Vier Wochen lang wurden per Abstimmung die 20 Literaturklassiker, die in einer Sonderedition der ZEIT erscheinen werden, gesucht.

Jetzt steht die persönliche Auswahl der Lieblingstitel  der ZEIT-Leser aus drei Jahrhunderten fest.

Zeit LesereditionDie Titel der 20-bändigen Buchreihe werden auf der Frankfurter Buchmesse feierlich bekannt gegeben.

Vorab hat die ZEIT allen Teilnehmern der Wahl verraten, welche fünf Titel es auf jeden Fall in die Leseredition geschafft haben:

Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise

Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen

Wilhelm Busch: Ausgewählte Werke

Theodor Fontane: Effi Briest

Franz Kafka: Der Process

Die hochwertig ausgestattete Edition erscheint Anfang November.

goetheNicht Kritiker und Redakteure, sondern Leser entscheiden über die Aufnahme der Klassiker in die neue ZEIT Leser-Edition „Deutsche Klassiker„, die im Herbst erscheinen soll.

Jeweils fünf Werke können pro Epoche gewählt werden, noch bis zum 02.07. läuft die Abstimmung über die Zeit der Aufklärung, Klassik, Sturm und Drang.

Zur Auswahl stehen insgesamt 25 Werke von Goethe, Gottsched, Gellert, Hölderlin, Klopstock, Lessing, Jakob Lenz, La Roche, Moritz, Paul, Schiller und Wieland.

Ab 03. Juli folgt die Zeit der Romantik und Biedermeier. Zu jeder Epoche können auch eigene Empfehlungen abgegeben werden.

Die Abstimmungsergebnisse werden in der neuen ZEIT-Leser-Edition vereint und im Herbst 2009 in Hardcoverausstattung mit Fadenheftung und hochwertigem Leineneinband erscheinen.

Unter allen Teilnehmern werden in einem Gewinnspiel diverse Preise verlost.

1750-1799: Aufklärung, Klassik, Sturm und Drang. (Abstimmung noch bis 02.07.)

1800-1849: Romantik, Biedermeier, Vormärz (Abstimmung ab 03.07.)

1850-1899: Realismus, Naturalismus, Fin de siècle (Abstimmung ab 10.07.)

1900 bis heute: Moderne, Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur (Abstimmung ab 16.07.)

Quelle: DIE ZEIT

Schon seit 15 Jahren zeichnet die angesehene britische Zeitschrift Literary Review achtbare Autoren zeitgenössischer Romane für krude, geschmacklose, oft nachlässig geschriebene Passagen mit dem Bad Sex Award aus.

So gehörte Paulo Coelho mit dem nachfolgenden Satz aus seinem aktuellen Roman Brida zu den Nominierten:

Ihr Blut raste mit solcher Geschwindigkeit durch ihre Venen, dass sie sich die Kleider vom Leib riss und er auch.“

Ebenfalls nominiert war The Gate of Air von James Buchan:

Sie stand im Nachmittagslicht, als ob das Licht aus ihrem eigenen Körper käme, aus ihren Brüsten und Augen und von da, wo sie angezogen gewesen war. […] Seine Arme und Beine waren so leblos wie abgefallene Äste. Er verstand, dass die Liebe eine Kraft anderer Ordnung war, anders als irgendetwas sonst unter dem Himmel, und dass sie nicht nur Familien zerstören konnte oder das Gefühl für richtig und falsch, sondern auch das Gefühl für das, was wirklich war, und das, was nicht. […] Sie wandte sich ihm zu. Ihr Gesicht hatte ihre Nacktheit angenommen oder, mehr noch, hatte einen Schleier abgeworfen, den es für die Welt trug. Sie sagte: Vielleicht magst du deine Shorts ausziehen.“[…]

Gewonnen hat den Bad Sex Award 2008 Rachel Johnson, Journalistin, Schwester des Londoner Bürgermeisters Boris Johnson und 43-jährige, blonde Supermami aus dem schicken Notting Hill mit dieser Passage aus ihrem dritten Roman Shire Hell:

„JMs Hände streicheln meine Brüste, jetzt, und ich darf seine Küsse erwidern, aber nur für einen Augenblick, da er mich unterbricht, um jeder Brust die Aufmerksamkeit zu schenken, die ihr gebührt. Und während er mit seinem Mund knabbert und zieht, finden seine Hände meinen Busch, und mit leichten Fingern flattert er dort umher, als sei er eine Motte, die in einem Lampenschirm gefangen ist.“

Die Autoren tragen die Auszeichnung, wenn sie sie überhaupt annehmen, mit Fassung und hoffen wohl auf eine Auflagensteigerung. Norman Mailer erhielt den Bad Sex Award im letzten Jahr postum, Sebastian Faulks gehört zu den Preisträgern, und ein weiterer Preis geht 2008 an John Updike, der sich mit seinem neuesten Werk, Die Witwen von Eastwick, zum vierten Mal auf die Nominierungsliste schrieb und nun für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird.

Warum gibt es keinen „Best Sex Award“? Wieviel sinnvoller wäre eine Auszeichnung für besonders gute erotische Passagen in der Literatur. Vielleicht liegt es daran, dass es nur sehr wenig davon gibt. Mir fällt auf Anhieb eigentlich nur diese Stelle aus Peter Høegs Fräulein Smillas Gespür für Schnee ein:

[…]Wir stehen im Schlafzimmer und ziehen uns gegenseitig aus. Er hat eine leichte, tastende Brutalität, die mich mehrmals denken läßt, daß es mich diesmal den Verstand kosten wird. In unserem heraufdämmernden gegenseitigen Verständnis bringe ich ihn dazu, den kleinen Spalt der Eichel zu öffnen, so daß ich die Klitoris einführen und ihn vögeln kann.[…]

1992 wäre Peter Høeg damit sicherlich nominiert worden. 😉

Quelle: ZEIT ONLINE

Buch des Jahres 2008

Das Literaturmagazin (ZEIT Literatur) der ZEIT will am 27. November 2008 in der zweiten Ausgabe die Jahresbestenliste der ZEIT-Leser veröffentlichen.

Im Moment können Leser im Internet die besten Bücher auswählen und nominieren. Gesucht wird besonders lesenswerte Literatur, die im Jahr 2008 erschienen ist. Das kann ein Sachbuch genauso wie ein Roman sein.

Wer sich beteiligen möchte schickt entweder eine Postkarte an
DIE ZEIT, Buch des Jahres, Speersort 1, 20095 Hamburg
– oder als E-Mail an buchdesjahres@zeit.de.

Quelle: ZEIT Online

Im Oktober bringt die die Zeit ein neues Magazin auf den Markt: Zeit Literatur wird nach Zeit Wissen (erscheint alle zwei Monate), Zeit Geschichte (erscheint vier mal im Jahr), Zeit Campus (zweimonatlich) und Zeit-Magazin Leben die fünfte Ausgliederung eines Themenheftes des Zeit-Verlages sein.

„Wir haben immer gute Erfahrungen mit unseren Magazinen gemacht“, sagt Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo der Süddeutschen Zeitung. Bisher sei jedes Magazin eine Bereicherung für die Zeit gewesen.

Zeit Literatur werde zunächst in einer Auflage von 30 000 Exemplaren erscheinen und außerdem wie Zeit Leben immer der Gesamtauflage der Zeit (Auflage 485 000) beigelegt.

Florian Illies (Generation Golf) entwickelt derzeit den Neuling, Ulrich Greiner, der Literatur-Chef der in Hamburg ansässigen Wochenzeitung, steht ihm beratend zur Seite. Eine kleine eigene Redaktion wurde aufgebaut.

Mehr als 100 Seiten soll die erste Ausgabe umfassen, die zur Frankfurter Buchmesse erscheint und in Interviews, Reportagen und Porträts den Literaturbetrieb spiegeln. Eine zweite Nummer ist zu Weihnachten geplant, eine dritte zur Leipziger Buchmesse 2009 und eine vierte für den nächsten Sommer. Mirko Borsche ist für die Optik verantwortlich, ungewöhlich sei das Format für das Literatur-Spezial, länger und breiter als Din A4.

Quelle: Süddeutsche Zeitung