Amelie Fried und Ijoma Mangold, “Die Vorleser im ZDF”, begrüßen in ihrer siebten Sendung, am 14.05.2010, um 23 Uhr, die Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin Maria Schrader.

Sie bringt die schönsten Liebesgeschichten von Anton Tschechow mit.

Nachfolgend die Bücherliste vom 14.05.2010:

Atmosphärische Störungen von Rivka Galchen

Kurzbeschreibung
„Es ist äußerst selten, dass man einem Roman begegnet, der sich so klug und nachhaltig mit dem Wesen der Identität und der Unverlässlichkeit der romantischen Liebe auseinandersetzt.“ The New York Times Book Review
Der New Yorker Psychiater Leo Liebenstein hat den dringenden Verdacht, dass die Frau, die soeben fröhlich plaudernd zur Wohnungstür hereinspaziert, nicht die seine ist, sondern eine Doppelgängerin. Aus ersten Zweifeln wird schnell eine Obsession, die Leo völlig aus der Bahn wirft und ihn auf eine byzantinische Reise verschlägt – hat er doch Grund anzunehmen, seine richtige Frau sei der Verschwörung einer internationalen Wetter-Mafia zum Opfer gefallen, die in Feuerland ihr Unwesen treibt … Rivka Galchens außergewöhnlicher Roman war in den USA einer der größten Erstlingserfolge der vergangenen Jahre. Reisen Sie mit ihr in die Tiefen der menschlichen Seele und die Abgründe der Liebe!

Gewalten. Ein Tagebuch von Clemens Meyer

Kurzbeschreibung
Clemens Meyer schreibt ein Tagebuch über die Gewalten unserer Zeit: die Wirtschaft stürzt, der beste Freund liegt im Hospiz, Jubel beim Pferderennen.
Mit Witz, Lust und Wut schreibt er über das Leben. Über das Ende der Träume und den Fall der Aufsteiger: Krisen, Tod, Krankheiten, das Wetter, Terror, Pandemie, Weltkriege. Er setzt sich aus und erzählt von der Welt, durch die wir täglich gehen. Von ihrer Roheit, Unheimlichkeit und Schönheit. Die psychiatrische Notaufnahme wird zur Endstation einer heillosen Nacht. Am eigenen Schreibtisch tobt der Kampf mit dem nächsten Roman. Aufbrausend und lakonisch, schelmisch und unmissverständlich berichtet Clemens Meyer ein Jahr lang aus unserer Gegenwart.

Die schönsten Liebesgeschichten von Anton Tschechow

Kurzbeschreibung
Die Erzählung von einem ungleichen Paar, das bereit ist, für die Liebe allen gesellschaftlichen Zwängen zu widerstehen, leitet diesen Band ein. Er versammelt die schönsten Liebesgeschichten aus Tschechows Werk.
Anton Pawlowitsch Tschechow, geboren 1860, gestorben 1904, war ein russischer Schriftsteller, Novellist und Dramatiker. Er entstammte einer kleinbürgerlichen südrussischen Familie und war Arzt von Beruf, betrieb Medizin jedoch fast ausschließlich ehrenamtlich. Gleichzeitig schrieb und publizierte er zwischen 1880 und 1903 insgesamt über 600 literarische Werke. International ist Tschechow vor allem als Dramatiker durch seine Theaterstücke wie Drei Schwestern, Die Möwe oder Der Kirschgarten bekannt. Mit der für ihn typischen, wertneutralen und zurückhaltenden Art, Aspekte aus dem Leben und der Denkweise der Menschen in der russischen Provinz darzustellen, gilt Tschechow als einer der bedeutendsten Autoren der russischen Literatur.

Ijoma Mangolds „3 Bücher in 3 Minuten“:

Menetekel. 3000 Jahre Untergang des Abendlandes von Gerhard Henschel

Kurzbeschreibung
Soviel ergötzliches Unglück war nie: Eine Parade der Unheilsverkünder aus 3000 Jahren
Nach allem, was wir von unseren Vorfahren wissen, sind die Klagen über den Verfall der guten Sitten so alt wie die Menschheit oder doch mindestens so alt wie die frühesten Zeugnisse unserer Schriftkultur. Und häufig waren sich die Herren der Apokalypse schnell einig darüber, wer am Niedergang aller Werte eigentlich Schuld hat: die Frauen, besser gesagt: das Weib, das sinnliche. Im zweiten Jahrhundert malte sich ein christlicher Schwarzmaler die Hölle aus: Dort würden „Weiber an ihren Flechten über jenem aufsiedenden Koth aufgehängt; das waren die, welche sich zum Ehebruch geschmückt hatten; die aber, die sich mit dem Miasma des Ehebruchs jener Weiber befleckt hatten, waren an den Füßen aufgehängt und hatten die Köpfe in jenem Koth …“ Das Muster der Verführung durch die weibliche Sinnlichkeit ist so durchgängig wie die Flucht davor: die lustfeindlichen Endzeitpropheten des Mittelalters rückten den christianisierten Sündern mit grausamen Unheilsvisionen zu Leibe. Im Zeitalter der Aufklärung meldeten sich Gegenaufklärer zu Wort, die mit der Anerkennung des Rechts auf eine freie Entfaltung der Persönlichkeit jedes einzelnen Menschen gleich den Fortbestand der Menschheit gefährdet sahen. Auch danach sind die Völker des Abendlands noch von unzähligen Mahnern und Warnern zu den Waffen gerufen worden und oft genug Propheten gefolgt, die ihnen einreden wollten, dass es redlicher und Gott wohlgefälliger sei, einen Massenmord zu begehen als einen Seitensprung. In seinem Buch nimmt der „Zivilist“ Gerhard Henschel eine Parade der Unheilsverkünder ab, von den Kirchenvätern über die Frühhumanisten und den Poeten der Befreiungskriege bis hin zu Osama bin Laden, und er rät zur Gelassenheit im Umgang mit allen Apokalyptikern. „Ich weiß wohl, dass jeder denkende Mensch seine Zeit für die allererbärmlichste hält: aber ich muss gestehen, dass ich von der Illusion nicht frei bin.“ Arthur Schopenhauer

Terra Islamica: Auf der Suche nach der Welt meines Vaters von Aatish Taseer

Kurzbeschreibung
Eine Reise in die islamische Welt unserer Gegenwart
Auf der Suche nach der unbekannten Welt seines muslimischen Vaters reist Aatish Taseer durch eine fremdartige „Terra Islamica“. Seine Reise führt ihn von Istanbul über Mekka nach Pakistan. Am Ende, im pakistanischen Lahore, begegnet er dem Vater selbst, einem mächtigen Politiker und Medienzar …
Spannender, geistreicher und überraschender ist man selten über den aktuellen Islam informiert worden.
Aatish Taseer ist mit seinem Buch – einer Mischung aus Reportage und persönlicher Erinnerung – ein bemerkenswertes Debüt gelungen, das in acht Sprachen zugleich erscheint und wochenlang die indische Bestsellerliste anführte. Aufgewachsen bei seiner nicht-muslimischen Mutter in Indien und dann vor allem in London und den USA sozialisiert, macht sich Aatish Taseer eines Tages auf den Weg, um die unbekannte Welt seines muslimischen Vaters und damit einen Teil seiner Ursprünge zu erkunden. Sein Bericht von dieser Reise ist auf meisterhafte Weise mit Episoden aus der Geschichte seiner indischen Familie verflochten. Die Reise wird für Aatish Taseer zunehmend zur Suche nach seiner Identität und kulminiert in der Begegnung mit seinem Vater in Pakistan, für den der Islam, wie sich herausstellt, weniger eine Frage des Glaubens als ein politischer und kultureller Machtfaktor ist.

Anna Karenina von Lew Tolstoi

Kurzbeschreibung
Anna Karenina ist die einfache Geschichte einer Dame der hohen russischen Gesellschaft, die an einen ungeliebten Mann verheiratet ist, sich in einen andern verliebt, ihren Gatten verlässt und sich schließlich, den vielerlei Konflikten ihrer Lage nicht mehr gewachsen, unter die Räder eines Zuges wirft.
Maupassant hätte daraus eine Studie von zwanzig Seiten gemacht, Altenberg eine Skizze von zwei Seiten. Tolstoi hat dreizehnhundert Seiten darüber geschrieben, und man hat den Eindruck, er hätte auch das Doppelte und Dreifache schreiben können. Es gibt Schilderer, die die Breite absolut nicht vertragen und sofort langweilig werden, wenn sie sich nur ein bisschen expandieren, und es gibt Seelenmaler, die überhaupt erst bei der Breite anfangen. Unter diese gehört Tolstoi. Er ist gar nicht geschwätzig, er sagt niemals etwas Entbehrliches, und er wiederholt sich nur dort, wo es ein Mangel an Realistik wäre, sich nicht zu wiederholen.Leo Tolstoi (1828-1910) entstammte einem alten russischen Adelsgeschlecht. Nach ausgedehnten Reisen durch Europa zog er sich auf sein Familiengut zurück und schrieb dort seine großen Werke. Unter dem Eindruck Rousseauscher Ideen verurteilte er Kultur und Zivilisation als das natürlich Menschentum verfälschende Elemente. Werke u.a.: „Krieg und Frieden“, „Anna Karenina“, „Die Kreuzersonate“, „Meine Beichte“.

