Deutscher Buchpreis: Blind-Date-Lesung mit AutorIn der Longlist

Deutscher BuchpreisDer †œDeutsche Buchpreis† feiert seinen 5. Geburtstag. Und wie immer haben interessierte Leser die Gelegenheit, einen der Nominierten bei einer Blind-Date-Lesung kennenzulernen.

Ort und Zeitpunkt stehen fest, nur der/die eingeladene Autor/in bleibt bis zuletzt eine Überraschung.

Am 08.09.2009, um 20 Uhr, Dichtung & Wahrheit, Burgstraße 2, München. Der Eintritt beträgt 7 Euro.

Um telefonische Voranmeldung wird gebeten (Tel.: 089 / 23691-390)

Die nominierten Autoren und Autorinnen und ihre Romane in alphabetischer Reihenfolge:

†¢ Sibylle Berg: Der Mann schläft (Hanser, August 2009)

†¢ Mirko Bonné: Wie wir verschwinden (Schöffling & Co., Februar 2009)

†¢ Thomas Glavinic: Das Leben der Wünsche (Hanser, August 2009)

†¢ Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott (Hoffmann und Campe, August 2009)

†¢ Ernst-Wilhelm Händler: Welt aus Glas (Frankfurter Verlagsanstalt, September 2009)

†¢ Anna-Katharina Hahn: Kürzere Tage (Suhrkamp, März 2009)

†¢ Reinhard Jirgl: Die Stille (Hanser, März 2009)

†¢ Brigitte Kronauer: Zwei schwarze Jäger (Klett-Cotta, August 2009)

†¢ Rainer Merkel: Lichtjahre entfernt (S. Fischer, März 2009)

†¢ Terézia Mora: Der einzige Mann auf dem Kontinent (Luchterhand, August 2009)

†¢ Herta Müller: Atemschaukel (Hanser, August 2009)

†¢ Angelika Overath: Flughafenfische (Luchterhand, Mai 2009)

†¢ Norbert Scheuer: Überm Rauschen (C. H. Beck, Juni 2009)

†¢ Kathrin Schmidt: Du stirbst nicht (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2009)

†¢ Clemens J. Setz: Die Frequenzen (Residenz, Februar 2009)

†¢ Peter Stamm: Sieben Jahre (S. Fischer, August 2009)

†¢ Thomas Stangl: Was kommt (Droschl, Januar 2009)

†¢ Stephan Thome: Grenzgang (Suhrkamp, August 2009)

†¢ David Wagner: Vier Äpfel (Rowohlt, September 2009)

†¢ Norbert Zähringer: Einer von vielen (Rowohlt, Juli 2009)

Quelle: literatur-muenchen.de

BücherFrauen: 9. Münchner LiteraturBrunch am 13.09.2009

MünchnerBücherFrauen

Unter dem Motto „Frauen schreiben Geschichte – Historische Romane Münchner Autorinnen“ findet am Sonntag, den 13.09.2009, der 9. LiteraturBrunch der Münchner BücherFrauen statt. Es lesen und diskutieren die Münchner Autorinnen Monika Bittl, Simone Neumann und Brigitte Riebe. Die Moderation übernimmt Meike Frese. Meike Frese ist seit 2007 Städtesprecherin der Münchner BücherFrauen.

Einlass zum Brunch ab 10.30 Uhr, Beginn der Lesung um 12 Uhr im Vereinsheim, Occamstr. 8, 80802 München. Der Eintritt für die Lesung beträgt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro.

Monika BittlMonika Bittl, geboren 1963 in Beilngries, arbeitete nach dem Abitur als Volontärin bei einer Tageszeitung. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Sizilien studierte sie in München Germanistik und Psychologie und erhielt ein Stipendium der Filmhochschule München. Seit 1993 lebt sie als freie Autorin mit Mann und Kind in München. Monika Bittl ist Roman- und Drehbuchautorin und lehrt „Drehbuch und Dramaturgie“ an der HFF in München sowie am Institut „Jugend Film Fernsehen“.

