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Artikel aus dem Lesekreis ganz unterschiedlicher Couleur

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Teile der ältesten erhaltenen Bibel-Handschrift, des Codex Sinaiticus, wurden erstmals ins Netz gestellt. Die British Library in London und die Universitätsbibliothek Leipzig teilten dies am 06.07.2009 mit.
Forscher aus Deutschland, Großbritannien, Russland und Ägypten haben das mehr als 1600 Jahre alte griechische Manuskript aufgearbeitet. Nun sind rund 800 der 1460 Seiten auf Codex-Sinaiticus.net einsehbar. Die Originale befinden sich in der Universitätsbibliothek Leipzig, der British Library, dem St. Katharinenkloster auf dem ägyptischen Sinai und in der russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg.
Das Codex-Sinaiticus-Projekt umfasst hauptsächlich die historische Forschung, die Konservierung, die Digitalisierung, die Transkription und die Verbreitung.
Teile des Buches Ester wurden bereits ins Deutsche übersetzt. Das Buch Ester ist in beiden heiligen Schriftsammlungen, der hebräischen Bibel und dem christlichen Alten Testament, enthalten.
1:1h
1:1 h Und das ganze gerechte Volk überfiel ein Schrecken, da sie ihr eigenes Unglück befürchteten und darauf vorbereitet waren, vernichtet zu werden.
1i απο δε τηϲ βοηϲ αυτων εγενετο ωϲανʼ απο μικÏαϲ πηγηϲ ποταμοϲ μεγαϲ Ï‹Î´Ï‰Ï Ï€Î¿Î»Ï…
1 i Und sie riefen zu Gott. Aus ihrem Rufen entstand gleichsam wie aus einer kleinen Quelle ein großer Strom, viel Wasser;
1k φωτοϲ ο ηλιοϲ ανετιλεν και οι ταπινοι ϋψωθηϲαν και κατεφαγον τουϲ ενδοξουϲ ·
1 k Licht. Die Sonne erschien, und die Demütigen wurden erhöht und verzehrten die Angesehenen.
1l και διεγεÏθειϲ μαÏδοχαιοϲ ο εωÏακωϲ το ενϋπνιον τουτο και τι ο θϲ βεβουλευται ποιηϲαι · ειχεν αυτο εν τη καÏδια ┬ εν παντι λογω ηθελεν επιγνουναι αυτον εωϲ τηϲ νυκτοϲ
1 l Und als Mardochaios, der dieses Traumgesicht gesehen hatte und das, was Gott zu tun beschlossen, erwachte, erwog er dies in (seinem) Herzen (und) wollte es in Bezug auf jedes Detail begreifen bis zur Nacht.
1m και ηϲυχαϲεν μαÏδοχαιοϲ εν τη αυλη μετα γαβαθα · και θαÏα των δυο ευνουχω του βαϲιλεωϲ των φυλαϲϲοντων τη αυλην
1 m Und Mardochaios ruhte im Hof zusammen mit Gabatha und Tharra, den beiden Eunuchen des Königs, die den Hof bewachten, aus.
1n ηκουϲε τε αυτων · τουϲ λογιϲμουϲ και ταϲ μεÏιμναϲ αυτων εξηÏαυνηϲεν και εμαθεν · οτι ετοιμαζουϲι ταϲ χιÏαϲ επιβαλιν αÏταξεÏξει τω βαϲιλει · και ϋπεδιξεν τω βαϲιλει πεÏι αυτων ·
1 n Er hörte er aber ihre Pläne und erforschte ihre Absichten und erfuhr er, dass sie bereit waren, an König Artaxerxes Hand anzulegen. Und er erstattete Anzeige gegen sie beim König.
1o κ(αι) εξηταϲεν ο βαϲιλευϲ τουϲ δυο ευνουχουϲ · και ομολογηϲαντεϲ εξηχθηϲαν ·
1 o Der König verhörte die beiden Eunuchen. Und als sie gestanden, wurden sie abgeführt.
1p και εγÏαψεν ο βαϲιλευϲ τουϲ λογουϲ τουτουϲ ειϲ μνημοϲυνο · και μαÏδοχαιοϲ εγÏαψεν πεÏι τω λογων τουτων ·
1 p Und der König schrieb diese Geschehnisse als Erinnerungszeichen auf, und (auch) Mardochaios schrieb bezüglich dieser Geschehnisse.
