Die Autorin und Literaturkritikerin Elke Heidenreich (67), die jahrelang mit „Lesen! im ZDF“ erfolgreich war, würde gern wieder eine Literatursendung für den Sender machen, sagte sie in einem Interview mit der Bunten.

Auf die Frage, ob sie Genugtuung darüber empfinde, dass die Nachfolgesendung „Die Vorleser“ beim ZDF abgesetzt wurde, antwortete Elke Heidenreich folgendes:

Die Quotenschielerei beim öffentlich-rechtlichen TV finde ich falsch. Aber die „Vorleser“ sind zu Recht abgesetzt worden.“ Die Zuschauer würden verwirrt, wenn sich zwei Moderatoren über Literatur unterhielten. „Da muss einer sein, der dezidiert Tipps gibt. Ich bin davon überzeugt, dass ich das besser kann, und finde, mehr als drei Jahre nach meinem Rauswurf könnte man mich ruhig mal wieder fragen.“

Ich persönlich finde auch, dass Elke Heidenreich ihre Sendung „Lesen! im ZDF“ interessanter, leidenschaftlicher, spannender moderiert hat als das sehr sympathische aber etwas farblose Duo Amelie Fried und Ijoma Mangold. Am liebsten wäre mir ein neues literarisches Quartett; vielleicht mit Marcel Reich-Ranicki, Elke Heidenreich, Iris Radisch und Ruth Klüger. 😉 Die Einschaltquoten bei so einer Traumbesetzung wären bestimmt gigantisch.

Quelle: Bunte.de

Lesen!

In den Monaten Januar, Februar und März 2009 widmete sich Elke Heidenreich in der Kölner Kneipe Backes noch einzelnen Gästen und präsentierte ihre Buchempfehlungen auf litCOLONY.de monatlich. Ab April 2009 änderte sich das Internet-Format Lesen! erneut, und Elke Heidenreich präsentierte danach wöchentlich jeweils ein Buch.

Wie jetzt bekannt wurde, will die Literaturkritikerin und Autorin zum Jahresende ganz aufhören. Dem Bayerischen Rundfunk sagte sie, sie müsse „mal ein Pause machen mit diesem Marathon-Lesen“. Offenbar war es ihr nicht gelungen die Zuschauer ihrer Ende vergangenen Jahres abgesetzten Sendung Lesen! im ZDF ins Internet mitzunehmen. Das Netz sei einfach nicht jedermanns Ding, sagte sie.

Das ist wirklich sehr bedauerlich! Bevor ihre wertvollen Buchtipps gänzlich aus dem Netz verschwinden, nachfolgend die Buchempfehlungen von Elke Heidenreich aus diesem Jahr. Die kompletten Besprechungen sind jeweils auf litCOLONY.de abrufbar.

Zeit der Asche29.04.2009
Zeit der Asche von Jorge Volpi
Das ist das klügste Buch, das ich seit langem gelesen habe, und da fragt sich ja sofort: kann oder muss ein Buch klug sein? Ach was, es muss gut geschrieben sein, eine gute Geschichte erzählen, es muss uns unterhalten, und wenn wir dabei auch noch klüger werden, kann das doch wohl nicht schaden.“ Elke Heidenreich

Schrumpft die BRD07.05.2009
Schrumpft die BRD von Michael Rudolf und Jürgen Roth
Gibt es in Hessen essbare Nahrungsmittel? Kann man das Saarland an Frankreich zurückgeben? Ist NRW noch tragbar? 16 Bundesländer gibt es in Deutschland. Brauchen wir die alle? Wollen wir die alle? In ihrem zweiten Buch der Woche freut sich Elke Heidenreich über den bitterbösen Bundesländer-Test „Schrumpft die BRD“ von Michael Rudolf und Jürgen Roth.

