Codex Sinaiticus – älteste Bibel-Handschrift erstmals online

coex-sinaiticus

Teile der ältesten erhaltenen Bibel-Handschrift, des Codex Sinaiticus, wurden erstmals ins Netz gestellt. Die British Library in London und die Universitätsbibliothek Leipzig teilten dies am 06.07.2009 mit.

Forscher aus Deutschland, Großbritannien, Russland und Ägypten haben das mehr als 1600 Jahre alte griechische Manuskript aufgearbeitet. Nun sind rund 800 der 1460 Seiten auf Codex-Sinaiticus.net einsehbar. Die Originale befinden sich in der Universitätsbibliothek Leipzig, der British Library, dem St. Katharinenkloster auf dem ägyptischen Sinai und in der russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg.

Das Codex-Sinaiticus-Projekt umfasst hauptsächlich die historische Forschung, die Konservierung, die Digitalisierung, die Transkription und die Verbreitung.

Teile des Buches Ester wurden bereits ins Deutsche übersetzt. Das Buch Ester ist in beiden heiligen Schriftsammlungen, der hebräischen Bibel und dem christlichen Alten Testament, enthalten.

ester1:1h
1:1 h Und das ganze gerechte Volk überfiel ein Schrecken, da sie ihr eigenes Unglück befürchteten und darauf vorbereitet waren, vernichtet zu werden.

1i απο δε τηϲ βοηϲ αυτων εγενετο ωϲανʼ απο μικραϲ πηγηϲ ποταμοϲ μεγαϲ ϋδωρ πολυ
1 i Und sie riefen zu Gott. Aus ihrem Rufen entstand gleichsam wie aus einer kleinen Quelle ein großer Strom, viel Wasser;

1k φωτοϲ ο ηλιοϲ ανετιλεν και οι ταπινοι ϋψωθηϲαν και κατεφαγον τουϲ ενδοξουϲ ·
1 k Licht. Die Sonne erschien, und die Demütigen wurden erhöht und verzehrten die Angesehenen.

1l και διεγερθειϲ μαρδοχαιοϲ ο εωρακωϲ το ενϋπνιον τουτο και τι ο θϲ βεβουλευται ποιηϲαι · ειχεν αυτο εν τη καρδια ┬ εν παντι λογω ηθελεν επιγνουναι αυτον εωϲ τηϲ νυκτοϲ
1 l Und als Mardochaios, der dieses Traumgesicht gesehen hatte und das, was Gott zu tun beschlossen, erwachte, erwog er dies in (seinem) Herzen (und) wollte es in Bezug auf jedes Detail begreifen bis zur Nacht.

1m και ηϲυχαϲεν μαρδοχαιοϲ εν τη αυλη μετα γαβαθα · και θαρα των δυο ευνουχω του βαϲιλεωϲ των φυλαϲϲοντων τη αυλην
1 m Und Mardochaios ruhte im Hof zusammen mit Gabatha und Tharra, den beiden Eunuchen des Königs, die den Hof bewachten, aus.

1n ηκουϲε τε αυτων · τουϲ λογιϲμουϲ και ταϲ μεριμναϲ αυτων εξηραυνηϲεν και εμαθεν · οτι ετοιμαζουϲι ταϲ χιραϲ επιβαλιν αρταξερξει τω βαϲιλει · και ϋπεδιξεν τω βαϲιλει περι αυτων ·
1 n Er hörte er aber ihre Pläne und erforschte ihre Absichten und erfuhr er, dass sie bereit waren, an König Artaxerxes Hand anzulegen. Und er erstattete Anzeige gegen sie beim König.

1o κ(αι) εξηταϲεν ο βαϲιλευϲ τουϲ δυο ευνουχουϲ · και ομολογηϲαντεϲ εξηχθηϲαν ·
1 o Der König verhörte die beiden Eunuchen. Und als sie gestanden, wurden sie abgeführt.

1p και εγραψεν ο βαϲιλευϲ τουϲ λογουϲ τουτουϲ ειϲ μνημοϲυνο · και μαρδοχαιοϲ εγραψεν περι τω λογων τουτων ·
1 p Und der König schrieb diese Geschehnisse als Erinnerungszeichen auf, und (auch) Mardochaios schrieb bezüglich dieser Geschehnisse.

1q κ(αι) επεταξεν ο βαϲιλευϲ μαρδοχαιω θεραπευειν εν τη αυλη · και εδωκεν αυτω δοματα περι τουτων
1 q Und der König gab Mardochaios die Anordnung, am Hof Dienst zu tun, und er gab ihm diesbezüglich Geschenke.

1r και ηνʼ αμαν · αμαδαθου . βουγαιοϲ . ενδοξοϲ ενωπιον του βαϲιλεωϲ και εζητηϲεν κακοποιηϲαι τον μαρδοχαιον και τον λαο αυτου ϋπερ των δυο ευνουχων του βαϲιλεωϲ :
1 r Und Haman , (Sohn des) Hamadathos , der Prahlhans , war beim König angesehen. Und er suchte Mardochaios und seinem Volk wegen der beiden Eunuchen des Königs Böses zu tun.

1s και εγενετο μετα τουϲ λογουϲ τουτουϲ · εν ταιϲ ημεραιϲ αρταξερξου ουτοϲ ο αρταξερξηϲ · απο τηϲ ϊνδικηϲ ┬ εκατον εικοϲι επτα χωρων εκρατηϲε ·
1 s Und es geschah nach diesen Geschehnissen, in den Tagen des Artaxerxes †“ dieser Artaxerxes herrschte von Indien an über 127 Länder †“

2 εν αυταιϲ ταιϲ ημεραιϲ οτε εθρονιϲθη ┬ εν ϲουϲοιϲ τη πολει
2 in jenen Tagen, als er in der Stadt Susa inthronisiert worden war,

3 εν τω τριτω ετει βαϲιλευοντοϲ αυτου δοχην εποιηϲεν τοιϲ φιλοιϲ και τοιϲ λοιποιϲ εθνεϲι · και τοιϲ περϲων · και μηδων . ενδοξοιϲ και τοιϲ αρχουϲι των ϲατραπῶν
3 im dritten Jahr seiner Regierung, dass er ein Mahl für die Freunde und die übrigen Völker und die Angesehenen der Perser und Meder und die Obersten der Satrapen veranstaltete.