Weitere Titel:

Verstand und Gefühl von Jane Austen – Hörbuch, gelesen von Eva Mattes

Kurzbeschreibung
Elinor und Marianne Dashwood sind so verschieden, wie zwei Schwestern nur sein können: während die eine diszipliniert und vernünftig ist, handelt die andere emotional und impulsiv. Dennoch verbindet beide das scheinbar ausweglose Schicksal, sich im England des 18. Jahrhunderts den gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen und auf ihre große Liebe verzichten zu müssen …Jane Austen, weltweit geschätzt für ihre erzählerische Brillanz und souveräne Menschenkenntnis, verbindet auch in diesem Roman auf eindrucksvolle Weise realistische Beschreibungen ihrer Zeit mit der detaillierten Darstellung der Gefühlswelten der beiden Hauptfiguren.

Der Jesus vom Sexshop. Stories von unterwegs von Helge Timmerberg

Kurzbeschreibung
„Adrenalin ist an und für sich nicht bösartig, sondern ein befreundetes Hormon. Es macht wach und putzmunter, denn es rast wie Rasierklingen durchs Blut und tut den Nerven gut, tausendmal besser als Kokain. Adrenalin ist der letzte Joker des Lebens. Und ist dieses auch ein durchgehend verschlafenes gewesen, egal, im Angesicht des Todes verschafft es Mega-Aufmerksamkeit für die Situation. Es gibt Adrenalin-Klassiker wie den Schatten eines Schlachtermessers hinter dem transparenten Duschvorhang, oder wenn man durch ein Flugzeugfenster schaut, und die Turbine brennt. Adrenalin auch, wenn im Hals der Apfel klemmt oder ein hungriger Wolf seine Lieder singt. Ein hungriger Wolf? Mir schien, es waren mehrere…“
„Dieser Reiseschriftsteller reiht sich ein unter die Großen des letzten Jahrhunderts wie Bruce Chatwin, Paul Theroux oder Hunter S. Thompson.“ (Bayern 2)
„Ein absolutes Muß … Man liest, lacht, träumt.“ (Der Spiegel über Shiva Moon)
„In meiner Generation der beste Schreiber Deutschlands.“ (Sibylle Berg)

Zum Schluss noch ein TV-Tipp vom ZDF:

Am 2. Juni wird der „Ur-Vorleser“ und Mitbegründer des „Literarischen Quartetts“ im ZDF Marcel Reich-Ranicki 90 Jahre alt. Zu diesem besonderen Ereignis wiederholt das ZDF die ausführliche und hochgelobte Dokumentation „Ich, Reich-Ranicki“ am 1. Juni um 01.20 Uhr im ZDF und am 2. Juni um 22.25 Uhr in 3sat.

Die nächsten Sendung der Vorleser wird am Freitag, den 17. September 2010, um 23.00 Uhr, zu sehen sein.

Quelle: Die Vorleser im ZDF

Am 05.02.2010 hat das ZDF um 23 Uhr zum fünften Mal die Sendung Die Vorleser im Programm.

Amelie Fried und Ijoma Mangold haben eine beeindruckende Buchauswahl getroffen. Die Sendung verspricht absolut spannend zu werden.