Eine exclusive Liebe14.05.2009
Eine exklusive Liebe von Johanna Adorján
Es ist eines der schönsten Bücher der letzten Jahre, warm, schwer und leicht zugleich, klug, liebevoll – es würde verdienen, ein Riesenbestseller zu werden. Zwei Menschen, die miteinander alt geworden sind, beschließen, sich das Leben zu nehmen. Hand in Hand gehen Vera und István in den Tod, das konsequente Ende einer Liebe, die die ganze übrige Welt ausschloss.

Tod einer Untröstlichen20.05.2009
Tod einer Untröstlichen: Die letzten Tage der Susan Sontag von David Rieff
„Tod einer Untröstlichen. Die letzten Tage von Susan Sontag“ beschrieben von ihrem Sohn. Das ist alles andere als ein voyeuristischer Einblick in Intimes, da ist nichts peinlich und undezent. Da sitzt ein kluger Mann am Sterbebett einer klugen Frau und sieht, wie verzweifelt, untröstlich und ungläubig sie sich dagegen wehrt, daß es wirklich vorbei sein soll.

Die guten Geister28.05.2009
Die guten Geister: Sie dienten den Großen dieser Welt – Köchin, Butler, Sekretär von Dietmar Grieser
Ein liebenswertes Buch voller kleiner Geschichten aus dem Leben der großen Geister. Kein Klatsch und Tratsch, sondern eine leicht erzählte Dokumentation über die dienstbaren guten Geister von Künstlern, Politikern und Aristokraten.

So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein04.06.2009
So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein von Christoph Schlingensief
Nicht erst seit seiner Erkrankung an Lungenkrebs hat Christoph Schlingensief alles Private öffentlich gemacht. Er lässt uns alles wissen. Seine Schmerzen, seinen Husten, seine Verzweiflung, seinen Zorn – sofort hat er es umgesetzt in ein Theaterstück, das zugleich fasziniert und abschreckt, und in ein Buch, ein sehr privates, nun öffentliches Krankentagebuch.

Konzert für die linke Hand12.06.2009
Konzert für die linke Hand von Lea Singer
„Wenn man am Ende der fast 500 Seiten angekommen ist, ist man total enttäuscht, dass das Buch schon aus ist und würde so gern immer nur weiterlesen. Ein Stück Zeitgeschichte, eine rasante Familiengeschichte, ein fesselndes Schicksal. ‚Konzert für die linke Hand‘, Roman für alle leidenschaftlichen Leser!“

Wintergewölbe18.06.2009
Wintergewölbe von Anne Michaels
Vor zehn Jahren erstaunte uns das unglaublich intensive und kluge Buch einer bis dahin unbekannten Kanadierin: „Fluchtstücke“ von Anne Michaels. Jetzt hat sie wieder so einen erstaunlichen, großen Roman vorgelegt: „Wintergewölbe“. Es ist eine weitgespannte Liebes- und Lebensgeschichte und ein ganzes Stück Welt.

Liebst du mich25.06.2009
Liebst du mich von Luis Leante
Luis Leante hat Filmdrehbücher geschrieben, und das merkt man: sein Buch ist wie großes Hollywoodkino, eine ganz besondere Liebesgeschichte in beeindruckenden Bildern und mit wirklich intensiven Schilderungen der Wüste und der Menschen, die dort leben.
Ein Zufallsfund, für Sie gelesen. Das Buch wird Sie nicht enttäuschen.

Was mit Kate geschah02.07.2009
Was mit Kate geschah von Catherine O’Flynn
Der Debutroman von Catherine O’Flynn begeistert selbst Leser, die keine Krimi-Liebhaber sind. „Was mit Kate geschah“ ist Unterhaltungs-literatur vom Allerbesten. Mit mehreren Preisen ausgezeichnet, fesselt die britische Autorin jeden Leser bis zum Schluss. Diesen Krimi sollte man auf jeden Fall mit in den Urlaub nehmen.

