(M)ein Tag auf der Frankfurter Buchmesse am 14.10.2011

Rund 3.200 geplante Veranstaltungen sowie Autoren, Wissenschaftler und Kreative aus aller Welt werden dieses Jahr zur Frankfurter Buchmesse erwartet. Die Besucherzahl wird auf 280.00 geschätzt und ich werde hoffentlich dazugehören. Für den 14.10.2011 habe ich mich angemeldet und ein Zugticket von München nach Frankfurt gebucht.

Ich freue mich besonders auf  einige SchriftstellerInnen des diesjährigen Ehrengastes Island. Insgesamt werden rund 40 isländische Autorinnen und Autoren auf der Messe erwartet, darunter die bekannten Krimiautoren Yrsa Sigurðardóttir und Arnaldur Indriðason, ebenso wie Andri Snær Magnason, Guðrún Eva Mínervudóttir, Hallgrímur Helgason, Jón Kalman Stefánsson, Kristín Steinsdóttir, Sjón sowie der diesjährige Preisträger des Nordischen Literaturpreises Gyrðir Elíasson. Mehr Informationen finden sich unter Sagenhaftes Island.de oder auf dem Blog Buchmesse.de.

Insgesamt habe ich mir vorgenommen, gut 30 Veranstaltungen zu besuchen. Vielleicht schaffe ich nicht alle, aber ich hoffe,  doch die meisten Termine einhalten zu können. Mein Ziel ist es, an diesem Tag möglichst viele Eindrücke zu sammeln und neue Autorenfotos für meinen Blog und für die Wikipedia zu bekommen.

(M)ein geplanter Tag auf der Frankfurter Buchmesse 2011:

  • 10.00 – 11.00 Uhr

Messegelände, 4.C, Allianz, Raum
Boualem Sansal, Friedenspreisträger 2011: Pressegespräch
Nur für Medienvertreter: Einzige Möglichkeit für die Medien, dem Friedenspreisträger Fragen zu stellen.

  • 11.00 – 12.00 Uhr

Eine chinesische Stunde †“ die Arroganz der Herrschenden
Tienchi Martin-Liao, Präsidentin des Independent Chinese PEN, mit den Schriftstellern Bei Ling, Shi Ming und Zhou Qing zur Lage der verfolgten Schriftsteller in China. In deutscher und chinesischer Sprache.
Moderation: Herbert Wiesner – Generalsekretär des P.E.N.-Zentrums Deutschland.

  • 11.00 – 11.30 Uhr

Messegelände, Übergang Halle 5 & 6, das blaue sofa
das blaue sofa: Doris Dörrie
Alles inklusive (Diogenes)
Moderation: Dorothea Westphal

  • 11.00 – 11.30 Uhr

Messegelände, Forum, Ebene/Level 0, ARD Bühne, ARD Forum, Ebene 0
Ferdinand von Schirach im Gespräch mit Christoph Bungartz
Was treibt einen Menschen, der immer anständig war, zu einem Mord? Kultautor Ferdinand von Schirach, selbst Strafverteidiger, führt seinen Helden in „Der Fall Collini†œ mitten hinein in ein erschreckendes Kapitel deutscher Justizgeschichte.

  • 11.30 – 12.00 Uhr

Messegelände, 4.1 Q555
3sat liest
Eva Mattes – Wir können nicht alle wie Bertha sein
Livestream unter www.3sat.de

  • 11.30 – 12.00 Uhr

Messegelände, Übergang Halle 5 & 6, das blaue sofa
das blaue sofa: Arnaldur Indriðason
Abgründe (Bastei Lübbe)
Moderation: Susanne Führer

  • 12.00 – 12.30 Uhr

Messegelände, 4.0 D1362
Deutscher Buchpreis: Gespräch mit dem Preisträger
Der diesjährige Buchpreisträger und sein Verleger im Gespräch mit Börsenblatt-Redakteur Holger Heimann (Gesprächsrunde im Forum Börsenverein).

