Amos Oz ist erster Preisträger des Stefan-Heym-Preises der Stadt Chemnitz

Amos OzDie Stadt Chemnitz hat in diesem Jahr erstmals den Preisträger des Stefan-Heym-Preises gewählt. Der Preis soll an den in Chemnitz geboren Schriftsteller erinnern. Zu Ehren ihres Ehrenbürgers verleiht die Stadt Chemnitz ab 2008 alle drei Jahre diesen internationalen Preis. Mit ihm sollen zeitkritische Autoren gewürdigt werden.

Erster Preisträger der mit 40.000 Euro dotierten Auszeichnung wird Amos Oz sein. Oz sei „ein international renommierter Schriftsteller und Publizist, der sich zeitkritisch und couragiert als Persönlichkeit einmischt“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Deutsche Weihnacht – 1942 (Video)

Die Menge meint, alles zu wissen und alles zu begreifen, und je dümmer sie ist, desto weiter erscheint ihr ihr Horizont.
Anton Tschechow

Ein Deutscher, ist ein Mensch, der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben…
Theodor Adorno

Ich weiß nicht, welche Waffen im nächsten Krieg zur Anwendung kommen, wohl aber, welche im übernächsten: Pfeil und Bogen.
Albert Einstein

Die Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird.
Richard Freiherr von Weizsäcker

Weihnachtslied, chemisch gereinigt von Erich Kästner (1928)

Weihnachtslied, chemisch gereinigt von Erich Kästner

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte Euch das Leben.
Das genügt, wenn man’s bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist’s noch nicht soweit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt’s Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

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Tannengrün mit Osrambirnen †“
Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt’s an Holz!
Stille Nacht und heil’ge Nacht †“
Weint, wenn’s geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit …
Ach, du liebe Weihnachtszeit!

Quelle: Kästner für Erwachsene, © Atrium Verlag, Zürich 1966, S.35

 

Für Buchtrinker und Seitenfresser mit dem Faible für Liebesgeschichten

Die Kartause von Parma von Stendhal

StendhalStendhal, geboren am 23. Januar 1783 in Grenoble, gestorben am 23. März 1842 in Paris, hieß eigentlich Marie-Henri Beyle. Er war ein französischer Schriftsteller.
1827 publizierte Stendhal seinen ersten Roman, Armance, die zarte, um 1820 in Paris spielende Liebesgeschichte der armen jungen Adeligen Armance und des reicheren, aber offenbar impotenten Octave, der sich nach ihrer Heirat auf einem Schiff in Richtung Griechenland das Leben nimmt. Hiernach ließ Stendhal ein neues Reisebuch folgen (Promenades dans Rome, 1829) und versuchte sich, wie sein jüngerer Freund Prosper Mérimée und andere Autoren, in der neuen Mode-Gattung Novelle, mit Vanina Vanini (1829), Le Coffre et le revenant und Le Philtre (beide 1830). Im Oktober 29 hatte er, während einer Reise, in Marseille die Idee zu dem Roman, der sein Meisterwerk werden sollte: Le Rouge et le Noir, das er sofort begann.

Ende 1830, einige Monate nach der Juli-Revolution und durch sie eigentlich obsolet geworden, kam Le Rouge et Le Noir heraus. Es ist die tragische Geschichte des tüchtigen und ehrgeizigen jungen Kleinbürgers und Provinzlers Julien Sorel, der im (wie der Erzähler es sieht) von reaktionären Adeligen, intriganten Geistlichen und opportunistischen Bourgeois beherrschten Restaurationsregime trotz seiner Talente und Meriten und trotz beachtlicher Zwischenerfolge letztlich weder General (=rot) noch Bischof (=schwarz) zu werden schafft, sondern es nur zum Geliebten einer älteren und danach zum Verlobten einer jüngeren adeligen Frau bringt und schließlich einen heroisch akzeptierten Tod auf dem Schafott erleidet.

Die Kartause von ParmaIm November/Dezember 1838 diktierte er in nur 53 Tagen in Civitavecchia den Roman La Chartreuse de Parme, die spannende Geschichte des jungen lombardischen Adeligen Fabrice del Dongo, der dem Napoleon der Hundert Tage zu Hilfe zu eilen versucht und es nach diesem kapitalen Fehler im reaktionären Oberitalien der Restauration lediglich †“ und auch das nur dank der Intrigen seiner schönen und energischen jungen Tante †“ bis zum Bischof bringt und zugleich allerdings zum Geliebten seines Jugendschwarms, der schönen Generalstochter Clélia Conti. Der Roman wurde von Balzac begeistert in der Revue Parisienne besprochen (1840) und war der einzige Bucherfolg Stendhals zu seinen Lebzeiten.

