Lesen! im ZDF mit Elke Heidenreich und Hanns Zischler am 07.03.08 um 22.30 Uhr

Am 07. März 2008 um 22.30 Uhr wird die „Vielleserin“ Elke Heidenreich wieder zum Lesen animieren und mehrer Bücher vorstellen. Als Gast begrüßt sie diesmal den Schauspieler Hanns Zischler.

Nachfolgend die Bücherliste mit den zur Zeit feststehenden Buchtiteln. Alle weiteren Bücher, die in der Sendung genannt werden, stehen aktuell noch nicht fest.

William Trevor
Geborgtes Glück
Die schönsten Erzählungen
Gelesen von Hanns Zischler
2 CDs, 139 Minuten Laufzeit
Hoffmann und Campe, 2008

William Trevor
Tod des Professors
Deutsch von Hans-Christian Oeser
Hoffmann und Campe, 2007
Gebundene Ausgabe, 272 Seiten

Karin Kersten
Hohe Tannen
Roman für Freunde
Klöpfer und Meyer, 2007
Gebundene Ausgabe, 364 Seiten

Asli Erdogan
Die Stadt mit der roten Pelerine
Aus dem Türkischen von Angelika Gillitz-Acar und Angelika Hoch
Nachwort von Karin Schweißgut
Unionsverlag, 2008
Gebundene Ausgabe, 218 Seiten

Rainer Griese
Lesen. Ohne Worte
Gerstenberg Verlag, 2008
Gebundene Ausgabe, 224 Seiten

Constance de Salm
24 Stunden im Leben einer empfindsamen Frau
Deutsch von Claudia Steinitz
Hoffmann und Campe, 2008
Gebundene Ausgabe, 128 Seiten

Michael Kumpfmüller
Nachricht an alle
Kiepenheuer und Witsch, 2008
Gebundene Ausgabe, 383 Seiten

Helmut Krausser
Die kleinen Gärten des Maestro Puccini
DuMont Buchverlag, 2008
Gebundene Ausgabe, 382 Seiten

Martin Walser
Ein liebender Mann
Rowohlt Verlag, 2008
Gebundene Ausgabe, 288 Seiten

Die nächste Lesen!-Sendung findet am Donnerstag, den 01. Mai 2008, statt.

Im Netz der Pflegemafia – Lesung mit Claus Fussek und Gottlob Schober

„Die Gesellschaft will das wahre Ausmaß der Pflegekatastrophe in Deutschland nicht zur Kenntnis nehmen!“
Claus Fussek
„Mit schlechter Pflege werden in Deutschland Milliarden verdient.“
Gottlob Schober

Am Mittwoch, den 05. März, um 19 Uhr lädt der Bertelsmann Verlag und das Forum zur Verbesserung der Situation pflegebedürftiger Menschen in den Münchner Löwenbräukeller ein. Die Autoren, Claus Fussek und Gottlob Schober, präsentieren ihr Buch „Im Netz der Pflegemafia – wie mit menschenunwürdiger Pflege Geschäfte gemacht werden“.

Im Netz der PflegemafiaKurzbeschreibung
Ein alarmierender Report, der jeden angeht. Dass wir immer älter werden und häufiger der Pflege bedürfen, gibt Anlass zu – medienwirksamer – Klage. Doch in Wahrheit ist das schwer durchschaubare Pflegesystem in Deutschland ein Millionengeschäft, das die Beteiligten gar nicht verändern wollen. Diese These untermauern die erfahrenen Pflegekritiker Claus Fussek und Gottlob Schober. Sie decken unheilige Allianzen auf, bringen Insider zum Reden und analysieren die harten wirtschaftlichen Interessen einer boomenden Pflegebranche. Erstmals werden die mafiösen Strukturen eines Systems sichtbar, in dem man um des Profits willen am Personal spart, Präventionsprogramme behindert und über eklatante Menschenrechtsverletzungen hinwegsieht. Enthüllt die mafiösen Strukturen unseres maroden Pflegesystems.

Druckfrisch: Denis Scheck bewertet die Top Ten der Hardcover Sachbuch

Welche Sachbücher gehen zur Zeit besonders gut über die Theken der Buchhandlungen? In Denis Schecks Sendung Druckfrisch vom 02. März 2008 beförderte er die Hälfte davon in die Mülltonne. Das Video mit Denis Schecks gnadenlosen Anmerkungen und Kommentaren zu den Büchern gibt es hier.

