Taslima Nasreen will aus gesundheitlichen Gründen Indien verlassen

Die in Indien faktisch unter Hausarrest stehende Schriftstellerin Taslima Nasreen will aus gesundheitlichen Gründen ihre Wahlheimat verlassen.  „Ich muss raus aus dieser unmöglichen Situation“, zitierte die Nachrichtenagentur PTI die aus Bangladesch stammende Autorin am Montag. Der massive Stress der vergangenen Monate habe ihre Gesundheit angegriffen, sagte Nasreen, die sich an einem unbekannten Ort in Indien aufhält. Die 45-jährige Schriftstellerin war Ende November nach gewalttätigen Protesten radikaler Muslime in ihrer Wahlheimat Kalkutta unter den Schutz der indischen Regierung gestellt worden. Morddrohungen islamischer Fundamentalisten hatten Nasreen bereits 1994 zur Flucht aus Bangladesch gezwungen. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat 1996 musste sie sich wegen ihres islamkritischen Buches „Schande“ massiver Anfeindungen erwehren. Wegen angeblicher Gotteslästerung und Verunglimpfung des Korans sind mehrere ihrer Bücher in Bangladesch verboten. 2005 ging Nasreen ins Exil nach Kalkutta.

Quelle: Süddeutsche Zeitung 

Pariser Buchmesse wegen Bombendrohung evakuiert

Am Sonntagnachmittag gegen 17 Uhr begann die Evakuierung der Pariser Buchmesse . Trotz hoher Besucherzahlen gab es keine Zwischenfälle, teilte die Polizeipräfektur mit. Pariser Verleger berichteten, es sei tatsächlich ein Sprengsatz gefunden worden. Dafür gibt es noch keine offizielle Bestätigung.

Ehrengast der diesjährigen Messe ist Israel. Schimon Peres eröffnete den „Salon du Livre“ am Donnerstag. Zahlreiche islamische Staaten hatten deswegen zu einem Boykott der Messe aufgerufen. Sie protestierten damit gegen die israelische Palästinapolitik.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

„Ich habe Saint-Exupéry abgeschossen“, sagt Ivan Rebroffs Bruder Horst Rippert

„Wenn ich gewusst hätte, dass das Saint-Exupéry war, hätte ich niemals geschossen, niemals“, zitierte die Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“ aus einem Buch über Saint-Exupérys Verschwinden, das diese Woche in Frankreich erscheinen soll.

Der Bruder des verstorbenen Sängers Ivan Rebroff, Horst Rippert, hat als Pilot im Zweiten Weltkrieg höchstwahrscheinlich den französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry abgeschossen.

Saint-Exupéry„Es ist in der Nähe von Toulon passiert“, sagte der 88-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. „Er flog unter mir. Ich war über der See auf einem Aufklärungsflug.“ Er habe das französische Hoheitszeichen am Flugzeug gesehen, sei eine Kurve geflogen und habe sich hinter den französischen Flieger gesetzt, dann habe er ihn abgeschossen.

Der 1900 geborene Pilot und Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry ist vor allem durch seinen Roman „Der kleine Prinz“ von 1943 berühmt geworden. Weltweit verkaufte sich das Buch mehr als 80 Millionen Mal. „Der kleine Prinz“ ist die Geschichte eines Piloten, der nach einer Bruchlandung einem vom Himmel gefallenen goldhaarigen kleinen Prinzen begegnet, der ihn zum Leben auf der Erde befragt. Obwohl der Autor die Erzählung für Kinder geschrieben hatte, wurde sie mit ihrer philosophischen Betrachtung der Welt auch bei Erwachsenen beliebt. Saint-Exupéry brach am 31. Juli 1944 zu dem Flug auf, von dem er nie zurückkehrte.