BergwehenSie liest aus ihrem historischen Roman Bergwehen, der 2008  bei Droemer erschienen ist und jetzt verfilmt wird. Die Dreharbeiten zu ihrem Buch werden voraussichtlich noch dieses Jahr abgeschlossen.

Kurzbeschreibung
München 1811: Lucilie Vinzenz gehört zu den Hebammen, die sich nicht damit abfinden wollen, dass bei einer Geburt Mutter und Kind häufig sterben. Ständig erweitert sie ihr Wissen, gibt es an die Frauen weiter und achtet streng auf Hygiene. Allerdings bringt sie damit Ärzte und Kirchenherren gegen sich auf. Was muss das Weib andere Weiber aufwiegeln gegen die gottgegebene Ordnung? Als man eine Intrige gegen sie spinnt, flieht sie in ihr Heimatdorf, an den Ort, der ihr Schutz gewährt. Die Rückkehr ist auch eine Reise in die Vergangenheit: Als junge Frau war sie schwanger geworden und von ihrem Vater dafür grausam bestraft worden. Mit ihm, der ihr damals das Kind wegnahm, hat sie seither nie wieder ein Wort gewechselt. Ausgerechnet hier trifft sie auf einen Gleichgesinnten, den Dorfarzt Denaro. Sie verlieben sich ineinander – doch dann muss Lucilie erfahren, dass er auf schreckliche Weise mit ihrer Vergangenheit verknüpft ist …

Simone MüllerSimone Neumann, geboren 1977 in Höxter, verbrachte ihre Kindheit und Jugend im idyllischen Weserbergland. Schon während ihres Studiums der Geschichte und Slavistik in Köln führte sie ihr Weg in die Buchbranche. Nach dem Examen arbeitete sie als Lektorin bei arsEdition in München. Seit der Geburt ihrer beiden Kinder hat Simone Neumann ihren Arbeitsplatz nach Hause, in den Osten Münchens, verlegt, wo sie als freie Redakteurin und Autorin tätig ist und sich endlich ihren Jugendtraum erfüllen kann †“ das Schreiben historischer Romane.

Des Teufels SanduhrSie liest aus ihrem Debütroman Des Teufels Sanduhr, der 2009 im Goldmann Verlag erschienen ist.

Kurzbeschreibung
Marketenderinnen, Opfer von Hexenprozessen und ein unheimlicher Frauenmörder.
Mord im Schatten des Dreißigjährigen Krieges: Auf der Suche nach der Wahrheit gerät eine junge Frau zwischen die Fronten der Mächtigen.
Westfalen im Dreißigjährigen Krieg. Die junge Anna Pippel hat alles verloren und schließt sich dem Tross eines Heeres an. Dort findet die schüchterne Frau in der resoluten Marketenderin Liese Kroll und dem kauzigen Geschichtenerzähler Hans Mergel eine neue Familie. Doch im Umfeld des Heeres ereignen sich brutale Frauenmorde. Schnell sucht man einen Schuldigen und bezichtigt Liese, Anna und Mergel der Hexerei. Liese wird hingerichtet, Anna und Mergel werden aus dem Tross vertrieben. Aber das Morden geht weiter – und der Mörder ist immer in Annas Nähe … Ein üppiger, farbenprächtiger und höchst spannender historischer Roman.

Brigitte RiebeBrigitte Riebe, geboren 1953 in München, promovierte in Geschichte. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als Museumspädagogin und anschließend als Lektorin in verschiedenen Verlagen. Seit 1990 lebt sie als freie Schriftstellerin in München und verfasst u.a. moderne Gesellschaftsromane und Krimis. Den Schwerpunkt ihrer Arbeit bilden historische Romane, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, u.a. ins Französische, Portugiesische, Niederländische, Griechische, Türkische, Tschechische, Kroatische und Russische.

Liebe ist ein Kleid aus Feuer1Sie liest aus Liebe ist ein Kleid aus Feuer, erschienen 2006 im Diana Verlag.

