Der 75-jährige Schweizer Schriftsteller und Germanist Peter von Matt gewinnt den mit 30.000 Franken dotierten Schweizer Buchpreis 2012 für den Essay-Band „Das Kalb vor der Gotthardpost„.

Die feierliche Preisverleihung fand heute erstmals im Theater Basel vor über 300 Gästen statt. Die Jury würdigte das Werk als „ein Buch, das in herausragender Weise zur Gegenwart der Schweiz spricht. In Analysen von großer sprachlicher Kraft und gedanklicher Originalität beleuchtet Peter von Matt den Zusammenhang zwischen Literatur und Politik„.

Kurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 6. Februar 2012 im Hanser Verlag
Peter von Matt liebt die Schweiz, ein Land zwischen Idylle und Globalisierung, zwischen alpiner Tradition und Hightech-Tunnel. Reich an Bildern und Weisheit, mit Witz und kämpferischer Vehemenz wirft er aber auch einen kritischen Blick auf die Gesellschaft: Auf ihren schludrigen Umgang mit der Sprache oder die Abschottung gegen Einwanderer. Mit deutschen Literaten wie Friedrich Schiller oder Max Frisch im Blick liest er Politik und Landsleuten seiner Heimat die Leviten. Dieses Buch führt uns vor Augen, dass und warum die Beschäftigung mit Literatur mitten ins Herz des Bewusstseins eines jeden Staatsbürgers trifft.

Das Kalb vor der Gotthardpost“ ist eines von fünf Werken, welche die Jury im September 2012 unter 76 eingereichten Romanen und Essays von deutschsprachigen in der Schweiz lebenden oder geborenen Autorinnen und Autoren  auf der Shortlist nominiert hat.

Bücher von Schweizer Autorinnen und Autoren sollen in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen werden. Dieses Ziel verfolgen die Träger des Schweizer Buchpreises, der Verein LiteraturBasel und der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV, seit fünf Jahren. Inzwischen hat sich der Schweizer Buchpreis als wichtigste literarische Auszeichnung des Landes etabliert und genießt internationale Beachtung. Die Ausschreibung für die nächste Ausgabe wird im Frühling 2013 publiziert, heißt auf der Webseite der Schweizer Buchpreises.

Quelle: Schweizer Buchpreis

Die Jury zum Schweizer Buchpreis 2012 hat insgesamt 76 Titel gelesen und diskutiert, alles Bücher, die zwischen Oktober 2011 und September 2012 publiziert und von Verlagen eingereicht worden sind. Beteiligt haben sich 26 Verlage aus der Schweiz, 18 aus Deutschland und ein Verlagshaus aus Österreich. Der Hanser Verlag wird sich freuen, da er gleich mit zwei Büchern aus dem aktuellen Programm vertreten ist. Zwei Autorinnen und drei Autoren, vier Romane, ein Essayband und zwei wirklich kuriose Buchtitel steigen ins Rennen um den mit einer Preissumme von 30.000 Schweizer Franken (zuvor 60.000) dotierten Schweizer Buchpreis.

Die Preisverleihung findet am Sonntag, 11. November 2012, um 11 Uhr im Theater Basel statt.

Die nominierten Romane der Shortlist

Sibylle Berg, Vielen Dank für das Leben (Hanser Verlag, Juli 2012)

Kurzbeschreibung
Toto ist ein Wunder. Ein Waisenkind ohne klares Geschlecht. Zu dick, zu groß, im Suff gezeugt. Der Vater schon vor der Geburt abgehauen, die Mutter bald danach. Und doch bleibt Toto wie unberührt. Im kalten Sommer 1966 geboren, wandelt er durch die DDR, als ob es alles noch gäbe: Güte, Unschuld, Liebe. Warum, fragt er sich, machen die Menschen dieses Leben noch schrecklicher, als es schon ist? Toto geht in den Westen, wo der Kapitalismus zerstört, was der Sozialismus verrotten ließ. Nur zwei Dinge machen ihm Hoffnung – das Wiedersehen mit Kasimir und sein einziges Talent: das Singen. Es führt Toto bis nach Paris. Ein wütender, schriller Roman einer großen Autorin über das Einzige im Leben, was zählt.