  • 12.00 – 12.45 Uhr

Messegelände, Freigelände zwischen Halle 3 & 4, Agora, Lesezelt
Margot Käßmann trifft Thomas Brussig
Die Theologin Margot Käßmann und der Schriftsteller Thomas Brussig („Helden wie wir†œ) sprechen über ihre Kinderbücher „An Vaters Rockzipfel†œ und „Der Wurm am Turm†œ aus der edition chrismon.
Moderation: Ursula Ott (chrismon)

  • 12.30 – 13.00 Uhr

Messegelände, Forum, Ebene/Level 0, ARD Bühne, ARD Forum, Ebene 0
Sibylle Lewitscharoff im Gespräch mit Denis Scheck
Über ihr neues Buch „Blumenberg†œ.

  • 13.00 – 13.30 Uhr

Messegelände, 4.1 Q555
3sat liest
Friedrich Christian Delius, Träger des Büchner-Preises 2011.
Livestream unter www.3sat.de

  • 13.00 – 13.30 Uhr

Messegelände, Übergang Halle 5 & 6, das blaue sofa
das blaue sofa: Boualem Sansal
Das Dorf des Deutschen: Das Tagebuch der Brüder Schiller (Merlin)
Moderation: Barbara Wahlster

  • 13.30 – 14.00 Uhr

Messegelände, Forum Ebene/Level 0, Das Gläserne Studio (Hörfunk)
swr2 Forum Buch
Gast: Alice Schwarzer
Moderation: Uwe Kossak

  • 13.30 – 14.00 Uhr

Messegelände, Forum, Ebene/Level 1, Ehrengastpräsentation 2011 Island
Auður Jónsdóttir: „Jenseits des Meeres liegt die ganze Welt†œ
Sunnas ehemals beste Freundin wird seit drei Tagen vermisst. Vor zehn Jahren hatten die beiden jungen Frauen zusammen studiert, sich danach aus den Augen verloren. Sunna lässt der Gedanke nicht los, dass in ihrer gemeinsamen Vergangenheit eine Spur liegen könnte, die zu der verschwundenen Freundin führt. Sie nimmt die Suche nach ihr auf, wodurch ihr Leben eine neue Wendung erfährt.

  • 14.00 – 14.30 Uhr

Messegelände, Forum, Ebene/Level 0 , ARD Bühne, ARD Forum, Ebene 0
Umberto Eco im Gespräch mit Denis Scheck
Über sein neues Buch „Der Friedhof in Prag†œ.

  • 14.00 – 14.30 Uhr

Messegelände, Übergang Halle 5 & 6, das blaue sofa
das blaue sofa: Jussi Adler-Olsen
Erlösung. Thriller (dtv)
Moderation: Susanne Conrad

  • 14.00 – 14.45 Uhr

Messegelände, 4.1 A106
Nominierte Autoren des Schweizer Buchpreises 2011
Im Gespräch mit Luzia Stettler, Buchmensch des Jahres 2011. Mit den fünf Nominierten des Schweizer Buchpreises führt Stettler Gespräche über Trennendes und Verbindendes.

  • 14.30 – 15.00 Uhr

Messegelände, 4.1 Q555
3sat liest
Sibylle Lewitscharoff – Blumenberg
Livestream unter www.3sat.de

  • 14.30 – 15.00 Uhr

Messegelände, Forum, Ebene/Level 0 , ARD Bühne, ARD Forum, Ebene 0
Hannelore Elsner
„Im Überschwang. Aus meinem Leben†œ †“ Die umfassende Autobiographie der bekannten deutschen Schauspielerin wurde sowohl von Kritikern als auch vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen. Mit scharfem Verstand zeichnet Hannelore Elsner ein facettenreiches und bewegendes Bild ihres Lebens, das Zeiten der Trauer und Einsamkeit sowie Momente der Schönheit und großen Glücks in sich vereint.

  • 14.30 – 15.00 Uhr

Messegelände, 3.0 B173
Der Hals der Giraffe
Ist die Länge ihres Halses das Ergebnis gelungener Anpassung, oder fand die Giraffe die obersten Blätter immer schon die Besten, für die es sich zu strecken lohnt? Über die Gesetze der Natur und ob sie sich vom Menschen beeinflussen lassen, diskutieren die Autorin und Grafik-Designerin Judith Schalansky und Astrid Klug, Bundesgeschäftsführerin der SPD.

