Literaturfonds in Höhe von 423.000 Euro werden vergeben

Mit insgesamt 423.000 Euro unterstützt der Deutsche Literaturfonds in den kommenden Monaten Autoren, Literaturinitiativen, Verlage und Zeitschriften. Unter anderem erhalten elf Schriftsteller und Übersetzer für maximal ein Jahr Arbeitsstipendien von monatlich 2000 Euro, teilte der Deutsche Literaturfonds am Dienstag in Darmstadt mit.

Die Arbeitsstipendien gehen an die Schriftsteller Wilhelm Bartsch (Halle), Gerhard Henschel (Bad Bevensen), Kerstin Kempker (Berlin), Thomas Lehr (Berlin), Steffen Mensching (Berlin) Klaus Modick (Oldenburg), Karl-Heinz Ott (Freiburg) Marion Poschmann (Berlin), Michael Roes (Berlin) und Marie Luise Scherer (Damnatz) sowie an die Übersetzerin Gabriele Leupold (Berlin).

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Vom Winde verweht – Teil III – „Rhett“ von Donald McCaig

Bald wird sich niemand mehr daran erinnern, dass Margaret Mitchell 1937 den Pulitzer-Preis für „Gone With The Wind“ verliehen bekommen hat. Drei Jahre später kam der gleichlautende Film mit Vivien Leigh, als Scarlett O´Hara, und Clark Gable, als Rhett Butler, in die Kinos. Für Margret Mitchell, die ein Jahrzehnt an dem großen Roman gearbeitet hatte, blieb es ihr einziges Werk. Sie starb 1949 bei einem Autounfall.

2011 laufen die Urheberrechte der Erbengemeinschaft aus. Vielleicht ist das der Grund, warum nun, nachdem in den frühen Neunzigern der zweite Teil „Scarlett“ von Alexandra Ripley erschienen ist, auch noch ein dritter Teil folgen muss.

„Für die romantisch gestimmte Leserin ist vieles kalter Kaffee“ lautet die Überschrift in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung. Donald McCaig, der Verfasser des dritten Teils von „Vom Winde verweht“, hat für „Rhett“ gründlich recherchiert und Rhett Butler entmystifiziert.

Vom Winde verweht Kurzbeschreibung
Scarlett O’Hara und Rhett Butler sind für viele das Traumpaar der Literatur- und Filmgeschichte. Unvergesslich, die temperamentvolle, selbstbewusste Südstaatenschönheit und der abenteuerlustige Lebemann. Aber was weiß man eigentlich über Rhett Butler? Donald McCaig verrät, wie die Hauptfigur aus Margaret Mitchells legendären Epos denkt, fühlt und wie seine Vergangenheit aussah. Er erzählt von Rhetts prägender Kindheit und Jugend auf einer Reisplantage bei Charleston und davon, wie der rebellische Junge zu dem Mann wird, den jeder aus „Vom Winde verweht“ kennt. In diesem einzigartigem Panorama der Südstaaten erfährt man nicht nur alles über Plantagenbesitzer, Sklaven, die besseren Kreise von Charleston und Atlanta und den vernichtenden Bürgerkrieg, der zwischen 1861 und 1865 tobte. McCaig erzählt vor allem von Rhett Butlers Welt: von Belle Watling, der Prostituierten, die zu seiner engen Vertrauten wird, Langston Butler, seinem unnachgiebigen, verbitterten Vater, Rosemary, der geliebten Schwester, und von seinem besten Freund, dem Farbigen Tunis Bonneau. Und dann ist da natürlich Scarlett, Katie Scarlett O’Hara, die eigensinnige und leidenschaftliche Frau, die für Rhett mehr empfindet, als sie wahrhaben will…

Über den Autor
Der Schriftsteller Donald McCaig wurde eigens von den Nachlassverwaltern Margaret Mitchells autorisiert, einen neuen Roman auf der Grundlage von „Vom Winde verweht“ zu verfassen. Unter aufwendigen Recherchen an Originalschauplätzen und in historischen Archiven arbeitete der 1940 geborene Autor zwölf Jahre lang an Rhett. Für seine bisher erschienenen Romane über den amerikanischen Bürgerkrieg hat er mehrere Preise erhalten, darunter den John Esten Cooke Award für die beste Südstaatenliteratur.

Monika Maron liest aus „Ach Glück“ im Münchner Literaturhaus

Heute, um 20 Uhr, liest Monika Maron aus ihrem neuen Roman „Ach Glück“ im Münchner Literaturhaus. Der Eintritt beträgt 8 Euro, Kartenreservierung unter Tel. 089 / 29 19 34 27. Die Lesung wird von Cornelia Zetzsche vom Bayerischen Rundfunk moderiert.

Ach GlückOb dies nun der von Johanna insgeheim herbeigesehnte Neuanfang ist oder einfach nur ein Aufbruch, als sie kurzentschlossen dem Lockruf der alten russischen Aristokratin Natalia Timofejewna nach Mexiko folgt, weiß sie selbst nicht.
Während sie in 10.000 Meter Höhe erwartungsvoll einer fremdartigen Welt entgegensieht, vielleicht der Begegnung mit der legendären Leonora Carrington, jener wunderbar-verrückten surrealistischen Künstlerin, irrt Achim in Berlin ziellos zwischen den gewohnten Plätzen und Ritualen umher, bedrängt von der Frage, was Johannas Flucht zu bedeuten hat und wie die seltsame Verwandlung seiner Frau mit jenem schwarzen zotteligen Hund zusammenhängt, den sie eines Tages angebunden an einem Abfalleimer an der Autobahn fand und mitnahm.