Kurzbeschreibung
Ein grandioser Roman über die erste deutsche Dichterin des Mittelalters.
Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Eila, die amazonengleiche Tochter des Ritters Raymund von Scharzfels, und Roswitha, die schon als Kind seltsame, in die Zukunft weisende Träume hat und später als die Dichterin Roswitha von Gandersheim in die Geschichte eingehen wird. Brigitte Riebe ist die Garantin für spannende und kluge historische Romane.
Klappentext
„Steht man weniger auf das Brachiale, dafür mehr auf Atmosphäre liegt man bei Brigitte Riebe goldrichtig. Neben Erzählstil und zum Teil unverbrauchten Handlungssträngen weiß sie als promovierte Historikerin zu überzeugen, ohne ständig ihr Wissen aufdrängen zu wollen.“ Oberhessische Presse, Marburg
„Die promovierte Historikerin Riebe überzeugt wieder mit einem solide recherchierten Hintergrund und einer spannenden Geschichte, die sie mit viel Schwung auszumalen versteht. Mit dem leicht zu lesenden Roman der Münchnerin lassen sich lange Herbstabende gut überstehen.“ Badische Neueste Nachrichten
„So sehr Brigitte Riebe von Buch zu Buch durch die Jahrhunderte zappt, eines bleibt immer gleich: Die Hauptfiguren sind stets weiblich. „Mit Frauen kenne ich mich einfach besser aus“, meint die Autorin.“ Süddeutsche Zeitung

Die Veranstaltung wird von den Verlagen Diana, Droemer und Goldmann, der Allianzvertretung Andreas Mayr und der Literarischen Agentur Silke Weniger in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München unterstützt.

Quellen: BücherFrauen e.V.

Leon de Winter liest aus Das Recht auf Rückkehr im Literaturhaus München

Das Recht auf Rückkehr1Am Montag, den 14.09.2009, findet um 20 Uhr im Literaturhaus München eine Lesung mit Leon de Winter aus seinem neuen Roman Das Recht auf Rückkehr statt. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Die Karten können telefonisch im Literaturhaus unter der Rufnummer 089 / 291 934 27 reserviert werden.

Einführung und Gespräch: Henryk M. Broder

Der neue, in den Niederlanden groß gefeierte Roman von Leon de Winter (Diogenes Verlag, Deutsch von Hanni Ehlers) spielt im Tel Aviv des Jahres 2024. Israel ist auf einen streng gesicherten Stadtstaat zusammengeschrumpft. Bram Mannheim ist einer von jenen, die geblieben sind. Er betreibt eine Agentur, die nach verschwundenen Kindern sucht. Auch sein Sohn Bennie verschwand aus heiterem Himmel. Als eine Welle von Selbstmordanschlägen das winzige Land erschüttert, entdeckt er, dass sich dahinter ein ungeheuerliches Geheimnis verbirgt und dass das Verschwinden seines Sohnes durchaus mit Weltpolitik zu tun haben könnte. Er tut alles, um seinen Jungen wiederzubekommen.

Kurzbeschreibung
Als der vierjährige Bennie spurlos verschwindet, denkt sein Vater, Bram Mannheim, erst an einen Unfall, dann an ein Verbrechen. Dass das Verschwinden des Jungen mit Weltpolitik zu tun haben könnte, entdeckt er erst sechzehn Jahre später. Und er tut alles, um seinen Sohn wiederzubekommen.

Die gebundene Ausgabe umfasst 549 Seiten und ist am 25.08.2009 bei Diogenes erschienen.

Über den Autor
Leon de Winter wurde 1954 in ’s-Hertogenbosch als Sohn niederländischer Juden geboren und begann als Teenager, nach dem Tod seines Vaters, zu schreiben. Er arbeitet seit 1976 als freier Schriftsteller und Filmemacher in Holland und den Vereinigten Staaten. Einige seiner Romane wurden für Kino und Fernsehen verfilmt, so z.B. „Der Himmel von Hollywood“ unter der Regie von Sönke Wortmann. Leon de Winter erhielt 2002 den „Welt“-Literaturpreis. 2006 wird ihm die Buber-Rosenzweig-Medaille verliehen.

Veranstalter: Diogenes Verlag, Literaturhandlung, Stiftung Literaturhaus

Im Namen der Lüge von David Ellis

Im Namen der LügeIm Namen der Lüge von David Ellis erschien in der USA 2005 unter dem Titel In the Company of Liars.