4 και μετα ταυτα ┬ το δειξαι αυτοιϲ τον πλουτον τηϲ βαϲιλειαϲ αυτου · και την δοξαν τηϲ ευφροϲυνηϲ και του πλουτου αυτου επι ημεραϲ εκατον ογδοηκοντα ·
4 Und danach, als er ihnen den Reichtum seines Königreiches gezeigt hatte und den Glanz der Freude und seines Reichtums 180 Tage lang,

5 οτε δε ανεπληρωθηϲαν αι ημεραι του γαμου εποιηϲεν ο βαϲιλευϲ ποτον τοιϲ εθνεϲιν τοιϲ ευρεθειϲι ειϲ την πολιν ┬ επι ημεραϲ εξʼ εν αυλη του οικου του βαϲιλεωϲ
5 als die Tage der Hochzeit vollendet waren, da veranstaltete der König ein Trinkgelage für die Völker, die sich in der Stadt befanden, sechs Tage lang in einem Hof des Königshauses,

6 κεκοϲμημενω βυϲϲινοιϲ και καρπαϲιμοιϲ τεταγμενοιϲ επι ϲχυνιοιϲ βυϲϲινοιϲ · και πορφυροιϲ επι κυβοιϲ χρυϲοιϲ · και αργυροιϲ επι ϲτυλοιϲ παρινοιϲ · και λιθινοιϲ · κλιναι χρυϲοιϲ και αργυροιϲ επι λιθοϲτρωτουϲ̣ ϲαμαραγδιτου λιθου και πινινου λιθου και ϲτρωμναι επιφανιϲ ποικιλωϲ διηνθιϲμεναι κυκλω ροδα πεπλαϲμενα ·
6 der geschmückt war mit Byssusleinen und Flachs, aufgespannt an Stricken aus Byssus und Purpur über goldenen und silbernen Würfeln an Säulen aus parischem Marmor und aus Stein. Ruhebetten aus Golden und Silber (standen da) auf einem Fußboden aus Smaragdstein und Perlmutt und Marmorstein, und (es gab) herrliche Teppiche, mit kunstvollem Blumenmuster, zu einem Kreis geformte Rosen.

7 ποτηρια χρυϲα και αργυρα και ανθρακιον · κυλικινον προκειμενον · απο ταλαντων τριϲμυριων · ┬ οινοϲ πολυϲ και ηδυϲ · ον αυτοϲ ο βαϲιλευϲ επινεν ·
7 Goldene und silberne Trinkgefäße und ein Pokal aus Rubin von dreißigtausend Talenten waren vorhanden; viel guter Wein, den der König selbst trank.

8 ο δε ποτοϲ ουτοϲ κατα προκιμενον νομο εγενετο · ουτω δε ηθεληϲεν ο βαϲιλευϲ · και επεταξε τοιϲ οικονομοιϲ ποιηϲαι το θελημα αυτου και των ανθρωπων :
8 Dieses Trinkgelage aber fand nach einem vorhandenen Gesetz statt; der König wollte es so und hatte seinen Verwaltern Anordnung gegeben, seinen Willen und den der Menschen zu erfüllen.

9 και αϲτιν · η βαϲιλιϲϲα εποιηϲε ποτο ταιϲ γυναιξιν εν τοιϲ βαϲιλειοιϲ · οπου ο βαϲιλευϲ αρταξερξηϲ :
9 Auch Königin Astin veranstaltete ein Trinkgelage für die Frauen im Königspalast, wo König Artaxerxes (war).

10 εν δε τη ημερα τη εβδομη ηδεωϲ γενομενοϲ ο βαϲιλευϲ ειπεν τω αμα · και μαζαν · και θαρρα · και βωραζη · και ζαθολθα και αβαταζα · και θαραβα · τοιϲ επτα ευνουχοιϲ τοιϲ διακονοιϲ του βαϲιλεωϲ ┬
10 Am siebten Tag aber, der König war heiter geworden, sagte er zu Haman, Mazan, Tharra, Boraze, Zatholtha, Abataza und Tharaba, den sieben Eunuchen, den Dienern des Königs,

11 ειϲαγαγειν την βαϲιλιϲϲαν προϲ αυτον βαϲιλευει αυτην και περιθειναι αυτη το διαδημα και δειξαι αυτην παϲι τοιϲ αρχουϲιν και τοιϲ εθνεϲιν το καλλοϲ αυτηϲ · οτι καλη ην
11 sie sollten die Königin zu ihm hineinführen, um sie zur Königin zu machen und ihr das Diadem aufzusetzen und sie allen Obersten zu zeigen und den Völkern ihre Schönheit, denn sie war schön.

12 και ουκ ειϲηκουϲεν αυτου η βαϲιλιϲϲα ειϲελθειν ┬ μετα των ευνουχω : και ωργιϲθη ο βαϲιλευϲ και ελυπηθη · ┬
12 Doch die Königin hörte nicht auf ihn (und wollte nicht) mit den Eunuchen kommen. Da war der König erzürnt und gekränkt

13 και ειπε τοιϲ φιλοιϲ αυτου κατα ταυτα α ελαληϲα αϲτιν · ποιηϲατε ουν περι τουτου νομον και κριϲιν ·
13 und sagte zu seinen Freunden wegen dem, was Astin gesprochen hat. Vollzieht nun diesbezüglich Gesetz und Urteil.