  • 14.30 – 15.00 Uhr

Messegelände, 4.1 B115
AUFgelesen: Gastland Island
Island hat in Relation zur Einwohnerzahl die größte Literaturdichte der Welt, inklusive dem
Literaturnobelpreisträger Halldór Laxness. Die isländische Literatur stellt sich vor.

  • 15.00 – 15.30 Uhr

Messegelände, 3.1 D101
Charlotte Roche im Gespräch mit Josef Joffe
Charlotte Roche spricht mit Josef Joffe, Herausgeber DIE ZEIT, über ihr neues Buch „Schoßgebete†œ erschienen im Piper Verlag.

  • 15.00 – 15.45 Uhr

Messegelände, 3.1 Foyer West
Adelbert-von-Chamisso-Preis
Irene Ferchl (Journalistin) im Gespräch mit dem Chamisso-Preisträger Feridun Zaimoglu über sein neues Buch „Ru߆œ.

  • 15.00 – 16.00 Uhr

Messegelände, 5.0 D963, Weltempfang
Boualem Sansal trifft Ilija Trojanow
Die Romane des Algeriers Boualem Sansal haben den deutschen Autor Ilija Trojanow, Vorsitzender der Jury der litprom-Bestenliste Weltempfänger, nicht zuletzt wegen der Dichte der Sprache beeindruckt. Er bewundert ihn auch ob der mutigen Wahl seiner Themen. Nicht zuletzt deshalb empfahl er den Roman „Das Dorf des Deutschen†œ auf Platz 2 des Weltempfängers 4/2009. Ein Austausch zweier Sprachkünstler.

  • 15.30 – 16.00 Uhr

Messegelände, Übergang Halle 5 & 6, das blaue sofa
das blaue sofa: Hannelore Elsner
Im Überschwang (Ki & Wi)
Moderation: Luzia Braun

  • 15.30 – 16.00 Uhr

Messegelände, Forum, Ebene/Level 1, Ehrengastpräsentation 2011 Island
Henryk M. Broder: „Mein sagenhaftes Island†œ
Seit inzwischen 15 Jahren versucht Henryk M. Broder das Geheimnis Island zu entziffern. Er hat die Insel unter dem Polarkreis viele Male besucht und die Nachkommen der Wikinger immer wieder gefragt: „Wie macht Ihr es?†œ Seine Reportagen handeln vom Alltag in Island, der so aufregend ist wie woanders ein Abenteuerurlaub.

  • 16.00 – 16.45 Uhr

Messegelände, 3.1 Foyer West
Das Beste aus der KrimiZEIT
Mit den Autoren Mechtild Borrmann („Wer das Schweigen bricht†œ) und Norbert Horst („Splitter im Auge†œ).
Moderation: Lore Kleinert (Radio Bremen)

  • 16.00 – 16.45 Uhr

Messegelände, Forum, Ebene/Level 1, Ehrengastpräsentation 2011 Island
Die Poesie der Edda
Literaturwissenschaftler Àrni Björnsson, Arnulf Krause (Übersetzer und Herausgeber einer dt. Edda-Ausgabe) und Þórarinn Eldjárn (Autor und Edda-Kenner) sprechen über die Eddas, die Sammlungen mythologischer Lieder und Geschichten, die bis in Wagners „Ring der Nibelungen†œ und Tolkiens „Herr der Ringe†œ deutliche Spuren in der Weltkultur hinterlassen hat.

  • 16.00 – 17.00 Uhr

Messegelände, Freigelände zwischen Halle 3 & 4, Agora, Lesezelt
Astrid Rosenfeld liest aus „Adams Erbe†œ im Lesezelt
Adam Cohen ist 1938 achtzehn Jahre alt. Edward Cohen wird um das Jahr 2000 erwachsen. Zwei Generationen trennen sie †“ aber eine Geschichte vereint sie. Von der Macht der Familienbande und der Kraft von Wahlverwandtschaften erzählt dieses Debüt, und davon, dass es nur einer Begegnung bedarf, um unser Leben für immer zu verändern. Longlist Deutscher Buchpreis. Moderation: Gabriele von Arnim.