Der letzte Bruder09.07.2009
Der letzte Bruder von Nathacha Appanah
Mauritius ist sowohl Geburtsstätte als auch Schauplatz des Romans von Nathacha Appanah. Das Buch erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen Raj und dem von Geheimnissen umgebenen David – zwei Kinder auf der Suche nach Geborgenheit und Glück.

Der Mann mit den goldenen Ohren16.07.2009
Der Mann mit den goldenen Ohren: Ein Italienroman von Herbert Rosendorfer
Der neue Roman von Herbert Rosendorfer, für den Axel Munthes weltberühmtes „Buch von San Michele“ Pate steht, erzählt mit viel Charme und hintersinniger Komik von einer italienischen Insel, die auf wundersame Weise und nur für kurze Zeit zum internationalen Jetset-Ziel avanciert. Unterhaltsam-scharfsinnig und mit leichter Hand zeichnet Herbert Rosendorfers Roman über eine fiktive Insel auch ein liebevolles und zugleich selbstironisches Bild deutscher Italiensehnsucht.

Krematorium23.07.2009
Krematorium von Rafael Chirbes
Rafael Chirbes erzählt in „Krematorium“ eine aus den Fugen geratene, von den Göttern verlassene Welt, in der keine Gewissheit mehr gilt, in der Werte, Wörter und Utopien leere Hülsen sind. Und doch ist dieser Roman ein Rettungsversuch: Aus der Erzählung der Widersprüche einer Gesellschaft, die sich ganz dem Konsum und dem Mammon verschrieben hat, wird schmerzhaft deutlich, was wir verloren haben.

Eine zufällige Begegnung30.07.2009
Eine zufällige Begegnung von Charles Chadwick
Charles Chadwicks Romanfigur Elsie ist schrecklich entstellt und dadurch sehr einsam. Dann trifft sie auf Stan, ebenfalls ein Außenseiter, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und der in der Freiheit von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Chadwick erzählt diese Outsider-Liebesgeschichte schnörkellos und direkt, ohne sie durch romantische Umwege und übertriebenes Mitgefühl unnötig zu strecken.

Clint Eastwood06.08.2009
Clint Eastwood
Großformatiger Bildband vom Henschel Verlag über den „charismatischen Meister mit den vielen Talenten“ (STERN). 160 überwiegend bisher unveröffentlichte Farb- und Schwarz-Weiß-Bilder. Mit einem biografischen Essay von Eastwoods Freund und Kollegen Peter Bogdanovich.

Die Kunst Chanel zu sein13.08.2009
Die Kunst, Chanel zu sein von Coco Chanel
Coco Chanel, die erste Unternehmerin, die mit Stil, Eleganz und eiserner Disziplin ein Weltimperium schuf, wusste, worauf es ankommt. Sie erfand das kleine Schwarze, schnitt alte Zöpfe ab und lebte vor, dass es großen Spaß macht, selbst Geld zu verdienen. Die Gespräche im vorliegenden Band wurden 1946 von Paul Morand während eines gemeinsamen Aufenthalts in der Schweiz aufgezeichnet; sie erschienen erstmals 1976 in Paris.

Das Mittelmeer20.08.2009
Das Mittelmeer: Eine stürmische Reise durch Zeiten und Kulturen von Baltasar Porcel
Das Mittelmeer ist das Meer unserer Sehnsüchte. Seit Jahrtausenden ist es aber auch die Bühne militärischer Kämpfe, zivilen Fortschritts, unterschiedlicher Religionen und Gesellschaftsformen. Baltasar Porcel öffnet unseren Blick für unbekannte Zusammenhänge in mediterranen Traditionen und Regionen und das in einer mitreißenden Sprache und einer üppig dargebotenen Fülle von kleinen und großen Geschichten, die dieses Buch so einzigartig und fesselnd machen.

