In der Nacht kam das Grauen III – Lesungen im Dunkeln mit Reiner Unglaub

IN DER NACHT KAM DAS GRAUEN III †“ LESUNGEN IM DUNKELN

reiner-unglaub1Das Herz und die Stimme der Lesungen ist Reiner Unglaub, Jurymitglied des Deutschen Hörbuchpreises und Sprecher zahlloser Hörbücher. Musikalisch wird er von Leonardo Paredes begleitet, der das Publikum mit dem Cello vom Licht ins Dunkle führt.
Das erfolgreiche Duo kommt nun bereits zur dritten Staffel ins ehemalige Planetarium im Forum am Deutschen Museum in München, um die Lesereihe „In der Nacht kam das Grauen“ fortzusetzen. Im Gepäck haben sie mehrere runde Geburtstage. Edmond Hamilton wäre heuer 95 Jahre alt geworden, Algernon Blackwood 140 Jahre, E. A. Poe sogar 200 Jahre.

Die Dunkel-Lesungen finden in Lounge-Atmosphäre statt. Hierzu werden im Planetarium Sessel und Sofas bereitgestellt, um gemütlichen Hör- und Gänsehautgenuss im Dunkeln zu ermöglichen.

Das Besondere: Die Lesungen finden in absoluter Dunkelheit statt. Reiner Unglaub, von Geburt an blind, liest mit den Fingern die 1825 von Louis Braille entwickelte Punktschrift. Sie arbeitet mit Punktmustern, die von hinten in das Papier gepresst sind, so dass sie als Erhöhung mit den Fingerspitzen abgegriffen werden können. Auch der Erfinder der Schrift hätte in diesem Jahr einen runden Geburtstag gefeiert, er wäre ebenfalls 200 Jahre alt geworden. Dies wird zum Anlass genommen, am 17. April um 20 Uhr, zum Start der Lesereihe einen informativen Zusatztermin anzubieten.

Freitag, 17.04.09, um 18.00 Uhr im Raum Helios


louis-braille„Tour de Braille†œ †“ Freier Eintritt

Kostenlose Informationsveranstaltung und Ausstellung anlässlich des 200. Geburtstags von Louis Braille, dem Erfinder der Punktschrift
Der Franzose Louis Braille eröffnete mit seiner bahnbrechenden Erfindung blinden Menschen den Zugang zu Literatur und Bildung.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Tour de Braille†œ, eines bundesweiten Lesemarathons zu seinen Ehren, findet zum Auftakt der abendlichen Dunkellesung eine Führung durch die geheimnisvolle Welt der Sechs Punkte statt. Erleben Sie sehend, hörend, fühlend das Thema „Lesen für Blinde†œ.
Veranstalter sind die Bayerische Blindenhörbücherei e. V. (BBH), sowie das BIT-Zentrum (Beratungs-, Informations- und Textservice-Zentrum) des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e. V. (BBSB).

„In der Nacht kam das Grauen †“ Staffel III†œ die Frühjahrstermine 2009:

Freitag, 17.04.09, um 20.00 Uhr im Planetarium

poeLesung anlässlich des 200. Geburtstags von Edgar Allen Poe
Poe prägte entscheidend die Genres der Kriminalliteratur, der Science Fiction und der Horrorstory. Seine Poesie wurde zum Fundament des Symbolismus und damit der modernen Dichtung.

†¢ Das Fass Amontillado
†¢ Im Wirbel des Malstroms
†¢ Die schwarze Katze
†¢ Die Grube und das Pendel
†¢ Das verräterische Herz

Freitag, 01.05.09,  um 20.00 Uhr im Planetarium

blackwoodLesung anlässlich des 140. Geburtstags von Algernon Blackwood

Bei der letzten Lesereihe wurde er bereits erstmals vorgestellt, nun widmet man ihm einen ganzen Abend: Algernon Blackwood.

