München ´68 – Traumstadt in Bewegung

Eine tolle Weihnachtsgeschenkidee für alle Alt-68er Münchner!

München ´68 Man schreibt das Jahr 1968 – Aufbruchsstimmung hat ganz Deutschland erfasst. Ein Hauch von Revolution liegt in der Luft.

Beinahe täglich marschieren unzufriedene Studenten durch die Straßen, demonstrierend und Unruhe stiftend, besetzen den Hauptbahnhof, stürmen das Springer-Gebäude und gehen mit der „Establishment“ und „Scheißliberalen“ auf harschen Konfrontationskurs.

„Unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren!“ und „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“ schallt es durch die Straßen des Münchner Universitätsviertels, Transparente werden geschwenkt, als plötzlich der erste Stein fliegt …

Aber es brodelt nicht nur an den Universitäten. Auch in der Politik, im Theater, bei den Medien, in Kirche und Schulen geht es drunter und drüber: Allenthalben wird eifrig diskutiert und reformiert.

Beeindruckt und geprägt von den Vorgängen und Erlebnissen jener Tage hat Stankiewitz seine in diesem Schicksalsjahr entstandenen Reportagen und Meldungen für das vorliegende Buch zusammengetragen und gibt damit den Lesern die Möglichkeit, die damaligen Ereignisse aus erster Hand und unverfälscht nachzuvollziehen. Zusätzlich hat der Autor viele noch lebende Zeitzeugen, z. B. kommen Christian Ude und Dieter Hildebrandt zu Wort, nach ihrer heutigen Sicht auf die Vergangenheit befragt. Zusammen mit vielen originalen Bilddokumenten, die Stankiewitz aus zahlreichen Archiven zu Tage förderte, entstand ein breites Panoptikum jener Zeit, die auch noch in die unsere nachwirkt.

Über den Autor
Karl Stankiewitz, geb. 1928, wohnt abwechselnd in München und im Tiroler Rettenschöß. Seit 1950 ist er als Reisejournalist unterwegs und schreibt u. a. für die „Süddeutsche Zeitung“, die „Frankfurter Rundschau“ und die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ oder arbeitet für Rundfunk und Fernsehen. Seine Eindrücke und Erfahrungen, die er während dieser Jahrzehnte sammelte, flossen in zahlreiche Bücher, in
denen er sich Themen rund um Bayern und München widmet, ein.

Das Buch ist neu erschienen im Münchner Volk Verlag und kostet 19 Euro.

Internet droht Kollaps im Jahr 2010

In einer amerikanischen Studie, aus der der britische Fernsehsender BBC zitiert, wird vor einer dramatischen Verlangsamung des Internets gewarnt. Die Beraterfirma Nemertes Research prognostiziert demnach, dass der Mangel an Bandbreite sich ab 2010 bemerkbar machen werde. Einziges Gegenmittel seien riesige Investitionen in die Infrastruktur des Webs.

Weltweit müssten 137 Milliarden Dollar für zusätzliche Leitungen und Server ausgegeben werden, so die Studie, die teilweise von den Netzwerkausstattern bezahlt worden war. Sollte nichts unternommen werden, zeichnen die Berater ein düsteres Bild. Einkäufe im Internet könnten wieder vermehrt Fehlermeldungen produzieren, die User an die Zeit des Telefonmodems erinnert. Die gravierendsten Folgen hätte das neue langsame Web aber laut der Studie für Online-Anwendungen, die derzeit noch nicht in Benutzung sind:

„Das nächste Amazon, Google oder YouTube wird sich vielleicht nie durchsetzen – nicht weil der Service nicht gefragt ist, sondern weil zu wenig Bandbreite vorhanden ist.“ Allein in den USA werden monatlich mehr als acht Milliarden Videos gestreamt, Portale wie YouTube liefern täglich mehr als 120 Millionen Clips an ihre User.