1q κ(αι) επεταξεν ο βαϲιλευϲ μαÏδοχαιω θεÏαπευειν εν τη αυλη · και εδωκεν αυτω δοματα πεÏι τουτων
1 q Und der König gab Mardochaios die Anordnung, am Hof Dienst zu tun, und er gab ihm diesbezüglich Geschenke.
1r και ηνʼ αμαν · αμαδαθου . βουγαιοϲ . ενδοξοϲ ενωπιον του βαϲιλεωϲ και εζητηϲεν κακοποιηϲαι τον μαÏδοχαιον και τον λαο αυτου Ï‹Ï€ÎµÏ Ï„Ï‰Î½ δυο ευνουχων του βαϲιλεωϲ :
1 r Und Haman , (Sohn des) Hamadathos , der Prahlhans , war beim König angesehen. Und er suchte Mardochaios und seinem Volk wegen der beiden Eunuchen des Königs Böses zu tun.
1s και εγενετο μετα τουϲ λογουϲ τουτουϲ · εν ταιϲ ημεÏαιϲ αÏταξεÏξου ουτοϲ ο αÏταξεÏξηϲ · απο τηϲ ϊνδικηϲ ┬ εκατον εικοϲι επτα χωÏων εκÏατηϲε ·
1 s Und es geschah nach diesen Geschehnissen, in den Tagen des Artaxerxes †“ dieser Artaxerxes herrschte von Indien an über 127 Länder †“
2 εν αυταιϲ ταιϲ ημεÏαιϲ οτε εθÏονιϲθη ┬ εν ϲουϲοιϲ τη πολει
2 in jenen Tagen, als er in der Stadt Susa inthronisiert worden war,
3 εν τω Ï„Ïιτω ετει βαϲιλευοντοϲ αυτου δοχην εποιηϲεν τοιϲ φιλοιϲ και τοιϲ λοιποιϲ εθνεϲι · και τοιϲ πεÏϲων · και μηδων . ενδοξοιϲ και τοιϲ αÏχουϲι των ϲατÏαπῶν
3 im dritten Jahr seiner Regierung, dass er ein Mahl für die Freunde und die übrigen Völker und die Angesehenen der Perser und Meder und die Obersten der Satrapen veranstaltete.
4 και μετα ταυτα ┬ το δειξαι αυτοιϲ τον πλουτον τηϲ βαϲιλειαϲ αυτου · και την δοξαν τηϲ ευφÏοϲυνηϲ και του πλουτου αυτου επι ημεÏαϲ εκατον ογδοηκοντα ·
4 Und danach, als er ihnen den Reichtum seines Königreiches gezeigt hatte und den Glanz der Freude und seines Reichtums 180 Tage lang,
5 οτε δε ανεπληÏωθηϲαν αι ημεÏαι του γαμου εποιηϲεν ο βαϲιλευϲ ποτον τοιϲ εθνεϲιν τοιϲ ευÏεθειϲι ειϲ την πολιν ┬ επι ημεÏαϲ εξʼ εν αυλη του οικου του βαϲιλεωϲ
5 als die Tage der Hochzeit vollendet waren, da veranstaltete der König ein Trinkgelage für die Völker, die sich in der Stadt befanden, sechs Tage lang in einem Hof des Königshauses,
6 κεκοϲμημενω βυϲϲινοιϲ και καÏπαϲιμοιϲ τεταγμενοιϲ επι ϲχυνιοιϲ βυϲϲινοιϲ · και ποÏφυÏοιϲ επι κυβοιϲ χÏυϲοιϲ · και αÏγυÏοιϲ επι ϲτυλοιϲ παÏινοιϲ · και λιθινοιϲ · κλιναι χÏυϲοιϲ και αÏγυÏοιϲ επι λιθοϲτÏωτουϲ̣ ϲαμαÏαγδιτου λιθου και πινινου λιθου και ϲτÏωμναι επιφανιϲ ποικιλωϲ διηνθιϲμεναι κυκλω Ïοδα πεπλαϲμενα ·
6 der geschmückt war mit Byssusleinen und Flachs, aufgespannt an Stricken aus Byssus und Purpur über goldenen und silbernen Würfeln an Säulen aus parischem Marmor und aus Stein. Ruhebetten aus Golden und Silber (standen da) auf einem Fußboden aus Smaragdstein und Perlmutt und Marmorstein, und (es gab) herrliche Teppiche, mit kunstvollem Blumenmuster, zu einem Kreis geformte Rosen.
