Buchmesse in Kalkutta einen Tag vor Eröffnung verboten

Die Buchmesse in Kalkutta, die größte Indiens, ist einen Tag vor Eröffnung gerichtlich verboten worden, meldet die FAZ.

Die rund 2,5 Millionen Besucher würden der Metropole ein unerträgliches Maß an Luftverschmutzung, Lärmbelästigung und Verkehrsstaus bescheren, begründete das Hohe Gericht seine Entscheidung.

Die zweiwöchige Verkaufsmesse wäre Kalkuttas größtes Kulturereignis und für Verlage und Buchhandlungen eine extrem wichtige Einnahmequelle gewesen. 550 Verlage wären diesmal dabei gewesen; die Vereinigten Staaten waren als Gastland gebeten.

Paul Theroux, der die Eröffnungsrede hätte halten sollen, ist empört: „Ich habe von dem Verbot der Buchmesse eine Stunde nach meiner Landung erfahren. Ich komme aus einem Land, in dem man Ereignisse nicht 24 Stunden bevor sie stattfinden sollen absagt“, zitiert in FAZ.

Druckfrisch mit Denis Scheck am 03. Februar 2008 um 23.30 Uhr in DasErste

Am 3. Februar 2008 um 23.30 Uhr:

Spricht Denis Scheck mit Gila Lustiger über ihren neuen Roman „Herr Grinberg“.
Was ist das Glück? Wie sieht es aus? Wo wohnt es? Das würden wir ja alle gern wissen, und nun stellt sich heraus, dass Gila Lustiger eine Idee hat, wie wir da weiter kommen können.

Diskutiert Denis Scheck mit Hans Magnus Enzensberger über sein neues Buch „Hammerstein oder Der Eigensinn“. Es geht u.a. um die Fragen: Hätte man Hitler stoppen können? Hätte zum Beispiel die Reichswehr 1933 Adolf Hitler noch ausschalten können?

Kommentiert Denis Scheck die Top Ten der aktuellen Spiegel-Bestsellerliste (diesmal Belletristik). Bin gespannt welche Bücher dann auf dem Müll landen!

Empfiehlt Denis Scheck „Driver“ von James Sallis. Der Kriminalroman ist in diesem Jahr mit dem „Deutschen Krimipreis 2008“ auf internationaler Ebene ausgezeichnet worden.

Erinnert Denis Scheck an Ray Bradbury und „Fahrenheit 451“. 1953 wurd Ray Bradbury mit „Fahrenheit 451“ auf einen Schlag weltberühmt.

Fahrenheit – Der „neue“ Verlag für Büchermenschen in München

Doris Janhsen, bis zum 30. September 2006 Verlagsleiterin des Droemer Verlags, zuvor langjährige Verlegerin des List und des Claassen Verlags, hat sich mit dem eigenen Verlag Fahrenheit selbständig gemacht. Gesellschafter wird neben Doris Janhsen der Pendo Verlag sein.

Das erste Programm ist online und sieht sehr vielversprechend aus.

Der Verlagsname Fahrenheit bezieht sich auf das Buch „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury. In dessen Schlusskapitel finden sich in den verschwiegenen Wäldern „Büchermenschen“ zusammen, die sich, geflohen vor einer Gesellschaft, aus der Bücher verbannt sind, die auswendig gelernten Texte ihrer Lieblingsbücher gegenseitig vortragen, damit das in ihnen bewahrte Wissen nicht verloren geht.

Den Büchern bei Fahrenheit ist das Wissen eingeschrieben, dass sie in einer Welt erscheinen, die mit Büchern, mit literarischen zumal, nicht allzu viel anfangen kann – und deshalb vielleicht eine um so größere Sehnsucht nach ihnen hat.

Der Verlag will leidenschaftlich und emotional sein, er will provozieren und polarisieren auf die Art, wie es nur die Literatur vermag. Denn wieso sonst sollte man in diesen Zeiten so verrückt sein einen neuen Verlag aus der Taufe zu haben!

So beschreibt Doris Janhsen die Namensgebung und Zielsetzung ihres neugegründeten Verlags in München.

Viel Erfolg!

Quellen: LiteraturSeiten München, Buchmarkt

München vergibt Mietzuschüsse für Künstlerateliers

Ausschreibung der Mietzuschüsse für Arbeitsateliers
Förderzeitraum 1.7.2008†“30.6.2011

Das Atelierförderprogramm der Landeshauptstadt München unterstützt Bildende Künstlerinnen und Künstler bei der Finanzierung eigener Atelierräume. Bei der aktuellen Ausschreibung können sich die Künstlerinnen und Künstler für einen dreijährigen Zuschuss zur Miete für Arbeitsateliers bewerben. Der Förderzeitraum beginnt am 1.7.2008 und endet am 30.6.2011.

Abgabeschluss für die Bewerbung ist der 18.2.2008

Gefördert werden vorzugsweise Bildende Künstlerinnen und Künstler am „Anfang der Professionalität†œ. Im Sinne der Erweiterung und Öffnung des Kunstbegriffes können sich für die Förderung auch Kunstschaffende aus den Bereichen Architektur, Design, Medien- und Konzeptkunst bewerben. Eine vom Stadtrat berufene Fachkommission wird diesem eine Vorschlagliste aus den Anträgen zur Entscheidung vorlegen.

Wie kann man sich bewerben?

