Frohe WeihnachtenAusklang

Wenn die weißen Riesenhasen abends
übern Rasen rasen
und die goldnen Flügelkröten
still in ihren Beeten beten,
wenn die schwarzen Buddelraben
tief in ihrem Graben graben
und die feisten Felsenquallen
kichernd in die Fallen fallen -:
dann schreibt man, wie jedes Jahr,
den hundertzwölften Januar.
Was? Ihr kennt ihn nicht, den Tag?
Schaut mal im Kalender nach!

Robert Gernhardt

Literaturfest MünchenIm Jahr 2007 kürte die Jury der Initiative Deutsche Sprache und die Stiftung Lesen mit „Ilsebill salzte nach“ aus Günter Grass Roman „Der Butt“ den schönsten ersten Satz. Mehr als 17.000 Menschen hatten Vorschläge für „schöne erste Sätze“ eingereicht. Ein Jahr später erschien noch das Buch „Der schönste erste Satz“ im Hueber Verlag, danach ebbte die Suche nach gelungenen Romananfängen ab. Das soll sich nun mit der „Leselawine“ wieder ändern. Auf dem Blog zum Literaturfest München 2013 wird dazu aufgerufen, kleine Videos mit Romananfängen über eine Plattform wie Instagram, Vine, Twitter, Facebook, YouTube, Tout etc. zu veröffentlichen.

Die Videos sollten nicht länger sein als eben der erste Satz in dem gewählten Buch. Wer möchte, kann sich beim Lesen filmen, die flackernde Kerze auf dem Tisch oder den Hund, die Katze, die Maus beim Zuhören. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, wichtig ist nur, dass der erste Satz zu hören ist.

Damit die Redaktion vom Blog die Beiträge auch findet, sollten sie mit den Hashtags #litmuc13 und #leselawine gekennzeichnet sein. Im Kommentar können auch Autor oder Autorin und Titel des jeweils zitierten Werks notiert werden. Und wer mag, kann auch direkt via Twitter oder Facebook den Link zu dem online verfügbaren Video schicken. Die schönsten Kurzvideos sollen im Blog vorgestellt werden.

Mir gefällt die Idee ausgesprochen gut und ich hoffe, dass eine große Lawine losgetreten wird. Erste Versuche lassen sich schon im Netz finden. So hat derherrgott einen Versuch auf Instagram gepostet, Wibke Ladwig hat schon zwei Beispiele auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht, ebenso Stefanie Leo von den Bücherkindern und ich habe mich auch schon versucht. 😉

Der erste Satz aus „Blumenberg“ von Sibylle Lewitscharoff:

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Fortsetzung folgt… das macht total Spaß, auch wenn´s sich vielleicht in dem ersten Versuch nicht so anhört. 😉

Eleanor CattonDie 28-jährige neuseeländische Autorin Eleanor Catton erhält den renommierten Man Booker Prize 2013. Sie ist die bisher jüngste Gewinnerin des mit 50.000 Pfund (zirka 59.000 Euro) dotierten britischen Literaturpreises und nach Keri Hulme, die 1985 den Preis für ihren Roman „Unter dem Tagmond“ erhielt, die zweite Neuseeländern. Drei Jahre arbeitete Eleanor Catton an dem Siegertitel „The Luminaries„. In dem 832 Seiten umfassenden Roman beschreibt die Autorin das Leben des Goldgräbers Walter Moody während des neuseeländischen Goldrauschs im 19. Jahrhundert.

Der Juryvorsitzende Robert Macfarlane beschrieb das Werk als „schillernde Arbeit, leuchtend, komplex„. Es ist, sagte er, „ein Buch, das mit seiner überwältigenden Poesie geradezu süchtig mache.

Eleanor Catton wurde 1985 in Kanada geboren. Als sie 13 Jahre alt war, zog ihre Familie nach Neuseeland, wo sie später an der Canterbury University und der Victoria University studierte. Für ihren Debütroman „The Rehearsal“, den sie im Alter von 22 Jahren schrieb, wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und von der Times als „golden girl of fiction“ gefeiert. Die deutschsprachigen Rechte sicherte sich der Arche Verlag, die Übersetzung erschien 2010 unter dem Titel „Die Anatomie des Erwachens„.

The LuminariesKurzbeschreibung „The Luminaries“
Erscheinungstermin: 5. September 2013 bei Granta Books
It is 1866, and Walter Moody has come to make his fortune upon the New Zealand goldfields. On arrival, he stumbles across a tense gathering of twelve local men, who have met in secret to discuss a series of unsolved crimes. A wealthy man has vanished, a whore has tried to end her life, and an enormous fortune has been discovered in the home of a luckless drunk. Moody is soon drawn into the mystery: a network of fates and fortunes that is as complex and exquisitely patterned as the night sky. The Luminaries is an extraordinary piece of fiction. It is full of narrative, linguistic and psychological pleasures, and has a fiendishly clever and original structuring device. Written in pitch-perfect historical register, richly evoking a mid-19th century world of shipping and banking and goldrush boom and bust, it is also a ghost story, and a gripping mystery. It is a thrilling achievement for someone still in her mid-20s, and will confirm for critics and readers that Catton is one of the brightest stars in the international writing firmament.

