Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2008 – die Jury hat gewählt

„Die Jury hat mit Engagement und großer Leidenschaft um die Shortlist gerungen. Es wurde diskutiert, geworben, verworfen und verteidigt †“ in einer höchst anregenden, konstruktiven Art und Weise, ganz wie es sich für eine offene literaturkritische Auseinandersetzung gehört†œ, sagt Jury-Sprecher Rainer Moritz. „Das Ergebnis, die Shortlist, vertritt keine einheitliche thematische oder stilistische Linie; sie zeigt, wie die Jury hofft, vielmehr die reichhaltige Bandbreite dessen, was deutschsprachige Autorinnen und Autoren 2008 an sehr lesenswerten Romanen vorgelegt haben.†œ

Die sieben Jurymitglieder haben in den letzten fünf Monaten insgesamt 161 Titel gesichtet, die zwischen dem 1. Oktober 2007 und dem 17. September 2008 erschienen sind. Die folgenden sechs Titel sind für die Shortlist nominiert, einer davon wird den Deutschen Buchpreis 2008 erhalten. Die Preisverleihung findet am 13. Oktober 2008 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.

Heute, ab 12 Uhr, werden die Titel der Shortlist im Lesesaal der FAZ für Kritiker und Leser zur Diskussion gestellt.

Dietmar Dath: Die Abschaffung der Arten (Suhrkamp, September 2008)

Kurzbeschreibung
Das Zeitalter, das wir kennen, ist längst eingeschlafen. Wo einmal Europa war, gibt es nur noch drei labyrinthische Städte, die eher gewachsen sind, als daß sie erbaut wurden. Die Welt gehört den Tieren. Fische streiten über Sodomie, Theologinnen mit Habichtsköpfen suchen in Archiven nach Zeugnissen der Menschheit, und Cyrus Golden, der Löwe, lenkt den Staat der drei Städte. Als ein übermächtiger Gegner die neue Gesellschaft bedroht, schickt er den Wolf Dimitri als Diplomaten aus, im einstigen Nordamerika einen Verbündeten zu suchen. Die Nachtfahrt über den Ozean und in die tiefen Stollen der Naturgeschichte lehrt den Wolf Riskantes über Krieg, Kunst und Politik und führt ihn bis an den Rand seiner Welt, wo er erkennt, »warum den Menschen passiert ist, was ihnen passiert ist«. Der Roman Die Abschaffung der Arten steht in der Tradition großer spekulativer Literatur über Niedergang und Wiedergeburt der Zivilisation von Thomas Morus, Voltaire und Mary Shelley über H. G. Wells und Jules Verne bis hin zu Stephen King und William Gibson. Wenn Charles Darwin Krieg der Welten geschrieben hätte, vielleicht wäre ein Buch wie dieses dabei herausgekommen: ein abenteuerliches Liebeslied, eine epische Meditation über die Evolutionstheorie und der waghalsige Versuch, Fossilien von Geschöpfen freizulegen, die noch gar nicht gelebt haben.

Sherko Fatah: Das dunkle Schiff (Jung und Jung, Februar 2008)

Kurzbeschreibung
Ein junger Iraker gerät unter die Gotteskrieger und flieht nach Deutschland. Ein kluger Abenteuerroman, der mit Spannung zeigt, wie ein kleines Leben von großen Umwälzungen erfaßt wird.
Das Buch erzählt die Geschichte des jungen Kerim, von Beruf Koch, der sich aus dem irakischen Grenzland auf die beschwerliche und gefährliche Reise nach Europa macht. Von früh an der Idee verfallen, sich zu verwandeln, hat er noch andere Gründe für seine Flucht, war er doch unter die Gotteskrieger geraten und mit ihnen durch das Land gezogen, bevor er sich von ihrem Weg der Gewalt lossagte. Kerim, bemüht, in Deutschland ein neues Leben zu beginnen, kann, obwohl er in dem fremden Land auch Zuwendung und sogar seine erste Liebe findet, die Vergangenheit nicht abschütteln, vielmehr scheint diese sich fortwährend auf ihn zuzubewegen.
In diesem Roman geht es nicht um den Islam, sondern um den Extremismus, der viele Erscheinungsformen haben kann, um seine Verführungsmacht und die Folgen. Extremismus entsteht nicht in einem Kopf, sondern unter realen Lebensbedingungen. So ist Kerims Geschichte die eines kleinen, konkreten Lebens inmitten großer Umwälzungen, und sein spirituelles wie auch
seine realen Abenteuer sind nicht so außergewöhnlich, wie sie aus europäischer Sicht scheinen mögen. Viele haben sich wie er auf den Weg gemacht, viele sind auch wie er verstrickt worden, wenn schon nicht immer aus nachvollziehbaren Gründen, so zumindest doch auf eine Weise, welche auch die besten Nachrichtenbilder uns nicht zeigen können.