Für seinen Debütroman Line of Vision erhielt David Ellis 2002 den Edgar-Allan-Poe-Award. In Gottes Namen (Eye of the Beholder, 2007) schaffte es  2008  in die deutschen Bestsellerlisten.

Mit Im Namen der Lüge hat David Ellis einen völlig neuartigen Thriller geschrieben. Er rollt die Geschichte komplett von hinten auf. Nach eigenen Angaben war er schon immer fasziniert von Zaubertricks. Bei einem Zaubertrick sieht man zwar wie das Kaninchen aus dem Hut erscheint, wie der Trick jedoch funktioniert, bleibt ein Geheimnis. So kam er auf die Idee seinen Thriller „rückwärts“ zu schreiben. Als Leser stellt man Vermutungen über den Ablauf der Geschichte an, hier bekommt man ein rätselhaftes Ende am Anfang präsentiert – den Tod von Allison Pagone.

Kurzbeschreibung
Allison Pagone war eine erfolgreiche Autorin, jetzt ist sie tot. Wurde sie ermordet? Je tiefer das FBI in ihre Vergangenheit eintaucht, umso mehr Ungereimtheiten ergeben sich. Könnte ihr Liebhaber etwas mit dem brisanten Todesfall zu tun haben? Stück für Stück entfaltet sich ein Minenfeld aus Intrigen, Verrat und kaltblütiger Berechnung, das bis in die Spitzen des weltweiten Terrorismus reicht.

„Dieser zweite Thriller überragt seit langem alles was ich gelesen habe“, schreibt eine Rezensentin auf Büchereule.de