Ursula Fricker, Außer sich (Rotpunktverlag, Februar 2012)

Kurzbeschreibung
Sommer in Berlin – und eigentlich wären Katja und Sebastian viel lieber im Bett geblieben an diesem Samstagmorgen. Endlich wieder einmal ausschlafen, endlich wieder einmal in den Tag hinein leben. Aber das Wochenende ist, wie so vieles im Leben des Architektenpaares, verplant, und sie machen sich auf den Weg, Freunde in Mecklenburg zu besuchen. Während der Fahrt passiert es: Sebastian erleidet einen Schlaganfall. Ein Helikopter bringt ihn ins Krankenhaus, und der Intensivmedizin gelingt es, Sebastian am Leben zu halten. Bald aber wird klar, dass er schwer geistig behindert bleiben wird. Katja hofft zunächst, Sebastian mit ihrer Nähe, mit ihrer Liebe zurück ins Leben holen zu können. Aber erkennt er sie überhaupt noch? Wo sind die Bilder der Erinnerung, die Pläne für die Zukunft, Wünsche und Träume? Ist das noch Sebastian? Das Buch erzählt Katjas einsame Auseinandersetzung mit den Grenzen ethisch-moralischer Grundsätze, folgt ihrem Weg hin zu einer endgültigen Entscheidung. Es ist die Geschichte einer starken Liebe.

Peter von Matt, Das Kalb vor der Gotthardpost (Hanser Verlag, Februar 2012)

Kurzbeschreibung
Peter von Matt liebt die Schweiz, ein Land zwischen Idylle und Globalisierung, zwischen alpiner Tradition und Hightech-Tunnel. Reich an Bildern und Weisheit, mit Witz und kämpferischer Vehemenz wirft er aber auch einen kritischen Blick auf die Gesellschaft: Auf ihren schludrigen Umgang mit der Sprache oder die Abschottung gegen Einwanderer. Mit deutschen Literaten wie Friedrich Schiller oder Max Frisch im Blick liest er Politik und Landsleuten seiner Heimat die Leviten. Dieses Buch führt uns vor Augen, dass und warum die Beschäftigung mit Literatur mitten ins Herz des Bewusstseins eines jeden Staatsbürgers trifft.

Thomas Meyer, Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse (Salis Verlag, März 2012)

Kurzbeschreibung
Der junge orthodoxe Jude Mordechai Wolkenbruch, kurz Motti, hat ein Problem: Die Frauen, die ihm seine mame als Heiratskandidatinnen vorsetzt, sehen alle so aus wie sie. Ganz im Gegensatz zu Laura, seiner adretten Mitstudentin – doch die ist leider eine Schikse: Sie trägt Hosen, hat einen hübschen tuches, trinkt Gin Tonic und benutzt ungehörige Ausdrücke. Zweifel befallen Motti: Ist sein vorgezeichneter Weg wirklich der richtige für ihn? Sein Gehorsam gegenüber der Mame mit ihren verstörenden Methoden schwindet. Dafür wächst seine Leidenschaft für Laura. Die Dinge nehmen ihren Lauf. Und Motti kann schon recht bald einen Schluss ziehen: Auch Schiksn haben nicht alle Tassen im Schrank.ennenlernt, haben wohl keinen dicken tuches, aber dafür nicht alle Tassen im Schrank. Thomas Meyers Roman führt auf unterhaltsame und kurzweilige Weise sozusagen vom orthodoxen A zum säkularen B, wobei sich an den Problemen mit den Frauen tendenziell bloß ändert, dass sie keine jüdischen Namen mehr tragen

Alain Claude Sulzer, Aus den Fugen (Verlag Galiani Berlin, August 2012)