Algernon Blackwood (Algernon Henry Blackwood, geboren am 14. März 1869 in Shooter’s Hill, gestorben am 10. Dezember 1951, war ein englischer Autor, Esoteriker und Theosoph. Blackwood ist Autor zahlreicher unheimlicher Kurzgeschichten, schuf unter anderem die Figur des Shorthouse, der verschiedene übersinnliche Abenteuer erlebt. Bemerkenswert ist sein sehr psychologischer Ansatz sowie der prägnante, klare Aufbau seiner Geschichten, die oft durch ihre subtile Schilderung einer unheimlichen Stimmung bestechen. Dem Publikum wurde Blackwood zuerst als Radiomoderator bekannt, seine eindringliche Art phantastische Geschichten zu erzählen, fesselte damals eine treue Schar Zuhörer an die Radioempfänger.

†¢ Durch die Wand
†¢ Der Mann, den die Bäume liebten

Lesungen am Freitag, 08.05.09,  um 20.00 Uhr im Planetarium

Von Algernon Blackwood
†¢ Der Tanz in den Tod
†¢ Der Mann, der Milligan war

Von Edmond Hamilton
†¢ Das Tal der Assassinen

Lesungen am Freitag, 22.05.09, um 20.00 Uhr im Planetarium

Von Algernon Blackwood
†¢ Der leere Ärmel
†¢ Verbotener Weg
†¢ Verfrühtes Ereignis

Von einem unbekannten Verfasser
†¢ Das Totenbuch

Die Lesungen im Dunkeln mit Reiner Unglaub dauern ca. 100 bis 150 Minuten und sind absolut nichts für Kinder, also erst am 18 Jahre.

Der Ticketpreis beträgt im Vorverkauf 10,00 Euro (keine Ermäßigungen), an der Abendkasse (ab 16 Uhr des jeweiligen Veranstaltungstages) 12,00 Euro. Reservierungen sind zu dieser Live-Veranstaltung nicht möglich.
Weitere Informationen auf www.lesungen-im-dunkeln.de und www.forumkinos.de oder Info-Telefon 089-211 25-200.

Neues Forum am Deutschen Museum, Museumsinsel 1, 80538 München

Insekten-Kochbuch mit Kakerlakenfilet und Hausgrillen-Pizza

Der Verlagskaufmann Shoichi Uchiyama hat in Japan eine Marktlücke entdeckt und ein Kochbuch für Insekten-Liebhaber veröffentlicht.

Egal ob fritiert, gekocht, oder roh. Er und seine Frau schwärmen für Insekten, denn die seien nahrhaft, lecker, fleischig bis fruchtig im Geschmack und überall zu finden. „Es gibt tatsächlich kaum Insektenkochbücher“, erklärt er, „Mich interessiert aber, wie Insekten schmecken und was man aus ihnen machen kann. Meine Phantasie wächst beim Kochen.“

Die Zutaten werden gesammelt oder gezüchtet und wenn abends Gäste zum Essen eingeladen sind,  kann das Menü so aussehen:

Große Gottesanbeterin garniert mit den  frischgeschlüpften Larven
Filetstück der madagassischen Kakerlake
Larven der japanischen Riesenhornisse

Zum Dessert wird Gelee mit Ameisenlarven serviert.

Oder es gibt zum Insektensushi frittierte Heuschrecken zum Knabbern, Zikadenspiess und nicht zu vergessen: Nudelsuppe mit Wasserkäfer.

Die Larve des Nashornkäfers serviert Uchiyama nicht, sie stinkt nach modriger Erde und schmeckt dementsprechend.

Quelle: Tagesschau.de

Zwei Romane von Michael Crichton erscheinen posthum

Am 04. November erlag der Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur Michael Crichton im Alter von 66 Jahren in Los Angeles seinem Krebsleiden.
Er verfasste 26 Romane und 11 Drehbücher, viele seiner Bücher wurden auch als Filme Kassenschlager, allen voran Jurassic Park. Als Regisseur hat er selbst mit Westworld, Coma und Runaway kleine Klassiker des Genres gedreht.
Wie jetzt bekannt wurde, hat Michael Crichton bei seinem Tod mindestens einen Roman und ein Romanfragment hinterlassen.