Ou Topos27.08.2009
Ou Topos: Suche nach dem Ort, den es geben müsste von Heiner Geißler
Das Glück auf der Erde zu finden, ist der Wunsch der meisten Menschen. In seinem faszinierenden Buch, gestützt auf grundlegende Einsichten von Philosophie, Theologie und Geschichte und auf eigene Erfahrungen, beschreibt er seine Suche und die Suche anderer nach dem Glück auf der Straße des Lebens, erzählt, wovon Menschen träumen, und schildert die Chancen der Menschen für ein glücklicheres Leben.

Schau heimwärts, Engel03.09.2009
Schau heimwärts, Engel (Neuübersetzung 2009) von Thomas Wolfe
„Schau heimwärts, Engel“ ist eines der legendären Romanepen des 20. Jahrhunderts. Betörend durch die Unmittelbarkeit des Erzählten wie durch eine Sprachkunst, in der schonungsloser Realismus und lyrische Anmut Hand in Hand gehen, gilt es als stilbildend für die moderne amerikanische Erzähltradition bis hin zu Jonathan Franzen. Mit der kommentierten Neuübersetzung kann man Wolfes Meisterwerk nun in seiner ganzen jugendlichen Frische und Kraft wiederentdecken.

Cosimas Kinder10.09.2009
Cosimas Kinder: Triumph und Tragödie der Wagner-Dynastie von Oliver Hilmes
Oliver Hilmes entschlüsselt den Wagner-Kosmos, indem er die Nachkommen der schillernden Komponisten-Witwe porträtiert und ihren Kampf um die Macht auf dem Grünen Hügel in Bayreuth beschreibt. Eine Mutter, zwei Väter und fünf Kinder – die Familie Richard und Cosima Wagners ist ein Kosmos, rätselhaft und sagenumwoben. Ähnlich wie die Kinder Thomas Manns trugen die Sprösslinge dieses faszinierenden Paars schwer an der Last ihrer Herkunft.

Der Tod meiner Mutter17.09.2009
Der Tod meiner Mutter von Georg Diez
Der Autor Georg Diez schreibt vom Sterben seiner Mutter und von ihrem Leben, er schreibt auch von seinem eigenen Leben, in dem seine schwangere Frau gerade ihr erstes Kind erwartet- wie brutal das alles nebeneinander abläuft, Leben und Tod. Es ist ist ein kluges, total unsentimentales, fast kühles Buch, beeindruckend zu lesen und es ist Literatur- keine weitere Krebsgeschichte.

Die Ängstlichen23.09.2009
Die Ängstlichen von Peter Henning
„Es ist ein Familienroman, auf fast 500 Seiten passiert nichts anderes als das, was uns allen immerfort passiert: Lust und Frust, Mutter wird alt, der Gatte geht fremd, jemand wird krank, Lebenspläne scheitern, und das alles in der Weltmetropole Hanau, … in Hessen. Hier lebt nach dem frühen Tod ihres Mannes Mutter Johanna zusammen mit Janek, ihrem polnischen Liebhaber, und Janek ist Spieler, Zocker, verstrickt sich dermaßen in Schulden, dass er schließlich seinen Selbstmord vortäuscht und damit eine Tragödie auslöst.

Die Rolle meines Lebens01.10.2009
Die Rolle meines Lebens von Nicolas Fargues
Antoine ist Schauspieler und hat gerade durch den überraschenden Erfolg eines Films, in dem er eine Rolle spielt, eine gewisse Berühmtheit erlangt. Das ist die eine Geschichte, die eines eitlen kleinen Schauspielers in einer Welt, in der Medienruhm mehr zählt als er wirklich wert ist. Und die andere ist, viel ernster: er findet seine Rolle nicht, und zwar die in seinem eigenen Leben.

Schlaf08.10.2009
Schlaf von Haruki Murakami
Vor zwei Jahren erschien ein Band mit 8 Erzählungen von Haruki Murakami, der Band hieß „Der Elefant verschwindet“. Murakami ist der erfolgreichste, berühmteste japanische Erzähler der Gegenwart, er schreibt verstörende und irritierende Geschichten, die einen nie mehr loslassen, das ist ein Schriftsteller, dem man – wie ich- total verfallen kann. „Schlaf“ ist eine Geschichte aus „Der Elefant verschwindet“, auf kostbarem Papier gedruckt und mit vielen Bildern versehen.

