Asien vergibt ersten Literaturpreis – Man Asian Literary Prize

Man Asien Literary PrizeIn Asien wird in diesem Jahr zum ersten Mal der Man Asien Literary Prize vergeben. Bis jetzt noch nicht ins Englische übersetzte Literatur wird prämiert (Asian novel unpublished in English). Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am 10. November vergeben. Nominiert sind der Philippiner José Dalisay, die Inderin Reeti Gadekar, der Chinese Jiang Rong, die Birmanin Nu Nu Yi Inwa sowie die Hong-Kong-Chinesin Xu Xi.

Vom Nutzen Viktorianischer Trauerkleidung von Mary Kingsley

Mary Kingsley folgte bei der Wahl ihrer Expeditionstracht dem Grundsatz:“… man hat nicht das Recht, in Afrika in Sachen herumzulaufen, für die man sich zu Hause schämen würde“. Deshalb trug sie einen bodenlangen, stabil gefütterten Wollrock, ergänzt durch ein steifes, enges und hochgeschlossenes Mieder, so wie es sich eben für viktorianische Trauerkleidung schickte (wegen des Todes Ihrer Eltern).

Leseprobe aus „Die grünen Mauern meiner Flüsse. Aufzeichnungen aus Westafrika.“ © Deutscher Taschenbuchverlag 1992

Während ihrer Wanderung mit ein paar Eingeborenen durch den Busch hatte sie sich angewöhnt, in den Pausen ihrer schnelleren Begleiter, schon ein Stück vorauszugehen:

Mary Kingsley2Gegen fünf Uhr ging ich voraus und traf auf den angekündigten Pfad, auf dem ich weitergehen sollte. Er war nicht leicht zu erkennen, aber wenn man aufpaßte, konnte man ihm folgen. Dann brach er ab, führte aber jenseits eines Gebüschs wieder ziemlich deutlich weiter. Ich nahm eine Abkürzung und lag im nächsten Moment zwischen etlichen scharfen Stacheln ungefähr fünfzehn Fuß unter der Erdoberfläche auf dem Grund einer Großwildfalle. Das sind die Augenblicke, wo die Segnungen eines guten, festen Rocks so richtig zur Geltung kommen. Hätte ich mich an die Ratschläge vieler Leute in England gehalten und mich für männliche Kleidung entschieden, wäre ich jetzt bis auf die Knochen durchbohrt gewesen. Das Ende also. So aber saß ich, abgesehen von einer Menge Schrammen, dank der Stoffülle meines Rocks vergleichsweise gemütlich auf neun Ebenholzstacheln von gut 12 Inches Länge und rief frohgemut um Hilfe. Als erster kam der Duke [einer ihrer Begleiter, sie beschreibt ihn als Mann“mit den Manieren eines Herzogs und den Angewohnheiten eines Abfalleimers“]
und schaute über den Rand der Grube. „Hol eine Liane und zieh mich raus“, sagte ich. Er knurrte und setzte sich auf einen Balken. Der Passagier kam als nächster. ‚Tot?“ fragte er. „Nicht sehr“, klärte ich ihn auf. „Hol eine Liane und zieh mich raus“. „Kann nicht“, sagte er und setzte sich auf einen Balken. Schließlich kamen Kiva und Wiki. Wiki ging los, um diejenige Liane auszuwählen, mit der als einziger eine englische Lady herausgezogen werden darf: Sie war genau auf meinen Teint, mein Alter, meine Größe und diese besondere Grube abgestimmt. Von der Zeit zu schließen, die er dafür brauchte, schienen derartige Exemplare hier rar zu sein.“
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Vom Küssen und Gefressen werden – Märchenstunde in der Blauen Maus

Theater Blaue MausAnders als erwartet entwickelt sich die Geschichte der schlafenden Schönen hinter der Dornenhecke, denn auch Literaten wie Ringelnatz, Peter Hacks oder Martin Walser ließen sich von Grimms Märchen inspirieren. Ihre Texte vermischen sich zum Märchen-Potpourri mit den unterschiedlichsten Versionen und Fantasien, die bis zu Schneewittchen und Rapunzel führen.

Allerlei neue Geschichten von Dornröschen und anderen Märchen erzählen Rüdiger Bach, Sigi Siegert, Jürgen Wegscheider und Juliet Willi im Theater Blaue Maus.

Vom Küssen und Gefressenwerden“ bis zum 17. November, jeweils Mittwoch bis Samstag um 20.30 Uhr, Elvirastr. 17a, München.
Kartenreservierung unter 089 / 18 26 94

Evelyn Hamann ist tot

Evelyn HamannDas teilten enge Freunde der Deutschen Presse-Agentur mit. Demnach starb Hamann in der Nacht zum Montag im Alter von 65 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit im Kreis ihrer Angehörigen.