14 και προϲηλθεν αυτω αρκεϲαοϲ και ϲαρϲαθαιοϲ και μαληϲεαρ οι αρχοντεϲ περϲω και μηδων οι α̣ρ̣γυϲ του βαϲιλεωϲ : οι πρωτοι παρακαθημενοι τω βαϲιλει
14 Und es gingen zu ihm Arkesaos, Sarsathaios und Malesear, die Obersten der Perser und Meder, die dem König nahe waren, die ersten, die beim König saßen,

15 και απηγγειλα αυτω κατα τουϲ νο
15 und teilten ihm gemäß den Gesetzen mit, wie mit Königin Astin zu verfahren sei, da sie nicht getan hatte, was vom König durch die Eunuchen angeordnet worden war.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Codex Sinaiticus

Vodafone plant E-Book Reader im DIN-A-4 Format

vodafone-logoWie die Wirtschaftswoche berichtet, will der Mobilfunkprovider Vodafone schon im kommenden Herbst ein eigenes, DIN-A-4 großes Lesegerät für elektronische Zeitungen und Bücher auf den Markt bringen; und zwar vorerst nur in Deutschland.

Gemeinsam mit einem Hardware-Partner lässt Deutschland-Chef Friedrich Joussen ein eigenes Gerät entwickeln. Das bestätigten Konzernkreise, die mit dem Projekt vertraut sind.

Prototypen würden schon bei Vodafone getestet. Das DIN-A4-große Schwarz-Weiß-Display kann nicht nur Buchinhalte zeigen, sondern insbesondere auch Seiten von Zeitungen und Zeitschriften.

Verschickt werden die digitalisierten Inhalte über das Vodafone-Netz. Ähnlich arbeitet das Lesegerät Kindle, das der Internet-Buchhändler Amazon seit 2007 in den USA anbietet. Verhandlungen mit Mobilfunkern über eine Einführung des Kindle in Deutschland sind erst kürzlich gescheitert.

Offen ist, wer das Vodafone-Gerät vertreibt. Dem Vernehmen nach könnte sich der Mobilfunker darauf beschränken, die Lesegeräte produzieren zu lassen und die Daten via Funknetz zu übertragen. Den Vertrieb übernähmen dann die Verlage, die das Gerät ihren Lesern im Rahmen von Zeitungs- oder Magazinabonnements überlassen.

Als weiterer Anbieter für einen drahtlosen E-Book-Reader geht das Berliner Unternehmen txtr (bisher Wizpac) mit seinem txtr Reader an den Start. Pressesprecher Fabian Heinrich wollte auf Anfrage des Börsenblatts nicht verraten, mit welchem Mobilfunkanbieter man handelseinig geworden sei.

Quellen: Börsenblatt, Wirtschaftswoche

Themenschwerpunkt Familie: Die Vorleser im ZDF am 10. Juli um 22.30 Uhr

In der Auftaktsendung „Die Vorleser“ am 10. Juli um 22.30 Uhr im ZDF stellt das Moderatoren-Duo Amelie Fried und Ijoma Mangold Bücher vor, die von Familiengeschichten handeln.

Der Schauspieler Walter Sittler wird als Gast in der neuen ZDF-Literatursendung erwartet.

Folgende Bücher werden präsentiert:

ein-anderes-lebenEin anderes Leben von Per Olov Enquist

Kurzbeschreibung
Von einem, der als Sohn einer strenggläubigen Volksschullehrerin in einem Dorf in Schweden aufwuchs und zu einem der angesehensten europäischen Schriftsteller wurde. Per Olov Enquist erzählt seine Lebensgeschichte, als ob es die eines anderen wäre: Er studierte in Uppsala, erlebte die RAF-Zeit in West-Berlin, schrieb in München als Journalist über die Olympiade und debütierte mit seinem ersten Theaterstück am Broadway in New York. „Wenn alles so gut ging, wie konnte es dann so schlimm werden?“ – steht als Leitfrage über Enquists Biografie, die auch tief in die Alkoholabhängigkeit und an den Rand des Todes führte. Ein außergewöhnliches Buch, das sich liest wie ein zeitgenössischer Roman.
„Man hoffe ja immer auf ein Wunder, hatte es zu Beginn geheißen, mit einem Zitat aus dem rettenden Roman. Jetzt, da mit dessen Vollendung zugleich diese Lebens-Geschichte ans Ende gelangt ist, hat sich das Wunder ereignet. Es ist auch eines der Literatur.“ (Heinrich Detering, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.09)
„Ein ebenso subtiles wie mächtiges, lichtes wie aufwühlendes Bekenntnisbuch. … Betörend ist die Mischung aus Strenge und Selbstironie, Elegie und Essenz.“ (Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 18.04.09)
„Die Sehnsucht des Individuums nach dem Sinn seiner Existenz. Dieses unvergängliche Thema hat Enquist auf beeindruckende Weise neu instrumentiert.“ (Claus-Ulrich Bielefeld, Die Welt, 04.04.09)