Einsamkeit und Sex15.10.2009
Einsamkeit und Sex und Mitleid von Helmut Krausser
Bei diesem Roman von Helmut Krausser muß man eine ganze Weile lesen, ehe man merkt, daß das wirklich zu einem Roman zusammenwächst. Es treten unglaublich viele Personen auf, alle in derselben Gegend wohnend, treffen sich in den gleichen Kneipen, kennen sich aber nicht, lernen sich zum Teil kennen, und erst nach und nach überschneiden und erklären sich ihre Geschichten. Es dreht sich fast alles um Sex- wie, mit wem, warum, wie teuer, wie lange, was genau.

Winter in Maine22.10.2009
Winter in Maine von Gerard Donovan
Immer wieder schlägt man ein Buch auf, manchmal hochgelobte Bücher, und dann ist man enttäuscht und frustriert und verplempert seine Zeit mit nichtssagenden Geschichten. Und dann plötzlich gerät man an einen Autor, von dem man noch nie etwas gehört hat, und zack, das ist es. Das hier IST ES. „Winter in Maine“ von Gerard Donovan. Es ist ein Thriller, es geht um einen Serienmörder, und das Unfassbare und die große Kunst des Erzählers ist: man ertappt sich dabei, dass man immer auf Seiten des Mörders ist.

Der Tod ist ein Postmann mit Hut29.10.2009
Der Tod ist ein Postmann mit Hut von Martin von Arndt
Wer sendet ihm Monat für Monat anonym ein leeres Blatt Papier als Einschreibebrief? Und was will ihm der Absender damit sagen? Diese Fragen stellt sich der Gitarrist Julio und beschließt, den Briefen auf den Grund zu gehen. Es wird eine Reise, die ihn auf sich selbst zurückwirft, sein Leben ziemlich durcheinander schüttelt. Eine Engführung von Spannung und Rätselhaftigkeit, von kriminalistischem Plot und existentiellem Verlorensein – und eben das gelingt diesem Roman.

Bei Anbruch der Nacht05.11.2009
Bei Anbruch der Nacht von Kazuo Ishiguro
Die besten Zeiten hat Tony Gardner schon hinter sich – seine Engagements werden rarer, seine Autogramme kaum mehr nachgefragt. Für den Gitarristen Janeck ist der Crooner jedoch das größte Idol. Als sich die beiden in Venedig über den Weg laufen, muss er Gardner einfach ansprechen. Der nutzt die Gelegenheit, um Janeck für den vielleicht wichtigsten Auftritt seines Lebens zu gewinnen: Er will seiner langjährigen Frau ein romantisches Ständchen bringen, in der Hoffnung, seine bröckelnde Ehe noch einmal retten zu können.

Alles hat seine Zeit12.11.2009
Alles hat seine Zeit von Ennio Flaiano
„Ein beinahe archaischer Roman über die uralten Themen von Schuld, Sühne, Gut und Böse. Höchste Zeit, ihn wieder zugänglich zu machen.“
Ein Kultbuch und Meisterwerk nach 60 Jahren im Manesse Verlag neu aufgelegt.
Nach einer Autopanne findet sich ein junger italienischer Offizier allein im äthiopischen Busch wieder. Die Begegnung mit einer rätselhaften Schönen löst eine Katastrophe aus: Durch Zufall prallt sein Schuss auf ein wildes Tier ab und tötet die Frau. Daraufhin quälen ihn nicht nur Selbstvorwürfe und die Furcht vor Entdeckung, sondern auch der Verdacht, dass er sich mit Lepra infiziert haben könnte. Auf seiner Flucht durch die Natur Afrikas sieht er sich mit existentiellen Fragen konfrontiert.

