„Auf unsrer Wiese gehet was, watet durch die Sümpfe. Es hat ein schwarzweiß Röcklein an und trägt rote Strümpfe„, trifft leider auf unser Münchner Stadtgebiet nicht zu, aber dafür ist das Vetschauer Storchennest wieder neu bezogen worden.

Am Dienstag, den 05.04.2011, traf im Internethorst am Weißstorch-Informationszentrum in Vetschau im Spreewald der so sehnsüchtig erwartete erste Storch ein. Traditionell kommen die Störche in Vetschau etwa in der letzten Märzwoche bis zur ersten Aprilhälfte aus ihren Winterquartieren zurück. Dabei steuern die Männchen zielgerichtet den Bruthorst des letzten Jahres an, machen mit Flügelschlagen und Klappern den Anspruch auf den Horst deutlich und verteidigen ihn gegen andere Weißstörche. Die Männchen bieten sich jedem vorbeiziehenden Weibchen an, die in der Regel etwas später in der Brutheimat eintreffen.

In diesem Jahr war es scheinbar umgekehrt. Das Strochenweibchen „Luna“ war schneller und traf zuerst ein. Seit dem 08.04. hat nun auch das Männchen „Cico“ das Nest wieder bezogen. Ob es bei dieser Besetzung bleibt, ist noch nicht sicher, da es bei Weißstörchen immer wieder zu Partnerwechseln und Horstkämpfen kommt.

Wer die weitere Entwicklung in dem Storchennest in Vetschau im Auge behalten möchte, kann sich jederzeit über die Live-Kamera einen Einblick verschaffen. Seit 1997 setzt sich der NABU Regionalverband Calau e.V. für den Schutz der Weißströche ein und sammelt Informationen über ihr Leben und Verhalten.

Quelle: Storchennest.de

Storchennest27. März 14:45 Uhr: Ein Storch am Himmel über Vetschau / Spreewald. Zielstrebig fliegt er Richtung Storchen- zentrum, leichtes Flügelrauschen – Landung direkt auf dem Horst.

Der Vetschauer „Internethorst“ ist seit 1992 ununterbrochen besetzt und bei den Störchen sehr begehrt. Der Horst wird oft von mehreren Störchen umkämpft. Das Geschehen im Vetschauer Storchennest kann wieder live per Kamera und Mikro im Storchenzentrum beobachtet werden. Ab jetzt lohnt also ein Besuch im Storchenzentrum ganz besonders. Das Storchenzentrum ist ab 01. April von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen jeweils von 10:00 – 17:00 Uhr geöffnet.

Legenden über den Storch

Der Sage nach werden die Kinder vom Storch gebracht. Die Legende vom Storch, der die Kinder bringt, basiert wahrscheinlich auf altem Heilwissen und bezieht sich nicht auf den Schreitvogel, sondern auf das Heilkraut Storchschnabel (Geranium robertianum L.). Ein Tee aus dem Kraut, täglich von beiden Elternteilen kalt zu trinken, soll bisher versagten Kinderwunsch erfüllen.

Der Storch gilt als Glücksvogel. Er soll den Bewohnern des Hauses, auf dem er nistet, Glück bringen.

Der Storch gilt auch als Frühlingsbote.

In Thüringen übernahm der Storch die Aufgaben des Osterhasen.

Im Elsass ist der Storch inoffizieller „Wappenvogel“, regionales Symboltier. Dort gilt er auch nicht als Bringer der Kinder. Die Legende besagt in den meisten Gegenden vielmehr, dass man diese auf dem Feld in Kohlköpfen findet.

Der Fuchs und der Storch in der Fabel von Aesop (600 v. Chr.)

Ein Fuchs hatte einen Storch zu Gaste gebeten, und setzte die leckersten Speisen vor, aber nur auf ganz flachen Schüsseln, aus denen der Storch mit seinem langen Schnabel nichts fressen konnte. Gierig fraß der Fuchs alles allein, obgleich er den Storch unaufhörlich bat, es sieh doch schmecken zu lassen.

Der Storch fand sich betrogen, blieb aber heiter, lobte außerordentlich die Bewirtung und bat seinen Freund auf den anderen Tag zu Gaste. Der Fuchs mochte wohl ahnen, daß der Storch sich rächen wollte, und wies die Einladung ab. Der Storch ließ aber nicht nach, ihn zu bitten, und der Fuchs willigte endlich ein.

Als er nun anderen Tages zum Storche kam, fand er alle möglichen Leckerbissen aufgetischt, aber nur in langhalsigen Geschirren. „Folge meinem Beispiele“, rief ihm der Storch zu, „tue, als wenn du zu Hause wärest.“ Und er schlürfte mit seinem Schnabel ebenfalls alles allein, während der Fuchs zu seinem größten Ärger nur das Äußere der Geschirre belecken konnte und nur das Riechen hatte.

Hungrig stand er vom Tische auf und gestand zu, daß ihn der Storch für seinen Mutwillen hinlänglich gestraft habe.

Was du nicht willst, daß man dir tu‘,
Das füg‘ auch keinem anderen zu.