heartlandHeartland von Joey Goebel

Kurzbeschreibung
Was haben Biertrinker und Wrestlingfans mit der großen Politik in Washington zu tun? Antwort: alles – Stimmen entscheiden, wer gewählt wird. John Mapother, Sohn der mächtigsten Familie im Provinznest Bashford, will in den amerikanischen Kongress, er hat nur keine Ahnung von der Welt seiner Wähler. Die hat aber sein jüngerer Bruder Blue Gene, das schwarze Schaf der Familie. Ein großer amerikanischer Roman, hochintelligent, voller Witz und Melancholie.
Eigentlich kommt Joey Goebel mit seinem mehr als 700 Seiten starken Roman um einige Wochen zu spät: Inzwischen ist Obama US-Präsident und weltgrößter Popstar. Aber verändert sich dadurch auch etwas in den Köpfen vieler Provinzler im Landesinneren des nordamerikanischen Kontinents? Held in „Heartland“ ist Blue Gene Mapother, Sohn und schwarzes Schaf der mächtigsten und reichsten Familie in der Kleinstadt Bashford. Während sein älterer Bruder John für den amerikanischen Kongress kandidiert, verschreibt sich Blue Jean lieber den Freuden und Leiden der Arbeiterklasse: Wrestling, Job im Wal-Mart, Flohmarktstände und eine nicht ganz unkomplizierte Schwärmerei für die Punksängerin Jackie Stepchild. Als Blue Jean widerwillig zusagt, den Bruder bei dessen Wahlkampf zu unterstützen und Stimmen im einfachen Volk zu sammeln, kommen plötzlich alte Familiengeheimnisse an die Oberfläche, die nicht nur innerhalb des Mapother-Clans für große Aufregung sorgen. Wer Goebels wunderbar böse Politsatire aufgrund der aktuellen Ereignisse für überholt hält, kommt trotzdem nicht an einem der besten Romane des Frühjahrs vorbei. Denn mit dem Nachfolger seines Bestsellers „Vincent“ legt der 29-jährige Autor seine Finger nicht nur auf die noch längst nicht verheilten Bush-Wunden. Er erzählt auch eine unglaublich anrührende Liebesgeschichte und legt ein Familienepos vor, das auch John Irving nicht durchgeknallter hinbekommen hätte. (cs)

weisse-geisterWeisse Geister von Alice Greenway

Kurzbeschreibung
„Der Sommer, von dem ich erzählen will, ist die einzige Zeit von Bedeutung. Es ist die Zeit, an die ich denken werde, wenn ich sterbe, so wie sich andere vielleicht einen verlorenen Liebhaber ins Gedächtnis rufen oder einer Liebe nachtrauern, die nie zustande kam. Für mich gibt es nur eine Geschichte. Es ist die meiner Schwester Frankies Geschichte.“
Das Wunderbare und das Schreckliche gehen hier Hand in Hand. So eindrucksvoll ist das Ende der Kindheit lange nicht mehr beschrieben worden. (Spiegel Online)
Wie die inneren Konflikte unmerklich das Gefüge der Familie, und vor allem das der beiden Schwestern, zerbrechen, davon erzählt Alice Greenway in diesem Debüt mit beeindruckender Meisterschaft und in einer Sprache, die so sinnlich und präzise ist, dass man meint, die Düfte und Farben dieses Sommers, die Wassertropfen auf der Haut und die Ungeduld in den Herzen förmlich mitzuerleben. (wdr 3)
Wie Alice Greenway diese Unvereinbarkeiten schildert, wie sie ihre Leser in der gärenden Atmosphäre der Tropen auf die Katastrophe hinführt, gehört zum besten elegischen Ton der Gegenwart. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

kurzere-tageKürzere Tage von Katharina Hahn

Kurzbeschreibung
Marco wohnt im Hochhaus an der Hauptstraße. Von hier ist es nicht weit bis zum Olgaeck, und hinter dem Olgaeck liegt die Constantinstraße, wo die Altbauten unter Denkmalschutz stehen und die Äpfel beim türkischen Feinkosthändler teurer sind als im Hauptbahnhof. Hier wohnen die Aufsteiger, Übermütter und ihre wohlerzogenen Kinder. Hier scheint alles in Ordnung – wenn man nicht vom Supermarkt ins Büro und vom Büro in den Kindergarten hetzt, so wie Leonie, wenn man nicht am Doppelleben als Karrierefrau und Mutter verzweifelt. Judith findet Halt in der Anthroposophie. Hingebungsvoll pflegt sie den Jahreszeitentisch für ihre Kleinen. Doch nachts helfen nur Tabletten gegen die Angst. Im Nebenhaus wohnen die alten Posselts. Sie haben geschafft, wovon die Enkelgeneration nur träumt, nämlich ein Leben lang zusammenzubleiben. Da versetzt Marco die Nachbarschaft in Aufruhr. Kürzere Tage ist eine wortmächtige Bestandsaufnahme und eine melancholische Abrechnung mit einer Gesellschaft, in der alle Werte fragwürdig geworden sind.
Wohlstand und Aussichtslosigkeit, Eurythmie und Hysterie, Elternglück und Kinderleid. Virtuos schildert Anna Katharina Hahn das satte Stuttgart von einer anderen Seite.

als-ich-ein-kleiner-junge-warAls ich ein kleiner Junge war von Erich Kästner

Kurzbeschreibung
„Die Monate haben es eilig. Die Jahre haben es eiliger. Und die Jahrzehnte haben es am eiligsten. Nur die Erinnerungen haben Geduld mit uns. Besonders dann, wenn wir mit ihnen Geduld haben“, schreibt Erich Kästner in seinem Nachwort zu seinen Kindheitserinnerungen „Als ich ein kleiner Junge war„. Kästner, 1899 in Dresden geboren, erzählt von den Jahren 1907 bis 1914 in seiner Heimatstadt, aber auch sehr anschaulich von der Kindheit seiner Eltern und seiner Großeltern.
Er beschreibt das Alltagsleben seiner Familie, die gesellschaftlichen Zwänge und Konventionen, das Treiben auf den Straßen und Plätzen Dresdens. Besonders liebevoll erinnert sich Erich Kästner an seine Mutter, der er mit diesem Buch ein Denkmal setzt.
Es passiert eigentlich gar nichts. Aber das ist eben das Kunstvolle daran: Kästner erzählt es so mühelos, so herzlich, während er es ohne alle Prätention hervorbringt, dass man immer wieder staunt. Seine Prosa ist wasserklar. Sie hat zugleich aber eine Würze und eine Art pfiffigen Humors, daß das scheinbar so ganz Durchsichtige doch vielfältig schillert und immer neue Farben gewinnt. Wer so einfach schreiben kann und mit dem scheinbar simplen Wort dabei doch Dichte, Kolorit und Phantasie geben kann, ist auf seine Art ein Meister: Die Kinder werden dieses Buch als ein Kästner-Kinderbuch lieben. Die Erwachsenen werden es bewundern. Friedrich Luft, Die Welt