Der Schauspieler, Produzent, Drehbuchautor und Kinoregisseur Detlev W. Buck ist diesmal zu Gast. Buck wurde 1962 im schleswig-holsteinischen Bad Segeberg geboren und machte zunächst, nach Abitur und Zivildienst, eine Lehre als Landwirt. Danach studierte er an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Für seinen jüngsten Film „Same same but different“ erhielt der Regisseur 2009 in Locarno den Kritikerpreis „Piazza Grande Award“. In der Sendung stellt Detlev W. Buck die Autobiografie der gefeierten Konzertpianistin Zhu Xiao-Mei vor. In deutschen Kinos läuft der Film ab Mitte Januar 2010. Der Musikerin war während der chinesischen Kulturrevolution das Musizieren verboten worden – wodurch ihre Karriere fast beendet war bevor sie überhaupt begonnen hatte.

Bücherliste der Vorleser am 05.02.10:

Axolotl RoadkillAxolotl Roadkill von Helene Hegemann
Kurzbeschreibung

‚Schreckliche Leben sind der größte Glücksfall‘, schreibt die 16jährige Mifti in ihr Tagebuch. Seit dem Tod ihrer Mutter lebt sie in Berlin, und als ‚pseudo-belastungsgestörtes‘ Problemkind durchläuft sie nach ‚Jahren der Duldungsstarre‘ gerade eine extrem negative Entwicklung.
Obwohl intelligent und gut situiert, nimmt sie Drogen, verweigert die Schule und hat sogar Argumente dafür. Anstatt sich an Konventionen abzuarbeiten hinterfragt und analysiert sie nämlich permanent die gesellschaftliche Situation, in der sie sich befindet. Sie wohnt bei ihren wohlstandsverwahrlosten Halbgeschwistern und ihr Vater steckt noch immer in seiner frühkindlichen Allmachtsphase. Freiheit und Selbstzerstörung fallen zusammen und Mifti entlarvt in ihren von Wahn und Genie geprägten Zwischenwelten Sprache, Lebensentwürfe und Vorgegebenheiten der Erwachsenen. Sie kokettiert mit ihrer Kaputtheit und sucht im ‚allgemeinen Dahinschimmeln‘ nach einem Zugriff auf ihr eigenes Leben.
Der siebzehnjährigen Helene Hegemann ist ein sprachmächtiges, kluges Debüt über einen Zustand gelungen, in dem Traum, Alptraum und knallharte Realität nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind.

Die LeinwandDie Leinwand von Benjamin Stein
Kurzbeschreibung
Ein Spiegelkabinett mit zwei Eingängen: Hinter beiden Buchdeckeln beginnt je eine Geschichte. Genau in der Mitte kommt es zur Konfrontation, treffen die beiden Erzähler, Amnon Zichroni und Jan Wechsler, aufeinander. Amnon Zichroni besitzt die Fähigkeit, Erinnerungen anderer Menschen nachzuerleben. Geboren in Jerusalem und streng jüdisch erzogen, studiert er in den USA und lässt sich in Zürich als Analytiker nieder. Dort begegnet er dem Geigenbauer Minsky, den er ermuntert, seine traumatische Kindheit in einem NS-Vernichtungslager schreibend zu verarbeiten. Beider Existenz steht auf dem Spiel, als der Journalist Jan Wechsler behauptet, das Minsky-Buch sei reine Fiktion …
Zehn Jahre später wird eben diesem Jan Wechsler ein Koffer zugestellt, der ihm bei einer Reise nach Israel verloren gegangen sein soll – doch Wechsler kann sich an den Koffer nicht erinnern. Auf den Spuren fragwürdig gewordener Erinnerungen reist er nach Israel und gerät in ein Verhör. Tatsächlich, stellt sich heraus, ist er schon einmal dort gewesen, und sein damaliger Gastgeber, Amnon Zichroni, gilt seither als vermisst. Ein faszinierender, spannender Roman über die Unzuverlässigkeit unserer Erinnerungen und das Ringen um Identität.

