ZUSATZLESUNG mit Siri Hustvedt im Literaturhaus

Die Lesung mit Siri Hustvedt am Donnerstag, den 10. April, um 20:00 Uhr ist bereits seit Wochen ausverkauft. Nun hat die Bestsellerautorin für eine zusätzliche Lesung mit Signierstunde um 18 Uhr zugesagt. Sie liest eine Passage aus ihrem neuen Roman Die Leiden eines Amerikaners und wird dann bis ca. 19 Uhr signieren.

Die Kasse wird ab 17 Uhr im 3. Stock des Münchner Literaturhauses, Salvatorplatz 1, geöffnet sein, telefonische Kartenreservierung wie immer unter 089-29 19 34-27.
Eintritt: Euro 6.- / 5.-

Foto: Siri Hustvedt und Paul Auster – Quelle: Flickr

Siri Hustvedt, geboren am 19. Februar 1955 in Northfield, Minnesota, ist eine US-amerikanische Schriftstellerin.

Hustvedt ist Tochter einer Norwegerin und eines Norwegischprofessors. Sie wuchs zweisprachig auf. Seit sie vierzehn Jahre alt war, wollte sie Schriftstellerin werden und während ihrer Highschool-Zeit schrieb sie Gedichte. 1981 heiratete Siri Hustvedt den acht Jahre älteren Schriftsteller Paul Auster, welchen sie ein Jahr zuvor kennen gelernt hatte. Sie studierte Literatur und machte 1986 ihren PhD an der Columbia University. Das Paar lebt in Brooklyn mit seiner 1987 geborenen Tochter Sophie und Austers Sohn aus erster Ehe, Daniel. Hustvedts bekannteste Romane sind Die Verzauberung der Lily Dahl (1992) und Was ich liebte (2003). Ihr jüngstes Werk ist der Roman The Sorrows of an American (deutscher Titel: Die Leiden eines Amerikaners), der im März 2008 erschien.

Kurzbeschreibung
«Meine Schwester nannte es Das Jahr der Geheimnisse », lautet der erste Satz dieses Romans. Und in der Tat, Geheimnisse haben hier die Toten wie die Lebenden. Etwa der Erzähler Erik Davidsen, ein geschiedener Psychiater, der einsam in einer Stadtvilla in Brooklyn lebt und seine Neurosen pflegt. Oder seine Schwester Inga, der eine seltsame Frau durch die Straßen Manhattans folgt. Und seine Nichte Sonia, die am 11. September Dinge gesehen hat, von denen besser niemand erfährt. Schließlich zieht Miranda, eine schöne Westinderin, in das Gartenapartment von Eriks Haus. Aber warum bleibt sie so stolz und unnahbar, während ihre quirlige Tochter ihn mit dem unwiderstehlichen Charme einer Fünfjährigen umwirbt? Und was hat es mit den schmutzig bekritzelten Fotos von Miranda und dem Kind auf sich, die Erik vor der Haustür findet und vor Scham in einer Schublade versteckt? Je mehr Erik sich auf die Geheimnisse anderer einlässt, desto stärker sieht er sich mit seinen eigenen Defiziten konfrontiert. «Die Leiden eines Amerikaners» ist ein klassischer Familienroman, ein Buch voller Rätsel, eine Reise in die dunklen Regionen der Seele eines amerikanischen Jedermann.

Daniel Kehlmann ehrt Max Goldt mit dem Kleist-Preis

Der Kleist-Preis ist ein deutscher Literaturpreis. Der Preis wurde erstmals 1912 anlässlich des 101. Todestages von Heinrich von Kleist auf Anregung von Fritz Engel (1867-1935), Redakteur des Berliner Tageblatts, durch die Kleist-Stiftung vergeben. Zweck der Stiftung:

„Ehrengaben aufstrebenden und wenig bemittelten Dichtern deutscher Sprache, Männern und Frauen, zu gewähren.“

Den Gründungsaufruf unterzeichneten 59 namhafte Persönlichkeiten des damaligen Deutschland, darunter Otto Brahm, Richard Dehmel, Fritz Engel, Maximilian Harden, Hugo von Hofmannsthal, Fritz Mauthner, Walter Rathenau, Max Reinhardt, Arthur Schnitzler, Hermann Sudermann, Theodor Wolff.

Angeregt von Richard Dehmel, beschloss bereits vor der ersten Verleihung der satzungsgemäß befugte mehrköpfige Kunstrat der Stiftung, nicht mit Stimmenmehrheit zu entscheiden, „vielmehr soll […] die endgültige Entscheidung für je ein Jahr ausschließlich bei einem einzigen Vertrauensmann liegen.“ Zur Begründung: Der Kleistpreis soll neue und ungewöhnliche Begabungen unterstützen. Mehrheiten entscheiden sich für das Durchschnittstalent, das es allen recht macht. „Nur ein einzelner kann sich rücksichtslos für das Außerordentliche einsetzen.“

Der Kleist-Preis war die bedeutendste literarische Auszeichnung der Weimarer Republik. Die Kleist-Stiftung wurde 1933/1934 unter ungeklärten Umständen aufgelöst.

