Wie der Spiegel berichtet, starb am 01. Januar 2009 Johannes Mario Simmel nach Angaben seines Schweizer Anwalts im Alter von 84 Jahren in einer Seniorenresidenz bei Zug in der Schweiz.

Simmel, geboren am 7. April 1924 in Wien, war ein österreichischer Bestsellerautor.

Seine Eltern stammten aus Hamburg. Sein Vater Walter Simmel war Chemiker, seine Mutter Lisa, geb. Schneider, Lektorin bei der Filmgesellschaft Wien-Film. Er wuchs in Österreich und England auf und machte an der höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt für chemische Industrie die Matura als Chemieingenieur. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er in der elektrochemischen Forschungsabteilung des Elektrokonzerns Kapsch eingesetzt.

Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Journalist, Übersetzer und Dolmetscher für die US-Militärregierung. Bei der Wiener Tageszeitung Welt am Abend verfasste er als Kulturredakteur Filmkritiken und Feuilletons.

1947 veröffentlichte er seine erste Novellensammlung unter dem Titel Begegnung im Nebel. Ab 1950 war Simmel für die Illustrierte „Quick“ in München tätig. In ihrem Auftrag unternahm er Reporterreisen durch Europa und nach Übersee.

Simmel schrieb unter verschiedenen Pseudonymen Tatsachenberichte und Serienromane. Zwischen 1950 und 1962 verfasste er allein oder mit anderen Autoren insgesamt 22 Drehbücher. Nach seinem ersten großen Erfolg mit der „Quick“-Serie Es muß nicht immer Kaviar sein (1960) widmete er sich vor allem dem Schreiben von Unterhaltungsromanen, die sich aber jeweils mit aktuellen gesellschaftspolitisch relevanten Themen auseinandersetzten wie etwa Gewalt gegen Ausländer, Drogenhandel oder Genmanipulation. Dabei waren journalistische Recherchen an den Schauplätzen und im Milieu, in dem seine Romane spielten, die Grundlage.

Leitmotive in vielen seiner Werke sind die Relativierung von Gut und Böse und ein leidenschaftlicher Pazifismus. Seit Jahrzehnten gehört er zu den meistgelesenen Autoren im deutschsprachigen Raum. Zahlreiche Werke wurden von Regisseuren wie Alfred Vohrer und Roland Klick verfilmt.

Simmel wurde von den Literaturkritikern lange Zeit als Trivialautor, „Bestseller-Mechaniker“ oder Fließbandschreiber geschmäht. Erst mit dem Roman Doch mit den Clowns kamen die Tränen (1987) fand er allgemeine Anerkennung. Dreimal verheiratet, lebte er zuletzt im schweizerischen Städtchen Zug. Der nächste (letzte) Roman war nach seinen Angaben noch in Arbeit.

Ein Autor, der Simmel in Stil und Aufmachung seiner Werke zu kopieren suchte, war Michael Burk. Simmel suchte dessen Tun vergeblich gerichtlich zu unterbinden.

Sein Roman Der Stoff, aus dem die Träume sind gehört zu den Bestsellern des 20. Jahrhunderts. Ob Genmanipulation, Drogenhandel, die globale Umweltzerstörung oder eine durch Computerverbrechen ausgelöste weltweite Katastrophe: Simmel ließ kein Thema des Zeitgeists aus. Sein Werk umfasst 27 Romane, fünf Bände mit Erzählungen und sechs Kinder- und Jugendbücher. Insgesamt stand Simmel mit elf seiner Romane erheblich länger auf der Bestsellerliste des SPIEGEL als etwa die Nobelpreisträger Heinrich Böll und Günter Grass.

Kritiker-Papst Marcel Reich-Ranicki attestierte ihm einst: „Simmel hat wie kaum ein anderer zeitgenössischer Autor einen fabelhaften Blick für Themen, Probleme, Motive.“

Quellen: Wikipedia, Spiegel Online

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.