Die sechts Titel der Shortlist des Man Booker Prize 2008

Heute wurde die Shortlist für den Man Booker Prize 2008 veröffentlicht. Von 113 vorgeschlagenen Romanen schafften es 13 in die Longlist, und folgende sechs Romane wurden für die Shortlist nominiert:

„The White Tiger“ von Aravind Adiga
„The Secret Scripture“ von Sebastian Barry
„Sea of Poppies“ von Amitav Ghosh
„The Clothes on Their Backs“ von Linda Grant
„The Northern Clemency“ von Philip Hensher
„A Fraction of the Whole“ von Steve Tolt

John Berger und Salman Rushdie, die bereits Preisträger des Man Booker sind, haben es nicht in die Shortlist geschafft. Ebenfalls nicht vertreten ist Tom Rob Smith mit seinem Krimi Child 44 (Kind 44), der hierzulande lange Zeit in den Bestenlisten vertreten war. Der Booker Preis 2008 wird am 14. Oktober verliehen. Der Gewinner erhält 50000 Pfund.

Quelle: Börsenblatt

Barbara Köhler erhält den Joachim-Ringelnatz-Preis

Ich harre aus im Land und geh, ihm fremd,
Mit einer Liebe, die mich über Grenzen treibt,
Zwischen den Himmeln. Sehe jeder, wo er bleibt;
Ich harre aus im Land und geh ihm fremd.

(von Barbara Köhler aus Rondeau Allemagne, geschrieben 1988)

Der Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik 2008 der Stadt Cuxhaven geht an Barbara Köhler. Die Experimente der 49-jährigen Autorin (Deutsches Roulette, Blue Box) mit der Grammatik entfachten „ein produktives Verwirrspiel“ aus Stimmen, Klängen und Sprachwitz, so die Jury.

Barbara Köhler, geboren 1959 in Burgstädt, wuchs im sächsischen Penig auf und besuchte in Plauen die Oberschule, an der sie auch ihr Abitur ablegte. Danach ließ sie sich zur Facharbeiterin für textile Flächenherstellung ausbilden, arbeitete dann aber in Karl-Marx-Stadt als Altenpflegerin und als Beleuchterin am städtischen Theater.

Zwischen 1985 und 1988 absolvierte sie ein Literaturstudium am Literaturinstitut Johannes R. Becher. Zu dieser Zeit lebte sie auf dem Kaßberg. Erste Werke Köhlers erschienen in Zeitschriften, zwei Jahre war sie anschließend am Bezirksliteraturzentrum Karl-Marx-Stadt wissenschaftlich aktiv.

Nach der Wiedervereinigung wurde Köhler arbeitslos und versuchte sich deshalb als freie Autorin. Sie veröffentlichte 1991 ihren ersten Gedichtband Deutsches Roulette, schrieb für diverse Zeitungen und verfasste Essays sowie Katalogbeiträge zur bildenden Kunst. Seit 1994 lebt Barbara Köhler in Duisburg.

Die formal sehr unterschiedlichen Gedichte Köhlers lassen das Ich im sprachlichen Raum als übergeordnetes Thema erkennen. Seit 1996 erzeugt sie auch Textinstallationen, beispielsweise im November 1997 die Ausstellung „words for windows 2†œ im Landtag Nordrhein-Westfalen.

Der mit 15 000 Euro dotierte Preis wird am 13. Dezember verliehen. Frühere Träger des seit 2002 verliehenen Preises waren Peter Rühmkorf, Robert Gernhardt und Wolf Biermann.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Quadriga 2008: Wikipedia – Aufbruch, Erneuerung und Pioniergeist

Die freie Onlineenzyklopädie Wikipedia erhält die Quadriga 2008 für ihre Mission der Aufklärung.

Die Quadriga ist ein seit 2003 jährlich vom Berliner Verein Werkstatt Deutschland verliehener Preis. Ausgezeichnet werden jeweils vier Persönlichkeiten oder Gruppen aus Politik, Wirtschaft und Kultur, die durch ihr Engagement ein Zeichen für Aufbruch, Erneuerung und Pioniergeist gesetzt haben.

Der Preis besteht aus einer Miniaturnachbildung der Quadriga auf dem Brandenburger Tor und ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert. Hauptsponsor ist der Energiekonzern Vattenfall Europe AG.

Die Quadriga wird jährlich am Tag der Deutschen Einheit in Berlin vergeben. Die Verleihung fand in den ersten beiden Jahren im Schauspielhaus und seit 2005 in der Komischen Oper statt. Zu den Laudatoren gehörten in den vergangenen Jahren unter anderem Wiktor Juschtschenko, Bernard Kouchner, Kurt Beck, Wolfgang Schäuble und Michail Gorbatschow.

Der Verein ehrt die Wikipedia für ihre „Mission der Aufklärung“. Das Onlinelexikon verwirkliche den alten Menschheitstraum, das Wissen der Welt an einem Ort zu sammeln. Die anderen Preisträger des Jahres 2008 sind der Franziskaner Eckart Höfling für sein Engagement für Jugendliche in Brasilien, der serbische Präsident Boris Tadic, der Serbien in die Europäische Union führen will, sowie der Musiker Peter Gabriel, der die Gruppe Witness gegründet hat, die Menschenrechtsverletzungen mit Videos im Internet dokumentiert.