Iris Hanika: Treffen sich zwei (Droschl, Januar 2008)

Kurzbeschreibung
Man weiß nicht, wann sie es tut, und man weiß nicht, wo es sein wird, aber eines ist gewiss – irgendwann schlägt die Liebe zu: „Was da jetzt geschehen ist, das ist eine Fuge im Leben oder ein Riß durch die Zeit oder ein Bruch in der Welt, was auch immer.“ Hier geschieht es zweien, die schon seit geraumer Zeit allein durchs Leben zu gehen gewohnt sind, und es trifft sie wie aus heiterem Himmel: er hat die wunderbarsten Augen der Welt, und sie ist so schön, dass er glaubt, er habe Halluzinationen. Der Zustand hält natürlich nur wenige Tage an. „Was für ein Blödsinn das alles, dieses Gemache und Getue. Daß man nicht einfach normal sein konnte! Daß das alles immer so kompliziert sein muß.“ Es muss, und sei’s nur zum Nutzen der Literatur und zur Erhöhung des Lesevergnügens. „Treffen sich zwei“ ist ein Liebesroman für Erwachsene und ein Heimatroman aus Berlin-Kreuzberg. Er handelt vom Begehren und von den Ängsten, vom Berufsleben eines Systemberaters und den Zuständen einer begnadeten Hysterikerin. Sexratgeber kommen zum Einsatz, Musik, Songtexte und klassische Stellen über die Liebe, dazu Alkohol und Eigenurin-Therapien. Iris Hanika ist eine liebevolle und unbestechlich genaue Beobachterin des Gefühlshaushalts von uns Zeitgenossen; und ihr Witz, ihre Genauigkeit und sprachliche Eleganz demonstrieren mit leichter Hand, warum dieses älteste Thema der Literatur uns allen so am Herzen liegt.

Rolf Lappert: Nach Hause schwimmen (Hanser, Februar 2008)

Kurzbeschreibung
Wilbur, gerade mal 1,50 Meter groß, ist wirklich kein Glückskind: Seine irische Mutter stirbt bei der Geburt, sein schwedischer Vater macht sich aus dem Staub, und sein erstes Zuhause ist der Brutkasten. Erst als seine Großeltern ihn nach Irland holen, erfährt er, was Heimat ist. Doch das Glück währt nicht lang: Sein bester Freund kommt in die Erziehungsanstalt, und seine Großmutter Orla stirbt bei einem Unfall. Auch wenn er gern so stark wäre wie Bruce Willis: Er ist und bleibt ein Verlierer. Erst die charmante Aimee bringt ihm etwas anderes bei: Wilbur muss endlich lernen, zu leben – ob er will oder nicht. Rolf Lappert hat einen großen Roman über das Erwachsenwerden eines kleinen, an der Welt verzweifelnden Jungen geschrieben, der durch seine bezwingende Komik mitreißt.

Ingo Schulze: Adam und Evelyn (Berlin Verlag, August 2008)