7 ποτηÏια χÏυϲα και αÏγυÏα και ανθÏακιον · κυλικινον Ï€Ïοκειμενον · απο ταλαντων Ï„ÏιϲμυÏιων · ┬ οινοϲ πολυϲ και ηδυϲ · ον αυτοϲ ο βαϲιλευϲ επινεν ·
7 Goldene und silberne Trinkgefäße und ein Pokal aus Rubin von dreißigtausend Talenten waren vorhanden; viel guter Wein, den der König selbst trank.
8 ο δε ποτοϲ ουτοϲ κατα Ï€Ïοκιμενον νομο εγενετο · ουτω δε ηθεληϲεν ο βαϲιλευϲ · και επεταξε τοιϲ οικονομοιϲ ποιηϲαι το θελημα αυτου και των ανθÏωπων :
8 Dieses Trinkgelage aber fand nach einem vorhandenen Gesetz statt; der König wollte es so und hatte seinen Verwaltern Anordnung gegeben, seinen Willen und den der Menschen zu erfüllen.
9 και αϲτιν · η βαϲιλιϲϲα εποιηϲε ποτο ταιϲ γυναιξιν εν τοιϲ βαϲιλειοιϲ · οπου ο βαϲιλευϲ αÏταξεÏξηϲ :
9 Auch Königin Astin veranstaltete ein Trinkgelage für die Frauen im Königspalast, wo König Artaxerxes (war).
10 εν δε τη ημεÏα τη εβδομη ηδεωϲ γενομενοϲ ο βαϲιλευϲ ειπεν τω αμα · και μαζαν · και θαÏÏα · και βωÏαζη · και ζαθολθα και αβαταζα · και θαÏαβα · τοιϲ επτα ευνουχοιϲ τοιϲ διακονοιϲ του βαϲιλεωϲ ┬
10 Am siebten Tag aber, der König war heiter geworden, sagte er zu Haman, Mazan, Tharra, Boraze, Zatholtha, Abataza und Tharaba, den sieben Eunuchen, den Dienern des Königs,
11 ειϲαγαγειν την βαϲιλιϲϲαν Ï€Ïοϲ αυτον βαϲιλευει αυτην και πεÏιθειναι αυτη το διαδημα και δειξαι αυτην παϲι τοιϲ αÏχουϲιν και τοιϲ εθνεϲιν το καλλοϲ αυτηϲ · οτι καλη ην
11 sie sollten die Königin zu ihm hineinführen, um sie zur Königin zu machen und ihr das Diadem aufzusetzen und sie allen Obersten zu zeigen und den Völkern ihre Schönheit, denn sie war schön.
12 και ουκ ειϲηκουϲεν αυτου η βαϲιλιϲϲα ειϲελθειν ┬ μετα των ευνουχω : και ωÏγιϲθη ο βαϲιλευϲ και ελυπηθη · ┬
12 Doch die Königin hörte nicht auf ihn (und wollte nicht) mit den Eunuchen kommen. Da war der König erzürnt und gekränkt
13 και ειπε τοιϲ φιλοιϲ αυτου κατα ταυτα α ελαληϲα αϲτιν · ποιηϲατε ουν πεÏι τουτου νομον και κÏιϲιν ·
13 und sagte zu seinen Freunden wegen dem, was Astin gesprochen hat. Vollzieht nun diesbezüglich Gesetz und Urteil.
14 και Ï€Ïοϲηλθεν αυτω αÏκεϲαοϲ και ϲαÏϲαθαιοϲ και Î¼Î±Î»Î·Ï²ÎµÎ±Ï Î¿Î¹ αÏχοντεϲ πεÏϲω και μηδων οι α̣Ị̈γυϲ του βαϲιλεωϲ : οι Ï€Ïωτοι παÏακαθημενοι τω βαϲιλει
14 Und es gingen zu ihm Arkesaos, Sarsathaios und Malesear, die Obersten der Perser und Meder, die dem König nahe waren, die ersten, die beim König saßen,
15 και απηγγειλα αυτω κατα τουϲ νο
15 und teilten ihm gemäß den Gesetzen mit, wie mit Königin Astin zu verfahren sei, da sie nicht getan hatte, was vom König durch die Eunuchen angeordnet worden war.