Monika Marons neues Buch ist ein Roman voller Weisheit, der dem unmerklichen Auseinanderdriften zweier Lebensspuren folgt. Sie stellt sich die Frage »Wie soll man leben?« und konfrontiert ihre Protagonistin mit den Desillusionierungen des Älterwerdens.

Monika MaronMonika Maron wurde 1941 in Berlin geboren. Ihr Großvater wurde wegen seiner jüdischen Herkunft in Polen auf einem Kornfeld von den Nazis umgebracht. Ihr Stiefvater Karl Maron war Innenminister der DDR (1955-1963). Nach dem Abitur arbeitete sie ein Jahr lang als Fräserin in einem Industriebetrieb. Danach studierte sie Theaterwissenschaft und versuchte sich anschließend zwei Jahre lang als Regieassistentin und darauf als Reporterin für die Frauenzeitschrift „Für Dich“ und die „Wochenpost“. Ab 1976 arbeitete sie als freie Schriftstellerin in Ostberlin.

Zwischen 1976 und 1978 wird ihr eine konspirative Tätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR nachgesagt. 1988 verließ sie nach zunehmender Entfremdung die DDR und lebte bis 1992 in Hamburg, später wieder in Berlin. Die Essays und Artikel über ihre Heimatstadt veröffentlichte sie 2005 unter dem Titel „Geburtsort Berlin“. Ihr Sohn, Jonas Maron, steuerte dafür Fotografien aus der Berliner Wendezeit bei.

Maron ist eine bedeutende deutsche Romanautorin. Ihr Debütroman Flugasche von 1981 thematisiert die Umweltverschmutzung in der DDR (gemeint ist Bitterfeld); er ist die erste weithin bekannt gewordene literarische Veröffentlichung zum Thema Umweltverschmutzung in der DDR. Die Ich-Erzählerin Josefa Nadler berichtet, wie sie nach B. (= Bitterfeld) fährt, um eine Reportage zu schreiben. Sie kämpft mit ihren eigenen Ansprüchen: Soll sie die Wahrheit schreiben, nämlich dass B. schmutzig ist, oder soll sie so schreiben, dass es den Funktionären gefällt? Als alleinerziehende Mutter kann sie es sich nur schlecht leisten, eine oppositionelle Meinung zu vertreten.

1990 erhielt Maron den Irmgard-Heilmann-Preis, 1991 den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau; 1992 wurde sie mit dem Kleist-Preis, 1994 mit dem Solothurner Literaturpreis und 2003 mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg geehrt.

Jan Weiler zu Gast im Lustspielhaus

Jan WeilerJan Weiler, Autor von „Maria, ihm schmeckt´s nicht“ und „In meinem kleinen Land“ ist heute um 20.30 Uhr zu Gast im Münchner Lustspielhaus, Occamstr. 6. Die Karten kosten 20 Euro.

Jan Weiler, geboren am 28. Oktober 1967 in Düsseldorf, ist ein deutscher Journalist und Buchautor.

Er arbeitete zunächst als Werbetexter, bevor er die Deutsche Journalistenschule in München absolvierte. Ab 1994 war er erst Redakteur, dann von 2000 bis 2004 gemeinsam mit Dominik Wichmann Chefredakteur des SZ-Magazins. Als solcher schrieb er 2002 für ein Italien-Sonderheft einen Artikel über seinen Schwiegervater, der einst als italienischer Gastarbeiter nach Deutschland kam. Weiler stand dem Artikel erst skeptisch gegenüber, als der Artikel dann aber doch veröffentlicht wurde, war die Resonanz unerwartet positiv. Daraufhin fuhr er 2003 mit seinem Schwiegervater Antonio nach Italien, um sich dort dessen Lebensgeschichte erzählen zu lassen. Daraus entstand schließlich das Buch „Maria, ihm schmeckt’s nicht†œ, das er aber nicht autobiografisch, sondern als Fiktion verstanden haben möchte. Das Buch vermischt auf humorvolle Weise fiktive Elemente mit den Erzählungen Antonios und den Erfahrungen Weilers mit seiner italienischen Familie.

Jan Weiler lebt als freier Autor in Ambach in der Nähe von München. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Annette von Droste-Hülshoff „Nach 100 Jahren“

Nach 100 Jahren“ möchte ich gelesen werden, steht als Überschrift auf dem gleichlautenden Blog von Annette Droste-Hülshoff. Das Blog wurde in diesem Jahr mit dem Grimme-Online-Preis ausgezeichnet. Veröffentlicht werden Briefe an wechselnde Adressanten, im Moment aus dem 1846 von ihrer letzten Reise.

†œNach hundert Jahren† ist ein literarisches Web-Projekt von Monika Porrmann. Alle Einträge und Kommentare sind Originalauszüge aus Briefen der Droste und ihrer Zeitgenossen. Die Veröffentlichung in dieser Form – als datenbankgestütztes Weblog – ermöglicht einen neuen Zugang zu dem Material: Wer die Droste jenseits ihrer Gedichte kennenlernen möchte, kann in den aufschlussreichen Korrespondenz-Zitaten stöbern, aber auch gezielt suchen – nach Briefen aus bestimmten Jahren oder Herkunftsorten, nach Adressaten oder anhand von Schlagwörtern. Ausführliche Informationen über die Protagonisten und eine Karte mit Aufenthaltsorten der Dichterin ergänzen das Projekt.