Quelle: The Man Booker Prize

Sehr viele Veranstaltungstermine hatte ich mir in diesem Jahr für Frankfurter Buchmesse am 10. Oktober 2013 vorgenommen, geschafft habe ich tatsächlich eher wenige von meiner Liste. Trotzdem war es ein sehr schöner, kurzweiliger Messetag mit einigen Überraschungen. Nachfolgend ein [Foto]Streiflicht über die Buchmesse von meinem Tag:

Henryk M. Broder_Frankfurter_Buchmesse_2013
Henryk M. Broder / Die letzten Tage Europas. Wie wir eine gute Idee versenken.
Olaf Kühl_Frankfurter_Buchmesse 2013
Olaf Kühl / Der wahre Sohn (Longlist Deutscher Buchpreis 2013)
Frankfurter Buchmesse_Deutscher Buchpreis
Alle nominierten Bücher zum Deutschen Buchpreis 2010 – Frankfurter Buchmesse
Leon de Winter_Frankfurter Buchmesse 2013
Leon de Winter / Ein gutes Herz
Frankfurter Buchmesse 2013_Forum
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse 2013 Forum_1
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse Forum_3
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse 2013 Forum_4
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse Forum_5
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse Forum_6
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse Forum_7
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse Forum_8
Brasilien im Forum der Frankfurter Buchmesse 2013
Open Stage
Open Stage – Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse Open Stage_1
Open Stage – Frankfurter Buchmesse 2012
Christopher Clark_Frankfurter Buchmesse 2013
Christopher Clark / Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog
Johann Lafer_Frankfurter Buchmesse 2013
Johann Lafer mit einer Kochshow
David Schalko_Frankfurter Buchmesse 2013
David Schalko / nominiert auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis mit „Knoi“
Terézia Mora_Frankfurter Buchmesse 2013
Terézia Mora / Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2013 mit „Das Ungeheuer“
Vorsicht Buch_Frankfurter Buchmesse 2013
Vorsicht Buch!
Ringswandl_Frankfurter Buchmesse 2013
Ringswandl / Das Kind vom Plattenbau: Eine Weihnachtsgeschichte
Hellmuth Karasek_Frankfurter Buchmesse 2013
Hellmuth Karasek / Frauen sind auch nur Männer
Jo Lendle_Frankfurter Buchmesse 2013
Jo Lendle / Was wir Liebe nennen
Boris Becker_Frankfurter Buchmesse 2013
Boris Becker / Das Leben ist kein Spiel
Martin Walser_Frankfurter Buchmesse 2013
Martin Walser / Die Inszenierung
Frankfurter Buchmesse_Logo Brasilien
Forum Brasilien
Frankfurter Buchmesse_Kids Bubble
Kids Bubble
Frankfurter Buchmesse_Messeturm
Messetrum
Frankfurter Buchmesse_Die Bücherdiebin
Die Bücherdiebin im Frühjahr 2014 im Kino
Joachim Radkau_Frankfurter Buchmesse 2013
Joachim Radkau / Theodor Heuss
Andreas Maier_Frankfurter Buchmesse 2013
Andreas Maier / nominiert für den Deutschen Buchpreis 2013 mit „Die Straße“
Anila Wilms_Fankfurter Buchmesse 2013
Anila Wilms / Das albanische Öl oder Mord auf der Straße des Nordens
Sven Hannawald_Frankfurter Buchmesse 2013
Sven Hannawald / Mein Höhenflug, mein Absturz, meine Landung im Leben
Uwe Timm_Frankfurter Buchmesse 2013
Uwe Timm / Vogelweide
Frankfurter Buchmesse_Bücherfrauen
BücherFrauen im Gespräch
Mirko Bonné_Frankfurter Buchmesse 2013
Mirko Bonné / Nie mehr Nacht
Hans Pleschinski_Frankfurter Buchmesse 2013
Hans Pleschinski / Königsallee
Andrea Maria Schenkel_Frankfurter Buchmesse 2013
Andrea Maria Schenkel / Täuscher

Quelle Fotos: Lesekreis

Virenschleuder-PreisAm 10. Oktober 2013 wurde auf der Frankfurter Buchmesse der diesjährige Virenschleuder-Preis 2013 in den drei Kategorien „Marketing-Maßnahme/-Strategie“, „Marketing-Idee“ und „Persönlichkeit“ vergeben. Die 2011 von Leander Wattig ins Leben gerufene Auszeichnung für besonders „ansteckende“ Marketingmaßnahmen im Netz wird mittlerweile in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Bis zum 25. September 2013 konnten Nominierungen eingereicht werden, über die Anzahl der Klicks mit bis zu zehn Sterne Bewertungen wurden die drei Shortlists ermittelt. Eine sechsköpfige Jury (Zoë Beck, Claudia Michalski, Wibke Ladwig, Olaf Kolbrück, Jochen Mai, Frank Krings) wählte die Gewinner in den einzelnen Kategorien nach qualitativen Gesichtspunkten aus.