1985 wurde auf der Jahrestagung der 1962 neu gegründeten Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft beschlossen, den Preis wieder zu vergeben. Auch in der erneuerten Stiftung entscheidet eine jährlich bestimmte Vertrauensperson darüber, wem der Preis zuerkannt wird. Zwischen 1994 und 2000 wurde der Preis nur jedes zweite Jahr vergeben, seitdem wieder jährlich. Die Preissumme von 20.000 Euro wird von der Kulturstiftung der Deutschen Bank und der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gestiftet.

Der Vertrauensmann, der in diesem Jahr diese Ehrengabe gewähren darf, ist Daniel Kehlmann. Daniel Kehlmann erhielt 2006 selbst den Kleist-Preis und ehrt in diesem Jahr Max Goldt damit.

Max Goldt, geboren am 18. September 1958 in Weende, heute ein Ortsteil von Göttingen, eigentlich Matthias Ernst, ist ein deutscher Schriftsteller und Musiker.

Nach dem Abitur zog Max Goldt 1977 nach West-Berlin, wo er eine Fotografenausbildung begann. Er brach diese jedoch ab und wandte sich der Musik zu. 1981 gründete er zusammen mit Gerd Pasemann das teilweise der Neuen Deutschen Welle zugeordnete Duo Foyer des Arts, für das er textete und Lieder sang wie Eine Königin mit Rädern untendran, Schimmliges Brot, Wissenswertes über Erlangen, Komm in den Garten, Hubschraubereinsatz. Schon zuvor arbeitete Max Goldt mit Gerd Pasemann an einem Projekt namens Aroma Plus †“ zu der Zeit noch mit englischsprachigen Texten. Es folgten zahlreiche Schallplattenveröffentlichungen, diesmal auch solo, zum Beispiel 1984 Die majestätische Ruhe des Anorganischen. Mit Stephan Winkler produzierte er später (1998) als Musik-Duo NUUK die LP/CD Nachts in schwarzer Seilbahn nach Waldpotsdam.

Heute ist er vorrangig als Schriftsteller bekannt. Nachdem er mit humorvollen Kolumnen in der Berliner Underground-Zeitschrift Ich und mein Staubsauger in kleinem Kreis Aufmerksamkeit erregte, engagierte ihn das Satire-Magazin Titanic. Hier veröffentlichte er zwischen 1989 und 1998 108 Kolumnen unter den Titeln Aus Onkel Max†™ Kulturtagebuch, Diese Kolumne hat vorübergehend keinen Namen, Manfred Meyer berichtet aus Stuttgart und Informationen für Erwachsene. Seit Januar 2005 schreibt Goldt ohne festen Titel wieder für Titanic. In unregelmäßigen Abständen erscheinen Kompilationen in Buchform, nicht nur von Kolumnen, auch von Fotos, Liedtexten, Dialogen und Tagebucheinträgen.

Seine Texte zeichnen sich allesamt durch Wortwitz, hohe sprachliche Eleganz und die Kunst der Abschweifung aus. Häufig ironisiert er dabei wiederum die Ironie selbst. Wenn er sich zum Beispiel scheinbar über Kleinigkeiten echauffiert, tut er dies entweder aus Freude am harmlosen Echauffieren oder um das sinnlose Echauffieren zu parodieren. Seine Texte schlagen deshalb sprachlich wie inhaltlich Haken, die es dem Leser schwer machen, sich mit dem Inhalt zu solidarisieren. Auf diese Art lässt er den Leser letztlich im Unklaren, ob der Autor sich mit dem Leser überhaupt solidarisieren möchte. Kritiker schätzen genau diese Freude an der Disparität und an sprachlichen Volten (vgl. Hans Mentz: Komik a la carte, Titanic Jahrgang 1986).

Seit 1996 arbeitet Goldt als Comictexter mit dem Zeichner Stephan Katz zusammen. So entstanden zahlreiche Comic-Strips mit dem Titel Katz und Goldt, die beispielsweise in Titanic, ZEITmagazin und Intro publiziert werden, aber auch in Buchalben erhältlich sind.

Max Goldt lebt derzeit als freier Schriftsteller und Musiker in Berlin und unternimmt immer wieder Lesereisen durch den deutschsprachigen Raum. Auf diesen Lesungen testet er stets auch unveröffentlichte, noch in Arbeit befindliche Texte, liest aber auch Texte aus einem seiner vielen bereits veröffentlichten Bücher.

Quellen: Wikipedia

Hannelore-Greve-Literaturpreis 2008 geht an Arno Surminski

Der Hannelore-Greve-Literaturpreis wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Hamburger Autorenvereinigung für „herausragende Leistungen auf dem Gebiet der deutschsprachigen Literatur†œ verliehen.

Gestiftet wurde die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung von der Hamburger Ehrenbürgerin Prof. Dr. h.c. Hannelore Greve.

In diesem Jahr erhält Arno Surminski die Auszeichnung. In Romanen wie Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland (1974) habe er, so die Jury, „den vielen Kriegsopfern, insbesondere des 2. Weltkrieges, eine Stimme verliehen„.