Kurzbeschreibung
Die Frauen lieben Adam, weil er ihnen Kleider schneidert, die sie schön und begehrenswert machen. Adam liebt schöne Frauen. Wenn sie erst seine Kleider tragen, begehrt er sie alle, und abgesehen davon liebt er Evelyn. Die ertappt ihn eines heißen Augusttages 1989 in flagranti mit einem seiner Geschöpfe. Statt mit Adam fährt Evelyn gemeinsam mit einer Freundin und deren Westcousin nach Ungarn an den Balaton. Adam setzt sich mit seinem alten Wartburg dem roten Passat auf die Spur. Für Evelyn würde er bis ans Ende der Welt fahren – und vielleicht muss er das auch, denn Ungarn will die Grenze gen Westen öffnen. Plötzlich ist die verbotene Frucht greifbar, und alle müssen sich entscheiden. In der Ausnahmesituation jenes Spätsommers 1989, dem Schwebezustand plötzlicher Wahlfreiheit, entdeckt Ingo Schulze die menschliche Urgeschichte von Verbot und Verlockung, Liebe und Erkenntnis und nicht zuletzt der Sehnsucht nach dem Paradies. Doch wo ist das zu finden? In der Verheißung des Westens, der Ungebundenheit eines endlosen Feriensommers am Plattensee oder doch im vertrauten Amtsstubenduft einer frisch geöffneten Brotkapsel und dem eigenen Garten? Im Spiel mit dem biblischen Mythos von Adam und Eva gelingt Ingo Schulze eine grandiose Tragikomödie. Mit seinem ironisch gebrochenen Begriff vom Sündenfall findet er eine Chiffre für den Eintritt in unsere heutige Welt.

Uwe Tellkamp: Der Turm (Suhrkamp, September 2008)

Kurzbeschreibung
Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze – oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.
In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird.

Quelle: Deutscher Buchpreis

Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 38/2008

Platz 1 : Mond über der Eifel von Jacques Berndorf

Kurzbeschreibung
Dieser neue Fall zwingt ihn, seinen ganzen gesunden Menschenverstand aufzubringen, denn einen solchen Mord hat die Eifel noch nicht gesehen: Jakob Stern, 43 Jahre alt – Heiler, Hellseher, Feingeist und ansonsten ohne Beruf, wird in der Nähe seines abgelegenen Gehöfts aufgefunden. Mausetot, auf den dicken Ästen einer sogenannten heiligen Eiche. Kein Mensch kann sich erklären, wieso er ausgerechnet dort oben festgebunden wurde. Die Suche nach dem Täter im riesigen Grenzland zu Belgien und Luxemburg gestaltet sich außerordentlich schwierig. Baumeister lebt gewissermaßen im Auto. Rodenstock findet, die ewige Herumgurkerei sei eher etwas für einen Lehrling, und seine Frau Emma sagt: „Bei diesem Stoff beteilige ich mich nicht, weil in der Esoterikbranche jedermann einen Hirnschaden hat.“ Kischkewitz, der Leiter der Mordkommission, fürchtet bereits, dass er diesen Fall unerledigt mit in Rente nehmen wird, denn „diese Branche ist fürchterlich! Einfach niemand sagt die Wahrheit!“ Dabei bieten sich den Ermittlern pausenlos Zeugen an, die glauben, durch ihren Kontakt zu allerlei Engeln, Geistwesen, Sehern, Channeling-Spezialisten und sonstiger Spiritisten herausfinden zu können, wie denn der allseits beliebte Jakob zu Tode gekommen ist. Stern war eine Persönlichkeit von starker Anziehungskraft – vor allem für die Frauen, deren Schicksal er auspendelte und denen er aus Tarotkarten las, bevor er mit ihnen ins Bett ging. Und er besaß Geld. Ungewöhnlich viel Geld. Außerdem stand er in Verbindung mit einem dubiosen Astro-Fernsehsender, dessen Redaktionsassistentin ebenfalls zu seinen Liebschaften gehörte, und der eine große Sendereihe mit dem „Heiler“ plante. Zum Glück hält Siggi Baumeister in diesem wirren esoterischen Wust seine fünf Sinne beisammen. Und so schält er zusammen mit Rodenstock und Emma langsam die ersten greifbaren Motive heraus: Habgier, Neid und Hass.