August 2009: Der Junge und das Meer von Tschingis Aitmatow

Elli hat uns mit ihrer Schilderung über ihr „Lese-Erlebnis“ mit Tschingis Aitmatows „Der Junge und das Meer“ so überzeugt, dass wir den 1977 im Goldmann Verlag erschienen Roman des kirgisischen Schriftstellers beim nächsten Lesekreis-Treffen am 08. August besprechen. Wir treffen uns um 21 Uhr bei Elli.

In der Abstimmung setzte sich Aitmatows „Der Junge und das Meer“ gegen folgende Bücher durch:

Schnee von Orhan Pamuk
Die Straße von Cormac McCarthy
Die italienischen Schuhe von Henning Mankell
Die Eleganz des Igels von Muriel Barbery
Was mit Kate geschah von Catherine O´Flynn

Tschingis Torekulowitsch Aitmatow, geboren am 12. Dezember 1928 in Scheker im Talas-Tal, Kirgisistan, gestorben am 10. Juni 2008 in Nürnberg, war ein kirgisischer Schriftsteller, der hauptsächlich in russischer Sprache schrieb.

Leben
Aitmatow wurde im Norden Kirgisistans nahe der usbekischen Grenze im Dorf Scheker (Gebiet Talas) geboren. Sein Vater war dort Verwaltungsbeamter, seine Mutter Nagima Chasijewna, eine gebürtige Tatarin, war Schauspielerin am örtlichen Theater. In seiner Kindheit zog er, wie damals die meisten Kirgisen, mit seiner Familie und den Tieren des Klans von Weide zu Weide. 1937 wurde sein Vater Torekul Aitmatow während der stalinistischen „Säuberungen“ wegen bürgerlichem Nationalismus verhaftet und 1938 hingerichtet.

Aitmatow begann sein Arbeitsleben mit 14 Jahren als Gehilfe des Sekretärs des Dorfsowjets. Darauf folgten Tätigkeiten als Steuereintreiber, Lagerarbeiter und Maschinistenassistent. Da Kirgisistan zu dieser Zeit zu einer Sowjetrepublik wurde, hatte Aitmatow die Gelegenheit, an der neu eingerichteten russischen Schule in Scheker zu lernen und sich für ein Studium zu qualifizieren. 1946 begann er mit dem Studium der Veterinärmedizin, zunächst an der Technischen Hochschule im nahe gelegenen kasachischen Dschambul, und dann bis 1953 am Kirgisischen Landwirtschaftsinstitut in Frunse.

Seine literarische Tätigkeit begann 1951 mit Übersetzungen kirgisischer Prosa ins Russische; er arbeitete jedoch noch bis zum Erscheinen seiner ersten Erzählung am Wissenschaftlichen Forschungsinstitut von Kirgisistan.

1956 begann er mit einem Studium am Maxim-Gorki-Literaturinstitut in Moskau, wo er bis 1958 lebte. 1957 wurde er in den sowjetischen Schriftstellerverband aufgenommen. Danach arbeitet er acht Jahre für die Parteizeitung Prawda.

Aitmatow ist Träger verschiedener Preise, unter anderen des Leninpreises 1963, des Staatspreises 1968, 1977, 1983. Ferner wurde er als Nationalschriftsteller Kirgisistans und als Held der sozialistischen Arbeit 1978 ausgezeichnet.

Er war Abgeordneter im Obersten Sowjet der UdSSR, Mitglied des ZK der Kommunistischen Partei Kirgisistans sowie Mitglied des Sekretariats der Schriftstellerunion und der Kinematografen-Union. Er war Präsidiumsmitglied des Sowjetischen Solidaritätskomitees mit den Staaten Asiens und Afrikas.

Aitmatow war Chefredakteur der Zeitschrift „Inostrannaja literatura“ (Иностранная литература, dt. Ausländische Literatur) und Initiator der internationalen Intellektuellenbewegung „Issyk-Kul-Forum“ (Иссыккульский форум)

1988†“1990 war Aitmatow Vorsitzender des kirgisischen Autorenverbandes. In der Zeit der Perestroika war er als parlamentarischer Vertreter (Oberster Sowjet der UdSSR) aktiv, seit Ende 1989 auch als Berater Michail Gorbatschows. 1990 wurde er sowjetischer Botschafter in Luxemburg. Bis März 2008 war er Botschafter für Kirgisistan in Frankreich und den Benelux-Staaten und lebte in Brüssel.

Nachdem der an Diabetes erkrankte Aitmatow bei Dreharbeiten im Wolgagebiet im Mai einen Schwächeanfall erlitten hatte, verstarb er am 10. Juni 2008 im Nürnberger Klinikum nach drei Wochen künstlichem Koma an den Folgen einer schweren Lungenentzündung.

Werk
Aitmatows erstes und bekanntestes Werk ist die später auch erfolgreich verfilmte Erzählung Dshamilja, eine in Kirgisistan spielende Liebesgeschichte aus dem Sommer des Kriegsjahres 1943. Louis Aragon übersetzte sie ins Französische und würdigte in seinem Vorwort mit den Worten: „Ich schwöre es, die schönste Liebesgeschichte der Welt†œ. Hannes Wader ließ sich von ihr zu seinem Lied „Am Fluss“ inspirieren. In der DDR gehörte es an den Schulen zur Pflichtliteratur.