Bei dem abgeschlossen Roman handelt es sich um ein Piratenabenteuer „Pirate Latitudes“, das Fragment ist ein zu einem Drittel fertiger Wirtschaftsthriller, der von einem Fremdautor zu Ende geschrieben werden soll. Sein Assistent fand die neuen Manuskripte in Crichtons Computer. „Pirate Latitudes“ soll eine Abenteuergeschichte sein, die im 17. Jahrhundert spielt. Ein Pirat namens Hunter und der Gouverneur von Jamaika planen ein spanisches Schatzschiff zu überfallen. Offenbar habe er an dem Buch geschrieben, während er an seinem letzten zu Lebzeiten erschienenen Buch „Next“ arbeitete.
Sein amerikanischer Verlag Harper Collins will beide Bücher in den nächsten eineinhalb Jahren herausbringen. Über einen deutschen Erscheinungstermin ist nicht bekannt.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Denis Scheck befördert 7 der Top Ten der Bestenliste auf den Müll

druckfrisch1In seiner Literatursendung am 05.04. kommentierte Denis Scheck wieder die Top Ten der Spiegel-Bestenliste.
Dieses Mal traf es die Bestseller der Hardcover besonders hart. Nur drei der Top Ten fanden seine Gunst, die restlichen sieben beförderte Denis Scheck gnadenlos auf den Müll.

Gleich zwei der vier Titel von Stephenie Meyers erfolgreichen Twilight-Saga belegen derzeit die beiden ersten Plätze – völlig zu Unrecht, denn laut Denis Scheck verfasst Stephenie Meyer keine Literatur sondern einen sämigen Sprachbrei. Bei Sarah Kuttners Mängelexemplare diagnostiziert er Trittbrettfahrerei mit einem Hang zur Depression und bei Simon Becketts Leichenblässe nerven so langsam die ewig wiederkehrenden Serienkiller. Seine Abneigung gegen Charlotte Roches Malheur Feuchtgebiete sind schon hinlänglich bekannt. Auch Daniel Glattauers Fortsetzung von Gut gegen Nordwind – Alle sieben Wellen – hält Denis Scheck für überschätzt und überflüssig, ebenso wie Karen Roses Krimi Todesbräute mit seiner quälenden Länge in lupenreiner SMS-Prosa.

Na ja, immerhin bleiben uns Denis Schecks  Empfehlungen für Daniel Kehlmanns neuen großartigen Roman Ruhm, Unser allerbestes Jahr ein gutes Buch von David Gilmoure und Uwe Tellkamps Turm, gemessen am Rest dieser Bestsellerliste natürlich schieres Gold und ein literarischer Lichtblick!

Platz 1
mullStephenie Meyer: Bis(s) zum Ende der Nacht
In Band vier läuten für Bella Swan endlich die Hochzeitsglocken, der Auserwählte Edward darf sie beissen und schwängern, und für den leer ausgegangenen Werwolf-Nebenbuhler Jacob bleibt die Hoffnung auf das Töchterlein. Versteckt unter Meyers sämigem Sprachbrei findet sich stahlharte Ideologie: „Mädels, spart Euch bis zur Hochzeit auf, verwandelt Euch daraufhin in willige Gebärmaschinen und überlasst alle wichtigen Entscheidungen am besten Euren weisen Altvorderen!“, ruft die Mormonin Meyer ihren Leserinnen zu. Wenn Sie mich fragen: Hier ist jemand nicht von einem Vampir, sondern vom wilden Affen gebissen worden.
(Deutsch von Sylke Hachmeister, Carlsen Verlag, 788 Seiten, 19,90 €)