Von Mao zu BachVon Mao zu Bach: Wie ich die Kulturrevolution überlebte von Xiao-Mei Zhu
Kurzbeschreibung
Peking 1966: Dem musikalischen Wunderkind Zhu Xiao-Mei wird eine große Karriere als Konzertpianistin vorausgesagt. Doch noch während Xiao-Mei am Konservatorium studiert, bricht die Kulturrevolution aus. Die weltoffene und kulturbeflissene Familie Zhu gilt plötzlich als »bourgeois«, was in Maos neuem China dekadent, gefährlich, konterrevolutionär bedeutet. Fassungslos erlebt das junge Mädchen, wie Noten verbrannt, wie ihre Lehrer öffentlich gedemütigt, ja hingerichtet werden. Kein Schüler kann sich dem Zwang zur Denunziation und permanenten Selbstkritik entziehen. Lang lebe der Vorsitzende Mao! Wie alle ihre Mitschüler und Angehörigen wird auch Xiao-Mei in ein Arbeitslager verschickt, verbringt fünf Jahre unvorstellbarer Entbehrungen in einem Niemandsland am Rande der Mongolei. Nach Jahren ohne Musik entdeckt sie im Lager ein altes Akkordeon, schlägt zögernd ein paar Tasten an. Eine Melodie steigt auf, und mit ihr die Hoffnung auf ein anderes Leben. Nun hält sie nichts mehr auf: Sie beschafft sich ein Klavier, übt wie eine Besessene, flieht aus dem Lager nach Peking, gelangt nach Isaac Sterns Chinatournee schließlich ins Ausland. Zehn Jahre wird ihre abenteuerliche Odyssee über Hongkong, Los Angeles und Boston dauern, bis sie in Paris endlich zur international gefeierten Pianistin und Bach-Interpretin wird. »Man legt die Autobiografie der Pianistin Zhu Xiao-Mei nicht mehr aus der Hand. Dieser langsame Abstieg in die Hölle des chinesischen Kommunismus und die schwierige Rückkehr an die Luft der Freiheit ziehen den Leser unwiderstehlich in Bann.« Le Nouvel Observateur.

Das Haus der fünf SinneDas Haus der fünf Sinne von Nadeem Aslam
Kurzbeschreibung
Ein Roman von unerfüllter Liebe und zerstörter Leidenschaft vor dem Hintergrund eines politischen Dramas unserer Zeit.Eine verwunschene, aufgegebene Parfümmanufaktur im Schatten der Bora-Bora-Berge Afghanistans: An die hohen Decken der Wohnräume sind Bücher genagelt, im Keller leuchtet golden ein riesiger Buddhakopf. Hier lebt Marcus Caldwell, ein englischer Witwer, dessen afghanische Frau von den Taliban gesteinigt wurde. Und hierher kommt Lara, eine Russin auf der Suche nach ihrem vermissten Bruder. Einst hat er Marcus‘ Tochter Zameen geliebt. Doch auch Zameen ist tot – ein Opfer der Zeit, in die sie hineingeboren wurde…
In den folgenden Tagen finden sich weitere Versprengte im Haus ein: ein amerikanischer Juwelenhändler; ein junger afghanischer Zelot mit Träumen von Bomben und Blut; ein Angehöriger der US Special Forces, die in den Bergen nach Osama bin Laden suchen. In hypnotischer, leuchtender Prosa verfolgt Aslam die verschlungenen, einander überraschend berührenden Wege dieser Figuren und zeigt die Bande von Liebe und Verzweiflung, Schmerz und Erlösung, Wahnsinn und Erkenntnis, die sie knüpfen.

Der BriefwechselDer Briefwechsel Thomas Bernhard – Siegfried Unseld von Thomas Bernhard und Siegfried Unseld
Kurzbeschreibung
30 Jahre alt, ohne Resonanz auf seine bis dahin veröffentlichten drei Gedichtbände, vom eigenen überragenden schriftstellerischen Können allerdings überzeugt, schreibt Thomas Bernhard im Oktober 1961 an Siegfried Unseld: „Vor ein paar Tagen habe ich an Ihren Verlag ein Prosamanuskript geschickt. Ich kenne Sie nicht, nur ein paar Leute, die Sie kennen. Aber ich gehe den Alleingang.“
Obwohl der Suhrkamp Verlag das Manuskript ablehnte, gingen der Alleingänger und der Verleger seit dem Erscheinen von Bernhards erstem Roman „Frost“ 1963 gemeinsam den Weg, der den Autor in die Weltliteratur führte.
In den etwa 500 Briefen zwischen beiden entwickelt sich ein einzigartiges Zwei-Personen-Schauspiel: Mal ist es eine Tragödie, wenn etwa Bernhard die aus seinen Werken bekannten Schimpftiraden auf den Verleger losläßt, der seinerseits auf die Überzeugungskraft des Arguments setzt. Dann gibt Bernhard ein Kammerspiel mit Unseld als Held – 1973 schreibt er ihm: „mit grösster Aufmerksamkeit, mit allen Möglichkeiten, gehe ich gern mit Ihnen.“ 1984 agieren beide, bei der Beschlagnahme von „Holzfällen“, als Kämpfer für die Literatur in einem von Dritten inszenierten Schurkenstück.
Es dominiert das Beziehungsdrama: Der Autor stellt die für sein Werk und seine Person unabdingbaren Forderungen. Der Verleger seinerseits weiß, daß gerade bei Bernhard rücksichtslose Selbstbezogenheit notwendige Voraussetzung der Produktivität ist.
Solch einen dramatischen Briefwechsel zwischen Autor und Verleger, in dem bei jeder Zeile alles auf dem Spiel steht, kennt das Publikum bislang nicht.