Kurzbeschreibung

Dieser authentische Roman aus der Sicht eines Jungen beschwört ebenso objektiv wie aufwühlend eine Idylle, die 1945 in Schutt und Asche versank. Es ist die Geschichte einer Landschaft und einer Zeit; vor allem aber ist es die Geschichte von Hermann Steputat, der geboren wurde, als Paul Hindenburg starb, und der elf Jahre später zu den wenigen Dorfbewohnern gehörte, die den Krieg überlebten.

Der Verlag über das Buch

Arno Surminskis legendärer Ostpreußenroman

Über den Autor

Arno Surminski 1934 in Jäglack (Ostpreußen) geboren, arbeitet seit 1972 freiberuflich als Wirtschaftsjournalist und Schriftsteller. Er hat neunzehn Romane und Erzählbände veröffentlicht, darunter die Bestseller Jokehnen, Sommer vierundvierzig und die Erzählbände Aus dem Nest gefallen und Die masurischen Könige.

Die Auszeichnung wird im Oktober in Hamburg verliehen.

Preisträger aus den Jahren 2004 und 2006 sind Siegfried Lenz und Hans Pleschinski.

Denis Scheck gehen die Feuchtgebiete am A… vorbei!

Mit Spannung warte ich jeweils auf die Sendung Druckfrisch, in der Denis Scheck u.a. offenherzig die Top Ten der Spiegel-Bestenliste bewertet. So fiel sein Urteil über die derzeitige Nummer 1, Feuchtgebiete von Charlotte Roche, dem Genre der Buches entsprechend, kraftvoll aus:

Platz 1

Charlotte Roche: Feuchtgebiete

Zu den hehrsten Aufgaben der Literatur zählt, dem Meer des Unsagbaren ein Stück neues Land abzuringen. Das leistet „Feuchtgebiete“ zweifellos: hier wird ein Tabu geknackt: in diesem Fall das Tabu von Intimhygiene und Analsex. Allerdings hat das nach 20, 30 Seiten auch der größte Dämel begriffen, und dann, ja dann kommt der Roman. Ohne nun als Korinthenkacker dastehen zu wollen, ist das freundlichste, was ich über die wahnsinnig brave und biedere Handlung dieses Romans sagen kann, dass sie mir am Arsch vorbeigeht.

(Dumont Verlag, 219 Seiten, 14,90 Euro)

Denis Scheck bewertet die Top Ten der Hardcover 14/2008

Kompromisslos wie immer kommentiert Denis Scheck die Hardcover der Spiegel-Bestenliste der Woche 14/2008 – viel Vergnügen!

Feuchtgebiete von Charlotte Roche – Ohne nun als Korinthenkacker dastehen zu wollen, ist das freundlichste, was ich über die wahnsinnig brave und biedere Handlung dieses Romans sagen kann, dass sie mir am Arsch vorbeigeht.

Die Tore der Welt von Ken Follett – Keine Frage, die Fortsetzung zu „Die Säulen der Erde“ ist unterhaltsam und handwerklich ordentlich, aber wenn Sie ein gutes Buch übers Mittelalter lesen wollen, empfehle ich Ihnen Felicitas Hoppes wunderbare Nacherzählung von Hartmann von Aues „Iwein Löwenritter“.

Laienspiel von Volker Klüpfel und Michael Kobr – Zu meiner Verblüffung ergibt Kluftingers Ausflug in der Welt des islamischen Terrorismus vor der Kulisse der Fußball-Europa-Meisterschaft, einen richtig guten, spannenden und befriedigenden Krimi. Respekt!

Ein liebender Mann von Martin Walser – Der mit Abstand beste Roman auf dieser Liste handelt von der Liebe des alten Goethe zu der jungen Ulrike von Levetzow.

Das Schicksal der Zwerge von Markus Heitz – Die Holzschnittcharaktere, der alberne Plot und die Dialoge in diesem schwachen Roman über Zwerge, die sind eine Riesen-Sauerei.

Bis(s) zum Abendrot von Stephenie Meyer – Erst jetzt weiß ich, was Horror bedeutet!

Der letzte Weynfeldt von Martin Suter – So kurzweilig Suters Geschichte über ein gefälschtes Bild Felix Vallottons auch ist †“ Vallottons Malerei scheint mir ungleich lebendiger als diese Klamotte über betrogene Betrüger.

Das Wochenende von Bernhard Schlink – In seinem neuen Roman beschäftigt sich Schlink mit dem Phänomen der RAF und fragt, wie aus den Kindern von Nazi-Mördern mordende Terroristen werden konnten und was eigentlich aus „dem linken Projekt“ geworden ist. Diese Fragen werden in „Das Wochenende“ so differenziert und spannend diskutiert, dass ich Schlinks Roman seine ästhetische Schwerblütigkeit gern nachsehe.

Die Kathedrale des Meeres von Ildefonso Falcones – Literarisch so imposant wie die erste Sandburg eines architektonisch durchschnittlich begabten Fünfjährigen.

Vergebung von Stieg Larsson – Ein ungewöhnlich spannender Thriller, mehr noch: Dieser Roman zeigt an, was im Thriller überhaupt derzeit möglich ist.