Laufen19.11.2009
Laufen von Jean Echenoz
Das Buch ist unglaublich schön und liebevoll zu lesen. In einem ganz leichten Erzählton, der den Leser oft ganz direkt anspricht.
Emil Zatopek hasst den Sport, aber er hat keine andere Wahl. Bei einem Wettkampf im „Reichsprotektorat“ wird beim siebzehnjährigen das Talent als Läufer entdeckt. Auf der ersten Nachkriegsolympiade holt er Gold für die UDSSR. Danach dreimal Gold und acht Weltrekorde. Er wird zum Leutnant und Hauptmann befördert. Die Welt jubelt ihm zu. Er ist zur Symbolfigur für den Erfolg des realen Sozialismus geworden. Nur einmal stand er auf der „falschen“ Seite: Im „Prager Frühling“.

Die schönsten Sagen des klassischen Altertums26.11.2009 Tipp auch für Jugendliche!!!
Die schönsten Sagen des klassischen Altertums von Gustav Schwab
Diese Geschichten gehören zur Allgemeinbildung, ohne sie zu kennen, ist man arm.
Seit mehr als 150 Jahren prägt Gustav Schwabs geradezu kanonische Sammlung und Nacherzählung der ‚Schönsten Sagen des klassischen Altertums‘ die Vorstellung der deutschen Leserschaft vom Wesen und Treiben der griechischen Götter und Helden. Bunt und anschaulich entsteht hier aufs Neue die Welt der antiken Mythologie und zeugt noch immer von der überaus fruchtbaren literarischen Vermittlertätigkeit Schwabs.

Die große Welt03.12.2009
Die große Welt von Colum McCann
Wir lesen uns in einen Rausch und lernen Menschen kennen, die uns nie mehr loslassen.
1974: Am Morgen eines schönen Augustsommertags starren die Passanten in Lower Manhattan ungläubig zu den Twin Towers hinauf. Fast einen halben Kilometer über ihnen läuft, springt und tanzt ein Hochseilartist, der durch seine Magie in dem aufopferungsvollen Iren Corrigan, das Besondere hervortreten lässt. Sein Leben widmet er den Straßenhuren in der Bronx und will zweien seiner Schutzbefohlenen bei einem Anklageerhebungstermin beistehen.

Lyrikstimmen10.12.2009
Lyrikstimmen. Limitierte Ausgabe von Christiane Collorio, Peter Hamm, Harald Hartung und Michael Krüger
Die Bibliothek der Poeten. 122 Autorinnen und Autoren. 420 Gedichte. 100 Jahre Lyrik im Originalton [Audiobook] (Audio CD)
Diese Anthologie ist eine Sammlung von Originaltönen deutschsprachiger Dichter, die es in dieser Dimension noch nie gab. Sie ermöglicht Einmaliges: Hineinzuhören in die ersten Tonaufnahmen des letzten Jahrhunderts, in seltene Lesungen, bis in die Gegenwart. Zloty: Ein neues Bilderbuch-Meisterwerk von Tomi Ungerer: Kopek ist ein kleiner Riese und Samowar ein großer Zwerg. Und siehe da – sie sind beide gleich groß!

Quelle: litCOLONY.de

Mehr Buchempfehlungen von Elke Heidenreich befinden sich auf der Seite: Elke Heidenreich 2007 – 2010

Lange hat es gedauert, denn eigentlich sollte die neue Literatursendung im ZDF mit Amelie Fried und Ijoma Mangold schon im Mai starten.

Wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtet, wird die erste Sendung am Freitag, den 10. Juli um 22.30 Uhr, unter dem Titel Die Vorleser ausgestrahlt.

Elke Heidenreichs „Erbe“ der Sendung Lesen! im ZDF soll sechs- bis achtmal im Jahr am Freitagabend den Kulturplatz im ZDF einnehmen. Gedreht wird im Hamburger Hafen, der für Ambiente im Stil städtischen Kulturmilieus sorgen soll. Amelie Fried und Ijoma Mangold treffen dort ihren jeweiligen Gast.