TitanicTitanic – das endgültige Satirebuch: Das Erstbeste aus 30 Jahren von Peter Knorr
Kurzbeschreibung
Das endgültige Satirebuch: 30 Jahre TITANIC, «die verbotenste Zeitschrift Deutschlands» (Der Spiegel)Sie machte Kohl zur «Birne», legte Björn Engholm in die Barschel-Wanne und lockte mit einem schäbigen Fresskorb die Fußball-WM 2006 ins Land die «Titanic» kennt kein Pardon. Mit legendären Karikaturen, kultigen Kolumnen, spektakulären Aktionen, vorbildlich geschmacklosen Scherzen und vor allem verlässlich schrägen Titelbildern («Zonen-Gaby im Glück: Meine erste Banane» oder «Wiedervereinigung ungültig Kohl war gedopt») ist die Zeitschrift zum populärsten und zugleich verbotensten Satireblatt Deutschlands geworden. Hier hat sich die Elite der bundesdeutschen Zeichner und Satiriker versammelt: Robert Gernhardt, F.K. Waechter, Hans Traxler, Chlodwig Poth, F.W. Bernstein, Eckhard Henscheid, Bernd Pfarr, Max Goldt und viele mehr. Im Oktober 2009 wird «das endgültige Satiremagazin» dreißig Jahre alt. Da darf ein Buch nicht fehlen, das die schönsten Momente und Beiträge aus dieser Zeit festhält: den Buntstiftlutscher bei «Wetten, dass ..?» ebenso wie den «Genschman» oder die «PARTEI», die die Mauer wieder aufbauen will. Der opulent aufgemachte Band versammelt nicht nur die besten Geschichten, Cartoons und Fotowitze, sondern auch zahlreiche unveröffentlichte Originalbeiträge ein Muss für alle Fans von intelligenter Satire.

Der Assistent der SterneDer Assistent der Sterne von Linus Reichlin
Kurzbeschreibung
Es gibt kein Schicksal.
Aber du kannst ihm nicht entrinnen. In seinem zweiten Buch sprengt der Krimipreisträger 2009 erneut die Genre-Grenzen! Hannes Jensen, ehemaliger Inspecteur der Polizei von Brügge,
hat einen fatalen Fehler gemacht: Während eines Seminars in Island schläft er mit einer Frau, die er kaum kennt. Als er nach Brügge zurückkehrt, zu Annick, die er liebt, trägt er am
Hals noch die Spuren jener Nacht in Island: Die Frau hat ihn gebissen, und dieser Liebesbiss entzündet sich. Jensen versucht, ihn mit einem Kaschmirschal zu verdecken. Annick
den Fehltritt zu gestehen, hält er für schädlich: Es würde nur ihre Beziehung gefährden, die ohnehin auf wackligen Füßen steht. Außerdem hat Annick im Augenblick andere Probleme, in die sie Jensen nach seiner Rückkehr einweiht: Ihrer besten Freundin geht es nicht gut. Ein Féticheur, ein afrikanischer Wahrsager, hat ihr prophezeit, dass ihre einzige Tochter von einem Mann getötet werden wird, der ein Mal am Hals trägt. Jensen, als leidenschaftlicher Hobby-Physiker, glaubt nicht ans Schicksal. Seiner Meinung nach ist das Leben eine Abfolge von Zufällen, nichts ist vorbestimmt. Aber die Ereignisse der nächsten Tage lassen ihn an seinem Weltbild zweifeln. Es scheint, als bekomme der Féticheur mit seiner Prophezeiung recht. Je mehr sich Jensen gegen die schicksalhaften Verstrickungen wehrt, in die er gerät, desto weniger kann er ihnen entf liehen. Ein Roman über Schicksal und Zufall, über Liebe und Betrug spannend bis zum Schluss.

