Aktionen zum Welttag des Buches am 23. April in München

Aktionen zum Welttag des Buches am 23. April in München

Für Jedermann

Lesung von Fortunato aus dem dritten Teil der Gaukler-Trilogie „Das Rabenorakel“

Am 23.04.2008 um 11:00 Uhr
Hugendubel, Riem Arkaden, Willy-Brandt-Platz 5, 81829 München

Für Kinder

Schatzsuche – Piraten ahoi!

Am 23. April 2008 um 14.30 Uhr
Buchhandlung lesetraum.de, Herzog-Wilhelm-Str. 5, 80331 München

Meike Haas liest aus Ihren „Piratenjägern †œ. Für alle Piraten spielt sie echte Seemannslieder auf dem Schifferklavier und alle „wahren Seeräuber†œ singen mit!
Um die wahren Bücherschätze in der Buchhandlung zu heben, findet zusätzlich eine Schatzsuche statt. Allen Schatzsuchern winken tolle Preise und natürlich der Band „ Ich schenk Dir eine Geschichte†œ. Piraten haben natürlich freien Eintritt!

Für Erwachsene

Antonio José Ponte: Der Ruinenwächter von Havanna

Am 23. Arpil 2008 um 19.30 Uhr
Instituto Cervantes, in der Residenz, Alfons-Goppel-Str. 7, 80333 München

Die eigene Biographie ist für Antonio José Ponte (Kuba 1964), der seit 2007 im Exil in Madrid lebt, Inspiration für den Protagonisten seines Roman, für den es in Havanna ebenfalls nicht gut läuft: Die Behörden halten ihn für einen Agenten, für die Kollegen im europäischen Exil ist er ein Idiot, weil er von seinen Reisen in den Westen immer wieder heimkehrt. Er aber bleibt †“ als Ruinenwächter und Chronist des äußeren und inneren Zerfalls.
Veranstalter: Instituto Cervantes in Zusammenarbeit mit dem Kunstmann-Verlag

Welttag des Buches – am 23. April 2008

Der Welttag des Buches

Am 23. April 2008 ist es wieder so weit: Deutschlandweit feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken und Schulen am UNESCO-Welttag des Buches ein großes Lesefest. Auf Lesungen, Bücherparties, bei literarischen Schnitzeljagden oder Märchenstunden teilen leidenschaftliche Leser ihre Begeisterung für Bücher.

Der Startschuss zum Welttag des Buches 2008 fiel am 17. April mit dem Auftakt des Börsenvereins in der Alten Oper Frankfurt. Rund um den 23. April lädt dann die gesamte Buchbranche Lesefans zu einer bunten Vielfalt von Aktionen ein.

Der Welttag des Buches (World Book and Copyright Day) ist seit 1995 ein von der UNESCO weltweit eingerichteter Feiertag für das Lesen, für Bücher, für die Kultur des geschriebenen Wortes und auch für die Rechte ihrer Autoren.

Das Datum des 23. April geht zurück auf den Georgstag. Es bezieht sich auf eine katalanische Tradition, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Zudem ist es Geburts- und Todestag von William Shakespeare, der Todestag von Miguel de Cervantes (beide starben am 23. April 1616), zudem ist der 23. April auch der Todestag des Katalanischen Autors Josep Pla und auch der Geburtstag des isländischen Literaturnobelpreisträgers Halldór Laxness sowie des russisch-amerikanischen Schriftstellers Vladimir Nabokov (Lolita).

Die Todestage von William Shakespeare und Miguel de Cervantes fallen aber in Wirklichkeit nicht auf denselben Tag. Shakespeare starb eigentlich 10 Tage nach de Cervantes, da zu dieser Zeit in England noch mit dem Julianischen Kalender und in Spanien schon mit dem Gregorianischen Kalender gerechnet wurde. So ergab sich für UNESCO ein scheinbar gleicher Todestag der beiden Schriftsteller am Tag des Buches.

In Deutschland bemühen sich der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Stiftung Lesen mit der Schüleraktion Ich schenk dir eine Geschichte um den höchsten Feiertag der Bibliophilen.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Baden-Württemberg veranstaltet zudem seit 2005 eine Spendenaktion zum Welttag des Buches, bei der die regionalen Buchhändler pro verkauftem Buch an diesem Tag 25 Cent an ein UNICEF-Projekt spenden, beispielsweise für die Lese- und Schulförderung in Afrika.

Und was man in diesem Zusammenhang auch noch unbedingt lesen sollte, ist das ProBuch-Plädoyer des Verlegers W. Georg Olms (in seinem Festvortrag zum Jubiläum des Georg-Olm-Verlages und der Weidmannschen Verlagsbuchhandlung vom 1. November 2005) mit dem Titel †œDas Buch †“ nur ein Weltkulturerbe?†, in dem er zur Zukunft des Buches im Zeitalter von Internet und Open Source Stellung nimmt. <- ein Tipp von Don Farrago

Lothar Schmid sucht Käufer für Karl May-Nachlass

Die sächsische Wissenschaftsministerin Eva Maria Stange (SPD) hat das für Montag vorgesehene Treffen mit dem Karl-May-Verleger Lothar Schmid abgesagt. Eine Ministeriumssprecherin sagte gestern, dass Schmid und Stange telefoniert und ihre unterschiedlichen Standpunkte nochmals bekräftigt haben. Sachsen hatte zuletzt 3,5 Millionen Euro für den schriftlichen Nachlass Karl Mays geboten, Schmid hatte 15 Millionen gefordert. Der Verleger will den Nachlass des Schriftstellers nun privaten Interessenten anbieten.