Die beliebte Komödiantin Hamann, die zurückgezogen in Hamburg lebte, wurde dem Publikum besonders als Loriots Partnerin in zahlreichen Sketchen bekannt. Im „Nudel-Sketch†œ starrte Hamann als Fräulein Hildegard gebannt und mit todernster Miene auf das Stück Pasta, das hartnäckig im Gesicht ihres Gegenübers klebte

Im Fernsehen war Hamann zuletzt in der populären ARD-Serie „Adelheid und ihre Mörder†œ zu sehen. In der Titelrolle als Sekretärin Adelheid spürte sie Mörder auf, die ihre Vorgesetzten nicht schnappen konnten.

Processus contra Templarios – Die Wahrheit über die Templer

Kreuz der TempelritterDas Vatikanische Geheimarchiv hat jetzt gemeinsam mit dem Verlagshaus Scrinium das Werk mit dem Titel „Processus contra Templarios“ in Rom vorgestellt. Das Buch kostet 5.900 Euro! Mehr als die Hälfte der 799 Exemplare sind bereits an Bibliotheken, Forschungsinstitute, Sammler, angebliche Nachfolge-Organisationen der Templer und muslimische Scheichs verkauft. Das kostbare in Leder gebundene Opus enthält sämtliche vatikanischen Prozessakten vom Anfang des 14. Jahrhunderts über den sagenumwobenen Templerorden. Unter den beigefügten Dokumenten ist die originalgetreue Reproduktion eines spektakulären Pergaments, welches beweist, dass die Templer keine Ketzer waren.

Bis heute fasziniert der reichste und mächtigste Orden des Mittelalters die Menschen. Wer bei Vorstellung des Werkes eine Sensation, nämlich die öffentliche Entschuldigung von Benedikt XVI. für den Justizmord an den Tempelrittern oder die Wiederzulassung des Ordens erwartete, wurde enttäuscht. „Unser Werk ist kein Scoop (eine exklusive Meldung im Journalismus)“, warnte der Präfekt des Geheimarchivs, Monsignor Sergio Pagano, „es dient vielmehr der Erforschung der Geschichte.“

ClemensVDie junge Wissenschaftlerin und Mitarbeiterin des Geheimarchivs, Barbara Frale, hat bereits 2001 das sogenannte Pergament von Chinon, das spannendste Dokument der Sammlung gefunden. Es liegt dem Buch in einer Faksimile-Version bei, die dank neuester Techniken besser lesbar ist als das Original. In dem Pergament erteilte Papst Clemens V. im Jahr 1308 den Templern die Absolution, nachdem sich diese für allerlei Missstände in ihrem Orden entschuldigt hatten. Zugleich nahm er sie wieder in die Kirchengemeinschaft auf. Damit stand fest, dass die Templer keine Ketzer waren und der Pontifex den Orden, der ihm allein unterstellt war, reformieren wollte. Der gesundheitlich angeschlagene Clemens V. residierte seinerzeit in Avignon und war dem mächtigen französischen König Philipp dem Schönen ausgeliefert. Philipp der Schöne entfesselte eine Verleumdungskampagne gegen die Templer, er wollte sie vernichten. Zum einen wurden sie zu mächtig und reich zum anderen lehnten sie den Antrag auf Mitgliedschaft von Philipp des Schönen ab.

Philipp_der_SchöneAbenteuerliche Geständnisse wurden unter der Folter erzwungen, nachdem am 14. September 1307  auf Befehl Philipp des Schönen alle Templer verhaftet wurden. Am 12. Mai 1310 wurden 54 Templer bei Paris verbrannt, am 18. März 1314 wurde der letzte Großmeister des Templerordens, Jacques de Molay, zusammen mit Geoffroy de Charnay in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem man ihn zunächst zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt hatte.

Der haltlose Ketzervorwurf blieb an den Templern bis heute hängen. Er nährt all die Legenden, die sich um die Männer mit dem roten Kreuz auf dem weißen Mantel bildeten.

Durch die Veröffentlichung des „Processus contra Templarios“ möchte das Vatikanische Geheimarchiv eine sachliche Auseinandersetzung mit den Tempelrittern fördern. Zugleich will es das düstere Bild von Clemens V. aufhellen, der oft als willfähriger Handlanger des französischen Königs bei einem der größten Justizverbrechen der Geschichte dargestellt wird. Das Pergament beweise, dass der Papst mit aller Macht versuchte den Orden zu retten. Am Ende unterlag der Pontifex den Erpressungen durch den französischen König, der mit einer Kirchenspaltung drohte.

Das Pergament von Chinon, das die wahre Gesinnung des Papstes offenbart, war sieben Jahrhunderte lang in den Archiven des Vatikans vorhanden und blieb von den Forschern unentdeckt.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Wikipedia