Leseprobe © Copyright Heyne Verlag
Samstag, 5. Juni
McCoy dringt als Erste in das Haus ein. Sie hört den Mann durch den Flur rennen, seine nackten Füße klatschen über das blanke Parkett. „Hinteres Schlafzimmer“, zischt ihr ein Teammitglied über Headset ins Ohr. Der Beamte ist auf der Rückseite des Hauses postiert, wo er durchs Küchenfenster späht und den Fluchtweg abriegelt.In ihrem unmittelbaren Gefolge stürmt ein Team von acht FBI-Beamten das Haus, doch niemand ist vor McCoy im Flur. Den Rücken flach an die Wand gepresst, die Glock im Anschlag, bewegt sie sich auf die Schlafzimmertür zu. Sie lauscht. Über das Getrappel ihrer Leute hinweg kann sie ein dumpfes Schluchzen vernehmen. Rasch streckt sie den Arm aus und drückt die Klinke. Die Tür öffnet sich einen Spalt. McCoy stößt sie mit dem Fuß weiter auf, wirbelt herum und zielt mit der Waffe in den Raum. Das Bild, das sich ihr bietet, entspricht in etwa dem, was sie erwartet hat.Er steht am anderen Ende des Schlafzimmers, zwischen einer Art begehbarem Wandschrank und der Badtür. Ein breites Doppelbett trennt McCoy von dem Mann.McCoy hebt in ihrem Rücken die Hand, ihre Leute im Flur verharren regungslos, dann kehrt ihre Hand an die Glock zurück.“Legen Sie die Waffe weg, Doktor“, befiehlt sie.Doktor Lomas ist ein gebrochener Mann, nur noch ein Schatten der stolzen Persönlichkeit, die sie auf den Hochglanzfotos der Firmenbroschüren gesehen hat. Sie unterdrückt den instinktiven Impuls, ihn als bloßes Opfer zu betrachten, auch wenn er in gewisser Hinsicht genau das ist, ein Opfer. So wie er jetzt vor ihr steht, mit nackten Füßen, in Boxershorts und zerknittertem, verschwitztem T-Shirt, mit schütterem Haar und ausgemergelten Gliedern, erkennt sie in ihm nur mit Mühe den genialen Wissenschaftler wieder.Der Doktor schluchzt inzwischen hemmungslos, sein Brustkasten bebt, Tränen laufen ihm über die Wangen. Und obwohl es zu ihrem Job gehört, in menschliche Abgründe zu blicken und immer wieder mitzuerleben, wie Existenzen in sich zusammenbrechen, hat sie es doch nur selten mit jemandem zu tun, der sich eine Pistole an die Schläfe presst.McCoy hört, wie ein Beamter hinter ihr einen Rettungswagen anfordert. Andere durchsuchen das Haus, treten die Türen von Zimmern und Schränken ein.“Ich wusste ja nicht …“, stammelt Lomas zwischen Weinkrämpfen und verrät damit lediglich, dass er sehr wohl Bescheid wusste oder doch zumindest etwas vermutet hat. „Ich hatte . ich hatte ja keine Ahnung.““Ich glaube Ihnen, Doktor“, sagt sie ruhig. „Legen sie die Waffe aufs Bett und lassen Sie uns reden.“ „Sie werden mich töten“, sagt er.Und damit meint er nicht die FBI-Agenten, die momentan sein Haus durchstöbern. McCoy weiß das. Und Doktor Lomas weiß, dass sie es weiß.“Sie können Ihnen nichts mehr anhaben, Doktor. Wir haben sie alle geschnappt. Sie sind der Letzte.“Er scheint nicht zuzuhören. Die Angst vor dem Tod ist ganz offensichtlich nicht seine größte Sorge. Was seine Brust zum Beben und seinen Arm zum Zittern bringt, so dass er kaum die Pistole gegen den Schädel halten kann, sind nicht die gegenwärtigen, sondern die bereits vergangenen Schrecken.Im Fernseher auf der dunklen Eichenkommode laufen die Nachrichten. Der Text am unteren Bildrand verkündet: „Muhsin al-Bakhari gefasst!“ Reporter berichten live aus dem Norden des Sudan, Kameras zeigen den Schauplatz eines Angriffs auf einen Terroristen-Konvoi, bei dem die „Nummer zwei“ der Befreiungsfront gefasst wurde.“Wissen Sie, warum wir Sie als Letzten verhaften?“, fragt McCoy so gelassen wie möglich. „Weil wir Sie nicht als große Gefahr betrachten. Sie sind kein böser Mensch. Wir wissen, Sie wurden getäuscht.“ McCoy deutet auf den Bildschirm. „Sehen Sie das, Doktor? Sehen Sie, dass wir Mushi erwischt haben?“Doktor Lomas blinzelt, als überrasche ihn der plötzliche Themenwechsel. Selbstmorde sind häufig die Folge gedanklicher Einbahnstraßen. Menschen erkennen ihren letzten Ausweg darin, sich eine Kugel in den Kopf zu jagen oder die Pulsadern aufzuschneiden. Eine mögliche Rettung besteht darin, ihren Tunnelblick zu weiten, sie abzulenken, bis sie wieder einen klaren Gedanken fassen können.“Na und?“, stößt er mit krächzender Stimme hervor. Sein Finger krümmt sich um den Abzug.Er ist kaum fünf Schritte von McCoy entfernt, aber das Bett unterbindet jeden Versuch, ihn blitzartig außer Gefecht zu setzen. Wenn dieser Kerl partout sterben will, wird sie es nicht verhindern können.“Mag sein, dass Sie Ihren Teil dazu beigetragen haben.“ McCoy nickt und deutet dann wieder in Richtung Bildschirm. „Aber was ist mit den Hauptübeltätern?““Die …?“ Lomas‘ Gesicht verzerrt sich zu einer zittrigen Grimmasse, und sein schiefer Mund formt mühsam dieWorte: „Für die . für die war das alles bestimmt? Für Terroristen?““Wir konnten noch rechtzeitig einschreiten“, beruhigt McCoy ihn rasch. „Die Formel ist in unseren Händen. Es ist vorbei, Doktor. Niemand ist zu Schaden gekommen.““Allison Pagone“, jammert er. „Ich bin schuld an ihrem Tod. Ich wusste, es war kein Selbstmord“, fügt er leise hinzu. „Die haben sie ermordet.“ Erneut beginnt sein ganzer Körper zu beben, als würde er von Stromstößen durchzuckt.“Hören Sie, Doktor, Allison Pagone .““Keinen Schritt näher.“ Lomas weicht zurück und stößt dabei gegen die Wand. Durch den Aufprall wird sein Ellbogen nach unten gedrückt, die Waffe rutscht von seiner Schläfe, und die Mündung zeigt für einen Moment zur Decke.McCoy feuert einmal, direkt in das Nervengeflecht oberhalb seines rechten Schlüsselbeins. Die Pistole fliegt ihm aus der Hand, poltert zu Boden und bleibt innerhalb des Wandschranks liegen. Der Schuss in den Armnerv hat zwei große Vorteile: Der Getroffene kann keine Waffe mehr halten; und Schulterverletzungen heilen zumeist ohne bleibende Schäden, während ein Schuss in die Hand diese womöglich für immer unbrauchbar macht.Gleich darauf ist sie über ihm, während er langsam zu Boden sinkt. Lomas unternimmt keinen Versuch, seine Waffe zu erreichen. Nicht einmal die Wunde scheint er richtig zu bemerken.