Kochen ist KriegKochen ist Krieg!: Am Herd mit deutschen Profiköchen von Gregor Weber
Kurzbeschreibung
Ein Koch begibt sich auf Wanderschaft und kocht in deutschen Dorfgasthäusern und Sternerestaurants, Fußgängerzonenpizzerien, Betriebskantinen und beim Bundespräsidenten. Er dreht alle Töpfe um und berichtet, was Köchinnen und Köche dort leisten oder auch verbrechen: Es ist heiß in der Küche, sehr heiß. Gregor Weber, der in Kolja Kleebergs »VAU« zum Koch ausgebildet wurde, macht sich auf die Suche nach der Liebe zum Essen und der Essenz des Kochhandwerks in Deutschland. Der ungeheure Kochboom hat den Berufsstand ins Licht der Öffentlichkeit gestellt wie kaum einen anderen, doch davon, wie es tatsächlich am Herd zugeht, haben die meisten keine Vorstellung. Und den Dienst am Bauch kann man sehr unterschiedlich verstehen: Es gibt Köche, die haben schon in Hongkong und Dubai gekocht und andere, die seit zwanzig Jahren keinen Fisch mehr in der Hand hatten, der nicht tiefgekühlt war. Die einen arbeiten zwei Tage an der Herstellung einer Kalbssauce, die anderen schütten 1,5 Kilo Pulver auf achtzig Liter kochendes Wasser und rühren das Ganze zweimal um.

LyrikstimmenLyrikstimmen: Die Bibliothek der Poeten. 122 Autorinnen und Autoren. 420 Gedichte. 100 Jahre Lyrik im Originalton von Christiane Collorio, Peter Hamm, Harald Hartung, und Michael Krüger von Der HOER Verlag DHV
Kurzbeschreibung
Diese Anthologie ist eine Sammlung von Originaltönen deutschsprachiger Dichter, die es in dieser Dimension noch nie gab. Sie ermöglicht Einmaliges: hineinzuhören in die ersten Tonaufnahmen des letzten Jahrhunderts, in seltene Lesungen, bis in die Gegenwart. Beginnend bei Hofmannsthal, Zweig und Schwitters und endend bei Grünbein, Lentz und Seiler entstand in fünfjähriger Recherche ein Standardwerk der deutschsprachigen Literatur. O-Töne

Quelle: Die Vorleser, ZDF

„Die Vorleser“ Amelie Fried und Ijoma Mangold geben den Zuschauern in der Premiere der neuen Literatursendung am 10. Juli um 22.30 Uhr im ZDF vielfältige Buchtipps für einen lektürestarken Sommer – belletristische Werke stehen im Mittelpunkt, aber auch Sachbücher und Jugendliteratur sind im Gespräch.

Jede Sendung wird ein besonderes Thema haben, dazu werden Romane, Erzählungen und Sachbücher vorgestellt, von bekannten und noch zu entdeckenden Autoren. Die beiden Gastgeber der neuen Literatursendung sprechen in ihrer Auftaktsendung aus dem ehemaligen Hauptzollamt des Hamburger Hafens mit einem prominenten Gast über aktuelle Bücher, die das Leben bereichern. Wer der Gast der ersten Sendung sein wird, ist noch nicht bekannt.

Unter dem Titel „Macht interessiert mich überhaupt nicht“ hat stern.de ein ausführliches Interview mit Amelie Fried über Kritik, Kritiker und ihre eigene Nachfolgerin Charlotte Roche online gestellt. Auf die Frage nach der Aufgabenteilung in der neuen Literatursendung zwischen ihr und Ijoma Mangold antwortete Amelie Fried folgendes:

„Auf den ersten Blick sieht es ja so aus, als wäre Ijoma Mangold für die ernsthafte Literaturkritik zuständig und ich eher für das Leichte. Das ist eine verführerische Vorstellung – aber so einfach ist das nicht. Weder ist er elitär noch bin ich nicht in der Lage, Literatur zu beurteilen. Das wird sich mischen. Trotzdem sind die verschiedenen Sichtweisen natürlich interessant: Er ist jung, ein Mann, ein Literaturkritiker, ich bin älter, eine Frau, Autorin. Da wird es auch schon mal zu unterschiedlichen Meinungen kommen.“

Viel Erfolg!