Und wer die „Vielleserin“ Elke Heidenreich weiterhin vermisst, kann ihre Buchbesprechungen jetzt wöchentlich auf litCOLONY.de im Internet sehen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Wie die Süddeutsche heute berichtet, werden die Moderatorin Amelie Fried und der Jouranlist Ijoma Mangold das neue Literaturmagazin des ZDF präsentieren.
Der öffentlich-rechtliche Sender bestätigte beide Personalien am Montag dieser Woche, Fried und Mangold waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Noch im Mai will das ZDF mit dem Nachfolger von „Lesen!“ ins Programm. Wie bisher wird die neue, zunächst 30-minütige Sendung offenbar sechs- bis achtmal im Jahr am Freitagabend statt des Kulturmagazins „Aspekte“ um 22.30 Uhr ausgestrahlt. Einen Titel gibt es derzeit nicht. Mit Gästen aus dem Literaturbetrieb sollen Mangold und Fried vor kleiner Studiokulisse mit Publikum über Bücher diskutieren und Empfehlung wie Kritik aussprechen.

Amelie Fried, 50, ist seit 1998 gemeinsam mit dem Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit, Giovanni di Lorenzo, Gastgeber der Talkshow „3 nach 9“ von Radio Bremen. Die Tochter eines Publizisten und Verlegers aus Ulm studierte Theaterwissenschaft, später besuchte sie die Hochschule für Fernsehen und Film in München und schloss in den Fächern Fernsehpublizistik und Dokumentarfilm ab. 1984 begann sie mit TV-Moderationen, zunächst bei „Live aus dem Alabama“, der so erfolgreichen ehemaligen Jugendsendung des Bayerischen Rundfunks. Schon damals war di Lorenzo ihr Kollege, auch Günther Jauch und Sandra Maischberger sammelten bei „Live aus dem Alabama“ erste Talkshow-Erfahrung.

1987 übernahm Fried die ZDF-Talkshow „Live aus der Alten Oper in Frankfurt“. Anfang der neunziger Jahre sah man sie dann bei RTL als Vertretung von Günther Jauch bei „Stern TV“. Sie hatte zu dieser Zeit bereits den Adolf-Grimme-Preis gewonnen und begann, Kinderbücher zu verfassen. 1996 erschien ihr erster Roman, „Traumfrau mit Nebenwirkungen“, der später wie vier andere Bücher für das ZDF, die ARD und Sat 1 verfilmt wurden.

ZDF-intern hat wohl Frieds starke berufliche Bindung an die Literatur eine große Rolle gespielt neben ihrer TV-Erfahrung. Ihre Berufung ist daher nicht überraschend, die von Mangold allerdings schon.

Der 37-Jährige ist Jurymitglied des Ingeborg-Bachmann-Preises, er hat für 2009 eine Gastprofessur für Literaturkritik in Göttingen und war seit 2001 Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Von April an – nach einer kurzen Einarbeitung – soll er Stellvertreter des von Florian Illies und Jens Jessen verantworteten neuen Feuilletons der Zeit werden, in dem die bisherigen Teile Literatur und Feuilleton zusammenfließen.

Mangold arbeitet also mit der langjährigen ARD-Talkshow-Partnerin seines Chefredakteurs fürs ZDF. Amelie Fried wird erst einmal weiter mit di Lorenzo bei „3 nach 9“ Gespräche führen, die nächsten schon an diesem Freitagabend. Es wird, sofern sie sich mit dem neuen Literaturformat durchsetzt, der Anfang vom Abschied aus Bremen.