Jimmy Wales, der Gründer der Onlineenzyklopädie wird den Preis persönlich entgegennehmen. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro soll der Verein Wikimedia Deutschland erhalten.

Quelle: golem

Aminatta Forna erhält LiBeraturpreis für ihr Debüt „Abies Steine“

Der diesjährige LiBeraturpreis geht an die Schriftstellerin Aminatta Forna aus Sierra Leone/Großbritannien für ihren Debütroman „Abies Steine†œ (Berlin Verlag).

Die Jury hob besonders die außergewöhnliche Erzählweise in Aminatta Fornas Roman hervor: Vier Frauen des Dorfgründers erzählen ihre Geschichte und damit die ihrer Familie aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln. Es entsteht ein beeindruckendes Mosaik voll poetischer, bildsprachlicher Kraft, die wunderbare Bilder zeichnet und eine Chronik der verschiedenen Epochen darstellt, ihres Wandels von der Kolonialzeit über die ersten Jahre der Unabhängigkeit, den Zusammenbruch des Gemeinwesens im Bürgerkrieg Sierra Leones bis zur Hoffnung eines Neuanfangs nach dessen Ende.

Kurzbeschreibung
Abies Steine beginnt mit einem Brief. „Die Kaffeeplantage in Rofathane gehört dir. O yi di. Sie ist da“, schreibt ihr Cousin. Er bittet sie nicht zurückzukommen – er verfügt es. Abie folgt dem Ruf, sie kehrt zurück in das Land ihrer Ahnen, in einen entlegenen Winkel der Erde, der ihr aus der Kindheit vertraut ist und der nun ihr gehört – wenn sie ihn will. In Rofathane erwarten sie nicht nur die Landschaft, die Gärten ihrer Kindheit, es erwarten sie vor allem die Geschichten ihrer Tanten. Vier Frauen, deren Mütter alle mit dem Patriarch Gibril Umaru Kholifa, dem Gründer der Plantage, verheiratet waren: Abies Großvater. 1926 war er in unwegsamstes Gelände aufgebrochen, hatte es urbar gemacht, war zu Reichtum gelangt und hatte im Laufe seines langen Lebens elf Frauen geehelicht. In den Geschichten von Asana, Mariama, Hawa und Serah wird das Bild dieser längst vergangenen Zeit lebendig. Kraftvoll, farbig und voller Poesie erzählt Aminatta Forna von den Leben der Frauen, von ihrem Bestreben, sich aus erdrückenden Strukturen zu befreien, und vom Verschwinden einer spirituellen Welt.

Der LiBeraturpreis, der zum 21.Mal verliehen wird, wird von Lesern vergeben und will auf Schriftstellerinnen aus Afrika, Asien und Lateinamerika aufmerksam machen. Er ist mit einem symbolischen Preisgeld von 500 Euro dotiert, mit der Auszeichnung ist eine Einladung zur Frankfurter Buchmesse verbunden. Die Preisverleihung findet am 12. Oktober um 16 Uhr in der Christuskirche in Frankfurt statt.

Die Initiative LiBeraturpreis ist 1987 aus der Arbeit des Ökumenischen Zentrums Christuskirche in Frankfurt am Main erwachsen.

Quelle: Börsenblatt

Agatha-Christie-Krimipreis 2009 – „Die Uhr läuft ab“ – Ausschreibung

Das Motto für 2009:

„Die Uhr läuft ab†œ

Nichts ist so unerbittlich wie vergehende Zeit. Unbarmherzig sind das Ticken der Uhren, langsam vorrückende Zeiger, der mechanische Wechsel von digitalen Zahlen. Sie alle messen etwas, das wir nicht verändern können – weder vorantreiben, noch zurückholen. Was vergangen ist, ist vergangen, was sehnlichst herbeigewünscht wird, kommt erst, wenn es soweit ist, und aufhalten lässt sich schon mal gar nichts. „Die Uhr läuft ab†œ beim unerbittlichen Ultimatum, bei der perfiden Mordmaschinerie und auch bei jeder überstrapazierten Geduld. Und manchmal hilft sie, die besten Alibis zu basteln…

Wer mitmachen will, schreibt  bis zum 22. August 2008 (Einsendeschluss) eine spannende Kurzgeschichte zum Thema „Die Uhr läuft ab†œ. Eine Jury wählt aus den Einsendungen die 25 besten Geschichten, die als Anthologie im Fischer Taschenbuch Verlag veröffentlicht werden. Beim Krimifestival München im März 2009 werden die Gewinner der Plätze 1 bis 3 gekürt.

Krimifestival München, Stichwort: „Agatha-Christie-Krimipreis 2009“, Postfach 1339, 82209 Herrsching
Einsendeschluss ist der 22. August 2008 (Poststempel).

Die Preisträger des Agatha-Christie-Krimipreis 2008
„Im Kreis der Familie†œ sind:
1. Preis: Heike Koschyk – Schachmatt
2. Preis: Sunil Mann – Flaschenpost
3. Preis: Leo Hoffmann – Fräulein Schneider spielen

Sonderpreis freundin:
Sabine Eymelt-Niemann – Gut getroffen im Leben