„Wer Italien liebt, wer es studiert oder verstanden hat, wird die Kartause von Parma mit Genuss lesen.“ Balzac

Der Roman über die zwei Dinge, die für Stendhal die wichtigsten seines Lebens waren: Italien und die Liebe. Fern seiner Wahlheimat, im Paris von 1839, schrieb er jenes Werk, das heute zu den größten der Weltliteratur zählt: die Geschichte des jungen Fabrizio del Dongo zwischen der herrischen Herzogin Sanseverina und der weltabgewandten Clelia Conti. Die Einzigartigkeit des leidenschaftlichen, spielerischen Stils ist immer bewundert worden und nun in einer Neuübersetzung von Elisabeth Edl im Hanser Verlag erschienen ist. Der reiche Anhang vermittelt dem Leser alle historischen, biographischen und literarischen Hintergründe dieses unvergleichlichen Romans.

Leseprobe

»Ich muß dich verlassen, Kleiner,« sagte die Marketenderin zu unserem Helden, »aber wahrhaftig, du tust mir leid. Ich bin dir gut. Sapperlot, du weißt weder gicks noch gacks! Du wirst dich erwischen lassen. Bei Gott, ja! Komm mit mir zum sechsten Leichten!« Weiterlesen

FAZ und Süddeutsche verlieren Urheberrechtsstreit gegen Perlentaucher

Unter der Überschrift „Perlentauchen gestattet“ berichtet Perlentaucher.de heute in eigener Sache über das Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt. Auch in zweiter Instanz unterlagen die Klägerinnen, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Süddeutsche Zeitung, die erreichen wollten, dass der Perlentaucher die Rezensionsnotizen, die er im Rahmen seiner Berichterstattung über die Literaturkritik der großen Zeitungen verfasst, nicht an Internetbuchhändler weiter vertreibt.

„Die Klage hatte – wie schon in erster Instanz – keinen Erfolg. Der 11. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main hat die Berufungen der Klägerinnen zurückgewiesen. Zur Begründung hat er ausgeführt, ein generelles Verbot von Abstracts könne schon deshalb nicht ausgesprochen werden, weil die öffentliche Beschreibung des Inhalts eines Werkes nach dessen Veröffentlichung grundsätzlich jedermann zu stehe, soweit es sich dabei nicht um eine unzulässige Bearbeitung des Originals, hier also der Originalrezension, handele,“ lautet die Begründung des Oberlandesgerichts.

Weiter argumentiert das Gericht, dass auch Zitate in solchen Reseznsionnotizen (das Gericht spricht von „Abstracts“) zulässig seien, sofern der Abstand zwischen der Notiz und dem Originalwerk groß genug sei. „Unter Berücksichtigung dieser Kriterien hat der Senat die streitbefangenen Abstracts für zulässig gehalten, weil es sich um gegenüber den Originalkritiken ausreichend selbständige Werke mit dem erforderlichen Abstand zu den Originalvorlagen handele.“

Die Website Perlentaucher berichtet über Literaturkritik und veröffentlicht dazu auch selbst verfasste Zusammenfassungen von Buchrezensionen, die in der FAZ sowie der SZ erschienen sind. Darin sahen die beiden Verlage eine Urheberrechtsverletzung, unterlagen aber bereits im ersten Urteilsspruch vom November 2006.Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Gegenseite kann in Revision gehen.

Die „Süddeutsche Zeitung†œ teilte mit, man werde „Revision einlegen, wenn wir nach Prüfung der Begründung realistische Chancen sehen.†œ

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ erklärte, nach dem Verlauf des Berufungsverfahrens und insbesondere der mündlichen Verhandlung vor dem Oberlandesgericht sei das Urteil überraschend: „Das Urteil ist aus unserer Sicht falsch und stellt sich als eine Niederlage für alle Urheber – gerade auch für Journalisten – und Verwerter von Buchrezensionen dar.†œ Man warte die Urteilsbegründung ab und prüfe dann die Revisionsaussichten; die Revision sei ausdrücklich zugelassen worden.