Platz 2 : Kalte Asche von Simon Beckett

Kalte AscheKurzbeschreibung
Asche ist alles, was von ihr übrig geblieben ist. Fast alles. Als der Rechtsmediziner David Hunter die Überreste der Frau in einem verfallenen Cottage auf der schottischen Insel Runa zum ersten Mal erblickt, weiß er sofort: dieser Tod war kein Unfall. Er will seine Erkenntnisse dem Superintendenten mitteilen, doch die Leitung ist tot. Ein Sturm schneidet die Insel von der Außenwelt ab. Da geschieht ein weiterer Mord

Platz 3 : Verdammnis von Stieg Larsson

Kurzbeschreibung
Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel, die Hintermänner bekleiden höchste Regierungsämter. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderische Hetzjagd beginnt. Der neue große Roman des preisgekrönten Bestsellerautors Stieg Larsson. Ein ehrgeiziger junger Journalist bietet Mikael Blomkvist für sein Magazin „Millennium“ eine Story an, die skandalöser nicht sein könnte. Amts- und Würdenträger der schwedischen Gesellschaft vergehen sich an jungen russischen Frauen, die gewaltsam ins Land geschafft und zur Prostitution gezwungen werden. Als sich Lisbeth Salander in die Recherchen einschaltet, stößt sie auf ein besonders pikantes Detail: Nils Bjurman, ihr ehemaliger Betreuer, scheint in den Mädchenhandel involviert zu sein. Wenig später werden der Journalist und Nils Bjurman tot aufgefunden. Die Tatwaffe trägt Lisbeths Fingerabdrücke. Sie wird an den Pranger gestellt und flüchtet. Nur Mikael Blomkvist glaubt an ihre Unschuld und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen in Lisbeths Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die ihn bald das Fürchten lehrt.
Mehr Infos über die Trilogie und die Verfilmung von Verblendung.

Platz 4 : Die Chemie des Todes von Simon Beckett

Die Chemie des TodesKurzbeschreibung
David Hunter war Englands berühmtester Rechtsmediziner. Aber er hat seinen Beruf aufgegeben und sich inkognito nach Devonshire in ein kleines Dorf zurückgezogen. Dort arbeitet er seit ein paar Jahren als Assistent des Arztes, als sein friedliches Landleben ein jähes Ende findet. Spielende Kinder entdecken eine mit einem Paar Schwanenflügel ausstaffierte Frauenleiche. Die Tote war Schriftstellerin, eine Außenseiterin im Dorf. Da sie mit David befreundet war, ist er, der schweigsame Fremde, einer der ersten Verdächtigen. Doch dann findet die Polizei heraus, was David früher war, und so muss die Ex-Koryphäe der überforderten Provinz-Gerichtsmedizin helfen. Gerade als sich anhand seiner Analysen herausstellt, dass die Ermordete vor ihrem Tod tagelang gefoltert wurde, verschwindet eine weitere junge Frau. Eine fieberhafte Suche beginnt, um sie noch lebend zu finden. Gleichzeitig bricht im Dorf eine Hexenjagd los. Der Pfarrer, ein knochiger Fanatiker, hetzt die Leute auf, und David ist Zielscheibe seiner Hasspredigten CSI Devonshire. Exzellent recherchiert, auf dem allerletzten Forschungsstand der Gerichtsmedizin, brillant geschrieben, vor allem aber extrem spannend. †œDie Chemie des Todes† ist ein Forensik-Thriller, der den Leser keine Sekunde aus den Klauen lässt.

Platz 5 : Mieses Karma von David Safier

Mieses KarmaKurzbeschreibung
Die Moderatorin Kim Lange erlebt einen Tag des Triumphes: Sie gewinnt den Deutschen Fernsehpreis. Schade eigentlich, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer herabstürzenden russischen Raumstation erschlagen wird. Im Jenseits erfährt sie, dass sie in ihrem Leben viel zu viel mieses Karma gesammelt hat – und bekommt prompt die Rechnung präsentiert. Kim findet sich in einem Erdloch wieder, hat zwei Fühler, sechs Beine und einen überproportional großen Hinterleib: Sie ist eine Ameise! Kim hat wenig Lust, fortan Kuchenkrümel durch die Gegend zu schleppen. Außerdem kann sie nicht zulassen, dass ihr Mann sich mit einer Neuen tröstet. Doch als Ameise ist sie machtlos. Es gibt nur einen Ausweg: Gutes Karma muss her, damit es auf der Reinkarnationsleiter wieder aufwärts geht!