Platz 2
mullStephenie Meyer: Bis(s) zum Abendrot
Schock deine Eltern, heirate einen Vampir! Welch schöne Idee. Leider lieblos verschenkt, weil Stephenie Meyer schlicht eine in wirklich jeder Hinsicht †“ stilistisch, intellektuell, in ihrer Phantasie †“ beschränkte Autorin ist. Wie schafft man es nur, so dicke Romane über so schlichte Charaktere zu schreiben? Indem man wie Stephenie Meyer jede Aussage in gnadenloser Redundanz verdoppelt, ja verdreifacht. Hier runzelt keiner die Stirn, ohne dass er im gleichen Satz „tief in Gedanken“ ist und obendrein noch eine „grübelnde Miene“ aufsetzt.
(Deutsch von Sylke Hachmeister, Carlsen Verlag, 557 Seiten, 19,90 €)

Platz 3
mullSarah Kuttner: Mängelexemplare
Ein Schulbuchbeispiel für Trittbrettfahrerei in der Literatur: Was Charlotte Roche die Intimhygiene, ist Sarah Kuttner die Diagnose Depression. Während bei Roche aber wenigstens noch die ersten 20 Seiten imponieren, nervt Kuttners narzisstische Trotzköpfchen-Heldin ab Seite eins durch ihre Erzählstimme, ununterscheidbar vom manisch aufgekratzten Tonfall einer Telefonquizsendung im Fernsehen.
(S. Fischer, 272 Seiten, 14,95 €)

Platz 4
lesenDaniel Kehlmann: Ruhm
Ein in jeder Beziehung durchdachter Roman, ein Roman, der mal stimuliert, mal anrührt, mal verführt, ein Roman über Form, Funktion und Folgen moderner Massenkommunikation via Handy und Internet. Wenn schon E-Mail-Romane, dann bitte solche.
(Rowohlt, 203 Seiten 18,90 €)

Platz 5
mullSimon Beckett: Leichenblässe
Der Brite Dr. David Hunter hat von Arzt auf Forensiker umgeschult und übt auf Serienkiller dieselbe Wirkung aus wie ein Magnet auf Eisenspäne. Mal ehrlich: Wollen Sie wirklich noch ein Buch über einen Serienkiller lesen? Dieses hier ist ja einigermaßen routiniert geschrieben, aber haben solche Romane nicht etwas wahnsinnig Fades, eben Serielles? Immer nur den lieben langen Tag oder auch die Nacht vor sich hin massakrieren: Das kann’s doch nicht gewesen sein! Lesen Sie doch stattdessen mal ein gutes Buch †“ zum Beispiel das auf Platz 4!
(Deutsch von Andree Hesse , 415 Seiten, 19,90 €)

Platz 6
mullCharlotte Roche: Feuchtgebiete
Fängt stark an, lässt stark nach: Roches Geschichte um das einfältige Scheidungskind Helen Memel ist sprachlich zu arm und gedanklich zu schlicht. Im Schwäbischen nennt man so etwas einen Riesenseich. Sagen wir freundlicher: Hier ist jemandem ein kleines Malheur passiert.
(DuMont, 219 Seiten, 14,90 €)

Platz 7
mullDaniel Glattauer: Allen sieben Wellen
Die überflüssige Fortsetzung eines überschätzten Romans. Wer Ihnen einreden will, dieses Buch sei etwas Besonderes, weil ganz in Form von E-Mails erzählt, liest sicher auch gern all die vielen tollen Fax-, Fernschreiber, Telegramm- und Rohrpost-Liebesromane.
(Deuticke Verlag, 224 Seiten, 17,90 €)

Platz 8
lesenDavid Gilmoure: Unser allerbestes Jahr
Ein Vater macht seinem 15-jährigen Sohn ein unmoralisches Angebot: Er darf mit der verhassten Schule aufhören, vorausgesetzt, er schaut sich drei Filme die Woche zusammen mit seinem Dad an. Wie man mit Hilfe von Francois Truffaut, Marlene Dietrich und Marlon Brando einen Menschen aus sich machen kann, erzählt der Kanadier David Gilmoure in diesem autobiographischen Buch, das einen so wie ein schön kitschiger Kinofilm dreimal lachen und dreimal weinen lässt. Ein gutes Buch!
(Deutsch von Adelheid Zöfel, S. Fischer, 256 Seiten, 18,95 €)