Über den Autor
David Ellis machte 1993 an der Northwestern Law School seinen Abschluss und arbeitet heute in Chicago als Anwalt mit Schwerpunkt Verfassungsrecht. Für seinen Debütroman „Line of Vision“ erhielt er 2002 den Edgar-Allan-Poe-Award. David Ellis lebt mit seiner Frau, einer Tochter und zwei Hunden in Springfield, Illinois.

Das Taschenbuch umfasst 432 Seiten und ist am 20.08.2009  im Heyne Verlag erschienen. Es ist für 8,95 Euro im Handel erhältlich.

KrimiWelt-Bestenliste September 2009

Platz 1 : Dunkle Schuld von James Sallis

dunkle-schuldKurzbeschreibung
Eigentlich hatte sich Ex-Cop Turner in das kleine Provinzkaff Cypress Grove zurückgezogen, um sein altes Leben hinter sich zu lassen. Doch als der unerfahrene Sheriff des Ortes mit einem Ritualmord konfrontiert wird, bittet er den Außenseiter um Hilfe. Ein Mann wurde gepfählt und als gekreuzigte Vogelscheuche aufgebaut. Turner nimmt die Ermittlungen auf und gewinnt nicht nur neue Freunde, sondern muss sich letztlich auch seiner Vergangenheit und damit sich selbst stellen.
Der Auftakt einer neuen Krimi-Trilogie.
„Ein meisterhaft komponierter Roman.“ Boston Globe
„Ein Krimi zum Genießen.“ Los Angeles Times Book Review
„Sallis einzigartiger Stil hebt ihn meilenweit über das Gros der Thrillerautoren hinaus.“ Seattle Times

Platz 2 : Das Geld war schmutzig von Richard Stark

das-geld-war-schmutzigKurzbeschreibung
Als Touristen getarnt, die den herbstlichen Laubwald Neuenglands bewundern, logieren Parker und seine Freundin in einer Pension in der Nähe der verlassenen Kirche, wo die bei einem Banküberfall erbeuteten Millionen versteckt sind. Aber in der Zwischenzeit ist Dalesia, einer von Parkers Kumpeln, ausgebrochen, es wimmelt in der Gegend von Polizisten, Parkers Konterfei hängt überall aus, und eine Kopfgeldjägerin möchte sich ihre Prämie verdienen. Mit einem riskanten Plan kommen sie an die Beute und ziehen vor den Augen der Polizei mit dem Geld ab, jetzt getarnt als Mitglieder einer obskuren „Erlöserkirche“. Aber dann tritt eine andere Bande auf den Plan und will ihnen die Beute abnehmen. Nach „Fragen Sie den Papagei“ und „Keiner rennt für immer“ ist dies der nächste Thriller, der den faszinierend coolen Helden Parker in Hochform zeigt.