Quelle: Süddeutsche Zeitung 

Etwas mit Vanille für die Medienshopblogger

KipferlDa Gudrun von den Medienshopbloggern so nett nach einem Rezept für ihre Weihnachtsgenussaktion gefragt hat, habe ich mich entschlossen, das streng gehütete Geheimnis zur Herstellung meiner Vanillekipferl zu lüften. Als zuagroaste Bayerin und relativ untalentierte Bäckerin bin ich sehr stolz darauf, dass mir dieses traditionelle deutsch-österreichisch-böhmische Weihnachtsgebäck in Hörnchenform meistens gelingt. Ich hätte auch gerne ein sensationell herzhaftes Rezept zur Verfügung gestellt, aber leider stellt die Beschaffung der Zutaten ein ziemlich großes Problem dar.

VanilleAlso gibt es etwas mit Vanille!

Der Name Vanille kommt aus dem Spanischen (vanilla) und leitet sich aus dem Wort vaina für Hülse oder Schote ab. Die Vanille ist eine starkwüchsige Schlingpflanze mit Kletterwurzeln und grünen fleischigen Sprossen (als Spross wird ein Pflanzentrieb bezeichnet, der aus Sprossachse [Stängel] und Blättern besteht). Die Blätter haben keinen Stiel und sind sehr dick.

Die echte Vanille (wissenschaftlicher lateinischer Name: Vanilla planifolia) gehört zur Familie der Orchideen (Orchidaceae).

Vanille war bereits den Azteken bekannt, die sie zum Würzen von Speisen und Getränken verwendeten. Im 16. Jahrhundert wurde die Vanille von den spanischen Eroberern nach Europa gebracht. Dort erlangte sie schon nach 100 Jahren eine solche Beliebtheit, dass sie für viel Geld in großen Mengen eingeführt wurde.

Vanille ist die einzige Orchideenart, die zur menschlichen Ernährung beiträgt. Das spezielle Aroma der Vanille wird neben Vanillin und Glucose noch von 35 weiteren Substanzen gebildet. Das Aroma wird erst nach einem sehr arbeitsintensiven Aufbereitungsprozess erlangt, bei dem durch Trocknen und Schwitzen eine Fermentierung erreicht wird. Die Schoten enthalten zum Schluss ca. 1,5 bis 3 Prozent Vanillin.

Hm, ich freue mich schon aufs Backen! Und wer das Rezept haben möchte, findet es bei den Medienshopbloggern 🙂

Über welchen Autor der Moderne wird gesprochen?

„Was ich vielleicht am meisten an ihm schätzte, war die ihm eigene Vornehmheit, kraftvoll, hochmütig, ein wenig verzweifelt, die gleiche Eigenschaft, die er Lord Jim verlieh und die dieses Buch zu einem der schönsten macht, das ich kenne.“
André Gide

„Seine Bücher sind bewegt wie das Meer und ruhig wie das Meer und tief wie das Meer… Lesen Sie den Ozean!“
Joseph Roth

„Joseph Conrad ist in meinen Augen einer der größten Erzähler und – wenn man ihn zu den englischen Schriftstellern zählt – einer der sehr wenigen wirklichen Romanciers, die England besitzt.“
George Orwell

Über Joseph Conrad und seinen Roman Lord Jim

Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque

Der erste Satz:
Dieses Buch soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Krieg zerstört wurde †“ auch wenn sie seinen Granaten entkamen.

„Man darf nicht den Kampf verschieben und sich die bürgerliche Person des Autors vornehmen, (dessen Haltung nach einem in der Geschichte des deutschen Buchhandels beispiellosen Erfolg mustergültig ist). Der Mann erzählt uns keine dicken Töne, er hält sich zurück; er spielt nicht den Ehrenvorsitzenden und nicht den Edelsten der Nation – er läßt sich nicht mehr photographieren, als nötig ist, und man könnte manchem engeren Berufsgenossen so viel Takt und Reserve wünschen, wie jener Erich Maria Remarque sie zeigt.“
Kurt Tucholsky