Quellen: Süddeutsche Zeitung

Erst kürzlich noch meinte Marcel Reich-Ranicki:
„Elke Heidenreich macht eine sehr gute Sendung. Sie tut sehr viel für die Literatur. Es stimmt, dass sie keine richtige Literaturkritikerin ist. Aber das muss sie auch nicht sein.“

Mehr oder weniger wollte sie ja auch nie sein.  Umso unverständlicher sind die Aussagen von Reich-Ranicki in einem Interview mit dem Magazin „Cicero“. Hier attakiert er Elke Heidenreichs Sendung und findet „Lesen!“ sei ihm „zu billig“ und „halt eine Sendung für Frauen“.

„Ich mag keine billige Bücherreklame!“ – Auszüge aus dem Interview:

[…]Sind Sie inzwischen von öffentlich-rechtlichen Intendanten um Rat gebeten worden?

In den Zeitungen stand zwar, das Fernsehen würde mich bitten, als Berater zu wirken, doch das ist nicht wahr. Kein Sender hat sich nach meiner kurzen Rede, die so viel Aufsehen hervorgerufen hat, gemeldet.

Es gab einen Brandbrief der deutschen Verleger, die das ZDF anflehten, Elke Heidenreich zurückzuholen – mit dem heiklen Argument, dass ihr Weihnachtsgeschäft bedroht sei, wenn die nächsten Sendungen ausfallen. Man brauche Frau Heidenreich als Lokomotive für den Verkauf. Ist es ein Armutszeugnis für die Verleger, dass sie gewissermaßen ein Marketinginstrument einklagen?

Ja, natürlich, das gefällt mir nicht, aber so machen sie es. Man sollte Bücher auch jenseits der Verkäuflichkeit wahrnehmen. Deshalb hat mir die Wahl des diesjährigen Literatur-Nobelpreisträgers gefallen. Sehen Sie, in der Regel bin ich mit dem Literatur-Nobelpreis überhaupt nicht einverstanden. Es ist lächerlich, dass die beiden großen Amerikaner Philip Roth und John Updike diesen Preis bisher nicht bekommen haben. Aber den Preis einem französischen Schriftsteller zu geben, der am Rande steht und gar nicht populär ist, war eine mutige und keineswegs törichte Entscheidung.

Elke Heidenreich hat soeben verkündet, dass sie ihr abgesetztes Format bei einem anderen Sender weiterführe. Glauben Sie, dass man Literatur im Fernsehen verhandeln sollte wie sie: Buch hoch halten, „tolles Buch, das müssen Sie lesen …“

… nein, nein, nein! …

… oder sollte man sich lieber diskursiv damit auseinandersetzen?

Diskursiv! Die Methode der Elke Heidenreich gefällt zwar vielen Zuschauern, aber ich kann es nicht ertragen, wenn jemand sagt: „Kauft dieses Buch! Nicht morgen, besser heute noch!“ Na, na, na, diese Reklame für Bücher erscheint mir etwas billig. Dennoch ist es eine Tatsache, dass die Sendungen der Elke ein großes Publikum erreichten, vor allem Frauen, so sagte man mir. Es war halt eine Sendung für Frauen. Und es ist ja tatsächlich so, dass mehr Frauen als Männer Bücher lesen.

Haben Sie eine Erklärung dafür?

Natürlich. Die Männer arbeiten mehr und haben keine Zeit. Und wenn sie mal Zeit haben, müssen sie Zeitungen lesen, vielleicht auch Zeitschriften. Frauen haben viel mehr Muße für Literatur.

Welche Schriftsteller der vergangenen dreißig Jahre waren für Sie die wichtigsten? Was wird bleiben?

Zu den wichtigsten gehört Nabokov. Was ich am meisten schätze, sind „Lolita“ und „Pnin“ – „Pnin“ ist ein sehr guter Roman. Erstaunlich ist, was Nabokov über andere große Schriftsteller geschrieben hat. Über Thomas Mann etwa hat er sich sehr abfällig geäußert. Aber man soll sich nicht so darum kümmern, was Schriftsteller über andere Schriftsteller sagen. Sie selber sollen gute Bücher schreiben, wenn sie das tun, reicht das vollkommen.[…]

Quelle: Cicero – Magazin für politische Kultur