Platz 9
mullKaren Rose: Todesbräute
Einiges in diesem auf seiner ganzen quälenden Länge in lupenreiner SMS-Prosa verfassten Krimi kommt mir ziemlich weit hergeholt vor. Zum Beispiel, dass der Bruder des ermittelnden Special Agent ein Serienkiller ist und ihre Eltern umgebracht hat, während seine potentielle Geliebte sich als die Zwillingsschwester jener Frau erweist, die vor 13 Jahren auf exakt dieselbe Weise ermordet wurde wie das heutige Opfer. Sehr naheliegend erscheint mir allerdings der Verdacht, der IQ der Autorin könnte sich nach Verzehr einiger Austern kurzzeitig verdoppeln.
(Deutsch von Kerstin Winter, Droemer Knauer, 684 Seiten, 14,95 €)

Platz 10
lesenUwe Tellkamp: Der Turm
Uwe Tellkamp erzählt in „Der Turm“ von den letzten sieben Jahren der DDR. Ich habe viele Einwände gegen diesen Roman: gegen seine in meinen Augen traditionshörige Schwerblütigkeit, gegen seine Machart und seine erheblichen Längen genauso wie gegen seine Familienfixiertheit und sein dumpf-deutsches Kunstwollen. Aber um zur Abwechslung mal über Maßstäbe zu sprechen: Gemessen am Rest dieser Bestsellerliste ist Tellkamps „Turm“ natürlich schieres Gold und ein literarischer Lichtblick!
(Suhrkamp Verlag, 976 Seiten, 24,80 €)

Quelle: Druckfrisch

Druckfrisch mit Denis Scheck am 05.04. um 23.35 Uhr in DasErste

Druckfrisch

Es gibt viele Gründe, warum man heute die Sendung Druckfrisch mit Denis Scheck um 23.35 Uhr nicht verpassen sollte:

Zum einen spricht er mit Juli Zeh, einer wirklich sehr sympathischen, schlagfertigen,  intelligenten und vielfach ausgezeichneten Autorin und absoluten Powerfrau, über ihren neuen Roman Corpus Delicti, zum anderen stellt er den Bestsellerautor Eoin Colfer mit seiner Buchreihe über Artemis Fowl vor und präsentiert ein Sachbuch von Florian Werner über die allgegenwertigen Kühe in unserem Leben. Denis Scheck befördert wieder hemmungslos einige Bestseller der Top Ten in die Mülltonne und macht auf ungewöhnliche „Hintergrundmusik“ aufmerksam.

Desweiteren war Denis Scheck mit T.C Boyle in einer Stuttgarter Buchhandlung unterwegs um Kunden Bücher ans Herz zu legen.
Dabei lief ihm zufällig, und das ist ein weiterer Grund die Sendung nicht zu verpassen – zumindest für Blogger aus der Literaturszene, unsere geschätzte Maren von der Biblomanie direkt in die Arme. Leider hat sie den Strubbelkopf mit dem Schal und der Sonnenbrille, der gerade von Denis Scheck interviewt wurde, nicht gleich erkannt. Maren hat die Situation dann aber meisterhaft gelöst, indem sie schnell einen Roman von T.C. Boyle kaufte und ihm zum Signieren vorlegte. Für ein Foto haben sich die beiden dann auch noch zur Verfügung gestellt.

corpus-delictiJuli Zeh: Corpus Delicti
Wir schreiben das Jahr 2057. Das Staatswesen übt eine penible Gesundheitsdiktatur aus. Alles wird kontrolliert. Der Staat zwingt seine Bürger zu radikalster Vorsorge. Ein sehr nachdenklich machendes Buch, das aufzeigt, wie hehre ökologische und gesundheitspolitische Ziele sich verselbstständigen können und ins Brutale abgleiten.