Gegen 18 Uhr hatten sich zirka 200 Zuschauer unter dem eindrucksvollen riesigen Schirm (30 Meter Durchmesser!) der neuen Veranstaltungsplattform „Open Stage“ auf dem Platz zwischen den Hallen Forum, 3, 4 und 5 versammelt.

Open Stage

Viele der Nominierten machten es sich mit ihren Freunden unter Heizpilzen in zu Verfügung gestellten Decken gewickelt bei Freibier- und Wein unter dem Schirm, der schon gleich seine Zweckmäßigkeit unter Beweis stellte, da es genau zu der Zeit regnete, gemütlich und warteten gespannt auf die Preisvergabe.

Zuschauer Open Stage

Doch bevor es so weit war, demonstrierte der bekannte Moderator, Sänger und Blogger Nilz Bokelberg anschaulich, wie gutes Marketing funktioniert. Dass Bücher schon immer arge Virenschleudern waren, zeigte er anhand von Musikvideos von Kate Bushs Song „Wuthering Heights“ (1978) über Emily Brontës bekannten Bestseller „Sturmhöhe“ bis zu einer modernen Vertonung von Goethes „Erlkönig“ . Vielleicht hätte Nilz Bokelberg das Thema ein wenig verfehlt, wenn er nicht geschickt mehrmals auf seine eigene Neuerscheinung „Endlich gute Musik: Diese Lieder müssen sein„, die im August 2013 im Dumont Verlag erschienen ist, hingewiesen hätte. Bitteschön, es hat funktioniert. 😉

Nilz Bokelberg

Gegen 18.30 Uhr war es dann soweit: Initiator Leander Wattig und Moderatorin Wibke Ladwig betraten die Bühne. Ach, und Wibke trug ihr hübsches Kirschen-Kleid!

Wibke Ladwig und Leander Wattig

In der Kategorie „Persönlichkeiten“ wurde Lars Fischer mit dem Hashtag „#catchthekidney“ für die Schaffung von Aufmerksamkeit für das Thema Organspende ausgezeichnet. Lars twitterte ziemlich unkonventionell über seine geplante Nierentransplantation und stieß damit auf großes Interesse. Viele Menschen setzten sich daraufhin mit dem Thema auseinander und beantragten einen Spenderausweis.

Lars Fischer_1

Ein glücklicher Sieger und ein ziemlich cooler Typ! Wer mehr über Lars erfahren möchte, findet ihn auch auf seinem „Fischblog“ oder unter seinem Twitter-Account

Lars Fischer_2.

In der Kategorie „Marketing-Maßnahme/-Strategie“ machte die brandsatz GmbH das Rennen. Die Agentur für Contentmarketing kurbelte den Verkauf und die Bekanntheit der Graphic Novel „Alisik“ vom Carlsen Verlag über bittersweet.de an, indem sie Blogger dazu aufrief, sich an einem Kreativwettbewerb zu beteiligen und eigene Konzepte zu entwickeln und vorzustellen. Im Gegenzug erhielten die Blogger, die den Auswahlkriterien entsprachen, Aktionspakete mit signiertem Promotionsmaterial, Online-Bannern, Trailern, dem Comic und weiteren aktionsunterstützende Materialien. Die teilnehmenden Blogs wurden von Bittersweet.de mit Social-, Google-Ads und weiterer Online-Media zur weiten Reichweitensteigerung unterstützt. Scheinbar ging das Konzept auf mit 1.000.000 Netto-Reichweite auf.

brandsatz GmbH

Ganz ehrlich – ich war ein wenig enttäuscht, weil ich den beiden Bloggerinnen Christina Mettge und Dagmar Eckhardt, die völlig uneigennützig mit der großartigen Gemeinschaftsaktion zum Welttag des Buches „Blogger schenken Lesefreude“ der Literatur einen Dienst erwiesen haben, ganz fest die Daumen gedrückt hatte. Vermutlich geht´s letztendlich dann doch um Zahlen und Reichweite und nicht um Idealismus und persönlichen Einsatz. Dennoch, herzlichen Glückwunsch an die brandsatz GmbH.

brandsatz GmbH_1

Die beste “Marketing-Idee” hatte laut Jury der er vor einem Jahr gegründete Frohmann Verlag mit „Der Katersalon als Real-Life-Transmitter des digitalen Verlags“. Hier werden die neuen Formen von Kultur, Kunst und Literatur, die sich mit rasender Geschwindigkeit im Netz und durch das Netz entwickeln, realisiert.

Frohmann Verlag

Gegen 19 Uhr war dann die durchaus gelungene Preisverleihung der Virenschleudern 2013 abgeschlossen. Unbedingt erwähnt werden muss noch die souveräne Leistung des Moderatoren-Duos Wibke Ladwig und Leander Wattig. Wibke sorgte immer wieder für Stimmung, indem sie das Publikum zum Mitmachen aufforderte.

Wibke Ladwig

Die glücklichen Sieger und Siegerinnen zwischen Leander Wattig und Wibke Ladwig.

Virenschleuder-Preis_Sieger

Quelle: Virenschleuder-Preis
Fotos: Lesekreis