Kurzbeschreibung
Die plötzliche Stille ist lauter als ein Paukenschlag: Mitten in einer atemberaubenden Interpretation der Hammerklaviersonate bricht der international gefeierte Starpianist Marek Olsberg abrupt sein Spiel ab. Mit den Worten „Das war´s“ schließt er den Klavierdeckel und verlässt den Saal. Olsbergs unvorhergesehene Tat wird allerdings nicht nur sein eigenes Leben in neue Bahnen lenken. Er ist eine von vielen Hauptfiguren in Alain Claude Sulzers neuem Roman. Da ist z. B. Olsbergs Agent, der sich mit seinem neuen Freund schon auf dem Weg zur Philharmonie in die Haare bekommt. Da ist Sophie, die erst während des Konzerts begreift, dass ihre letzte Liebe inzwischen mit ihrer Nichte Klara angebändelt hat, und die sich deswegen ein Gläschen zu viel gönnt. Da ist Esther, die ihre frisch geschiedene Freundin mit dem Olsberg-Konzert aufmuntern will und die bei der außerplanmäßig frühen Rückkehr vom Konzert bemerken muss, dass ihr Mann nicht daheim ist. Dafür aber sein Handy mit einer befremdlichen Nachricht seiner Assistentin Sabine. Ein bewegender Roman, in dem sich auf engstem Raum eine Fülle menschlicher Schicksale entfaltet. Ein Buch voll unvermuteter Wendungen und existentieller Tiefe. Als habe das abgebrochene Klavierspiel eine Schwingung ausgelöst, die das Leben aller, die dabei waren, in Bewegung bringt.

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Die Jury hat nach intensiver Diskussion mit grosser Überzeugung fünf Titel ausgewählt, welche alle des Preises würdig wären und welche insgesamt die große Spannweite des literarischen Schaffens in der deutschen Schweiz widerspiegeln„, sagt Jury-Sprecher Hans Ulrich Probst (Literaturredaktor Schweizer Radio DRS 2).

Die nominierten Autorinnen und Autoren werden ihre Bücher auf einer Lesetour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz präsentieren. Den Start machen zwei Auftritte an der Frankfurter Buchmesse.

Nach Zürich (26. Oktober, Festival „Zürich liest“) und Bern (27. Oktober, Kornhausforum) geht‘ s in die Literaturhäuser von Berlin, Hamburg und Düsseldorf und zum ersten Mal auch nach Wien. Am 9. und 10. November 2012 schließlich werden die fünf Nominierten am Internationalen Buch- und Literaturfestival BuchBasel lesen.

Quelle: Schweizer Buchpreis

 

Am 20. November 2011 wurde auf der BuchBasel der 54-jährige Schweizer Schriftsteller und Psychologe Catalin Dorian Florescuder mit dem Schweizer Buchpreis 2011 ausgezeichnet.

Catalin Dorian Florescu erhält den Literaturpreis für seinen Roman „Jacob beschließt zu lieben.“

Neben Catalin Dorian Florescu konnten sich Monica Cantieni (Grünschnabel),  Felix Philipp Ingold (Alias oder Das wahre Leben), Charles Lewinsky (Gerron) und Peter Stamm (Seerücken) für die Shortlist nominieren. Der mit 50.000 Schweizer Franken dotierte Buchpreis wurde in diesem Jahr zum vierten Mal verliehen.

Die fünf Werke der Shortlist verfügen nach Überzeugung der Jury über eine bemerkenswerte individuelle Qualität und sind eindrückliche Beispiele der Vielfältigkeit der aktuellen Schweizer Literatur.

60 Titel standen dieses Jahr im Wettbewerb. Beteiligt haben sich 20 Verlage aus Deutschland, 17 aus der Schweiz und 3 aus Österreich. 35 Titel sind im Frühjahr 2011 erschienen, 22 im Sommer 2011 und drei zwischen Oktober und Dezember 2010.

