Botho Strauß mit Schiller-Gedächtnispreis geehrt

Botho StraußAlle drei Jahre zeichnet das Land Baden-Württemberg seit 1955 Schriftsteller mit dem Schiller-Gedächtnispreis aus. Am 10. November (Friedrich Schiller wurde am 10 November 1759 geboren) erhielt Botho Strauß den mit 25.000 Euro dotierten Preis. Zuletzt erschien seine Bewusstseinsnovelle „Die Unbeholfenen“. Die Auszeichnung wird für ein hervorragendes Werk auf dem Gebiet der deutschen Literatur oder Geisteswissenschaften, Einzelwerk oder gesamtes literarisches Schaffen, verliehen.

Preisträger des Schiller-Gedächtnispreis seit 1955:

  • 2004 Christoph Hein
  • 2001 Alexander Kluge
  • 1998 Hans Joachim Schädlich
  • 1995 Peter Handke
  • 1992 Volker Braun
  • 1989 Käte Hamburger
  • 1986 Friedrich Dürrenmatt
  • 1983 Christa Wolf
  • 1980 Martin Walser
  • 1977 Golo Mann
  • 1974 Ernst Jünger
  • 1971 Gerhard Storz
  • 1968 Günter Eich
  • 1965 Max Frisch
  • 1962 Werner Bergengruen
  • 1959 Wilhelm Lehmann
  • 1957 Rudolf Pannwitz
  • 1955 Rudolf Kassner

Der schönste erste Satz von Franz Kafka

Wir haben einen neuen Advokaten, den Dr. Bucephalus

Der neue Advokat von Franz Kafka

Franz KafkaFranz Kafka, geboren am 3. Juli 1883 in Prag, Österreich-Ungarn, gestorben am 3. Juni 1924 in Kierling bei Klosterneuburg, Österreich (selten auch tschechisch FrantiŠ¡ek Kafka). Er war ein deutschsprachiger Schriftsteller. Sein Hauptwerk bilden neben drei Romanen bzw. Romanfragmenten (Der Process, Das Schloß und Der Verschollene) zahlreiche Erzählungen sowie Briefwechsel mit Felice Bauer und Milena Jesenská.

Zum Teil wurden Kafkas Werke erst nach seinem Tod und gegen seinen erklärten Willen von Max Brod, einem Schriftstellerkollegen und engen Freund, veröffentlicht. Sie übten bleibenden Einfluss auf die Weltliteratur des 20. Jahrhunderts aus.

In den Jahren 1916 bis 1920 experimentierte Kafka mit neuen literarischen Formen: Er versuchte sich an einem Bühnenwerk (Der Gruftwächter), verfasste Aphorismen (in Zürau) und schlug auch mit seinen Landarzt-Erzählungen Wege ein, die ihn von den †ºrealistischen†¹ Konventionen des Erzählens weiter entfernten als je zuvor.

So tritt im Bericht für eine Akademie ein Affe als Ich-Erzähler auf; die Tiere in Schakale und Araber sprechen ebenfalls; Der neue Advokat ist in Wahrheit ein Pferd, und in Die Sorge des Hausvaters geht es um ein völlig undefinierbares, jedoch gleichfalls mit Bewusstsein ausgestattetes Wesen. Experimentell ist auch das Stück Auf der Galerie: Hier lässt Kafka in nur zwei langen, kunstvoll geflochteten Sätzen zwei Wahrnehmungswelten aufeinander prallen. Und in der vielgedeuteten Titelerzählung Ein Landarzt folgt die Handlung einer traumhaften, von starken Symbolen und Assoziationsfeldern beherrschten Logik.

Offenkundig ist, dass Kafka Bauelemente der Allegorie, des Gleichnisses, des Märchens und der Parabel erstmals extensiv zu nutzen suchte. Dahinter steht das erklärte Ziel, »die Welt« mit sprachlichen Mitteln »ins Reine, Wahre, Unveränderliche« zu heben. Offenbar war Kafka bereit, dafür auch das erzählerische Moment seiner Prosa weitgehend zu opfern: So gibt es etwa in dem langen Fragment Beim Bau der Chinesischen Mauer keine Handlung im eigentlichen Sinne mehr, stattdessen eine Abfolge sachlicher Erörterungen. Dieses Vordringen von Denkbild und Reflexion kennzeichnet auch die 1920 entstandenen Texte, etwa Prometheus, Der Geier, Der Kreisel oder Kleine Fabel.

Völlig singulär in Kafkas Werk sind die in Zürau entstandenen Aphorismen. Kafka begibt sich hier in eine Grenzzone zwischen Literatur, Philosophie und Theologie †” nur wenige Interpreten haben damit etwas anzufangen gewusst, und trotz der nachweislichen Einflüsse und Bezüge (Altes Testament, Gnostik, jüdische Mystik, Kierkegaard) lässt sich ein geschlossenes †ºWeltbild†¹ aus diesen Gedankensplittern und Paradoxien gewiss nicht herauslesen. Deutlich sind jedoch die Querverbindungen zu Kafkas Erzählwelt. So ist etwa die Existenz einer transzendenten Machtinstanz, die für den Menschen unerreichbar und unerkennbar ist, ein Thema auch der Aphorismen.

48. Münchner Bücherschau ist eröffnet – heute liest Marc Levy um 19 Uhr

Marc Levy, geboren am 16. Oktober 1961 in Boulogne-Billancourt, Frankreich, ist ein französischer Schriftsteller.
Levy lebte in den Jahren 1984 bis 1991 in San Francisco in den USA, wo er auch sein erstes Unternehmen gründete. Er ist Sohn eines Verlegers und von Beruf Architekt. Als freier Schriftsteller lebt er nun zusammen mit seinem Sohn Louis  in London. Sein erster Roman, mit dem deutschen Titel Solange du da bist …, wurde von dem US-amerikanischen Regisseur Mark Waters verfilmt und kam im Dezember 2005 in die deutschen Kinos.