Bereits in den 1970-er Jahren distanzierte er sich vom sozialistischen Realismus, sein Roman Der Richtplatz (auch: Die Richtstatt) gab 1987 wichtige literarische Impulse für die Perestroika.

In seinen Erzählungen spielen kirgisische Tradition und Kultur eine tragende Rolle. Den Kontrast zwischen dem harten, mit der Natur verbundenen Leben des ehemaligen Nomadenvolkes und dem Kolchos-Alltag in der Sowjetunion beschreibt Aitmatow gefühlvoll, poetisch und mit erzählerischer Kraft. In seinen neueren Werken kritisiert er konsequent die menschliche Ignoranz und die damit verbundene Zerstörung der Natur. Auf Bitten des Naturschutzbund Deutschland übernahm er die Schirmherrschaft der Vereinigung zum Schutz der Schneeleoparden.

Wie bei vielen anderen fremdsprachigen Werken der Literatur wird die künstlerische Leistung des Autors nur durch die künstlerische Leistung seiner Übersetzer nachvollziehbar. Das Werk Tschingis Aitmatows gewann wegen der Leistung seiner Übersetzer seine Beliebtheit im deutschen Sprachraum.

Dank umfassender Erkenntnisse und der zielgerichteten Nutzung vieler objektiver Gesetze der materiellen Welt hat die Menschheit ein hohes Niveau der technischen und technologischen Entwicklung erreicht. Im Bestreben, die modernsten Errungenschaften des wissenschaftlich-technischen Fortschritts im Leben auch anzuwenden, hat die Menschheit jedoch zugleich ihre geistig-sittliche Sphäre aus dem Blickfeld verloren, genauer gesagt: Sie hat diesen Bereich, der ebenfalls existiert und sich nach bestimmten Gesetzen entwickelt, weitgehend ignoriert. Diese Gesetze sind nicht weniger objektiv als die der materiellen Welt. Hierbei wurde ein fundamentales Gesetz des Universums verletzt, das da lautet: Das Niveau der geistigen und sittlichen Entwicklung der menschlichen Gemeinschaft sollte stets ein wenig höher sein als das Niveau des wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Nur dann erwächst aus den grossartigen Leistungen der Wissenschaft und Technik auch die Verantwortung für das allgemeine Wohl der Menschen, für die Vorsorge vor Hunger, Verelendung und Krankheiten in den verschiedenen Teilen des Erdballs.

der-junge-und-das-meer2Kurzbeschreibung
Am Ufer des Ochotskischen Meers leben die Niwchen, ein Volk  von Fischern und Robbenjägern. Der halbwüchsige Kirisk darf zum ersten Mal mit aufs Meer hinausfahren und an einer Robbenjagd teilnehmen. Nach alter Tradition soll er auf dieser Fahrt sein Jägerhandwerk erlernen und mit dem Meer vertraut werden. Begleitet wird er von seinem Vater, vom Onkel und von Organ, einem weisen Greis. Als sich das Boot im dichten Nebel verirrt, wird aus der Weihe ein lebensgefährliches Abenteuer. Die drei erfahrenen Männer greifen zum äußersten Mittel, um dem Jungen das Überleben zu ermöglichen: Sie opfern ihr eigenes Leben.

Spiegel-Bestenliste Hardcover Woche 28/2009

Platz 1 : Bis(s) zum Abendrot von Stephenie Meyer

Bis(s) zum AbendrotKurzbeschreibung
Bellas Leben ist in Gefahr. Seattle wird von einer Reihe rätselhafter Mordfälle erschüttert, ein offensichtlich blutrünstiger Vampir sinnt auf Rache. Und seine Spuren führen zu Bella. Aber damit nicht genug: Nachdem sie wieder mit Edward zusammen ist, muss sie sich zwischen ihrer Liebe zu ihm und ihrer Freundschaft mit Jacob entscheiden – wohl wissend, dass sie damit den uralten Kampf zwischen Vampiren und Werwölfen neu entfachen könnte … „Bella?“ Das war Edwards Stimme hinter mir. Als ich mich umdrehte, sprang er leichtfüßig die Verandatreppe hinauf, die Haare vom Rennen zerzaust. Sofort nahm er mich in die Arme und küsste mich, genau wie vorhin auf dem Parkplatz. Der Kuss erschreckte mich. Edward wirkte so nervös, so angespannt, als er seine Lippen auf meine presste – als hätte er Angst, dass uns nicht mehr genug Zeit bliebe. Der Tag der Entscheidung rückt immer näher – was wird Bella wählen: Leben oder Tod?

Platz 2 : Bis(s) zum Ende der Nacht von Stephenie Meyer

biss-zum-ende-der-nachtKurzbeschreibung
Wenn man vom dem getötet wird, den man liebt, hat man keine Wahl. Wie kann man fliehen, wie kämpfen, wenn man damit dem Geliebten wehtun würde? Wenn das eigene Leben das Einzige ist, was man dem Geliebten geben kann, wie kann man es ihm dann verweigern? Wenn es jemand ist, den man wirklich liebt? Ein Jahr voller Glück, aber auch voller Schmerz liegt hinter Bella. Ein Jahr, in dem sie fast zerbrochen wäre, weil ihre Leidenschaft für Edward und ihre innige Freundschaft zu Jakob einfach unvereinbar sind. Aber nun ist ihre Entscheidung gefallen. Unwiderruflich, auch wenn es so aussieht, als setze sie eine Entwicklung in Gang, die möglicherweise verheerend für sie alle ist.Noch hofft Bella, die verschieden Fäden ihres Leben wieder zusammenführen zu können, da droht alles für immer zerstört zu werden …