Jacob beschließt zu lieben

Kurzbeschreibung
In seinem neuen großen Roman erzählt Catalin Dorian Florescu die abenteuerliche Lebensgeschichte des Jacob Obertin aus dem schwäbischen Dorf Triebswetter im rumänischen Banat. Es ist eine Geschichte von Liebe und Freundschaft, Flucht und Verrat und darüber, wie die Fähigkeit eines Menschen zu lieben ihn über alles hinwegretten kann. Jacobs Geschichte – zeitlich zwischen dem Ende der 20er- und Anfang der 50er-Jahre angesiedelt – weitet sich zu einem Familienepos, in dem temporeich und in dichten, fantastischen Bildern das Schicksal der Obertins über 300 Jahre hinweg erzählt wird, beginnend mit dem 30jährigen Krieg in Lothringen.
Ende des 18. Jahrhunderts hatten sich Jacobs Vorfahren, wie viele Tausende Anderer aus Lothringen ein besseres Leben suchend, auf den gefährlichen Weg ins Banat gemacht, um ihr Glück zu finden und eigenes Land zu besitzen. Jacob wird mit dem Kampf um Macht und Besitz konfrontiert, wird vom eigenen Vater verraten und verliert seine erste Liebe. Doch immer wieder gibt es Menschen, die ihm helfen, die Wechselfälle der Geschichte – Diktaturen und Deportationen – mit ihren grotesken und katastrophalen Folgen zu überleben und einen neuen Aufbruch zu wagen.
In diesem zärtlichen und spannenden Buch bekommen wir auch ein atemberaubendes Konzentrat europäischer Geschichte geboten. Das Bild einer Welt, die nicht zur Ruhe gekommen ist.

Über den Autor

Catalin Dorian Florescu, geboren 1967 in Timisoara in Rumänien, reiste 1976 erstmals mit dem Vater nach Italien und Amerika, kehrte aber acht Monate später wieder zurück. Im Sommer 1982 floh der damals 15-Jährige mit seinen Eltern in den Westen und wohnt seitdem in Zürich. Mittlerweile ist er Schweizer Bürger.

Florescu studierte Psychologie und Psychopathologie an der Universität Zürich und arbeitete von 1995 bis 2001 als Psychotherapeut in einem Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige. Er absolvierte eine fünfjährige Weiterbildung in Gestalttherapie.

Seit Dezember 2001 ist er freier Schriftsteller.

Er erhielt für seine Romane Wunderzeit (2001), Der kurze Weg nach Hause (2002) und Der blinde Masseur (2006) u. a. das Hermann-Lenz-Stipendium, den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis, ein Werkjahr der Stadt Zürich. Wunderzeit war Buch des Jahres 2001 der Schweizerischen Schillerstiftung. 2003 erhielt Florescu den Anna Seghers-Preis. Am 12. Oktober 2006 wurde sein Stück Die Nacht davor im Sandkorn-Theater in Karlsruhe uraufgeführt (Regie: Victor Carcu).

Vom 1. April bis zum 31. Juli 2010 war er in Erfurt als Stadtschreiber tätig, wobei er an seinem Roman Jacob beschließt zu lieben weiterarbeitete.

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Die Jury des Schweizer Buchpreises 2011 hat die Nominationen für die diesjährige Vergabe bekanntgegeben. Eine Autorin und vier Autoren haben die Chance den mit 50.000 Franken (derzeit 40.700 Euro!) dotierten Schweizer Buchpreis zu gewinnen.

Die fünf Werke verfügen nach Überzeugung der Jury über eine bemerkenswerte individuelle Qualität und sind eindrückliche Beispiele der Vielfältigkeit der aktuellen Schweizer Literatur.

Nominiert sind:

Grünschnabel von Monica Cantieni Felix

Kurzbeschreibung
»Mein Vater hat mich für 365.- Franken von der Stadt gekauft.« So beginnt die Geschichte eines Kindes, das, zur Adoption freigegeben, bei neuen Eltern im Immigrantenmilieu der 1970er Jahre landet. Inmitten dieser bunt gemischten Umgebung versucht das Kind Fuß zu fassen und sich, mit Hilfe einer Wörtersammlung in vielen Streichholzschachteln, zurechtzufinden. Was nicht so einfach ist; und richtig groß werden die Probleme, als es beim italienischen Gastarbeiter im Kleiderschrank eine Entdeckung macht, die eine Lawine auslöst.
GRÜNSCHNABEL besticht durch ungewöhnlichen Bilderreichtum, eine eigenwillige Erzählweise und lakonische Dialoge.
Monica Cantieni wurde für diesen Roman vom Aargauer Kuratorium gefördert. Felicitas Hoppe urteilte als Mitglied der Jury: »Der tragisch-komische Ton bricht mit vertrauten realistischen Erzählmustern und öffnet, Traditionen osteuropäischer Literatur folgend, bei aller Zeitgenossenschaft imaginäre Räume jenseits von Ort und Zeit.«