Platz 6 : Die Entscheidung der Hebamme von Sabine Ebert

Kurzbeschreibung
Magdeburg im Jahre 1179: Auf dem Hoftag wirft Kaiser Barbarossa Heinrich dem Löwen den Fehdehandschuh hin. Das bedeutet Krieg, und Christian und Marthe müssen jeden Tag damit rechnen, dass er auch ihr Dorf erreicht. Markgraf Otto von Meißen nimmt Christian als einen seiner Heerführer mit in den Kampf, während seine Frau Marthe eine andere Herausforderung zu bestehen hat: Otto hat nämlich für die Zeit des Kriegszuges seinem machtbesessenen ältesten Sohn das Kommando über die Christiansdorfer Burg übertragen. Diesem sind Marthe und ihre besonderen Kräfte schon lange ein Dorn im Auge …

Platz 7 : Die letzte Spur von Charlotte Link

Die letzte SpurKurzbeschreibung
Elaine Dawson ist vom Pech verfolgt. Als sie nach Gibraltar zur Hochzeit einer Freundin reisen will, werden sämtliche Flüge in Heathrow wegen Nebels gestrichen. Anstatt in der Abflughalle zu warten, nimmt sie das Angebot eines Fremden an, in seiner Wohnung zu übernachten – und wird von diesem Moment an nie wieder gesehen. Fünf Jahre später rollt die Journalistin Rosanna Hamilton den Fall neu auf. Plötzlich gibt es Hinweise, dass Elaine noch lebt. Doch als Rosanna diesen Spuren folgt, ahnt sie nicht, dass sie selbst bald in Lebensgefahr schweben wird …

Platz 8 : Verblendung von Stieg Larsson

VerblendungKurzbeschreibung
Eine Familiengeschichte, die einen nicht mehr loslässt
Was geschah mit Harriet Vanger? Während eines Familientreffens spurlos verschwunden, bleibt ihr Schicksal jahrzehntelang ungeklärt. Bis der Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeth Salander recherchieren. Was sie zutage fördern, lässt alle Beteiligten wünschen, sie hätten sich nie mit diesem Fall beschäftigt. An seinem 82. Geburtstag erhält der einflussreiche Industrielle Henrik Vanger per Post anonym ein Geschenk. Das Paket enthält eine gepresste Blüte hinter Glas, genau wie in den 43 Jahren zuvor. Vangers Lieblingsnichte Harriet hatte ihm 1958 zum ersten Mal dieses Geschenk gemacht, doch dann verschwand sie spurlos. Ihr Leichnam wurde nie gefunden. In einer letzten Anstrengung beschließt Vanger herauszufinden, was dem geliebten Mädchen tatsächlich zustieß. Er engagiert den Journalisten Mikael Blomkvist, der, getarnt als Biograf, bald auf erste Spuren stößt. Unterstützt wird er von der jungen Ermittlerin Lisbeth Salander, einem virtuosen Computergenie mit messerscharfem Verstand. Je tiefer Blomkvist und Salander in der Vangerschen Familiengeschichte graben, desto grauenvoller sind ihre Enthüllungen. Ausgezeichnet mit dem skandinavischen Krimipreis. -> mehr Infos zu der Trilogie und zum Film

Platz 9 : Gottlos von Karin Slaughter

GottlosKurzbeschreibung
Das Mädchen ist lebendig begraben worden. Ihr Tod muss langsam und unvorstellbar qualvoll gewesen sein. Als ein Zufall Sara Linton und Jeffrey Tolliver zu der Leiche führt, kennen sie nur noch ein Ziel: den Mörder zu finden. Schon bald müssen sie erkennen, dass das nur der Anfang einer ganzen Serie erschütternder Verbrechen ist, die offenbar eng mit einer kleinen und überaus fromm lebenden Sekte zusammenhängen. Ihre Mitglieder wirken auf Sara und Jeffrey nicht wie fanatische Fundamentalisten. Aber als sie beginnen an der Oberfläche zu kratzen, finden sie einen Killer, der böser und gefährlicher ist als alles, was sie bis dahin kennen gelernt haben.