Platz 3 : Kalter Verrat von Reggie Nadelson

kalter-verratKurzbeschreibung
Der russischstämmige Cop Artie Cohen bekommt Besuch von seinem Neffen Billy. Nur drei Jahre zuvor wegen Mordes in eine Besserungsanstalt abgeschoben, ist aus Billy ein charmanter junger Mann geworden. Doch nicht alle heißen ihn in der russischen Gemeinde willkommen. Um Billy wieder loszuwerden, schrecken seine Feinde auch vor Gewalt nicht zurück. Als dann die Leichen zweier junger Mädchen auftauchen, die an den schrecklichen Mordfall von damals erinnern, gerät Artie immer mehr unter Druck †“ und selbst ins Zweifeln. Wem kann er noch trauen?
Reggie Nadelson wurde in Greenwich Village geboren und lebt heute als Dokumentarfilmerin und Schriftstellerin in New York und London. Mit »Kalter Verrat« liegt nach »Russische Verwandte« und »Rote Wasser« (alle bei Piper) ein neuer packender Kriminalroman um den Kultermittler Artie Cohen auf Deutsch vor.

Platz 4 : Jack Taylor fliegt raus von Ken Bruen

Jack Tylor fliegt rausKurzbeschreibung
Deshalb fällt es mir auch schwer, hier nur von einem Krimi zu reden. Es handelt sich vielmehr um ein zartes Meisterwerk, in dem ein bisschen gemordet wird.  James Crumley
Als Polizist lauert Jack Taylor nur mit einer Thermoskanne voll Brandy mit einem Schuss Kaffee bewaffnet Verkehrssündern auf. Als ein schwarzer Mercedes an ihm vorüberrauscht, hält er den Wagen an. Das Rückfenster gleitet nach unten. Auf der Bank sitzt ein hoher Regierungsbeamter des Finanzministeriums. Und Jack schlägt zu.
Daraufhin fliegt Taylor raus. Und macht als Privatdetektiv weiter. Er bezieht sein neues Büro im Grogan’s, dem einzigen Pub in Galway, in dem er noch nie Hausverbot hatte. Eigentlich ein ernsthafter Ort für ernsthaftes Trinken. Doch schon bald hat Jack seinen ersten Fall an der Backe.

Platz 5 : Der Brenner und der liebe Gott von Wolf Haas

Der Brenner und der liebe GottKurzbeschreibung
Nach dem Sensationserfolg »Das Wetter vor 15 Jahre« ein neuer Brenner-Roman von Wolf Haas.
Der Brenner, Expolizist und Exdetektiv, hat endlich einen guten Job gefunden. Noch nie im Leben hat er sich so wohlgefühlt. Aber es wäre nicht der Brenner, wenn es lange dauern würde, bis wieder was passiert. So sorgt eine Tafel Schokolade für eine Kettenreaktion, an deren Ende sieben Begräbnisse stehen.
„Dank Simon Brenner ist Wolf Haas einer der meistprämierten deutschsprachigen Krimiautoren, gefeiert von der Literaturkritik und von den Lesern kultisch verehrt.“ (Joachim Kronsbein, Der Spiegel)

Platz 6 : Das Netzwerk von David Ignatius

Das NetzwerkKurzbeschreibung
Der neue Thriller des CIA-Experten David Ignatius!
Ein grandioser Agenten-Thriller in der Tradition von John le CarréCIA-Agent Edward Stone liebt Alleingänge. Zum Beispiel inoffizielle Operationen, die die südlichen Sowjetrepubliken destabilisieren sollen. Doch diesmal geht er offenbar zu weit, das Netzwerk fliegt auf. Stone und seine beiden außerdienstlichen Mitarbeiter, Anna Barnes und Alan Taylor, müssen sich plötzlich ohne den Schutz der Agency im Feindgebiet durchschlagen. Und sich Gegnern stellen, die weder gesetzliche noch moralische Grenzen kennen.