Für einen Mietzuschuss des Atelierförderprogramms können sich Münchner Künstlerinnen und Künstler (mit Wohnsitz im S-Bahnbereich München) als Einzelpersonen wie in Form einer Ateliergemeinschaft bewerben. Die Anträge sind jedoch von jeder Künstlerin und jedem Künstler jeweils einzeln an das Kulturreferat zu richten. Ein Atelierzuschuss kann nur einmalig für den Zeitraum von drei Jahren gewährt werden, eine mehrmalige Förderung ist nicht möglich.

Ein besonderer Tipp für unsere „Lesekreis-Künstler“ Tine und Markus. 🙂

Suhrkamp Verlag stellt Florian Havemanns „Havemann“ mit geschwärzten Stellen ins Netz

Weil ein anonymer Kläger seine Persönlichkeitsrechte verletzt sah, war der Suhrkamp Verlag gezwungen das Buch von Florian Havemann „Havemann“ kurz vor Weihnachten 2007 zurückzuziehen. 7000 Exemplare waren bis dahin verkauft. Inzwischen wehren sich weitere Personen gegen ihre Charakterisierung in dem drei Generationen umfassenden Zeitgemälde. Lt. Verlagssprecher Thomas Sparr sind es eine gute Hand voll, die Einsprüche werden zur Zeit geprüft, es seien nicht alle berechtigt. Havemanns Schwester, Sibylle wehrte sich in einem offenen Brief gegen den „Missbrauch des Namens“ und die „Verletzung der Integrität von Menschen“. Das Buch sei „kokett, missgünstig, hämisch“ usw.

Der Suhrkamp Verlag will nun das überarbeitete Buch mit geschwärzten Stellen ins Netz stellen, später soll es auch eine Neuerscheinung in Buchform geben.

Ohne Rücksicht auf Dogmen und Personen schildert der 1952 geborene Sohn des Chemikers, Kommunisten und Dissidenten Robert Havemann seine, programmatisch als eigene, „nur meine Wahrheit“ bezeichnete Sicht. So suggeriert er, dass Wolf Biermann und Margot Honecker sexuelle Kontakte pflegten. Aber weder Biermann noch Honecker haben gegen die Darstellung geklagt.

HavemannInhalt
Heftig, wie ein Wintergewitter kommt Havemann über Berlin, über Deutschland, Ost- wie West-, So vieles ist umzudrehen und anzuzweifeln, zu enthüllen und aufzudecken, zu ergänzen und geradezurücken, so vieles zum ersten Mal zu erzählen, wenn die Geschichte der Familie Havemann über drei Generationen bis hinein in die unmittelbare Gegenwart ihres Autors dargestellt †“ oder wie Havemann sagt: „behauptet†œ – werden soll.
Über die geteilte Stadt hat man uns viel erzählt: Ostberlin, den sowjetischen Sektor, die Hauptstadt der untergegangenen DDR, die in Anekdoten und Geschichten von offiziellen und inoffiziellen Mitarbeitern, Amtsträgern und Ausgewiesenen überlebt. Fast zwanzig Jahre nach dem Mauerfall jedoch ist Ostberlin, dieser Eigenkosmos mit Außenwirkung, noch immer ein Rätsel. Was geschah damals in Ostberlin wirklich, in der inzestuös übersichtlichen Enge, in der Kultur nicht ohne Politik, Abweichung nicht ohne Staatssicherheit, Loyalität nicht ohne Verrat zu haben waren? Druck und Herausforderung †“ wie haben sie Leben, Werk, Verhalten der Akteure bis heute geprägt?
In welcher Wahrheit haben wir uns eingerichtet?
Des Autors großer Bericht über Familie Havemann, Vater Robert, den bekanntesten Dissidenten der DDR,
und das eigene Leben in Ostberlin und, ab 1971, in Westdeutschland – als junger Rebell, Künstler, Linker, Flüchtling, als Außenseiter mit Ambitionen, künstlerischen und politischen, und als Verfassungsrichter-wirft, ohne mit Hieben und Seitenhieben zu sparen, zahllose Einsichten und Antworten ab. Havemann erzählt, klärt auf und greift ein.
Havemann provoziert.

Florian Havemann„Alle kennen Havemann. Keiner kennt Havemann“.
Der Großvater: Hans Havemann, Doktor der Philosophie, Gymnasiallehrer, Autor von Theaterstücken, philosophischen Büchern, Zeitungsredakteur, Feuilletonchef, dann Geologe, Arbeit in der Akademie der Wissenschaften der DDR, 1933 Mitglied der NSDAP, dann 1946 der SED.
Der Vater: Robert Havemann, Doktor der Philosophie, Naturwissenschaftler, Erfinder, Institutsdirektor, Professor, Autor, Widerstandskämpfer, durch die Nazis zum Tode verurteilt, Mitglied der SED, Abgeordneter der Volkskammer der DDR, Oppositioneller, Dissident, unter Hausarrest.
Der Sohn: Florian Havemann, Maler, Komponist, Autor, Arbeit als Elektriker, Reinigungskraft, Bühnenbildstudium, 1968 in der DDR wegen staatsfeindlicher Hetze im Gefängnis, Flucht in den Westen, Verfassungsrichter im Lande Brandenburg, Kandidat der PDS für die Bundestagswahl 2002«
Florian Havemann

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Suhrkamp Verlag, Wikipedia