Über welchen Autor der Moderne wird gesprochen?

„Was ich vielleicht am meisten an ihm schätzte, war die ihm eigene Vornehmheit, kraftvoll, hochmütig, ein wenig verzweifelt, die gleiche Eigenschaft, die er Lord Jim verlieh und die dieses Buch zu einem der schönsten macht, das ich kenne.“
André Gide

„Seine Bücher sind bewegt wie das Meer und ruhig wie das Meer und tief wie das Meer… Lesen Sie den Ozean!“
Joseph Roth

„Joseph Conrad ist in meinen Augen einer der größten Erzähler und – wenn man ihn zu den englischen Schriftstellern zählt – einer der sehr wenigen wirklichen Romanciers, die England besitzt.“
George Orwell

Über Joseph Conrad und seinen Roman Lord Jim

Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque

Der erste Satz:
Dieses Buch soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Krieg zerstört wurde †“ auch wenn sie seinen Granaten entkamen.

„Man darf nicht den Kampf verschieben und sich die bürgerliche Person des Autors vornehmen, (dessen Haltung nach einem in der Geschichte des deutschen Buchhandels beispiellosen Erfolg mustergültig ist). Der Mann erzählt uns keine dicken Töne, er hält sich zurück; er spielt nicht den Ehrenvorsitzenden und nicht den Edelsten der Nation – er läßt sich nicht mehr photographieren, als nötig ist, und man könnte manchem engeren Berufsgenossen so viel Takt und Reserve wünschen, wie jener Erich Maria Remarque sie zeigt.“
Kurt Tucholsky

„Ein vollkommenes Kunstwerk und unzweifelhaft Wahrheit zu gleich“
Stefan Zweig

„Ein heißes Eisen in charmanter Hand“
Heinrich Böll

Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque

Im Westen nichts Neues Der Roman von Erich Maria Remarque erschien 1929. Das Buch gehört zu der Gruppe von Werken, in denen – rund zehn Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs – das Kriegserlebnis des Frontsoldaten geschildert und direkt oder indirekt Anklage erhoben wurde gegen den Krieg; es erschien im selben Jahre wie Ernest Hemingways „A Farewell to Arms“ („In einem anderen Land“), ein Jahr nach Ernst Glaesers (1902-1963) „Jahrgang 1902“ und Ludwig Renns „Krieg“, drei Jahre nach Hemingways „The Sun Also Rises“ („Fiesta“). Bei Remarque fällt wie auch bei Hemingway das Wort von der „verlorenen Generation“, die nach dem Krieg nicht mehr in der bürgerlichen Gesellschaft Fuß fassen kann, weil sie im Alter von achtzehn bis zwanzig Jahren schon zu viel Grauen erlebt hat und dem Tod zu oft ins Auge sehen mußte, um vergessen zu können.

Ähnlich wie Renn schildert Remarque den Krieg aus der Perspektive des einfachen Soldaten, des gemeinsam mit seinen Klassenkameraden von der Schule direkt aufs Schlachtfeld geschickten Paul Bäumer. Die Begeisterung, die ihn wie seine Kameraden zu Anfang des Kriegs erfüllte, wird ihm schon durch die Schikanen bei der Ausbildung ausgetrieben, durch Kasernenhoftyrannen vom Schlage des als Typ sprichwörtlich gewordenen Unteroffiziers Himmelstoß, durch den unsinnigen Drill, der nicht einmal für das Überleben in wirklicher Gefahr nützt. „Auf eine sonderbare und schwermütige Weise verroht“, schlagen der Erzähler und seine Freunde sich dann durch das Leben als Frontsoldaten, das sich zwischen „Trommelfeuer, Verzweiflung und Mannschaftsbordells« abspielt und das sie zu – „:Menschentieren“ – macht. Als das einzig Positive erscheint die an der Front entstehende Kameradschaft quer durch alle Dienstgrade. Die mörderischen Kämpfe, der Stellungskrieg, die Materialschlachten, die Gasangriffe, die nächtlichen Patrouillen durch zerschossene Wälder, das hundertfache Sterben ringsumher kehren mit fast stereotyper Gleichförmigkeit wieder und ähneln den vergleichbaren Schilderungen in vielen andern Kriegsbüchern: kaum reflektiert, in einer einfachen Report-Sprache, nur bisweilen von melancholischem Pathos gefärbt und ohne jeden Ton von Hoffnung. Der Roman ist durchaus unpolitisch; nur ein einziges Mal entspannt sich zwischen den Soldaten eine Diskussion über die Ursache von Kriegen, die aber völlig schematisch und abstrakt bleibt. Diese Fragen bleiben ungelöst für den Ich-Erzähler, der wie ein kurzer Schlußpassus mitteilt – als letzter der Gruppe von Schulkameraden im Oktober 1918 an einem Tag fällt, an dem „der Heeresbericht sich nur auf den Satz beschränkte, im Westen sei nichts Neues zu melden“.