Lothar Schmid übernahm 1951 zusammen mit seinen beiden Brüdern Joachim Schmid und Roland Schmid die Leitung des Karl-May-Verlages in Bamberg, den er heute mit seinem Sohn Bernhard führt.

Aber wie es nun weiter geht ist ungewiss. Verkauf oder Versteigerung des Nachlasses stehen seit Wochen als Optionen im Raum. Spezialisierte Auktionshäuser, die eine solche anspruchsvolle Versteigerung organisieren könnten, gibt es in Deutschland mehrere. Das renommierte Unternehmen Hartung & Hartung in München, dessen 7 Millionen-Schätzung jüngst vielfach genannt wurde, wäre nur eines davon.

Vielleicht könnte eine Versteigerung des Materials für Sachsen der Königsweg aus der verfahrenen Lage sein. Eine öffentliche Auktion, die ja mit einer genauen Katalogisierung des Nachlasses einherginge, böte die Möglichkeit, erstmals in dem seit Jahren schwelenden und jetzt eskalierten Konflikt eine echte Marktsituation herbeizuführen. Dann könnte sich zeigen, welchen Wert Karl May tatsächlich hat. Schätzungen, das hat sich in diesem Fall deutlich gezeigt, bleiben zu abstrakt, wenn die Vergleichsmöglichkeiten stark eingeschränkt sind (der von Schmid in Interviews mehrfach geäußerte Vergleich Karl Mays mit Franz Kafka und James Joyce, der die Forderung von 15 Millionen Euro rechtfertigen soll, wird als kuriose Randnote in Erinnerung bleiben).

Für den Freistaat ergäbe sich auf einer Auktion die Chance, gezielt auf besonders interessante und historisch wichtige Partien des Nachlasses zu bieten. Nicht ausgeschlossen, dass es bei entsprechender Vorbereitung gelänge, für die von Lothar Schmid jetzt als Kaufpreis zurückgewiesenen 3,5 Millionen Euro große Teile des Angebots zu erwerben. Dagegen dürfte für Schmid bereits die Aushandlung der Versteigerungsbedingungen schwierig genug werden.

Ein weiteres Handicap: der Nachlass ist seit März als „deutsches Kulturgut“ gegen eine Ausfuhr ins Ausland geschützt.

Quelle: Börsenblatt Online

Lesung mit Martin Walser am 28.05. im Münchner Literaturhaus

Programmvorschau

Lesung mit Martin Walser am Mittwoch, den 28.5.2008, um 20 Uhr im Saal des Münchner Literaturhauses, Salvatorplatz 1
Moderation: Dieter Borchmeyer

Ein liebender Mann

Martin Walser fasst die bisweilen schmerzhafte historische Liebesgeschichte in einen so empfindsamen wie schonungslosen Roman. Er liest Passagen daraus vor und spricht mit dem Literaturprofessor Dieter Borchmeyer über seine Umsetzung eines pikanten historischen Themas.

Kurzbeschreibung
Der 73-jährige Goethe – Witwer und so berühmt, dass sein Diener Stadelmann heimlich Haare von ihm verkauft – liebt die 19-jährige Ulrike von Levetzow.
1823 in Marienbad werden Blicke getauscht, Worte gewechselt, die beiden küssen einander auf die Goethe´sche Art. Er sagt: Beim Küssen kommt es nicht auf die Münder, die Lippen an, sondern auf die Seelen. „Das war sein Zustand: Ulrike oder nichts.“ Aber sein Alter holt ihn ein. Auf einem Kostümball stürzt er, und bei einem Tanztee will sie ein Jüngerer verführen. Der Heiratsantrag, den er Ulrike trotzdem macht, erreicht sie erst, als ihre Mutter mit ihr nach Karlsbad weiterreisen will. Goethe, mal hoffend, mal verzweifelnd, schreibt die „Marienbader Elegie“. Zurück in Weimar, lässt ihn die eifersüchtige Schwiegertochter Ottilie nicht mehr aus den Augen. Martin Walsers neuer Roman erzählt die Geschichte einer unmöglichen Liebe: bewegend, aufwühlend und zart. Die Glaubwürdigkeit, die Wucht der Empfindungen und ihres Ausdrucks – das alles zeugt von einer Kraft und (Sprach-)Leidenschaft ohne Beispiel.

Der liebende Mann“ ist ebenso stilsicher wie die †œAngstblüte† banal mäandert. Walsers blitzgescheiter Witz, so selten in der deutschen Literatur, hier ist er wieder, und alles Muffige und Verklemmte verschwindet aus dieser Geschichte der Wehmut angesichts des Elends vom Altwerden. (Elke Heidenreich)