Quellen: Süddeutsche Zeitung, Codex Sinaiticus
Wie die Wirtschaftswoche berichtet, will der Mobilfunkprovider Vodafone schon im kommenden Herbst ein eigenes, DIN-A-4 großes Lesegerät für elektronische Zeitungen und Bücher auf den Markt bringen; und zwar vorerst nur in Deutschland.
Gemeinsam mit einem Hardware-Partner lässt Deutschland-Chef Friedrich Joussen ein eigenes Gerät entwickeln. Das bestätigten Konzernkreise, die mit dem Projekt vertraut sind.
Prototypen würden schon bei Vodafone getestet. Das DIN-A4-große Schwarz-Weiß-Display kann nicht nur Buchinhalte zeigen, sondern insbesondere auch Seiten von Zeitungen und Zeitschriften.
Verschickt werden die digitalisierten Inhalte über das Vodafone-Netz. Ähnlich arbeitet das Lesegerät Kindle, das der Internet-Buchhändler Amazon seit 2007 in den USA anbietet. Verhandlungen mit Mobilfunkern über eine Einführung des Kindle in Deutschland sind erst kürzlich gescheitert.
Offen ist, wer das Vodafone-Gerät vertreibt. Dem Vernehmen nach könnte sich der Mobilfunker darauf beschränken, die Lesegeräte produzieren zu lassen und die Daten via Funknetz zu übertragen. Den Vertrieb übernähmen dann die Verlage, die das Gerät ihren Lesern im Rahmen von Zeitungs- oder Magazinabonnements überlassen.
Als weiterer Anbieter für einen drahtlosen E-Book-Reader geht das Berliner Unternehmen txtr (bisher Wizpac) mit seinem txtr Reader an den Start. Pressesprecher Fabian Heinrich wollte auf Anfrage des Börsenblatts nicht verraten, mit welchem Mobilfunkanbieter man handelseinig geworden sei.
Quellen: Börsenblatt, Wirtschaftswoche
In der Auftaktsendung „Die Vorleser“ am 10. Juli um 22.30 Uhr im ZDF stellt das Moderatoren-Duo Amelie Fried und Ijoma Mangold Bücher vor, die von Familiengeschichten handeln.
Der Schauspieler Walter Sittler wird als Gast in der neuen ZDF-Literatursendung erwartet.
Folgende Bücher werden präsentiert:
Ein anderes Leben von Per Olov Enquist
Kurzbeschreibung
Von einem, der als Sohn einer strenggläubigen Volksschullehrerin in einem Dorf in Schweden aufwuchs und zu einem der angesehensten europäischen Schriftsteller wurde. Per Olov Enquist erzählt seine Lebensgeschichte, als ob es die eines anderen wäre: Er studierte in Uppsala, erlebte die RAF-Zeit in West-Berlin, schrieb in München als Journalist über die Olympiade und debütierte mit seinem ersten Theaterstück am Broadway in New York. „Wenn alles so gut ging, wie konnte es dann so schlimm werden?“ – steht als Leitfrage über Enquists Biografie, die auch tief in die Alkoholabhängigkeit und an den Rand des Todes führte. Ein außergewöhnliches Buch, das sich liest wie ein zeitgenössischer Roman.
„Man hoffe ja immer auf ein Wunder, hatte es zu Beginn geheißen, mit einem Zitat aus dem rettenden Roman. Jetzt, da mit dessen Vollendung zugleich diese Lebens-Geschichte ans Ende gelangt ist, hat sich das Wunder ereignet. Es ist auch eines der Literatur.“ (Heinrich Detering, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.09)
„Ein ebenso subtiles wie mächtiges, lichtes wie aufwühlendes Bekenntnisbuch. … Betörend ist die Mischung aus Strenge und Selbstironie, Elegie und Essenz.“ (Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 18.04.09)
„Die Sehnsucht des Individuums nach dem Sinn seiner Existenz. Dieses unvergängliche Thema hat Enquist auf beeindruckende Weise neu instrumentiert.“ (Claus-Ulrich Bielefeld, Die Welt, 04.04.09)
Kurzbeschreibung
Was haben Biertrinker und Wrestlingfans mit der großen Politik in Washington zu tun? Antwort: alles – Stimmen entscheiden, wer gewählt wird. John Mapother, Sohn der mächtigsten Familie im Provinznest Bashford, will in den amerikanischen Kongress, er hat nur keine Ahnung von der Welt seiner Wähler. Die hat aber sein jüngerer Bruder Blue Gene, das schwarze Schaf der Familie. Ein großer amerikanischer Roman, hochintelligent, voller Witz und Melancholie.