Kurzbeschreibung
Jung, attraktiv, begabt und unabhängig: Das ist Mia Holl, eine Frau von dreißig Jahren, die sich vor einem Schwurgericht verantworten muss. Zur Last gelegt wird ihr ein Zuviel an Liebe (zu ihrem Bruder), ein Zuviel an Verstand (sie denkt naturwissenschaftlich) und ein Übermaß an geistiger Unabhängigkeit. In einer Gesellschaft, in der die Sorge um den Körper alle geistigen Werte verdrängt hat, reicht diese Innenausstattung aus, um als gefährliches Subjekt eingestuft zu werden. Mia Holl will beweisen, dass ihr Bruder, verurteilt wegen einer angeblichen Vergewaltigung, unschuldig ist. Sie gerät also in Stellung gegen das System, hier „Methode“ genannt, auch aus Liebe zu ihrem Bruder, der sich das Leben nahm.

Juli Zeh entwirft in Corpus Delicti das spannende Science-Fiction-Szenario einer Gesundheitsdiktatur im Jahr 2057. Sie zeichnet ein System, das alle und alles kontrolliert. Gesundheit ist zur höchsten Bürgerspflicht geworden. Die „Methode“ verlangt ein festes Sportpensum ebenso wie die Abgabe von Schlaf- und Ernährungsberichten. Buchstäblich über jeden Schritt seiner Bürger ist dieser Staat informiert.

Corpus Delicti handelt von höchst aktuellen Fragen: Wie weit kann und wird der Staat individuelle Rechte einschränken? Gibt es ein Recht des Einzelnen auf Widerstand? Juli Zehs Corpus Delicti. Ein Prozess ist ein visionäres und ungeheuer spannendes Buch über unsere Zukunft, die wir immer weniger bestimmen können.
artemis-fowlEoin Colfer: Artemis Fowl. Das Zeitparadox
Artemis Fowl ist der Held einer Buchreihe, die fast so erfolgreich ist wie „Harry Potter“, nur dass ihr Held kein Zauberschüler, sondern ein hochintelligenter, aber schwerkrimineller Dieb ist. In dessen jüngstem Abenteuer macht die Erkrankung seiner Mutter an der tödlichen Seuche eine Reise in die Vergangenheit notwendig.

Kurzbeschreibung
Ein neues phantasievolles Abenteuer des jugendlichen Genies Artemis Fowl und seiner Freunde aus dem Erdland: Durch einen Zeittunnel reisen Artemis und Elfe Holly Short in die Vergangenheit. Um das Leben seiner Mutter zu retten, muss Artemis Fowl gegen sein jüngeres Ich kämpfen. Rasant, mitreißend und raffiniert erzählt!
die-kuhFlorian Werner: Die Kuh. Leben, Werk und Wirkung
Viel ist in diesen Tagen der Weltwirtschaftskrise von Cash cows, Kuhhandeln und den Melkkühen der Nation die Rede. Die Kuh ist das kapitalistische Tier schlechthin, so Florian Werner in seinem grandiosen Buch.

Kurzbeschreibung
In unserem Leben ist sie allgegenwärtig – als Werbeträgerin, als Gegenstand der Forschung und der Dichtung, als Brotbelag, als Glücksbringer und Spielzeug. Sie wird als heilig verehrt oder für blöd befunden, nur gleichgültig ist sie uns nie: Nach bald 10.000 Jahren Zusammenleben ist uns das geheimnisvolle Rindviech noch immer ein Rätsel. Anhand von Anekdoten, Kuriositäten und überraschenden Funden präsentiert Florian Werner, Autor und Musiker aus Berlin, die Kulturgeschichte der Kuh, mit Bildern und vielen Literaturhinweisen.

In der Buchhandlung empfiehlt Denis Scheck:

Monika Rinck: „Helle Verwirrung & Rincks Ding- und Tierleben“
Rawi Hage: „Als ob es kein Morgen gäbe“

T.C Boyle empfiehlt:
Kazuo Ishiguros „Alles, was wir geben mussten“

Quelle: Druckfrisch