Jacob beschließt zu lieben von Catalin Dorian Florescu

Kurzbeschreibung
In seinem neuen großen Roman erzählt Catalin Dorian Florescu die abenteuerliche Lebensgeschichte des Jacob Obertin aus dem schwäbischen Dorf Triebswetter im rumänischen Banat. Es ist eine Geschichte von Liebe und Freundschaft, Flucht und Verrat und darüber, wie die Fähigkeit eines Menschen zu lieben ihn über alles hinwegretten kann. Jacobs Geschichte – zeitlich zwischen dem Ende der 20er- und Anfang der 50er-Jahre angesiedelt – weitet sich zu einem Familienepos, in dem temporeich und in dichten, fantastischen Bildern das Schicksal der Obertins über 300 Jahre hinweg erzählt wird, beginnend mit dem 30jährigen Krieg in Lothringen.
Ende des 18. Jahrhunderts hatten sich Jacobs Vorfahren, wie viele Tausende Anderer aus Lothringen ein besseres Leben suchend, auf den gefährlichen Weg ins Banat gemacht, um ihr Glück zu finden und eigenes Land zu besitzen. Jacob wird mit dem Kampf um Macht und Besitz konfrontiert, wird vom eigenen Vater verraten und verliert seine erste Liebe. Doch immer wieder gibt es Menschen, die ihm helfen, die Wechselfälle der Geschichte – Diktaturen und Deportationen – mit ihren grotesken und katastrophalen Folgen zu überleben und einen neuen Aufbruch zu wagen.
In diesem zärtlichen und spannenden Buch bekommen wir auch ein atemberaubendes Konzentrat europäischer Geschichte geboten. Das Bild einer Welt, die nicht zur Ruhe gekommen ist.

Alias oder Das wahre Leben von Felix Philipp Ingold

Kurzbeschreibung
Alias ist ein raffiniertes Spiel zwischen Fiktion und Wirklichkeit, das die Kunst des Erzählens ebenso wie die Einbildungskraft des Lesers auf den Prüfstand stellt. Dürfen, sollen wir glauben, was wir lesen? Ist es überhaupt möglich, sich der Wahrheit durch das Erzählen und im Erzählten zu nähern, oder schafft jede neue Erzählung auch eine neue, von ihr selbst begründete und beglaubigte Wahrheit?Was fängt man mit der Hinterlassenschaft eines verstorbenen Freundes an mit Papieren, Bilddokumenten, Erinnerungen, unbeantworteten Fragen? In der suchenden und tastenden Lebensbeschreibung des wolgadeutschen Kirill Bergerow alias Carl Berger entwirft Felix Philipp Ingold eine weitläufige, halb Europa und ein halbes Jahrhundert durchmessende Existenz, die bei all ihren Verwerfungen und Brüchen kaum noch auf den Punkt zu bringen ist. Doch wessen Geschichte wird da erzählt? Ist es das Leben des Freundes oder ist es das Bild, das sich der Erzähler vom Freund nachträglich zu machen versucht? Eine ungewöhnliche Panoramafahrt durch ein halbes Jahrhundert dramatischer Geschichte und ein „wahres Leben“ voller Turbulenzen, unsäglicher Leiden und unvergleichlicher Glücksmomente.

Gerron von Charles Lewinsky

Kurzbeschreibung
Kurt Gerron war einmal ein Star und ist jetzt nur noch ein Häftling unter Tausenden. Der Nationalsozialismus hat den bekannten Schauspieler von den Berliner Filmateliers ins Ghetto von Theresienstadt getrieben, wo er ein letztes Mal seine Fähigkeiten beweisen soll: Als er den Auftrag bekommt, einen Film zu drehen, der das erniedrigende Dasein der Juden als Paradies schildern soll, sieht er sich vor einer Gewissensentscheidung, bei der sein Leben auf dem Spiel steht. In dieser Lage lässt Gerron sein Leben noch einmal Revue passieren. Charles Lewinsky erzählt die faktenreiche und doch erfundene Biographie des Schauspielers Kurt Gerron, der dem Holocaust zum Opfer fiel – ein literarisch brillanter und berührender Roman.