  • 16.30 – 16.50 Uhr

Messegelände, 3.1 D154
Der Hals der Giraffe
Felicitas von Lovenberg (F.A.Z.) im Gespräch mit der Autorin Judith Schalansky.

  • 17.00 – 17.30 Uhr

Messegelände, Übergang Halle 5 & 6, das blaue sofa
das blaue sofa: Heinrich August Winkler
Geschichte des Westens II (CH Beck)
Moderation: Wolfgang Herles

  • 17.00 – 19.00 Uhr

Messegelände, 6.1 D903, Hot Spot Digital Relations
Virenschleuder-Preis 2012 – Kick-off
Der Virenschleuder-Preis macht erfolgreiches Marketing im Social Web auf virenschleuderpreis.de sichtbar und zeichnet die beste Marketing-Maßnahme und -Strategie aus. Er wird 2012 zum zweiten Mal vergeben. Los geht es mit einem Kick-off, bei dem Vertreter aus der Film- und Games-Branche ihre Arbeit und die Initiatoren ihren Preis vorstellen. Es folgt lockeres Networking bei Getränken und Musik.
Veranstalter: Leander Wattig & Carsten Raimann

  • 17.30 – 18.00 Uhr

Messegelände, Übergang Halle 5 & 6, das blaue sofa
das blaue sofa: aspekte Literaturpreis
Vorstellung des Preisträgers
Moderation: Christhard Läpple

  • 17.30 – 18.50 Uhr

Messegelände, Congress Center, Ebene/Level C2, Harmonie, Raum
Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises 2011
Zum 56. Mal wird der einzige Staatspreis für Literatur in Deutschland verliehen. Staatsminister Bernd Neumann, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, wird die Preisträger der Kritiker- und der Jugendjury bekannt geben sowie den/die Sonderpreisträger/in und die Preise überreichen.

Quelle: Veranstaltungskalender Frankfurter Buchmesse 2011

Glatteis: Dominique Manotti liest aus „Einschlägig bekannt“ am 20.09.11

Am Dienstag, den 20. September 2011, stellt die französische Autorin Dominique Manotti um 20 Uhr ihren neuen Roman „Einschlägig bekannt“ in der Krimibuchhandlung Glatteis in der Münchner Corneliusstraße 31 vor. Nach Letzte Schicht und Roter Glamour erschien Dominique Manottis neuer Roman im August 2011 im Argument Verlag und landete spontan auf Platz 5 der KrimiZeit-Bestenliste im September 2011.

»Zwischen Politiker-Kalkül und überforderten Polizeikräften inszeniert Manotti den urbanen Sprengstoff unserer Zeit.«

Moderation und deutsche Lesung: Dr. Iris Konopik vom Argument Verlag.

Reservierung: Krimibuchhandlung Glatteis; Eintritt: 8 Euro /erm. 6 Euro

Einschlägig bekannt

Kurzbeschreibung
Noria Ghozali vom Zentralen Nachrichtendienst ermittelt gegen die zynische Polizeifunktionärin Le Muir. Deren Vorstadtkommissariat setzt die vom Innenminister geforderte Säuberungspolitik konsequent in die Tat um auch wenn es Menschenleben kostet.“Trophee 813″ für den besten französischen Kriminalroman 2010:
Null Toleranz für den „Pöbel“ der Vorstädte lautet die Direktive des Innenministers. Markige Worte angesichts seiner geplanten Präsidentschaftskandidatur. Jetzt müssen Beweise her, dass die Kriminalitätsrate tatsächlich sinkt. Kommissarin Le Muir, Leiterin eines Bezirkskommissariats der Pariser Banlieue, sieht ihre Chance: Was der Politik des Ministers dient, dient unmittelbar auch ihrer Karriere. Zum Glück finden ihre Truppen reichlich Anlass, die staatliche Autorität mit gebotener Härte unter Beweis zu stellen. Manipulation von Statistiken, Einschüchterung der migrantischen Bevölkerung, brutale Übergriffe das ist Dynamit in der von Angst und Hass geschwängerten Atmosphäre. Eine „Säuberung mit Hochdruck“, wie sie der Innenminister lautstark fordert, bahnt den Weg für Gentrifizierung und Immobilienspekulation. Nur die von Illegalen besetzten Häuser bilden einen Schandfleck
Noria Ghozali, inzwischen ranghohe Ermittlerin beim Zentralen Nachrichtendienst, beobachtet mit wachsendem Misstrauen das Treiben von Starkommissarin Le Muir und ihren Truppen. Insbesondere die Kontakte, die gewisse Polizisten und gewisse Großkriminelle knüpfen, wecken ihren Argwohn. Und plötzlich stehen die besetzten Häuser in Flammen.
Zwischen Politiker-Kalkül und überforderten Polizeikräften inszeniert Dominique Manotti den urbanen Sprengstoff unserer Zeit.