Eigentlich kommt Joey Goebel mit seinem mehr als 700 Seiten starken Roman um einige Wochen zu spät: Inzwischen ist Obama US-Präsident und weltgrößter Popstar. Aber verändert sich dadurch auch etwas in den Köpfen vieler Provinzler im Landesinneren des nordamerikanischen Kontinents? Held in „Heartland“ ist Blue Gene Mapother, Sohn und schwarzes Schaf der mächtigsten und reichsten Familie in der Kleinstadt Bashford. Während sein älterer Bruder John für den amerikanischen Kongress kandidiert, verschreibt sich Blue Jean lieber den Freuden und Leiden der Arbeiterklasse: Wrestling, Job im Wal-Mart, Flohmarktstände und eine nicht ganz unkomplizierte Schwärmerei für die Punksängerin Jackie Stepchild. Als Blue Jean widerwillig zusagt, den Bruder bei dessen Wahlkampf zu unterstützen und Stimmen im einfachen Volk zu sammeln, kommen plötzlich alte Familiengeheimnisse an die Oberfläche, die nicht nur innerhalb des Mapother-Clans für große Aufregung sorgen. Wer Goebels wunderbar böse Politsatire aufgrund der aktuellen Ereignisse für überholt hält, kommt trotzdem nicht an einem der besten Romane des Frühjahrs vorbei. Denn mit dem Nachfolger seines Bestsellers „Vincent“ legt der 29-jährige Autor seine Finger nicht nur auf die noch längst nicht verheilten Bush-Wunden. Er erzählt auch eine unglaublich anrührende Liebesgeschichte und legt ein Familienepos vor, das auch John Irving nicht durchgeknallter hinbekommen hätte. (cs)
Weisse Geister von Alice Greenway
Kurzbeschreibung
„Der Sommer, von dem ich erzählen will, ist die einzige Zeit von Bedeutung. Es ist die Zeit, an die ich denken werde, wenn ich sterbe, so wie sich andere vielleicht einen verlorenen Liebhaber ins Gedächtnis rufen oder einer Liebe nachtrauern, die nie zustande kam. Für mich gibt es nur eine Geschichte. Es ist die meiner Schwester Frankies Geschichte.“
Das Wunderbare und das Schreckliche gehen hier Hand in Hand. So eindrucksvoll ist das Ende der Kindheit lange nicht mehr beschrieben worden. (Spiegel Online)
Wie die inneren Konflikte unmerklich das Gefüge der Familie, und vor allem das der beiden Schwestern, zerbrechen, davon erzählt Alice Greenway in diesem Debüt mit beeindruckender Meisterschaft und in einer Sprache, die so sinnlich und präzise ist, dass man meint, die Düfte und Farben dieses Sommers, die Wassertropfen auf der Haut und die Ungeduld in den Herzen förmlich mitzuerleben. (wdr 3)
Wie Alice Greenway diese Unvereinbarkeiten schildert, wie sie ihre Leser in der gärenden Atmosphäre der Tropen auf die Katastrophe hinführt, gehört zum besten elegischen Ton der Gegenwart. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Kürzere Tage von Katharina Hahn
Als ich ein kleiner Junge war von Erich Kästner
Kurzbeschreibung
„Die Monate haben es eilig. Die Jahre haben es eiliger. Und die Jahrzehnte haben es am eiligsten. Nur die Erinnerungen haben Geduld mit uns. Besonders dann, wenn wir mit ihnen Geduld haben“, schreibt Erich Kästner in seinem Nachwort zu seinen Kindheitserinnerungen „Als ich ein kleiner Junge war„. Kästner, 1899 in Dresden geboren, erzählt von den Jahren 1907 bis 1914 in seiner Heimatstadt, aber auch sehr anschaulich von der Kindheit seiner Eltern und seiner Großeltern.