Seither gab es zahlreiche Spekulationen über die Umstände seines Verschwindens. Das am kommenden Donnerstag in Frankreich erscheinende Buch über die Recherchen von Luc Vanrell, einem französischen Taucher, und Lino von Gartzen, der einen Verein zur Suche vermisster Flugzeuge gründete, soll das Drama nun endgültig aufklären. Die beiden Autoren hatten bei ihren Untersuchungen Ivan Rebroffs Bruder ausfindig gemacht. Rippert soll zu von Gartzen gesagt haben: „Sie können aufhören zu suchen, ich habe Saint-Exupéry abgeschossen.“

Quelle: Spiegel

Für Buchtrinker und Seitenfresser mit dem Faible für Jesus Christ Superstar

Jesus Christ Superstar vom 17. bis 22. März im Münchner Prinzregententheater

Jesus Christ SuperstarEs war sein zweites großes Musical und es wurde ein Jahrhundert-Hit: Mit „Jesus Christ Superstar“ ist Andrew Lloyd Webber etwas Unglaubliches gelungen. 1970 am Broadway im New Yorker Mark Hellinger Theatre erstmals aufgeführt, trat Lloyd Webbers damals durchaus gewagte Komposition ihren sofortigen und nachhaltigen Siegeszug durch die Theater der Welt an. Die scheinbar große Kluft zwischen der geistlichen Welt des Themas und der Jugendkultur der musikalischen Gestaltung reizt bis heute beinahe alle Bevölkerungsschichten. Andrew Lloyd Webber überträgt in „Jesus Christ Superstar“ die populärsten Stile der 70er Jahre in den ehrwürdigen Formablauf der Oper. Absolut organisch erschließen sich aus der Ouvertüre alle folgenden Musikstücke und Arien. Jeder Tag im Leben Jesu wird durch eine musikalische Szene dargestellt, und jede erhält ihren eigenen Stil: Heavy-Metal, Soul und Blues, Funk, Pop und gelegentliche Ausflüge in die Unterhaltungskultur der 50er Jahre geben ein perfektes Bild der Zeit.

Trotz des Widerstands einiger radikaler christlichen Gruppen brachte es die Rockoper in der Originalinszenierung auf 720 Aufführungen. Sie war lediglich in Südafrika verboten, wurde dagegen aber sogar im Radio Vatikan gespielt. 1970 kam eine erste Version auf Schallplatte heraus (also bereits vor der Erstaufführung auf der Bühne), mit dem Deep-Purple-Sänger Ian Gillan als Jesus und Murray Head als Judas. 1973 wurde der Stoff von Norman Jewison verfilmt

Jesus Christ Superstar

Musical von Andrew Lloyd Webber
Solisten, Chor, Ballett, Michael Fuchs Band und Orchester der Staatsoperette Dresden; Michael Fuchs, Musikalische Leitung

Tim Rice, Text
Anja Hauptmann, Deutsche Fassung
Wolf Widder, Regie
Silvana Schröder, Choreographie

Arabische Länder boykottieren Pariser Buchmesse aus Protest gegen Israel

Aus Protest gegen die Einladung Israels als Ehrengast haben zahlreiche arabische Länder ihre Teilnahme an der 28. Pariser Buchmesse abgesagt. Der Libanon, Jemen und Iran sowie Algerien, Tunesien und Marokko folgen damit dem Aufruf der Islamischen Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (ISESCO – Islamic Educational, Scientific and Cultural Organisation, einer Unterorganisation der Islamischen Weltliga) und der Union palästinensischer Schriftsteller.

Anlass der ehrenvollen Einladung des „Salon du Livre“ war der 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels. Organisator Serge Eyrolles sprach von einer „ungeheuerlichen“ Politisierung der als Geburtstagsmesse gedachten Veranstaltung. „Seit fünfzehn Jahren lädt der Buchsalon die Literatur eines Landes ein. Wir haben nicht Israel eingeladen, sondern die israelische Literatur“, erklärte Eyrolles in Paris.

Die vom 14. bis zum 19. März dauernde Messe wird diesen Donnerstag unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen von der französischen Kulturministerin Christine Albanel und dem israelischen Präsidenten Schimon Peres eröffnet. Für die arabische Welt ist der jährlich rund 170 000 Besucher anziehende Buchsalon ein wichtiger Markt. Im Mai wird Israel auch Ehrengast der Buchmesse von Turin sein. Die arabischen Länder rufen auch dafür zum Boykott auf.

Quelle: Süddeutsche Zeitung