„Das gibt´s doch nicht“

Polizei Kassel: Versuchter Überfall auf Buchhandlung Friedrich-Ebert-Straße – Angestellte schlug Räuber mit Buch in die Flucht

Ein bislang unbekannter Täter hat am gestrigen Montag versucht, eine Buchhandlung in der Friedrich-Ebert-Straße zu überfallen. Eine Angestellte schlug mit einem Buch den mit einem Messer bewaffneten Räuber in die Flucht.

Am 19.04.2010, etwa gegen 17.15 Uhr, betrat der Täter die Buchhandlung an der Friedrich-Ebert-Straße. Im Verkaufsraum befanden sich zu dieser Zeit der 50-jährige Geschäftsinhaber sowie eine 38 Jahre alte Angestellte. Der Räuber kramte zunächst sehr unbeholfen in seiner Umhängetasche und noch bevor er daraus ein Messer hervorholte erklärte er mit undeutlichen Worten „Kasse auf, machen Sie Kasse auf“. Erst als er seine Aufforderung wiederholte und er die beiden mit dem unterdessen aus der Tasche gezogenen Messer bedrohte, wurde dem 50-Jährigen und der 38-Jährigen bewusst, dass es sich um einen Überfall handelte.

Als die Opfer in der ersten Schrecksekunde nicht sofort reagierten, ging der Räuber, der beim Überfall eine Sonnenbrille trug, selbst zur Kasse, und versuchte sie vergebens zu öffnen. Die 38-jährige Angestellte ergriff daraufhin aus der Auslage ein dickes Buch und versuchte damit den Räuber zu schlagen. Der konnte dem Schlag ausweichen und bemerkte sehr verdutzt: „Das gibt´s doch nicht“. Nachdem ihm der Geschäftsinhaber auch noch einmal erklärte, ihm werde die Kasse nicht geöffnet, flüchtete der Täter unverrichteter Dinge aus dem Laden auf die Friedrich-Ebert-Straße.

Der Räuber wird von den Opfern wie folgt beschrieben:

Mann, ca. 30 Jahre alt, ca. 170 cm groß, schlank, Dreitagebart, vermutlich Deutscher. Er war mit einem dunklen Kapuzenshirt sowie einer dunklen Hose bekleidet. Die Kapuze trug er auf dem Kopf. Ebenfalls trug er eine sehr dunkle Sonnenbrille, durch deren Gläser man die Augenpartie nicht erkennen konnte. Die Brille hatte einen Rahmen, der sich der Kopfform insofern anpasste, dass sich die Augengläser, ähnlich einer Sportbrille, nach hinten biegen ließen.

Er führte eine diagonal zum Oberkörper getragene schwarze Umhängetasche mit einem weißen und einem gelben Streifen mit sich. Es könnte sich um eine Art Sporttasche gehandelt haben.

Das Messer soll eine etwa daumenbreite und ca. 10-15 cm lange Klinge gehabt haben, die beidseitig geschliffen war.

Als der Täter auf die Friedrich-Ebert-Straße lief, befanden sich einige Passanten auf der Straße, die den Mann möglicherweise gesehen haben könnten.

Zeugen, die Hinweise zu dem Räuber geben können, werden gebeten, sich unter 0561-9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden. Die Ermittlungen hat das für Raubdelikte zuständige Kommissariat K 11 der Kasseler Kripo übernommen.

Quelle: Polizeipräsidium Nordhessen – Kassel via BuchMarkt.de

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9 Gedanken zu „Frauenpower: Buchhändlerin schlägt Räuber mit einem Buch in die Flucht

  1. Ich finde die Dame aus der Buchhandlung hat einen Orden verdient.
    Meine Hochachtung hat sie.
    Ich hoffe ihr Chef weis das zu würdigen.

  2. ach hier steckst du! 😉 ja, das finde ich auch. Ich weiß nicht, ob ich mich mit einem Buch gegen ein Messer zur Wehr setzen würde. Aber vielleicht hat sie im Affekt gehandelt….
    LG

  3. Ha, Kassel ist nicht weit weg von uns. Weiß jemand, was das für ein Buch war? Tja, so schwer kann Literatur sein!

  4. mit einem Taschenbuch haett ich’s auch nicht gemacht aber so ein dicker Kunstschmoeker, „coffeetable book“ vielleicht…..

  5. Wir haben in unserem Nachbarort eine kleine Tanstelle, die von einer älteren Dame (weit über 80!) alleine betrieben wird. Sie sitzt jeden Tag am offenen Fenster, und wenn die Leute getankt haben, gehen sie zu ihr und zahlen brav. Hat immer super geklappt. Dann stand einer vor dem Fenster, hat sie mit einer Waffe bedroht und wollte Geld haben. Die Frau ganz cool:“ Nee, Geld kriegste nicht von mir!“ Und hat das Fenster einfach zu gemacht. Der junge Mann, ganz verdutzt, hat schnell das Weite gesucht! Und das ist ihr noch ein oder zweimal passiert. Einmal hat sie zu dem „Gangster“ gesagt: „Junge, geh lieber nach Hause und such dir ne Arbeit“. Das nenne ich Courage UND Frauenpower!!!! Ich weiß nicht, ob ich mich das getraut hätte, aber die gute Frau ist seid Jahren nicht mehr überfallen worden! 😉

  6. Eine Bekannte von mir wurde vor einiger Zeit mal in einem Laden mit einer Pistole bedroht und überfallen. Sie hat sich nie wieder davon erholt und musste umschulen. Ich glaube, es ist nicht einfach in so einer Situation wirklich „mutig“ zu sein. 🙁

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