den Deutschen“. Für seine Prosa wurden ihm der Brüder-Grimm-Preis und der Bachmann-Preis verliehen. Zuletzt erschien sein Roman „Sünde Güte Blitz“. Georg Klein lebt mit seiner Frau, der Schriftstellerin Katrin de Vries, und zwei Söhnen in Ostfriesland. Der Jury gehören an: die Vorsitzende Verena Auffermann, Jens Bisky („Süddeutsche Zeitung“), Ina Hartwig, Kristina Maidt-Zinke („Süddeutsche Zeitung“), Elmar Krekeler („Die Welt“), Adam Soboczynski (Die Zeit) und Volker Weidermann („Frankfurter Allgemeine Zeitung“).

Klein, der am Ende bei den Juroren knapp vor Lutz Seiler lag, freute sich überschwänglich, umarmte seine Lektorin und seinen Verleger Alexander Fest. Dann stürmte er regelrecht nach vorn, um den Preis entgegenzunehmen. „Ohne die hartnäckige Ermutigung Fests wäre das Buch nicht entstanden, ohne das sorgfältige Lektorat wäre es schlechter geworden“, sagte Klein. Sein innigster Dank aber gelte denen, „die als Figuren in den Roman eingegangen sind und heute nicht mehr leben“.

Die Nominierten in der Kategorie Belletristik:
Jan Faktor: Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag
Helene Hegemann: Axolotl Roadkill
Georg Klein: Roman unserer Kindheit
Lutz Seiler: Die Zeitwaage
Anne Weber: Luft und Liebe

Quelle: Börsenblatt

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Christoph Hein erhält den Eichendorff-Literaturpreis 2010

Der Schriftsteller Christoph Hein erhält den Eichendorff-Literaturpreis 2010. Der aus Schlesien stammende 65-jährige Schriftsteller, der in Berlin lebt, wird vom „Wangener Kreis – Gesellschaft für Literatur und Kunst des Ostens“ für „sein exzellent und einfühlsam geschriebenes literarischen Werk“ geehrt.

Christoph Hein gilt als einer der wichtigsten literarischen Zeugen des Niedergangs der DDR. Bekannt geworden ist Christoph Hein durch seine sehr erfolgreiche Novelle Der fremde Freund, die 1982 in der DDR veröffentlicht wurde und in Westdeutschland 1983 aufgrund des Titelschutzes als Drachenblut erschien. Sein erfolgreichstes Stück Die Wahre Geschichte des Ah Q wurde 1983 publiziert. Als Übersetzer bearbeitete er Werke von Jean Racine und Molière.

Von 1998 bis 2000 war Christoph Hein der Präsident des PEN-Zentrums.

Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 28. September in Wangen im Allgäu überreicht. Die Laudatio auf  Christoph Hein hält der Kabarettist Dieter Hildebrandt.

Quelle: Süddeutsche Zeitung