Er beschreibt das Alltagsleben seiner Familie, die gesellschaftlichen Zwänge und Konventionen, das Treiben auf den Straßen und Plätzen Dresdens. Besonders liebevoll erinnert sich Erich Kästner an seine Mutter, der er mit diesem Buch ein Denkmal setzt.
Es passiert eigentlich gar nichts. Aber das ist eben das Kunstvolle daran: Kästner erzählt es so mühelos, so herzlich, während er es ohne alle Prätention hervorbringt, dass man immer wieder staunt. Seine Prosa ist wasserklar. Sie hat zugleich aber eine Würze und eine Art pfiffigen Humors, daß das scheinbar so ganz Durchsichtige doch vielfältig schillert und immer neue Farben gewinnt. Wer so einfach schreiben kann und mit dem scheinbar simplen Wort dabei doch Dichte, Kolorit und Phantasie geben kann, ist auf seine Art ein Meister: Die Kinder werden dieses Buch als ein Kästner-Kinderbuch lieben. Die Erwachsenen werden es bewundern. Friedrich Luft, Die Welt
Bei dem Buch der Woche der 10. Folge von Elke Heidenreichs Lesen! auf litCOLONY.de handelt es sich um einen Krimi.
„Man weiß, dass ich keine Krimi-Leserin bin, aber manchmal kommt einem ein Buch in die Finger, von dem man nicht lassen kann, und letztlich ist ein guter Krimi auch immer ein gutes Buch„, erzählt Elke Heidenreich und legt uns den Debütroman „Was mit Kate geschah“ von Catherine O’Flynn als Urlaubslektüre ans Herz.
Auch Henny Hidden, die Krimilady, ist ganz begeistert von diesem Roman und meint: „Ich würde Catherine O’Flynn alle Literaturpreise der Welt geben. Nie zuvor ist mir so klar geworden, wie man einen guten Kriminalroman schreiben muss. Obgleich man von einem Krimi im strengen Sinne gar nicht sprechen kann.“
Wer sich ein wenig in Henny Hiddens sachliche, objektive und kritische Krimi-Rezensionen einliest, kann leicht erkennen, dass diese Aussage sehr außergewöhnlich ist. Die komplette Rezension der Kirmilady über Was mit Kate geschah von Catherine O’Flynn vom 30.03.2009 ist ist hier nachzulesen.
Kurzbeschreibung
Kurt, Wachmann im Einkaufszentrum Green Oaks, traut seinen Augen nicht: Eines Nachts sieht er auf dem Monitor ein kleines Mädchen durch die menschenleeren Gänge irren. Das Mädchen sieht genauso aus wie die kleine Kate, die Kurt kannte und die vor zwanzig Jahren spurlos verschwand. Niemand glaubt Kurt, nur Lisa aus dem Plattenladen macht sich mit ihm auf die Suche durch die endlosen Weiten von Green Oaks. Ein aufsehenerregender Debütroman über die Selbstentfremdung in einer konsumorientierten Welt, über Einsamkeit und über ein bemerkenswertes Mädchen.
Über die Autorin
Catherine O´Flynn, geboren 1970 in Birmingham, arbeitete u.a. im Plattenladen, bei der Post, als Lehrerin und als Testkäuferin, bevor sie ihren ersten Roman schrieb. Nach zunächst über 20 Ablehnungen von Agenturen und Verlagen gewann sie mit Was mit Kate geschah auf Anhieb den First Novel Prize beim Costa Book Award 2008 und andere wichtige Literaturpreise; ihr Buch wurde in zehn Sprachen übersetzt. Nach einigen Jahren in Barcelona lebt Catherine O´Flynn wieder in Birmingham. Cornelia Holfelder-von der Tann, geboren 1950, übersetzt seit 1976 hauptberuflich Literatur aus dem Englischen für viele deutsche Verlage, übersetzte u.a. Marilyn French, Aidan Chambers, Marcia Muller und Philip Kerr, erhielt 1999 das Ledig-Stipendium und ist Vorstandmitglied im Freundeskreis zur internationalen Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen e.V. Sie lebt in Freiburg.
Die gebundene Ausgabe umfasst 270 Seiten und ist im März 2009 im Atrium Verlag erschienen. Sie kostet 19,90 Euro. Der Originaltitel lautet: What was lost.