Es hat sich viel verändert für den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk im Verhältnis zu seinem Heimatland in den vergangen eineinhalb Jahren. Sehr viel.
Noch im Dezember 2005 hatten sie ihn vor Gericht gezerrt wegen „Verunglimpfung des Türkentums“, wegen des leidigen Paragrafen 301. Er wurde von Nationalisten beschimpft und bedroht. Und nach der Ermordung des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink spitzte sich die Sicherheitslage für Pamauk derart zu, dass er seine Lesereise durch Deutschland und Belgien erst einmal verschob, um in seiner Lehrtätigkeit in den USA den zeitlichen wir räumlichen Abstand zu suchen. Jetzte wurde der Literaturnobelpreisträger mit der Ehrendoktorwürde der Bosporus Universität seiner Heimatstadt Istanbul ausgezeichnet. „Dies ist ein sehr wichtiger Tag für mein Land und für die türkische Literatur, von der ich ein Teil bin“, sagte der 54 Jahre alte Pamuk bei der Verleihung. Erst Anfang Mai war Pamuk die Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin verliehen worden. Wenige Tage später erhielt er einen Ehrendoktortitel der Katholischen Universität Brüssel.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 15.05.07 – www.sueddeutsche.de

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