Florian Havemanns „Havemann“ mit geschwärzten Stellen im Internet

Der Suhrkamp Verlag hat wie angekündigt Florian Havemanns „Havemann“ in elektronischer Version ins Internet gestellt. Der Roman ist über den Verlagspartner Ciando für 24 Euro erhältlich. Um das Buch, das aufgrund persönlickeitsrechtlicher Einwände zurückgezogen werden musste, rasch wieder zur Verfügung zu stellen, wurden die betreffenden Stellen vorerst, in Absprache mit dem Autor, geschwärzt. Der Suhrkamp-Verlag stellt zwei Leseproben zur Verfügung. Die Leseprobe 1 umfasst 18 Seiten, beinhaltet die Einleitung und steht ohne geschwärzte Stellen zur Verfügung. Die Leseprobe 2 beginnt auf Seite 381 und zeigt bis Seite 401 viele geschwärzte Zeilen.

Und das sieht dann auf Seite 384 zum Beispiel so aus:

Und dann aber beginnt er nachzudenken, zu assoziieren, und sollte der Aktenvermerk an dieser Stelle exakt wiedergeben, was Biermann in diesem Telefonat mit dem Staatsschutz und dem Staatsschutz gegenüber gesagt hat, dann kann man ihm da richtig beim Denken und Assoziieren zuschauen: Balken

Balken

Balken
Diese Anna Havemann nun sei die Tochter von Ulrich Havemann, auch dies völlig richtig, Balken
Ob nun dieser Ulrich Havemann noch einen zweiten Schlüssel zu der Wohnung besitze, Balken
das wisse er nicht, würde er aber nicht ausschließen †“ so weit, so gut und als sachdienliche Hinweise durchaus zu rechtfertigen. Dann aber, und bei der Lektüre dieses Vermerks in der Akte des Staatsschutzes hat man direkt das Gefühl, man könne merken, wie es bei Biermann Klick macht und einrastet: dieser Ulrich Havemann
nun habe noch einen Bruder Balken und dieser Florian Havemann sei ihm, gelinde gesagt (eine typische Biermann-Formulierung), nicht wohlgesonnen †“ damit war die Sache für ihn klar: ich
müsse mir von meinem Bruder den Wohnungsschlüssel besorgt haben, Balken
ihn von dort aus angerufen, Balken daran könne es keinen Zweifel geben.

Antonio Orlando Rodriguez gewinnt Alfaguara-Literaturpreis und 175 000 Dollar

Antonio Orlando RodriguezDer kubanische Schriftsteller Antonio Orlando Rodriguez hat den mit 175 000 US-Dollar dotierten spanischen Alfaguara-Literaturpreis (Premio Alfaguara de Novela) erhalten. Der Preis wird seit elf Jahren vom gleichnamigen Verlag vergeben. Für den diesjährigen Wettbewerb waren 511 Manuskripte eingereicht worden. Der 1956 geborene Autor wurde für seinen Roman „Chiquita“ ausgezeichnet. Das Werk beschreibt eine imaginäre Biografie einer kleinwüchsigen Tänzerin. Rodriguez ist in Lateinamerika vor allem für seine Kinder-und Jugendbücher bekannt. Bisher ist keines seiner Werke ins Deutsche übersetzt worden. Der 52-jährige Autor lebt in den USA.

Ror Wolf erhält den diesjährigen Friedrich-Hölderlin-Preis von Bad Homburg

Der Schriftsteller Ror Wolf erhält in diesem Jahr für sein Gesamtwerk den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg.

FriedrichHölderlinDer Friedrich-Hölderlin-Preis ist ein mit 20.000 Euro dotierter Literaturpreis, der seit 1983 alljährlich am 7. Juni, dem Todestag Friedrich Hölderlins, verliehen wird. Der gleichzeitig vergebene Förderpreis ist mit 7.500 Euro dotiert. Im Jahre 2000 erhielt der Mitinitiator Marcel Reich-Ranicki selbst den Preis.

Friedrich Hölderlin lebte 1798 bis 1800 und erneut 1804 bis 1806 in Bad Homburg. Geboren am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar, gestorben am 7. Juni 1843 in Tübingen zählt er zu den bedeutendsten deutschen Lyrikern. Sein Werk nimmt in der deutschen Literatur um 1800 eine selbständige Stellung neben Klassik und Romantik ein.

Ein liebender Mann von Martin Walser im Reading Room der FAZ

Lieben, ohne geliebt zu werden, das dürfte es nicht geben: Martin Walsers Roman „Ein liebender Mann“ erzählt die letzte Leidenschaft des 73 jährlichen Johann Wolfgang von Goethe.

Ulrike
Unter www.faz.net/walser ist ein neuer Reading Room zu Martin Walsers von Samstag an vorabgedrucktem Roman „Ein liebender Mann“ eingerichtet.

„Bis er sie sah, hatte sie ihn schon gesehen“, mit diesem Satz beginnt Martin Walsers neuer Roman, aus dem täglich eine neue Folge präsentiert wird.

Arno Geiger erhält diesjährigen Johann-Peter-Hebel-Preis

ArnoGeigerDer österreichische Autor Arno Geiger erhält den diesjährigen, mit 10 000 Euro dotierten Johann-Peter-Hebel-Preis.

Der Johann-Peter-Hebel-Preis wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg alle zwei Jahre als Literaturpreis des Landes Baden-Württemberg verliehen. Er gilt nach dem Schiller-Gedächtnispreis als der bedeutendste Literaturpreis dieses Bundeslandes. Er wurde ursprünglich 1936 gestiftet.

Mit ihm werden Schriftsteller, Übersetzer, Essayisten, Medienschaffende oder Wissenschaftler ausgezeichnet, die durch ihr publizistisches Werk dem alemannischen Sprachraum oder Johann Peter Hebel verbunden sind. Die Verleihung findet in Hausen im Wiesental im Rahmen des Hebelfestes statt.

Der 1968 in Bregenz geborene Geiger gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autoren seiner Generation. Zuletzt hatte er den Erzählband „Anna nicht vergessen“ veröffentlicht. Arno Geiger erhielt 2005 für seinen Roman „Es geht uns gut“ den Deutschen Buchpreis.