Über die Autorin
Dominique Manotti, 1942 geboren, kam erst mit fünfzig Jahren zum Schreiben. Ihre Bezugspunkte sind der amerikanische Schriftsteller James Ellroy, die neuzeitliche Wirtschaftsgeschichte und die 68er-Bewegung. Diese ungewöhnliche Kombination begründet Manottis dichten, unpathetischen Stil. Die Historikerin lehrte an verschiedenen Pariser Universitäten Wirtschaftsgeschichte der Neuzeit, war als Gewerkschafterin in der CFDT aktiv und leitete als Generalsekretärin deren Pariser Sektion.

 

November 2011: Lob der Stiefmutter von Mario Vargas Llosa

Am 05. November 2011 besprechen wir im Lesekreis „Lob der Stiefmutter“ von Mario Vargas Llosa. Wir treffen uns zur üblichen Zeit bei Ellen und Jürgen. „Lob der Stiefmutter“ setzte sich in der Abstimmung gegen „Gefühlte Nähe“ von Harald Martenstein durch.

Lob der Stiefmutter

Dieses kleine erotische Meisterwerk des großen peruanischen Autors erzählt von der sinnlichen und schönen Dona Lukrezia, der gerade vierzigjährigen Stiefmutter; von Don Rigoberto, dem Vater und Ehemann und phantasievollen Liebhaber Lukrezias; und von Alfonsito, dem beunruhigenden Söhnchen, das eine alarmierende Anhänglichkeit für seine Stiefmutter bekundet und durch dessen engelhafte Anwesenheit in einem Haus, wo dem Wünschen und Begehren keine Grenzen gesetzt zu sein scheinen, alles ins Fließen, ins Wanken gerät.

Mario Vargas Llosa schreibt einen wunderbar leichten, erotischen Roman und stört sich nicht an Tabus. Don Rigoberto ist ein glücklicher Mann. Zu seiner zweiten Ehefrau erwählte er sich die sinnliche und höchst verführerische Doña Lukrezia. Gemeinsam geben sie sich Nacht für Nacht mit nicht enden wollender Leidenschaft erotischen Liebesspielen hin.

Alles könnte immer so bleiben, wäre da nicht Alfonso, genannt Foncho oder Fonchito. Der kleine fünfjährige Sohn Don Rigobertos, mit blonden Locken und großen Unschuldsaugen, beginnt, seine Stiefmutter nicht nur platonisch zu begehren und gelangt in diesem Haus aufgeladener Fantasien alsbald zum Ziel…

Über den Autor
Mario Vargas Llosa, geboren 1936 in Arequipa/Peru, studierte Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid. Bereits während seines Studiums schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen, ehe 1963 sein erster Roman Die Stadt und die Hunde erschien. Der peruanische Romanautor und Essayist ist stets als politischer Autor aufgetreten und ist damit auch weit über die Grenzen Perus hinaus sehr erfolgreich. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Das grüne Haus, Das Fest des Ziegenbocks, Tante Julia und der Kunstschreiber und Das böse Mädchen.
Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard, Princeton und Oxford. 1990 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático (FREDEMO) bei den peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag in der Stichwahl. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück.
Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt er 1996 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2010 den Nobelpreis für Literatur. Heute lebt Mario Vargas Llosa in Madrid und Lima.