Platz 7 : Totsein verjährt nicht von Friedrich Ani

Totsein verjährt nichtKurzbeschreibung
Am 8. April 2002 wird die achtjährige Scarlett Peters zum letzten Mal gesehen. Drei Jahre danach wird Jonathan Krumbholz, ein vierundzwanzigjähriger, geistig zurückgebliebener Mann, wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Sechs Jahre später bekommt Polonius Fischer, Kommissar bei der Mordkommission in München, von einem Schulfreund der Verschwundenen einen Brief. Er will Scarlett auf der Straße erkannt haben. Ist dem Zeugen zu trauen? Ist Scarlett gar nicht tot – obwohl ihre Mutter für sie ein Grab auf dem Neuen Südfriedhof gekauft hat? Hat die Polizei sich geirrt? Friedrich Ani erzählt in seinem Kriminalroman mit atemloser Spannung die Geschichte eines realen Falles, der alle Sicherheiten in Frage stellt. Polonius Fischer ist zutiefst irritiert: Haben seine Kollegen wissentlich nach einem Sündenbock für einen Mord gesucht, um einen Fall abzuschließen, der die Öffentlichkeit bewegt hat wie kein zweiter?

Platz 7 : Gott schütze Amerika von Warren Ellis

Gott schütze AmerikaKurzbeschreibung
Willkommen zu einem Roman, wie Sie ihn noch nie gelesen haben! Ein Buch, bei dem das Prädikat KULT groß geschrieben wird. Und das perfekt zu einer Zeit er scheint, in der sich Amerika im Wandel befindet. „Gott schütze Amerika“ ist ein gnadenlos wilder Mix aus Krimi und durchgeknallter Gesellschaftssatire, wenn Sie so wollen Raymond Chandler meets Douglas Adams. Ein Privatdetektiv erhält vom Stabschef des Präsidenten den Auftrag, die »Geheime Verfassung« des Landes aufzuspüren. Mit ihr will sie den moralischen Verfall des Landes aufhalten. Freuen Sie sich auf eine unvergessliche Reise durch die Abgründe Amerikas.
„Ein herzzerschredderndes Werk voll derber Brillanz, das herrlich alle Detektivklischees auf die Schippe nimmt.“ (Los Angeles Times Book Review)

Platz 8 : Totengleich von Tana French

TotengleichKurzbeschreibung
Dem Tod wie aus dem Gesicht geschnitten
Als die junge Polizistin Cassie Maddox in ein verfallenes Cottage außerhalb von Dublin gerufen wird, schaut sie ins Gesicht des Todes wie in einen Spiegel: Die Ermordete gleicht ihr bis aufs Haar. Wer ist diese Frau? Wer hat sie niedergestochen? Und hätte eigentlich Cassie selbst sterben sollen? Keine Spuren und Hinweise sind zu finden, und bald bleibt nur eine Möglichkeit: Cassie Maddox muss in die Haut der Toten schlüpfen, um den Mörder zu finden. Ein ungeheuerliches Spiel beginnt.
»Ich kannte sie von irgendwoher, hatte das Gesicht schon tausendmal gesehen. Dann trat ich einen Schritt vor, um genauer hinzuschauen, und die ganze Welt verstummte, gefror, während Dunkelheit von allen Seiten herantobte und in der Mitte gleißend weiß nur das Gesicht der jungen Frau blieb, denn das war ich.«

Platz 9 : Schlaf ein, mein Kind von Andrew Brown

Schlaf ein, mein KindKurzbeschreibung
Wer die Wahrheit sucht, muss sich der Vergangenheit stellen … Stellenbosch, Südafrika: Im Fluss treibt die Leiche einer jungen Weißen. Die Öffentlichkeit hat den Täter schnell ausgemacht: Ein illegaler Einwanderer aus Burundi soll die Tat begangen haben. Doch was hat es mit den geheimnisvollen, bedrohlichen Schlafliedern auf sich, die Melanie gesammelt hat? Wusste sie um die Gefahr, in der sie sich befand? Und weshalb fehlt eine Seite aus ihrem Notizbuch? Detective Eberard Februarie, eigentlich damit beschäftigt, seine persönlichen Angelegenheiten zu regeln, lässt der Fall keine Ruhe. Und gemeinsam mit der resoluten Polizeianwärterin Xoliswa stößt er auf ein Ereignis, das tief in die verwobene Geschichte Südafrikas zurückreicht – und das noch immer lange Schatten wirft …

uelle: arte tV