Platz 10 : Träume süß, mein Mädchen von Joy Fielding

Kurzbeschreibung
Die dramatische Geschichte einer jungen Frau, die bedingungslos vertraut – und unversehens zum Spielzeug des Teufels wird.
Die 29-jährige Jamie Kellog lebt in Florida und hat mit Männern bisher kein Glück gehabt. Alles ändert sich jedoch, als sie Brad Fisher begegnet. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie das Gefühl, wirklich verstanden zu werden, und sie schenkt Brad ihr ganzes Vertrauen. Als die beiden wenig später zu einer Reise aufbrechen, ist Jamie überglücklich. Doch Brad ist in Wahrheit ein skrupelloser Killer – und ehe Jamie es sich versieht, wird sie zum wehrlosen Spielzeug eines Psychopathen, der es versteht, sie sich mit perfiden Methoden gefügig zu machen …

Quelle: Spiegel Online

Lesung mit Amelie Fried aus Schuhhaus Pallas am 16.09. in der Seidlvilla

„Schuhhaus Pallas. Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte†œ

Amelie Fried liest aus ihrem Buch über die Geschicke der Familie Fried im Ulm der Nazizeit. Als jüdischer Geschäftsmann ließ ihr Großvater Franz Fried nichts unversucht, um den Schikanen und dem Terror zu entkommen, er überschrieb das Geschäft seiner „arischen†œ Frau, die beiden ließen sich sogar pro forma scheiden. Wie durch ein Wunder überlebte er die Haft im Konzentrationslager, im Gegensatz zu vielen anderen Angehörigen.
Nur durch einen Zufall erfährt die Autorin von der Geschichte ihres Großvaters, ihr Vater hatte darüber beharrlich sein Leben lang geschwiegen. „Schuhhaus Pallas†œ ist das Ergebnis ihrer Spurensuche, ein engagiertes, erzählendes Sachbuch.

Kurzbeschreibung
Amelie Fried auf den Spuren ihrer Familiengeschichte in der NS-Zeit. Frieds Großvater lebte als Jude und Österreicher in Ulm und besaß dort das Schuhhaus Pallas. Nach 1933 gerät er ins Visier der Nationalsozialisten: Nahe Verwandte des Großvaters werden im KZ ermordet. Er selbst überlebt nur durch einen unglaublichen Zufall. Nach dem Krieg führt die Familie wieder ihr gutbürgerliches Ulmer Leben. Amelie Frieds Vater wird der große Zeitungsverleger seiner Heimatstadt – trotzdem schweigt dieser Mann des Wortes sein Leben lang über die Nazizeit. Warum, das unter anderem versucht seine Tochter in diesem Buch zu ergründen. Sie selbst musste nach ihrer Familiengeschichte erst forschen. Sie erzählt sie, weil ihre eigenen Kinder sie erfahren sollen – sie und alle anderen, die wissen wollen, was damals gewesen ist.

Über die Autorin
Die Herausgeberin Amelie Fried, geboren 1958, moderierte nach ihrem Studium zahlreiche Fernsehsendungen, darunter „Live aus dem Alabama“, „Live aus der Alten Oper“, „Stern-TV“ und „Kinderella“. Derzeit ist sie Gastgeberin der Talkshow „III nach Neun“. Sie wurde mit dem Grimme-Preis, dem Telestar-Förderpreis und dem Bambi ausgezeichnet. 1996 erschien ihr erster Roman, „Traumfrau mit Nebenwirkungen“, und 1998 „Am Anfang war der Seitensprung“, die beide auf Anhieb zu Bestsellern wurden. Für ihre Kinderbücher erhielt sie viele Auszeichnungen, darunter den „Deutschen Jugendliteraturpreis“. Die Autorin lebt mit ihrer Familie bei München.

Lesung am Dienstag, 16. 9. um 19.30 Uhr in der Seidlvilla München, Eintritt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro

Das Spiel des Engels von Carlos Ruiz Zafón erscheint am 10. November

Sieben Jahre hat es gedauert bis der katalanische Bestseller-Autor Carlos Ruiz Zafón seinen Fans ein neues Werk beschert. Weltweit zehn Millionen Mal hat sich „Der Schatten des Windes“ verkauft und allein in Deutschland an die zwei Millionen Mal.