Quelle Foto: Wikipedia – MDCarchives 1985

Frauenpower: Lebenslauf von Alice Schwarzer

Alice Schwarzer hat ihren „Lebenslauf“ geschrieben. Am 15. September 2011 ist bei Kiepenheuer & Witsch ihre 512-Seiten umfassende Autobiografie erschienen.

Aufzucht und Pflege, Triumph und Niederlage und die Lehrjahre des Gefühls. Es ist das persönliche Geschichtsbuch der Alice Schwarzer. Und darin stehen mindestens zwei oder drei Dinge, die wir nicht von ihr wussten:

Lebenslauf von Alice Schwarzer

„Was hat mich geprägt?“ Und: „Was habe ich daraus gemacht?“. Wie ist Alice Schwarzer die geworden, die sie ist? Und vor allem: Wer ist sie überhaupt? Die Autorin Alice Schwarzer hat zahlreiche Porträts und Biografien geschrieben, u.a. über Gräfin Dönhoff und Romy Schneider. Ein autobiografisches Buch über ihren eigenen Lebensweg jedoch gab es bisher nicht. Nun ist es soweit. In großer Offenheit schreibt sie über das, was sie geprägt hat – und was sie daraus gemacht hat. Über die politisierte Großmutter und den fürsorglichen Großvater, über ihr schwieriges Verhältnis zur Mutter. Über ihre Kindheit auf dem Dorf und die Jugend in Wuppertal. Über beste Freundinnen und den ersten Kuss. Über Ausgrenzung und Gewalt. Über Freundschaft und Liebe. Über Swinging Schwabing in den 60ern und die 68er-Jahre als Reporterin bei pardon. Über ihr Leben als Korrespondentin und den euphorischen Aufbruch der Pariser Frauenbewegung. Über ihre frühen feministischen Aktionen gegen den § 218 und den Skandal vom „Kleinen Unterschied“ – bis hin zur EMMA-Gründung. Es gibt wohl kaum eine Person des öffentlichen Lebens in Deutschland, die über Jahrzehnte in einem solchen Übermaß Bewunderung und Aggressionen erfahren hat und erfährt wie Alice Schwarzer. Sie ist die Stimme in Deutschland für die Rechte der Frauen. Zugleich ist sie einer der herausragendsten Journalisten und Essayisten des Landes, Autorin zahlreicher Bestseller und Blattmacherin. Ihre Leidenschaft, ihre Konfliktfähigkeit und ihr kämpferischer Elan sind Legende. In dieser Autobiografie erfahren wir, was die Wurzeln und Prägungen von Alice Schwarzer sind und wie sich daraus die Motive ihres Lebens entwickelt haben.

Mehr Informationen:
Fotos im Stern: Alice Schwarzer – Die Kämpferin ganz privat.
Rezension im Stern: „Lebenslauf“ – das neue Buch von Alice Schwarzer – Die Unermüdliche

Eine(r) wird gewinnen: Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2011

Die Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2011 wurde heute veröffentlicht.

Sechs sehr unterschiedliche Bücher haben nach Meinung der Juroren das Zeug zum besten Roman des Jahres 2011.

Die nominierten Romane in alphabetischer Reihenfolge:

Gegen die Welt von Jan Brandt

Kurzbeschreibung
Ein Dorf in Ostfriesland, Kühe grasen auf den Wiesen, ab und zu zerreißt der Lärm eines Tieffliegers die Stille. Hinter den getrimmten Tujenhecken des Neubauviertels blühen die Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen.
In diese Welt wird Mitte der Siebzigerjahre Daniel Kuper, Spross einer Drogistendynastie, hineingeboren. Ein schmächtiger, verschlossener Junge mit viel zu viel Fantasie und zu wenigen
Möglichkeiten. Doch bald geschehen seltsame Dinge: Mitten im Sommer kommt es zu heftigem Schneefall, ein Kornkreis entsteht, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Für all das wird Daniel Kuper verantwortlich gemacht. Und je mehr er versucht, die Vorwürfe zu entkräften, desto stärker verstrickt er sich in ihnen. Daniel Kuper beginnt einen Kampf gegen das Dorf und seine Bewohner. Sie sind es, gegen die er aufbegehrt, und sie sind es, gegen die er am Ende verliert. Gegen die Welt ist ein großer deutscher Roman: über die Wende in Westdeutschland, über Popkultur in der Provinz und über Freundschaften, die nie zu Ende gehen.
„Ein tollkühner Roman über Freundschaft und Verrat. Rebellisch und bewegend, wahnsinnig und witzig. Großes Kino.“
Sönke Wortmann