Platz 3 : Tante Inge haut ab von Dora Heldt

tante-inge-haut-abKurzbeschreibung
Urlaub auf Sylt! Freudig begrüßt Christine (46) am Bahnhof ihren Johann, da tippt das Unheil ihr auf die Schulter: Die Frau mit dem roten Hut ist tatsächlich Tante Inge (64), Papas jüngere Schwester. Aber was macht sie allein auf Sylt? Noch dazu mit so vielen Koff ern? Für Papa Heinz kann dies nur eines bedeuten: Inge will Walter, den pensionierten Finanzbeamten, samt gemeinsamem Reihenhaus verlassen. Als dann auch noch Inges neue Freundin Renate mit ihrem Faible für (nicht nur alleinstehende) ältere Männer auftaucht, platzt Mama Charlotte der Kragen: Walter muss her, und zwar sofort!
Christine indessen stimmt Inges Lebenslust nachdenklich. Mit Mitte 60 wagt ihre Patentante einen Neuanfang – und sie selbst?

Platz 4 : Das Mädchen seiner Träume: Commissario Brunettis siebzehnter Fall von Donna Leon

das-madchen-seiner-traumeKurzbeschreibung
Ein Mädchen treibt tot im Canal Grande und wird von niemandem vermisst. Brunetti aber geht die Elfjährige bis in die Träume nach. Aus einem venezianischen Palazzo kommt sie nicht, wohl aber aus einer Roma-Wagenburg auf dem Festland…

Ariana Rocich ist höchstens zwölf Jahre alt, als ihre Leiche aus einem der vielen Kanäle Venedigs gefischt wird. Niemand hat das Mädchen als vermisst gemeldet, und so muss Commissario Brunetti all seine ermittlerischen Fähigkeiten ausspielen, um dem Rätsel ihres Todes auf die Spur zu kommen. Mit wem hatte das Roma-Mädchen sexuellen Kontakt? Und wem gehört die Taschenuhr und der Ehering in ihrer Vagina?
Der Fall um das ermordete †“ oder vielleicht doch nur bei einem Raubzug aus dem Haus gestürzte? †“ Roma-Kind nimmt im siebzehnten Buch rund um Donna Leons weltberühmten Commissario Brunetti, Das Mädchen seiner Träume, nur eine Nebenrolle ein †“ und wird ohnehin erst nach rund 150 Seiten aufgegriffen. Vorrangig geht es diesmal um die durch den Tod von Brunettis Mutter ausgelösten Fragen über Sinn und Unsinn der katholischen Kirche, vermeintlich kriminellen Machenschaften, Vorurteile der Gesellschaft (inklusive derer von Brunetti selbst) und die Krankheiten des italienischen Staats. Dabei wird wieder einmal deutlich, warum die Wahl-Venizianerin Leon ihre Bücher zwar in alle Weltsprachen, aber nicht ins Italienische übersetzt wissen will: Sie hätte wohl wirklich keine ruhige Minute mehr.
Ansonsten ist Das Mädchen seiner Träume wieder ein typischer Leon-Roman, in dem man minutiös erfährt, was die Brunettis essen, wie sie ihren Kaffee am liebsten mögen etc. pp. Diese eigentlich schwer erträgliche Detailverliebtheit wird durch eine durch Christa E. Seibicke bewundernswert flüssig aus dem Amerikanischen übertragene Sprache mehr als wett gemacht. Diese Sprache macht Das Mädchen seiner Träume einmal mehr zu einem reinen Lesevergnügen. – Stefan Kellerer

Platz 5 : Mängelexemplar von Sarah Kuttner

mangelexemplarKurzbeschreibung
Karo lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, liebenswert und aggressiv, überdreht und traurig. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den Füßen. Plötzlich ist die Angst da.
Dem Wahnwitz unserer Gegenwart zwischen Partylaune und Panikattacke gibt Sarah Kuttner eine Stimme: vom Augenzwinkern zum Ernstmachen, vom launigen Plaudern zur bitteren Selbstkritik. Lustig und tieftraurig, radikal und leidenschaftlich erzählt sie von dem Riss, der sich plötzlich durch das Leben ziehen kann.

Platz 6 : Zerstört von Karin Slaughter

zerstortKurzbeschreibung
Wer Freunde hat, hat auch tödliche Feinde.
Endlich: der sechste Thriller mit Gerichtsmedizinerin Sara Linton und Chief Jeffrey Tolliver!
Was nur hat Lena Adams veranlasst, nach Reese, in ihre Heimatstadt, zurückzukehren, an der sie beinahe zerbrochen wäre? Sara Linton ist wütend. Ihr Mann, Chief Tolliver, lässt alles stehen und liegen, um Lena, seiner besten, aber gefährlich labilen Mitarbeiterin, die als Hauptverdächtige eines bizarren Mordes in Reese verhört wird, aus der Patsche zu helfen. Wieder einmal. Dabei hätte Sara selbst jede Unterstützung gerade bitter nötig. Doch sie begleitet den Chief in eine Stadt, in der Gewalt, Drogen und Lügen so alltäglich sind, dass es selbst die beiden erfahrenen Ermittler schockiert.Und einer scheint hinter den Kulissen die Fäden zu ziehen: Lenas Ex-Freund Ethan Green. Seine Verbindungen reichen weit aus dem Gefängnis heraus – und weiter in ihr eigenes Leben hinein, als Sara und Jeffrey es sich in ihren schlimmsten Alpträumen hätten vorstellen können …