Seerücken. Erzählungen von Peter Stamm

Kurzbeschreibung
Peter Stamm erzählt ungeheuer kunstvoll und scheinbar so einfach von Leben, die nicht gelebt, die aufgeschoben, erinnert und schließlich verpasst werden. In lakonischen Sätzen und unauffällig stimmungsvollen Szenen findet er leicht lesbar, aber schwer verdaulich die kaum spürbaren Eruptionen, die sich im Rückblick als Erdbeben erweisen. Die Einsamkeit im gemeinsamen Urlaub. Ein verlassenes Hotel in den Bergen. Ein Mädchen im Wald. Ein Pfarrer, der die Vögel füttert. Die erste Liebe mit Gewicht. Peter Stamm zeigt sich auch in „Seerücken“ wieder als Meister der Kurzgeschichte.
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Die nominierten Autorinnen und Autoren werden unter anderem am 14. und 15. Oktober am Gemeinschaftsstand des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbandes SBVV an der Frankfurter Buchmesse präsent sein. Vom 28. Oktober bis 7. November treten sie im Rahmen einer Lesetour in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München, Zürich und Bern auf. An der BuchBasel, die vom 18. bis 20. November 2011 stattfindet, hat das Publikum dann Gelegenheit, Lesungen aller fünf Nominierten zu besuchen und am Messesonntag, 20. November (11 Uhr) wird der Schweizer Buchpreis 2011 in einem feierlichen Rahmen verliehen werden.

Quelle: Schweizer Buchpreis

Der mit 50.000 (etwa 37.300 Euro) Schweizer Franken dotierte Schweizer Buchpreis 2010 geht an die Züricher Autorin Melinda Nadj Abonji für ihren Roman „Tauben fliegen auf„.

Das Buch wird von der Jury als herausragendes literarisches Werk der diesjährigen Buchproduktion gewürdigt. Am Wettbewerb haben 69 Werke aus 41 Verlagen teilgenommen. Die Auszeichnung wird jährlich während des Internationalen Buch- und Literaturfestivals und der Buchmesse in Basel verliehen.

Melinda Nadj Abonji erhielt am 05. Oktober ebenfalls den  „Deutschen Buchpreis 2010“ für „Tauben fliegen auf.

Kurzbeschreibung
Eine ungarische Familie aus Serbien in der Schweiz. Ein schwungvoll und gewitzt erzählter Roman aus der Mitte Europas.Zuhause ist die Familie Kocsis also in der Schweiz, aber es ist ein schwieriges Zuhause, von Heimat gar nicht zu reden, obwohl sie doch die Cafeteria betreiben und obwohl die Kinder dort aufgewachsen sind. Die Eltern haben es immerhin geschafft, aber die Schweiz schafft manchmal die Töchter, Ildiko vor allem, sie sind zwar dort angekommen, aber nicht immer angenommen. Es genügt schon, den Streitigkeiten ihrer Angestellten aus den verschiedenen ehemals jugoslawischen Republiken zuzuhören, um sich nicht mehr zu wundern über ein seltsames Europa, das einander nicht wahrnehmen will. Bleiben da wirklich nur die Liebe und der Rückzug ins angeblich private Leben?

Melinda Nadj Abonji wurde 1968 in Becsej, Vojvodina, geboren. Sie studierte an der Universität Zürich Deutsche Literatur und Geschichte. Die Autorin, Musikerin und Textperformerin lebt in Zürich. 2004 erschien ihr erster Roman „Im Schaufenster im Frühling“. Für ihre Arbeit erhielt sie ein Aufenthaltsstipendium am Literarischen Colloquium Berlin und den Hermann-Ganz-Preis 2001.

Quelle: Schweizer Buchpreis

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