„Ein vollkommenes Kunstwerk und unzweifelhaft Wahrheit zu gleich“
Stefan Zweig

„Ein heißes Eisen in charmanter Hand“
Heinrich Böll

Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque

Im Westen nichts Neues Der Roman von Erich Maria Remarque erschien 1929. Das Buch gehört zu der Gruppe von Werken, in denen – rund zehn Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs – das Kriegserlebnis des Frontsoldaten geschildert und direkt oder indirekt Anklage erhoben wurde gegen den Krieg; es erschien im selben Jahre wie Ernest Hemingways „A Farewell to Arms“ („In einem anderen Land“), ein Jahr nach Ernst Glaesers (1902-1963) „Jahrgang 1902“ und Ludwig Renns „Krieg“, drei Jahre nach Hemingways „The Sun Also Rises“ („Fiesta“). Bei Remarque fällt wie auch bei Hemingway das Wort von der „verlorenen Generation“, die nach dem Krieg nicht mehr in der bürgerlichen Gesellschaft Fuß fassen kann, weil sie im Alter von achtzehn bis zwanzig Jahren schon zu viel Grauen erlebt hat und dem Tod zu oft ins Auge sehen mußte, um vergessen zu können.

Ähnlich wie Renn schildert Remarque den Krieg aus der Perspektive des einfachen Soldaten, des gemeinsam mit seinen Klassenkameraden von der Schule direkt aufs Schlachtfeld geschickten Paul Bäumer. Die Begeisterung, die ihn wie seine Kameraden zu Anfang des Kriegs erfüllte, wird ihm schon durch die Schikanen bei der Ausbildung ausgetrieben, durch Kasernenhoftyrannen vom Schlage des als Typ sprichwörtlich gewordenen Unteroffiziers Himmelstoß, durch den unsinnigen Drill, der nicht einmal für das Überleben in wirklicher Gefahr nützt. „Auf eine sonderbare und schwermütige Weise verroht“, schlagen der Erzähler und seine Freunde sich dann durch das Leben als Frontsoldaten, das sich zwischen „Trommelfeuer, Verzweiflung und Mannschaftsbordells« abspielt und das sie zu – „:Menschentieren“ – macht. Als das einzig Positive erscheint die an der Front entstehende Kameradschaft quer durch alle Dienstgrade. Die mörderischen Kämpfe, der Stellungskrieg, die Materialschlachten, die Gasangriffe, die nächtlichen Patrouillen durch zerschossene Wälder, das hundertfache Sterben ringsumher kehren mit fast stereotyper Gleichförmigkeit wieder und ähneln den vergleichbaren Schilderungen in vielen andern Kriegsbüchern: kaum reflektiert, in einer einfachen Report-Sprache, nur bisweilen von melancholischem Pathos gefärbt und ohne jeden Ton von Hoffnung. Der Roman ist durchaus unpolitisch; nur ein einziges Mal entspannt sich zwischen den Soldaten eine Diskussion über die Ursache von Kriegen, die aber völlig schematisch und abstrakt bleibt. Diese Fragen bleiben ungelöst für den Ich-Erzähler, der wie ein kurzer Schlußpassus mitteilt – als letzter der Gruppe von Schulkameraden im Oktober 1918 an einem Tag fällt, an dem „der Heeresbericht sich nur auf den Satz beschränkte, im Westen sei nichts Neues zu melden“.

Obwohl der Autor in einem Vorspruch betont, das Buch solle „weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen über eine Generation zu berichte die vom Kriege zerstört wurde auch wenn sie seinen Granaten entkam“, wurde „Im Westen nichts Neues“ doch nicht nur als Bericht, sondern als Anklage gegen den Krieg und vor allem auch gegen die Erwachsenen verstanden, gegen die Eltern und Lehrer, die diese „eiserne Jugend“ mit chauvinistischen Reden in den Krieg trieben. Die Feindschaft der älteren Generation, die Remarque auf sich gezogen hatte, konnte von den Nationalsozialisten noch einmal politisch ausgemünzt werden: Joseph Goebbels organisierte 1930 Krawalle gegen die Verfilmung des Romans, und ab 1933 gehörte „Im Westen nichts Neues“ während des NS-Regimes zur verbotenen und verbrannten Literatur in Deutschland. Der Roman hatte dennoch, wohl gerade wegen seines kargen, beschreibenden Tons und der darin spürbaren bitteren Resignation, außerordentlichen Erfolg und fand, in 32 Sprachen übersetzt, weltweite Verbreitung.