Platz 7 : Splitter von Sebastian Fitzek

splitter1Kurzbeschreibung
Was wäre, wenn wir die schlimmsten Erlebnisse unseres Lebens für immer aus unserem Gedächtnis löschen könnten?
Und was, wenn etwas dabei schief geht?
Viel stärker als der Splitter, der sich in seinen Kopf gebohrt hat, schmerzt Marc Lucas die seelische Wunde seines selbst verschuldeten Autounfalls – denn seine Frau hat nicht überlebt. Als Marc von einem psychiatrischen Experiment hört, das ihn von dieser quälenden Erinnerung befreien könnte, schöpft er Hoffnung. Doch nach den ersten Tests beginnt das Grauen:
Marcs Wohnungsschlüssel passt nicht mehr. Ein fremder Name steht am Klingelschild. Dann öffnet sich die Tür – und Marc schaut einem Alptraum ins Gesicht …

Platz 8 : Die Hütte: Ein Wochenende mit Gott von William P. Young

die-hutteKurzbeschreibung
Macks jüngste Tochter ist vor Jahren entführt und wahrscheinlich umgebracht worden. Ihre letzten Spuren hat man in einer Schutzhütte im Wald gefunden, in deren Nähe die Familie auf einem Ausflug campierte. Jetzt erhält Mack rätselhafte Einladungen, die ihn aus seiner tiefen Depression reißen, in der er mit Gott über den Verlust hadert. Diese Einladungen locken ihn in die Hütte, wo er an einem bemerkenswerten Wochenende Gott, Jesus und den Heiligen Geist persönlich trifft. In furiosen Dialogen mit Gott über das Böse und den Schmerz der Welt kommt Mack zu einem neuen Verständnis von Schöpfung und Christentum. Die Botschaft des Buches? Mack hatte Gottes Rolle in seinem Leben nicht nur unterschätzt, sondern falsch eingeschätzt. Der Verlust seiner Tochter ist eminent, aber das Leben geht nicht nur weiter, sondern es wird durch die Begegnung mit Gott um eine große Erfahrung bereichert. Mack beschreitet einen neuen Weg und hört auf, Gott immer nur zu beurteilen und ihn nur bei Tragödien in seinem Leben nach Gottes Rolle zu fragen. Es ist diese Botschaft, die Mack von Gott mitnimmt: Dass ich in der Lage bin, sogar aus entsetzlichen Tragödien noch unglaublich viel Gutes entstehen zu lassen, bedeutet nicht, dass ich die Tragödien orchestriere. Wenn ich sie für meine Zwecke nutze, heißt das auf keinen Fall, dass ich die Tragödien erschaffe oder sie benötige, um meine Absichten zu verfolgen…. Fur die Gnade ist es nicht erforderlich, dass Leid existiert,aber dort, wo Leiden ist, wirst du immer auch die Gnade finden,in vielen Facetten und Farben.

Platz 9 : Macho Man von Moritz Netenjakob

macho-manKurzbeschreibung
„Dieses Buch ist eine kleine Sensation! ‚Klein‘ im Sinne von ‚doch eher groß‘.“ Bastian Pastewka
Von den 68ern erzogen, lebte er dreißig Jahre als Weichei. Jetzt verliebt er sich in eine Türkin. Aber wie überlebt ein Frauenversteher in einer Welt voller Machos? Versteh einer die Frauen! Daniel, Anfang 30, ist gerade verlassen worden – und das, obwohl er alles gemacht hat, was seine Freundin wollte. Schließlich haben ihm seine 68er-Eltern beigebracht, Frauen zu achten und zu respektieren. Das hat ihm als Jugendlicher auf Partys sehr geholfen: Während die Mädchen mit den anderen Jungs in der Ecke knutschten, hat er sie geachtet und respektiert. Und einer musste schließlich die ganzen Nudelsalate essen. Um die Trennung zu verdauen, fliegt er in die Türkei, wo sein bester Freund Mark als Animateur arbeitet. Dort passiert ein Wunder: Die bezaubernde Aylin, in die der ganze Club verliebt ist, interessiert sich für ihn. Den Schattenparker. Daniel schwebt im siebten Himmel. Wird aber sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als er, zurück in Deutschland, Aylins türkische Großfamilie kennenlernt. Soll er nach dem Essen bei den Schwiegereltern in spe spülen helfen? Über Griechen-Witze lachen? Und was tun, als er ins Männercafé eingeladen wird und dann auch noch in die türkische Disco? Moritz Netenjakob zündet in seinem rasanten Comedyroman ein Gagfeuerwerk ohnegleichen – kein Wunder, das Thema ist ein Kracher: Was wollen Frauen wirklich? Beziehungsweise: Wie verhält man sich als Frauenversteher, wenn man sowohl seine Traumfrau respektvoll behandeln als auch vor der türkischen Großfamilie nicht wie ein Waschlappen dastehen will?

Platz 10 : Leichenblässe von Simon Beckett

leichenblasseKurzbeschreibung
Bei seinem letzten Einsatz ist der Forensiker David Hunter nur knapp dem Tode entronnen. Von einer vollständigen Genesung weit entfernt, quält ihn die Frage, ob er seinem Beruf noch gewachsen ist. Hunter sagt alle neuen Aufträge ab und kommt dennoch nicht zur Ruhe. Er beschließt daher, die Body Farm in Tennessee aufzusuchen – eine bekannte Akademie, an der er sein Handwerk erlernte. Dort trifft Hunter einen alten Freund, den er bei den Ermittlungen im Fall eines sadistischen Mordes unterstützen soll. Das Opfer wurde gefoltert, die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt – weit mehr, als es unter diesen Umständen der Fall sein dürfte. Am Tatort finden sich Fingerabdrücke, mit deren Hilfe der Täter identifiziert werden kann. Doch schon bald stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Und dass David Hunter im Begriff ist, einen folgenschweren Fehler zu begehen …

Quelle: Spiegel Online