Lange hat es gedauert, denn eigentlich sollte die neue Literatursendung im ZDF mit Amelie Fried und Ijoma Mangold schon im Mai starten.

Wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtet, wird die erste Sendung am Freitag, den 10. Juli um 22.30 Uhr, unter dem Titel Die Vorleser ausgestrahlt.

Elke Heidenreichs „Erbe“ der Sendung Lesen! im ZDF soll sechs- bis achtmal im Jahr am Freitagabend den Kulturplatz im ZDF einnehmen. Gedreht wird im Hamburger Hafen, der für Ambiente im Stil städtischen Kulturmilieus sorgen soll. Amelie Fried und Ijoma Mangold treffen dort ihren jeweiligen Gast.

Und wer die „Vielleserin“ Elke Heidenreich weiterhin vermisst, kann ihre Buchbesprechungen jetzt wöchentlich auf litCOLONY.de im Internet sehen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Wie die Süddeutsche heute berichtet, werden die Moderatorin Amelie Fried und der Jouranlist Ijoma Mangold das neue Literaturmagazin des ZDF präsentieren.
Der öffentlich-rechtliche Sender bestätigte beide Personalien am Montag dieser Woche, Fried und Mangold waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Noch im Mai will das ZDF mit dem Nachfolger von „Lesen!“ ins Programm. Wie bisher wird die neue, zunächst 30-minütige Sendung offenbar sechs- bis achtmal im Jahr am Freitagabend statt des Kulturmagazins „Aspekte“ um 22.30 Uhr ausgestrahlt. Einen Titel gibt es derzeit nicht. Mit Gästen aus dem Literaturbetrieb sollen Mangold und Fried vor kleiner Studiokulisse mit Publikum über Bücher diskutieren und Empfehlung wie Kritik aussprechen.

Amelie Fried, 50, ist seit 1998 gemeinsam mit dem Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit, Giovanni di Lorenzo, Gastgeber der Talkshow „3 nach 9“ von Radio Bremen. Die Tochter eines Publizisten und Verlegers aus Ulm studierte Theaterwissenschaft, später besuchte sie die Hochschule für Fernsehen und Film in München und schloss in den Fächern Fernsehpublizistik und Dokumentarfilm ab. 1984 begann sie mit TV-Moderationen, zunächst bei „Live aus dem Alabama“, der so erfolgreichen ehemaligen Jugendsendung des Bayerischen Rundfunks. Schon damals war di Lorenzo ihr Kollege, auch Günther Jauch und Sandra Maischberger sammelten bei „Live aus dem Alabama“ erste Talkshow-Erfahrung.

1987 übernahm Fried die ZDF-Talkshow „Live aus der Alten Oper in Frankfurt“. Anfang der neunziger Jahre sah man sie dann bei RTL als Vertretung von Günther Jauch bei „Stern TV“. Sie hatte zu dieser Zeit bereits den Adolf-Grimme-Preis gewonnen und begann, Kinderbücher zu verfassen. 1996 erschien ihr erster Roman, „Traumfrau mit Nebenwirkungen“, der später wie vier andere Bücher für das ZDF, die ARD und Sat 1 verfilmt wurden.

ZDF-intern hat wohl Frieds starke berufliche Bindung an die Literatur eine große Rolle gespielt neben ihrer TV-Erfahrung. Ihre Berufung ist daher nicht überraschend, die von Mangold allerdings schon.

Der 37-Jährige ist Jurymitglied des Ingeborg-Bachmann-Preises, er hat für 2009 eine Gastprofessur für Literaturkritik in Göttingen und war seit 2001 Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Von April an – nach einer kurzen Einarbeitung – soll er Stellvertreter des von Florian Illies und Jens Jessen verantworteten neuen Feuilletons der Zeit werden, in dem die bisherigen Teile Literatur und Feuilleton zusammenfließen.

Mangold arbeitet also mit der langjährigen ARD-Talkshow-Partnerin seines Chefredakteurs fürs ZDF. Amelie Fried wird erst einmal weiter mit di Lorenzo bei „3 nach 9“ Gespräche führen, die nächsten schon an diesem Freitagabend. Es wird, sofern sie sich mit dem neuen Literaturformat durchsetzt, der Anfang vom Abschied aus Bremen.

Quellen: Süddeutsche Zeitung