Auf der Münchner Bücherschau liest er aus „Wenn wir zusammen sind“. Die deutsche Übersetzung liest Helmut Becker, moderiert wird die Lesung von Eleonore Delair. Die Karten kosten 10 Euro.

Der schönste erste Satz von Amos Oz

Geboren und aufgewachsen bin ich in einer kleinen, niedrigen Erdgeschoßwohnung von etwas 30 Quadratmetern.

Eine Geschichte von Liebe und Finsternis von Amos Oz

Amos OzAmos Oz, hebräisch †×¢×ž×•ס עוז†Ž, gebürtig Amos Klausner, geboren am 4. Mai 1939 in Jerusalem, ist ein israelischer Schriftsteller und Mitbegründer der israelischen Friedensbewegung Peace Now

Er wurde im Jerusalemer Stadtviertel Kerem Avraham, das hauptsächlich von osteuropäischen Einwanderern bewohnt war, geboren und wohnt heute in der israelischen Stadt Arad in der Negev-Wüste.

Oz ist der Großneffe des bedeutenden Gelehrten Joseph Gedalja Klausner, der aus Odessa stammte. Seine Großeltern flüchteten 1917 von Odessa nach Vilnius und wanderten 1933 von dort mit ihrem Sohn Jehuda Arie, Amos‘ Vater, nach Palästina aus. Seine Mutter Fania Klausner, geb. Mußmann, kam 1934 als 21-Jährige nach Palästina. 1954 trat Oz nach dem Freitod seiner Mutter dem Kibbuz Hulda bei und nahm seinen jetzigen Namen an (dt. etwa Kraft und Stärke). Während seines Studiums der Literatur und Philosophie an der hebräischen Universität in Jerusalem von 1960 bis 1963 veröffentlichte Oz seine ersten Kurzgeschichten in der Literaturzeitung „Kesher“ (dt. Regenbogen). Seit 1967 ist er ein prominenter Befürworter der Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt.

Oz nahm am „Sechs-Tage-Krieg“ und am „Jom-Kippur-Krieg“ teil und gründete in den 1970er Jahren mit anderen die israelische Friedensbewegung Schalom achschaw (Peace Now). Von 1987 bis 2005 war er ordentlicher Professor für hebräische Literatur an der Ben-Gurion-Universität des Negev in Beerscheba. 1993 erhielt er dort den berühmten Agnon-Lehrstuhl für moderne hebräische Literatur.

Er hat 18 Bücher auf hebräisch und rund 450 Artikel und Essays verfasst. Seine Arbeiten wurden in über 37 Sprachen übersetzt und erschienen in 39 Ländern.

Eine Geschichte von Liebe und FinsternisKurzbeschreibung
„Dieses Buch handelt auch von der enttäuschten Liebe meiner Eltern und Großeltern zu Europa. Es spürt dem jüdischen Erbe in der europäischen Kultur nach und dem europäischen Erbe in unserer eigenen Kultur. Vor allem aber ist es ein Buch über eine einzelne kleine Familie. Es gibt ein altes Rätsel auf: Wie können zwei gute Menschen eine schreckliche Katastrophe herbeiführen? Wie kann es kommen, daß die Heirat zweier liebenswürdiger Menschen, die einander wollen und einander Gutes wünschen, in einer Tragödie endet?“ Amos Oz Eine große Familien-Saga, ein Epos vom Leben und Überleben, ein Archiv persönlicher und politischer Ambitionen, ein Buch der Enttäuschungen und der Hoffnung.

Für Buchtrinker und Seitenfresser mit dem Faible für Thomas Mann und für Anjelka (Video)

Paul Thomas Mann, geboren am 6. Juni 1875 in Lübeck, gestorben am 12. August 1955 in Zürich, war ein deutscher Schriftsteller.

Er war ein Meister der Ironie und des literarischen Manierismus, schrieb Erzählungen und Romane, die das Ende des bürgerlichen Zeitalters spiegeln. Als Traditionalist stellte er sich bewusst in die Nachfolge des Bildungsbürgertums und von Dichtern wie Goethe und Fontane. Mit seinem gravitätisch-verschmitzten Stil verfügt er über ein unverkennbares Markenzeichen, das ihn populär machte. Bereits mit Mitte zwanzig veröffentlichte er den Familienroman Buddenbrooks, für den er 1929 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Mit den während des Ersten Weltkriegs geschriebenen Betrachtungen eines Unpolitischen lieferte er eine Apologie des kaiserlichen Deutschlands im Moment seines Unterganges, von der er sich später distanzierte. Als politischer Essayist repräsentierte er die Hinwendung des Wilhelminischen Bürgertums zur Weimarer Republik und wurde, insbesondere in seinen Radioansprachen Deutsche Hörer!, die er aus dem amerikanischen Exil senden ließ, zu einem wortmächtigen Gegner des Nationalsozialismus. Besonders bedeutend ist sein umfangreiches Tagebuch, das private Ereignisse neben weltgeschichtlichen protokolliert. Sein älterer Bruder Heinrich und drei seiner sechs Kinder, Erika, Klaus und Golo, waren ebenfalls bedeutende Schriftsteller.

Das Video beginnt mit einer Einleitung in türkischer Sprache, schnell folgen dann sehr viele Fotos von Thomas Mann, Familienmitgliedern und Freunden.