Obwohl der Autor in einem Vorspruch betont, das Buch solle „weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen über eine Generation zu berichte die vom Kriege zerstört wurde auch wenn sie seinen Granaten entkam“, wurde „Im Westen nichts Neues“ doch nicht nur als Bericht, sondern als Anklage gegen den Krieg und vor allem auch gegen die Erwachsenen verstanden, gegen die Eltern und Lehrer, die diese „eiserne Jugend“ mit chauvinistischen Reden in den Krieg trieben. Die Feindschaft der älteren Generation, die Remarque auf sich gezogen hatte, konnte von den Nationalsozialisten noch einmal politisch ausgemünzt werden: Joseph Goebbels organisierte 1930 Krawalle gegen die Verfilmung des Romans, und ab 1933 gehörte „Im Westen nichts Neues“ während des NS-Regimes zur verbotenen und verbrannten Literatur in Deutschland. Der Roman hatte dennoch, wohl gerade wegen seines kargen, beschreibenden Tons und der darin spürbaren bitteren Resignation, außerordentlichen Erfolg und fand, in 32 Sprachen übersetzt, weltweite Verbreitung.

Ein Blick auf die Top 10 der Paperbacks der Londoner Sunday Times

FICTION
Paperbacks

1. HRH by Danielle Steel
Young European princess volunteers as an aid worker in east Africa

2. Atonement by Ian McEwan
Three lives change forever during the hottest day in the summer of 1934
All you need to know about the book and the author
„Atonement“ ist deutschsprachig schon 2002 in einer Übersetzung von Bernhard Robben unter dem Titel „Abbitte“ erschienen. Ian McEwan war mit „Abbitte“  auch im deutschsprachigen Raum lange in den Bestenlisten vertreten.

3. Crystal by Katie Price
Second novel from the glamour model, telling the story of a wannabe singer

4. Treasure of Khan by Clive and Dirk Cussler
Dirk Pitt and co battle to stifle ambitions of a Mongolian warlord
„Treasure of Khan“ ist deutschsprachig in einer Übersetzung von Oswald Olms unter dem Titel „Der Fluch des Khan“ erschienen.

5. Simple Genius by David Baldacci
The FBI, CIA, mathematicians and murderers collide in the lives of Pls King and Maxwell
„Simple Genius“ ist wohl die Fortsetung von „Mit jedem Schlag der Stunde“, das im Dezember in einer deutschsprachigen Übersetzung erscheint.

6. The Thirteenth Tale by Diane Setterfield
A biographer tries to unravel a family mystery in this gothic drama
„The Thirteenth Tale“ ist deutschsprachig im Februar 2007 unter dem Titel „Die dreizehnte Geschichte“ in einer Übersetzung von Anke und Dr. Eberhard Kreutzer von Blessing erschienen.

7. More Twisted by Jeffrey Deaver
High-octane short stories from the heavyweight crime author

8. Cross by James Patterson
Alex Cross comes face-to-face with the killer of his first wife

9. The Loner by Josephine Cox
Blackburn lad faces a quandary after fleeing home in search of his father

10. A Thousand Splendid Suns by Khaled Hosseini
Two women struggle to survive in Taliban-ruled Afghanistan

„A Thousand Splendid Suns“ ist deutschsprachig in einer Übersetzung von Michael Windgassen unter dem Titel „Tausend strahlende Sonnen“ im September 2007 erschienen. Tausend strahlende Sonnen ist nach Drachenläufer Khaled Hosseinis zweiter Bestseller und das einzige Buch aus diesen Charts, das auch in den deutschen Bestenlisten vertreten ist. Der Titel ist nicht nur in der Londoner Sunday Times, sondern ebenfalls in der New York Times in den Bestenlisten angesiedelt und zwar ebenfalls auf Platz 10.

Gabriel Garcia Márquez im Iran zensiert

Gabriel Garcia MárquezEine Neuauflage des Romans „Erinnerung an meine traurigen Huren“ von Gabriel Garcia Márquez fällt im Iran der Zensur zum Opfer. Das Buch sei unmoralisch, erklärte das Kultusministerium, nachdem es Attacken der konservativen Medien ausgesetzt war. Der für die Druckgenehmigung Verantwortliche wurde entlassen. Die Website „Tabnak“ hatte den Roman des im Iran populären Nobelpreisträgers scharf kritisiert. Das Wort „Prostituierte“ wurde im Persischen durch „die Schöne“ ersetzt. Die 5000 Exemplare der vor drei Wochen erschienenen Neuauflage sind ausverkauft.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

National Book Award geht an Dennis Johnson

Der National Book Award ist neben dem Pulitzer-Preis der renommierteste Literaturpreis der USA.

Er wird seit 1950 jährlich vergeben, zur Zeit in den vier Kategorien Roman, Lyrik, Kinderbuch und Sachbuch vergeben. Zuvor gab es eine Anzahl weiterer Kategorien, die aber nach und nach aufgegeben wurden. Seit 1989 wird der NBA von der eigens zu diesem Zweck gegründeten National Book Foundation verliehen. Für jede Kategorie gibt es eine fünfköpfige unabhängige Jury.

Dennis JohnsonDer Preisträger muss amerikanischer Staatsbürger sein, sein Werk muss in englischer Sprache verfasst und in den USA verlegt sein. Der Preis ist mit 10.000 US-Dollar dotiert. Lt. Welt Online kann Denis Johnson den National Book Award gut gebrachen: Er ist nämlich in den USA und bei uns noch längst nicht so bekannt, wie er es verdient.

Dennis Johnson, er wurde übrigens 1949 in München geboren, hat den Preis für seinen Bericht über Extremerfahrungen im Vietnamkrieg erhalten. Sein Werk mit dem Titel „Tree of Smoke“ wird im kommenden Jahr auch bei uns im Rowohlt Verlag übersetzt erscheinen.