Müll1.Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg (Malik)

Lesen2.Richard David Precht: Wer bin ich und wenn ja wie viele? (Goldmann HC)

Müll 3.Rhonda Byrne: The Secret †“ Das Geheimnis (Goldmann Verlag)

Lesen4.Eduard Augustin, Philipp von Keisenberg, Christian Zascke: Ein Mann, ein Buch (Süddeutsche Zeitung / Bibliothek)

Lesen5.Achim Wohlgetan und Dirk Schulze: Endstation Kabul (Econ Verlag)

Müll 6.Eva Maria Zurhorst: Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest (Goldmann Verlag)

Lesen7.Ester und Jerry Hicks: The Law of Attraction (Allegria Verlag)

Müll 8.Tim Weiner: CIA, die ganze Geschichte (Fischer Verlag)

Lesen9.Wilhelm Schmid: Glück (Insel Verlag)

Müll 10.Esma Abdelhamid und Marianne Moesle: Löwenmutter (Krüger Verlag)

Alistair MacLeod liest heute aus „Land der Bäume“ in der Buchhandlung Hacker

Die 16. Internationale Frühjahrsbuchwoche München 2008 steht unter dem Motto:

„LITERATUR BAUT BRÜCKEN: GASTLAND KANADA“

Die beste amerikanische Literatur kommt aus Kanada“ – unter diesem provokanten Motto werden sich kanadische Autorinnen und Autoren mit ihren Arbeiten zehn Tage lang dem Münchner Publikum präsentieren. Dass sich unter ihnen auch Autoren von Weltrang befinden, entgeht häufig der allgemeinen Wahrnehmung. Dabei gibt es neben Alice Munro, Margaret Atwood, David Albahari, Michael Ondaatje oder William Gibson noch viele andere hervorragende kanadische Schriftsteller zu entdecken.

Heute um 20.15 Uhr präsentiert Alistair MacLeod sein Buch „Land der Bäume„

Land der Bäume Es ist die Geschichte eines schottischen Familienclans, der Ende des 18. Jahrhunderts ins kanadische Nova Scotia auswandert, „ein großes Panorama von Menschen, Leidenschaften und Landschaften“ (Wolfram Schütte) über Generationen von Rotschöpfen hinweg, einfach, präzise und mit großem sinnlichen Atem geschildert.
Alistair MacLeod wurde 1936 in North Battleford (Saskatchewan) geboren und wuchs auf Cape Breton auf. Er lebt als Professor für Englische Literatur in Windsor (Ontario).

Lesung und Gespräch
Moderation und deutsche Lesung: Verena Auffermann
Ort: Buchhandlung Hacker,
Fürstenrieder Straße 44 + 46a
Eintritt: 7,- / 5,-
Kartenbestellung über die Buchhandlung (089) 54 67 41 11

Der schönste erste und letzte Satz von Richard Adams aus Unten am Fluß

1. Die Anschlagtafel

Chor: Warum wehklagst du so, wenn nicht bei einem Bild des Schreckens?
Cassandra: Das Haus dampft nach Tod und tropfendem Blut.
Chor: Wieso? Es nur der Geruch nach dem Altaropfer.
Cassandra: Der Gestank ist wie Grabeshauch.
Äschylus Agamememnon

Der gelben Schlüsselblumen waren verblüht. […]