Wunsiedel: Ein Theaterroman von Michael Buselmeier

Kurzbeschreibung
Im Sommer 1964 hat der junge Ich-Erzähler Moritz Schoppe in dem oberfränkischen Städtchen Wunsiedel zehn leidvolle Wochen zugebracht; sein Engagement bei den dort alljährlich stattfindenden Luisenburg-Festspielen geriet zum Fiasko. Seine Bearbeitung des „Götz von Berlichingen“ wurde als „zu intellektuell“ verworfen, er bekam nur winzige Rollen zu spielen, auch für den angehenden Regisseur gab es angesichts schlampiger Inszenierungen so gut wie nichts zu lernen. Er litt an Heimweh. Unter den Schauspielern blieb er ein Fremder, Überflüssiger, von allen verlassen, auch von seiner Freundin, die ihn während seiner Abwesenheit betrog (wie bei Shakespeare Cressida den Troilus). Allein die Lektüre der Romane des in Wunsiedel geborenen Jean Paul, die poetische Kraft seiner Sprache, hielt ihn am Leben.44 Jahre später stellt sich der einstige „Verfinsterungsort“ für Schoppe anders dar. Zwar hat er anfangs Schwierigkeiten, sich zurecht zu finden, doch es gefällt ihm auf Anhieb in der würzigen Luft des Fichtelgebirges, er unternimmt romantische Wanderungen in die fränkische Vergangenheit, forscht nach den Gräbern seiner Wirtsleute, seines alten Intendanten, und steht unerwartet vor dem Grab von Rudolf Heß. Auch den Hauptort frühen Unglücks, die Naturbühne der Luisenburg, sucht er auf, doch das einst so geliebte Theater ist ihm gänzlich fremd geworden, der Theaterrock endgültig zerschlissen. Im Gehen und Beobachten liegt die Chance eines Neuanfangs.

Das Mädchen von Angelika Klüssendorf

Kurzbeschreibung
Die berührende Geschichte einer Selbstbehauptung. Angelika Klüssendorf erzählt von einem jungen starken Mädchen, das sich herausarbeitet aus allem, was sie umgibt und niederhält: die tyrannische Mutter, die autoritären Lehrer, der bürokratische Staatsapparat. Am Anfang scheint alles schon zu Ende zu sein: Der Vater trinkt und taucht nur sporadisch auf, die Mutter lässt ihre Wut an den Kindern aus, die Klassenkameraden meiden das Mädchen, der jüngere Bruder kapselt sich völlig ab. Und doch gibt es eine Kraft, die das Mädchen trägt. Die Bilder aus „Brehm’s Tierleben“, die sie bewundert, der Traum vom kleinen Haus mit Garten auf dem Lande, Grimms Märchen. Und immer wieder Menschen, die ihr etwas bedeuten und die sie halten. Eines hat sie gelernt: Man muss sich holen, was man braucht. Auch wenn sie mehrfach beim Ladendiebstahl erwischt und schließlich ins Heim gesteckt wird, kann sie sich auch dort auf die neue Lage einstellen. Und das Kinderheim wird auf überraschende Weise zu einem Refugium, wo Kindheit erstmals gelebt werden kann. Mit ihrer klaren, knappen, präzisen Prosa, großer Lakonie und trockenem Humor versetzt Angelika Klüssendorf den Leser in eine Welt, die das Kindsein kaum zulässt. Atemlos folgt man einer Heranwachsenden, die nichts hat, worauf sie sich verlassen kann, trotzdem den Lebenswillen nicht verliert – kein bemitleidenswertes Opfer, sondern ein starker, abgründiger Charakter. Ein literarisches Meisterwerk!