Am 17. April erschien in Spanien sein neuer Roman „El juego del ángel„, der in der deutschen Übersetzung unter dem Titel „Das Spiel des Engels“ am 10. November auf den Markt kommt. In Spanien wurden mittlerweile 1,2 Millionen Exemplare verkauft, in Amerika 200 000 Stück. Der neue Roman scheint an den Erfolg von „Der Schatten des Windes“ anzuknüpfen. Er hat sich an die Spitze der Liste der meistverkauften spanischsprachigen Bücher in Argentinien, Chile, Kolumbien, Mexiko und den Vereinigten Staaten gesetzt.

Der Verlag Edición Planeta hatte eine Erstauflage von einer Million vorgesehen †“ das ist doppelt so viel wie beim Weltbestseller „Die Tore der Welt“ von Ken Follet. „El juego del ángel†œ wird gerade in 40 Sprachen übersetzt. Lizenzen wurden bereits in mehr als 50 Länder verkauft. In Deutschland hat der S. Fischer Verlag in einer hitzigen Auktion eine Handvoll Konkurrenten ausgestochen. Drei Millionen Euro hat Verleger Jörg Bong für den Garantie-Bestseller nebst drei Kinderbüchern von Ruiz Zafón hingeblättert. Sehr zum Ärger des Suhrkamp Verlags, bei dem „Der Schatten des Windes†œ erschienen war.

„Das Spiel des Engels“
Der neue Roman spielt wieder in Barcelona, der Heimat Ruiz Zafóns. In den turbulenten 20er-Jahren lebt dort der junge, wenig beachtete Autor David Martí, der zudem unglücklich verliebt ist. Eines Tages erhält er ein ebenso rätselhaftes wie verführerisches und gefährliches Angebot: Er soll das „Buch der Bücher“ schreiben  im Austausch für ein Vermögen, und vielleicht mehr. Dabei gerät er in ein Labyrinth von Geheimnissen, Intrigen, Abenteuer und Überraschungen, dorthin, wo der Zauber von Büchern, Leidenschaft und Freundschaft zu einer meisterhaften Geschichte kombiniert wird.

Die ersten Kritiken loben den neuen Roman. Er sei düsterer als „Der Schatten des Windes†œ, aber auch spannender †“ eine Mischung aus Thriller, Liebesgeschichte und Fantasy.

„Es ist keine Fortsetzung von Der Schatten des Windes †œ, betonte der Autor bei der Buchvorstellung im Liceu-Theater in Barcelona. „Vielleicht habe ich eine falsche Fährte gelegt, als ich sagte, dass ich vier Romane plane, die alle im selben literarischen Universum spielen. Es sind vier Tore zu einem Labyrinth, in dessen Mitte sich der Friedhof der vergessenen Bücher befindet.†œ Aber seine Geschichten zu erklären, sei so kompliziert wie der Versuch, die Bauweise eines Porsche-Motors zu beschreiben. „Es ist doch besser, Sie nehmen den Schlüssel und probieren selber aus, wie es sich fährt†œ, sagte der Autor, der kaum Kontakt zu seinem Millionenpublikum pflegt.

Gebundene Ausgabe: 720 Seiten, Verlag: S. Fischer (10. November 2008), 24,95 Euro

Quelle: Focus Online, Website Carlos Ruiz Zafón, Foto: Flickr

Die sechts Titel der Shortlist des Man Booker Prize 2008

Heute wurde die Shortlist für den Man Booker Prize 2008 veröffentlicht. Von 113 vorgeschlagenen Romanen schafften es 13 in die Longlist, und folgende sechs Romane wurden für die Shortlist nominiert:

„The White Tiger“ von Aravind Adiga
„The Secret Scripture“ von Sebastian Barry
„Sea of Poppies“ von Amitav Ghosh
„The Clothes on Their Backs“ von Linda Grant
„The Northern Clemency“ von Philip Hensher
„A Fraction of the Whole“ von Steve Tolt

John Berger und Salman Rushdie, die bereits Preisträger des Man Booker sind, haben es nicht in die Shortlist geschafft. Ebenfalls nicht vertreten ist Tom Rob Smith mit seinem Krimi Child 44 (Kind 44), der hierzulande lange Zeit in den Bestenlisten vertreten war. Der Booker Preis 2008 wird am 14. Oktober verliehen. Der Gewinner erhält 50000 Pfund.

Quelle: Börsenblatt