[…] Der Mond, der am wolkenlosen östlichen Himmel voll aufgegangen war, bedeckte die hohe Einsamkeit mit seinem Licht. Wir sind uns des Tageslichtes nicht als etwas bewußt, das die Dunkelheit verdrängt. Selbst wenn die Sonne wolkenlos ist, scheint das Tageslicht uns einfach der natürlich Zustand von Erde und Luft. Wenn wir an die Downs denken, denken wir an die Downs bei Tag, wie wir an ein Kaninchen mit seinem Fell denken. Es mag Leute geben, die sich das Skelett im Inneren eines Pferdes vorstellen, aber die meisten von uns tun das nicht; und wir stellen uns gewöhnlich die Downs nicht ohne Tageslicht vor, selbst wenn das Licht nicht Teil der Downs ist, wie die Haut Teil des Pferdes ist. Wir nehmen das Tageslicht als selbstverständlich hin. Aber mit dem Mondlicht ist das etwas anderes. Es ist unbeständig. Der Mond nimmt ab und wieder zu. Wolken können ihn in einem Ausmaß verdunkeln, wie sie es beim Tageslicht nicht vermögen. Wasser benötigen wir, aber einen Wasserfall nicht. Wo man ihn antrifft, ist er etwas Besonderes, eine schöne Zierde. Wir brauchen das Tageslicht, und in gewissem Maß ist es eine Frage der Nützlichkeit, aber das Mondlicht brauchen wir nicht. Wenn es kommt, dient es keiner Notwendigkeit. Es verwandelt. Es fällt auf Böschungen und das Gras, trennt einen langen Halm von dem anderen, verwandelt eine Wehe brauner, mit Reif überzogener Blätter aus einem einzigen Haufen in zahllose blitzende Splitter oder schimmert längs nassen Zweigen, als ob das Licht selbst dehnbar wäre. Seine langen Strahlenbündel strömen weiß und scharf zwischen den Baumstämmen, aber ihre Klarheit vergeht, wenn sie bei Nacht in die dunkle Ferne von Buchenwäldern zurückweichen. Im Mondlicht scheinen zwei Äcker gemeinen Straußgrases wogend und knöcheltief, zerzaust und struppig gleich einer Pferdemähne, wie eine Bucht von Wellen, voll von schattigen Rinnen und Vertiefungen. Es ist so dick und verfilzt, daß selbst der Wind es nicht bewegt, aber das Mondlicht scheint ihm Stille zu verleihen. Wir nehmen das Mondlicht nicht als selbstverständlich hin. Es ist wie der Schnee oder wie der Tau an einem Julimorgen. Es enthüllt nicht, sondern verwandelt, was es bedeckt. Und seine geringe Intensität – soviel geringer als die des Tageslichtes – macht uns bewußt, daß es dem Hügelland etwas Zusätzliches verleiht, um ihm für kurze Zeit eine einzigartige, wunderbare Eigenschaft zu geben, die wir bewundern sollten, solange wir können, denn bald wird es wieder verschwunden sein […]

[…] Hazel folgte, und zusammen glitten sie davon, liefen leichtfüßig durch den Wald hinunter, wo die ersten Primeln zu blühen begannen.

Richard AdamsRichard George Adams, geboren am 9. Mai 1920 in Newbury, England, besser bekannt als Richard Adams, ist ein britischer Schriftsteller. Sein im Jahr 1972 erschienener Roman Unten am Fluss über eine Gruppe Wildkaninchen, die auf der Suche nach einer neuen Heimat sind, wurde zu einem weltweiten Bestseller.
Nach seinem Einsatz in der britischen Armee im Zweiten Weltkrieg von 1940 bis 1946, schloss er im Jahr 1948 sein Studium der neueren Geschichte am Worcester College an der Universität von Oxford mit einem Master-Abschluss ab. Von 1948 bis 1974 arbeitete er als Beamter für das Ministry of Housing and Local Government, ein Vorläufer des späteren britischen Umweltministeriums, in London.

Unten am Fluss (englischer Originaltitel: Watership Down) ist im Jahr 1972 erschienen. Der namensgebende Hügel Watership Down, nördlich von Hampshire gelegen, stellt einen der zentralen Handlungsorte der Geschichte dar. Auch alle anderen Schauplätze existierten zumindest zur Zeit der Veröffentlichung tatsächlich. Unten am Fluss war das erste und bis heute erfolgreichste Buch des Autors; die weltweite Gesamtauflage wird auf über 50 Millionen Stück geschätzt.

Nach dem kommerziellen Erfolg von Unten am Fluss gab Richard Adams nach der Veröffentlichung seines nächsten Werks Shardik im Jahr 1974 seinen ursprünglichen Beruf auf und wurde hauptberuflicher Schriftsteller. Als Präsident der Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals und Kandidat der unabhängigen Konservativen engagierte er sich außerdem für Tierschutz und die Einstellung der Fuchsjagd in England. Aus steuerlichen Gründen zog er später auf die Isle of Man. Heute lebt er zusammen mit seiner Ehefrau Elizabeth in Whitchurch, weniger als 20 Kilometer von seiner Geburtsstadt entfernt.

Untern am FlußKurzbeschreibung
Ein ungeschminktes Abbild der menschlichen Gesellschaft und die packende Saga vom langen Weg in die Freiheit.
Die weltbekannte Saga vom Exodus der Kaninchen: Der junge Fiver spürt, dass seinem Volk das Verderben droht. Nur seine engsten Freunde kann er überreden, mit ihm das Kaninchengehege zu verlassen und sich auf die Suche nach einer neuen Heimat zu machen. Was sie unterwegs durchleben, ist so beispielhaft wie fesselnd: zahllose Abenteuer, Meuterei, Treuebruch und Heldentum, Schlachten mit hohem Blutzoll – und schließlich der glückliche Einzug ins Land der Freiheit und des Friedens.