Blumenberg von Sibylle Lewitscharoff

Kurzbeschreibung
Groß, gelb, gelassen: mit berückender Selbstverständlichkeit liegt eines Nachts ein Löwe im Arbeitszimmer des angesehenen Philosophen Blumenberg. Die Glieder bequem auf dem Bucharateppich ausgestreckt, die Augen ruhig auf den Hausherrn gerichtet. Der gerät, mit einiger Mühe, nicht aus der Fassung, auch nicht, als der Löwe am nächsten Tag in seiner Vorlesung den Mittelgang herabtrottet, sich hin und her wiegend nach Raubkatzenart. Die Bänke sind voll besetzt, aber keiner der Zuhörer scheint ihn zu sehen. Ein raffinierter Studentenulk? Oder nicht doch viel eher eine Auszeichnung von höchster Stelle †“ für den letzten Philosophen, der diesen Löwen zu würdigen versteht? Das Auftauchen des Tieres wirkt in mehrerlei Leben hinein, nicht nur in das Leben Blumenbergs. Ohne es zu merken, gerät auch eine Handvoll Studenten in seinen Bann, unter ihnen der fadendünne Gerhard Optatus Baur, ein glühender Blumenbergianer, und die zarte, hochfahrende Isa, die sich mit vollen Segeln in den Falschen verliebt. »Blumenberg« ist nur nebenbei eine Hommage an einen großen Philosophen, vor allem ist es ein Roman voll mitreißendem Sprachwitz, ein Roman über einen hochsympathischen Weltbenenner, dem das Unbenennbare in Gestalt eines umgänglichen Löwen begegnet.

In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge

Kurzbeschreibung
Von den fünfziger Jahren über das Wendejahr 89 bis zum Beginn des neuen Jahrtausends reicht dieser Roman einer Familie. Im Mittelpunkt drei Generationen: Die Großeltern, noch überzeugte Kommunisten, kehren aus dem mexikanischen Exil in die junge DDR heim, um dort ihren Anteil am Aufbau der neuen Republik zu leisten. Ihr Sohn, als junger Mann nach Moskau emigriert und später in ein sibirisches Lager verschleppt, tritt die Reise vom anderen Ende der Welt, dem Ural, an. Er kehrt mit seiner russischen Frau zurück in eine Kleinbürgerrepublik, an deren Veränderbarkeit er weiterhin glauben will. Dem Enkel wird die Wahlheimat von Eltern und Großeltern indes zusehends zu eng – bis er, ausgerechnet am neunzigsten Geburtstag des Patriarchen, in den Westen geht. Die Strahlkraft der politischen Utopie scheint sich von Generation zu Generation zu verdunkeln: Es ist die Zeit des abnehmenden Lichts.
Ein halbes Jahrhundert gelebter Geschichte, ein Deutschlandroman voll überraschender Wendungen und Details: gross durch seine menschliche Reife, seine Genauigkeit, seinen Humor.

Die Schmerzmacherin von Marlene Streeruwitz

Kurzbeschreibung
Leute werden verschleppt, verschwinden, werden eingesperrt oder gefoltert. Amy arbeitet für einen privaten Sicherheitsservice, sie kann die Korruption und Gewalt nur ahnen, die sich als Abgrund hinter den geheimen Operationen abzeichnet. Als sie beschließt auszusteigen, gerät sie endgültig in die Fänge einer undurchsichtigen, aber brutalen Organisation.
Amys Verlorenheit korrespondiert mit dem Ringen um die Wahrnehmung der Realität. Was kann sie glauben? Wer ist sie selbst? Und vor allem: Was passierte an dem Tag, an den sie sich nicht erinnern kann?
Marlene Streeruwitz entwirft in ihrem meisterhaften Roman ein unheimliches und unvergessliches Szenario und fragt nach dem Ort des Individuums in einer zunehmend privatisierten Öffentlichkeit.

___________________________________________________________________________________________

Der Deutsche Buchpreis wird am 10. Oktober 2011 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römer verliehen. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autoren, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht.