Annette Pehnt erhält Italo-Svevo-Preis 2009

Die 41-jährige deutsche Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Annette Pehnt wird mit dem Italo-Svevo-Preis 2009 ausgezeichnet.

Der Italo-Svevo-Preis ist ein Literaturpreis, der seit 2001 an herausragende deutschsprachige Autoren verliehen wird. Der nach Italo Svevo benannte Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird von der Nordcapital GmbH ermöglicht.

„Annette Pehnt ist eine eigenwillige, beherzte Autorin, die sich und ihre Protagonisten mit jedem Buch neu erfindet. Existentielle Erfahrungen, Gespür für Konflikte, leise, sparsame Metaphorik und poetische Vielfalt bewirken, dass ihr Literatur von nachhaltiger Wirkung gelingt“, begründet die diesjährige Jurorin Katja Lange-Müller ihre Entscheidung. Zuletzt erschien von Annette Pehnt der Roman „Mobbing“ (2007).

Die Preisverleihung findet am 04. Juni im Literaturhaus Hamburg statt.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Elizabeth Strout erhält den Pulitzer-Preis 2009 für Literatur mit Olive Kitteridge

Elizabeth Strout erhält den Pulitzer-Preis 2009 für Literatur mit Olive Kitteridge

Heute wurden die Pulitzer-Preisträger 2009 bekanntgegeben. Erstmals wurde ein Pulitzer-Preis am 4. Juni 1917 vergeben. Über die Jahre hinweg wurden mehrere Kategorien eingestellt, erweitert oder umbenannt. Derzeit wird er in 21 Kategorien vergeben. Der Pulitzer-Preis für Literatur ist der wichtigste US-amerikanische Literaturpreis.

Die 53-jährige amerikanische Schriftstellerin Elizabeth Strout erhält den Pulitzer-Preis  in der Kategorie Literatur für ihren  Roman Olive Kitteridge, der im Mai 2010 in der deutschsprachigen Übersetzung unter dem Titel „Mit Blick aufs Meer“ im Luchterhand Literaturverlag erschienen ist.

Kurzbeschreibung
Ausgezeichnet mit dem Pulitzerpreis

Crosby, eine kleine Stadt an der Küste von Maine. Hier ist nicht gerade sehr viel los. Doch sieht man einmal genauer hin, ist jeder Mensch eine Geschichte und Crosby die ganze Welt. Elizabeth Strout fügt diese Geschichten mit liebevoller Ironie und feinem Gespür für Zwischenmenschliches zu einem unvergesslichen Roman.

Sie kann manchmal eine rechte Nervensäge sein: Olive Kitteridge, die pensionierte Lehrerin. Weil sie zu allem, was in dem Städtchen Crosby geschieht, eine dezidierte Meinung hat, halten sie einige für überkritisch. Dann wieder überrascht sie durch Selbstlosigkeit und Mitgefühl. Sie mischt sich ein und macht sich ihre Gedanken über ihre Mitmenschen: die schrille Barpianistin, die insgeheim einer verlorenen Liebe nachtrauert, einen ehemaligen Schüler, der keinen Sinn mehr im Leben sieht, ihren eigenen Sohn, der sich von ihren Empfindlichkeiten bevormundet fühlt, ihren Mann Henry, der die Ehe mit ihr nicht nur als Segen, sondern manchmal auch als Fluch empfindet. Und während sich die Menschen in Crosby mit ihrem ganz normalen Leben herumschlagen, den Problemen wie den Freuden, lernt Olive auf ihre alten Tage, das Leben zu lieben.

Elizabeth Strouts Roman erzählt von Liebe und Kummer, von Toleranz und Aufbegehren. „Mit Blick aufs Meer“ ist ein weises und anrührendes Buch über die Natur des Menschen in all seiner Verletzlichkeit und Stärke, erfrischend ehrlich und unglaublich schön.

stroutÜber die Autorin

Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren und wuchs in Kleinstädten in Maine und New Hampshire auf. Nach dem Jurastudium begann sie zu schreiben. Ihr erster Roman „Amy und Isabelle†œ (1998) wurde für die Shortlist des Orange Prize und den PEN/Faulkner Award nominiert und wurde ein Bestseller. Für „Mit Blick aufs Meer†œ bekam sie 2009 den Pulitzerpreis. Elizabeth Strout lebt in New York City.

Die weiteren Gewinner des Pulitzer-Preises 2009:

JOURNALISM:

Public Service – Las Vegas Sun
Breaking News Reporting – The New York Times Staff
Investigative Reporting – David Barstow of The New York Times
Explanatory Reporting – Bettina Boxall and Julie Cart of the Los Angeles Times
Local Reporting – Detroit Free Press Staff and Ryan Gabrielson and Paul Giblin of the East Valley Tribune, Mesa, AZ
National Reporting – St. Petersburg Times Staff
International Reporting – The New York Times Staff
Feature Writing – Lane DeGregory of the St. Petersburg Times
Commentary – Eugene Robinson of The Washington Post
Criticism – Holland Cotter of The New York Times
Editorial Writing – Mark Mahoney of The Post-Star, Glens Falls, NY
Editorial Cartooning – Steve Breen of The San Diego Union-Tribune
Breaking News Photography – Patrick Farrell of The Miami Herald
Feature Photography – Damon Winter of The New York Times

LETTERS, DRAMA and MUSIC:

Fiction – Olive Kitteridge by Elizabeth Strout (Random House)
Drama – Ruined by Lynn Nottage
History – The Hemingses of Monticello: An American Family by Annette Gordon-Reed (W.W. Norton & Company)
Biography – American Lion: Andrew Jackson in the White House by Jon Meacham (Random House)
Poetry – The Shadow of Sirius by W.S. Merwin (Copper Canyon Press)
General Nonfiction – Slavery by Another Name: The Re-Enslavement of Black Americans from the Civil War to World War II by Douglas A. Blackmon (Doubleday)
Music – Double Sextet by Steve Reich, premiered March 26, 2008 in Richmond, VA (Boosey & Hawkes)

Quellen: The Puliltzer Prizes Foto: Flickr

Judith Hermann erhält Friedrich-Hölderlin-Preis für „Alice“

Mit Sommerhaus, später, ihrem ersten Buch, gelang Judith Hermann 1998 der literarische Durchbruch.

Die 1970 in Berlin geborene Schriftstellerin wird in diesem Jahr mit dem mit 20 000 Euro dotierten Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet.

Judith Hermann werde für ihr bisheriges Werk geehrt, vor allem für ihren jüngsten Prosaband „Alice“, der „fünf atmosphärisch ebenso bezwingende wie stilistisch meisterhafte Geschichten vom Sterben und von der Erfahrung des Verlustes“ versammle, heißt es dem Magistrat der Stadt Bad Homburg zufolge in der Begründung der Jury.

Die Preisverleihung findet am 7. Juni in Bad Homburg statt.

Alice

alice„Die Planeten laufen langsam. Aber sie machen ihre Transite. Und dann ändert sich dein ganzes Leben.“

„Richard hat gesagt, ich bräuchte drei Jahre. Das hat er einfach so gesagt, stell dir vor. Du brauchst drei Jahre, dann wird es bessergehen.
Und stimmt das, sagte Alice.
Keine Ahnung, sagte Margaret. Jetzt ist ein Jahr um, erst ein Jahr, ich bin weit entfernt davon zu verstehen, wie er das gemeint hat. Drei Jahre.“

Wenn jemand fort ist, kann man nicht mehr sagen, wie er ausgesehen hat, wie er gesprochen, geflucht, gelächelt hat, wie er durchs Leben gegangen ist. Auch wenn man ihn plötzlich zu sehen glaubt, auf der Rolltreppe, im letzten Wagen einer abfahrenden Straßenbahn, an der Ampel auf der anderen Straßenseite.
Judith Hermann erzählt von den Zeiten des Übergangs, des Wartens, des Festhaltens und Loslassens †“ und davon, wie klar und leuchtend diese Tage sein können.

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten, erscheint am 04. Mai 2009 im S. Fischer Verlag – 18,95 Euro

Judith Hermann geht mit Alice auf Lesereise und ist an folgenden Orten anzutreffen:

12.05.2009 20.00 Uhr – Buchpremiere, Radialsystem, Berlin

17.05.2009 15.00 Uhr – Literaturcafé Moritzbastei, Leipzig

18.05.2009 20.00 Uhr – Literaturhaus Stuttgart

19.05.2009 20.00 Uhr – Kulturkirche, Köln

25.05.2009 20.00 Uhr – Prinz Max Palais, Karlsruhe

26.05.2009 20.00 Uhr – Literaturhaus München

27.05.2009 19.30 Uhr – Bücher Pustet, Straubing

28.05.2009 20.00 Uhr – Literaturhaus Nürnberg

02.06.2009 19.30 Uhr – Bürgersaal des Rathauses, Kleinmachnow

19.06.2009 19.00 Uhr – Uebel & Gefährlich, Hamburg

Mehr Informationen zu den einzelnen Terminen findet man hier beim S. Fischer Verlag.

Juli Zeh erhält Carl-Amery-Literaturpreis am 21.04. im Literaturhaus München

Am 21. April, um 20 Uhr, wird der deutschen Schriftstellerin Juli Zeh der Carl-Amery-Literaturpreis im Literaturhaus München, Salvatorplatz 1, verliehen. Der Eintritt ist frei, das Literaturhaus bittet aber um Anmeldung unter der Telefonnummer 089-29 19 34-27

Die Laudatio hält Prof. Gesine Schwan

Der mit 6.000 Euro dotierte Carl-Amery-Literaturpreis wird seit 2007 alle zwei Jahre vom Verband deutscher Schriftsteller in Bayern vergeben, mit Unterstützung des Luchterhand Literaturverlages und von ver.di Bayern. Es werden deutschsprachige Autorinnen und Autoren ausgezeichnet, die in ihrem Werk neue ästhetische Wege gehen und das Spektrum literarischer Möglichkeiten zu erweitern suchen.
In diesem Jahr geht der Carl-Amery-Literaturpreis an die Autorin Juli Zeh. Die Jury begründet ihre Wahl wie folgt:

„Juli Zeh zählt zu den aufregendsten Erzählerinnen deutscher Sprache […]. Immer wieder meldet sie sich zu Wort […] und mischt sich, ganz im Sinne Carl Amerys, in politische und künstlerische Debatten ein, die sie wie kaum ein anderer Autor ihrer Generation zusammen zu denken vermag.“

Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der LH München und das Literaturhaus München.

Veranstalter: Luchterhand Literaturverlag, verdi Bayern, VS Bayern in ver.di

Spanien: Andrés Neuman erhält den mit 175 000 Dollar dotierten Alfaguara-Preis

Der aus Argentinien stammende Schriftsteller und Dichter Andrés Neuman wurde heute mit einem der renommiertesten spanischen Literaturpreise, den mit 175 000 Dollar dotierten Alfaguara-Preis (Premio Alfaguara de Novela), ausgezeichnet.

Neuman gilt als einer der vielversprechendsten Autoren der spanischen Sprache in den letzten Jahren, die Auszeichnung erhält er für seinen Roman „El Viajero del Siglo“ (Der Reisende des Jahrhunderts). Für den Wettbewerb hatten Schriftsteller aus Spanien und Lateinamerika 546 Manuskripte eingereicht. Neuman nahm mit seinen Roman unter dem Pseudonym „Von Stadler“ teil.

Andrés Neuman legte in Granada sein Staatsexamen in Hispanischer Philologie ab, danach lehrte er an der Universität in Granada lateinamerikanische Literatur. Derzeit arbeitet er als Kolumnist für die Kultur-Beilage der spanischen Zeitung ABC, der täglich erscheinenden Clarín Revista Ñ. Im Alter von 22 Jahren veröffentlichte Neuman seinen ersten Roman „Bariloche„. Zu seinen weiteren Werken gehören die Romane „La vida de las ventanas„  und „Una vez Argentinien„, sowie die Kurzgeschichten “ El ultimo minuto „, „El Que Espera“ und“ Alumbramiento „. In Deutschland ist bislang keines seiner Werke erschienen.

Die Handlung in dem ausgezeichneten Roman Roman „El Viajero del Siglo“ (Der Reisende des Jahrhunderts) spielt in der fiktiven Stadt Wandernburgo, südlich von Berlin, im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Hans, der Protagonist, mit einem Pferdewagen auf der Durchreise, verbringt dort eine Nacht in einem Gasthaus. Am folgenden Tag lernt er einen Drehorgelspieler kennen, dessen Musik ihn anrührt. Bald schließen sie Freundschaft und sein Aufenthalt verlängert sich auf unbestimmte Zeit.

Andrés Neuman erklärt, er habe sechs Jahre gezögert diesen Roman zu schreiben und jetzt eine wichtige Dokumentationsarbeit verwirklicht. „2004 habe ich sogar eine Fahrradtour durch Deutschland unternommen“, sagt Neuman und erklärt weiter, dass es sich nicht um einen historischen, sondern um einen futuristischen Roman handelt, der in der Vergangenheit spielt.