Alice Schwarzer am 11. Dezember 2007 zu Gast im Münchner Literaturhaus

EmmaDas Erscheinen der „Emma“ am 26. Januar 1977 löste ein publizistisches und gesellschaftliches Erdbeben aus. Das Blatt war sofort vergriffen und die Nation gespalten in glühende Anhänger und vehemente Gegner. Die „Emma“ hat immer wieder Tabus gebrochen und Politik gemacht, hat nicht nur informiert, sondern auch gehandelt. In ihrer Grundposition hat die „Emma“ sich nie beirren lassen: Nämlich in der Forderung nach der uneingeschränkten Chancengleichheit für Frauen und Männer.
Aus 30 Jahren „Emma“ ist ein opulenter Band entstanden. Dominik Wichmann, Chefredakteur des SZ-Magazins, spricht mit Alice Schwarzer über drei Jahrzehnte Mediengeschichte und die Zukunft einer streitbaren Zeitschrift.

Alice SchwarzerÜber die Autorin
Alice Schwarzer, Journalistin, Essayistin und seit 1977 Herausgeberin und Verlegerin der Zeitschrift EMMA, hat wie kaum eine andere Person des öffentlichen Lebens gesellschaftspolitische Debatten ausgelöst: durch ihr Engagement für Frauen, ihre journalistischen Arbeiten, ihre Bücher und natürlich durch EMMA. Das Magazin, das untrennbar mit seiner Gründerin verbunden ist, erscheint seit 1993 im 2-Monats-Rhythmus und ist weltweit die einzige unabhängige feministische Publikumszeitschrift.

Im Anschluss lädt das Literaturhaus zu einem kleinen Empfang.

Erfahrungsgemäß ist Dominik Wichmann ein souveräner Moderator und ein Garant für interessante Fragen, die Alice Schwarzer sicherlich gewohnt schlagfertig beantworten wird.

Dienstag, 11.12.2007, 20 Uhr im Saal, Eintritt 15,00 Euro
Veranstalter: Collection Rolf Heyne, Stiftung Literaturhaus

Special Guest: Dr. Sno* – Blogshow – heute im Privée, München

Die literarische Zukunft DeutschlandsEs ist eigentlich gar keine wirkliche †œLesereise† wie im April, diesmal geht es mehr in Richtung Show. Das ermüdende Vorlesen ist passé, es macht viel mehr Laune, frei zu reden, zu improvisieren, hier und da ein kleines Dr. Sno*Filmchen einzuspielen und das Publikum mit einzubeziehen – all dieser Wahnwitz halt. Und deshalb geht es jetzt erneut auf große Reise, mit Roman und Nilz als feste Show-Partner, dazu einige Gäste in den Städten München (10.12), Würzburg (11.12.), Frankfurt (12.12), Köln (13.12.), Hamburg (14.12. hier gibt es nach den Show-Vorträgen dann sogar noch einen Livegig von †œBüro am Strand†œ), Berlin (15.12)
So die Vorankündigung bei MC Winkel

Special Guest dieser einzigartigen Show in München ist Dr. Sno*. Also, nicht verpassen! Bar Privée, Maximilian Str. 2, München, 21.30 Uhr.

Blogshow

Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 50

Platz 1 : Drachenläufer von Khaled Hosseini
Platz 2 : Die Chemie des Todes von Simon Beckett
Platz 3 : Die Spur der Hebamme von Sabine Ebert
Platz 4 : Zusammen ist man weniger allein von Anna Gavalda
Platz 5 : Tanz, Püppchen, tanz von Joy Fielding
Platz 6 : Glennkill von Leonie Swann
Platz 7 : Höhenrausch von Ildikó von Kürthy
Platz 8 : Das Gottesgrab von Will Adams
Platz 9 : Tod auf dem Jakobsweg von Petra Oelker
Platz 10 : Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafon

Spiegel-Bestenliste Hardcover Woche 50

Platz 1 : Harry Potter und die Heiligtümer des Todes von Joanne K. Rowling
Platz 2 : Tintentod von Cornelia Funke
Platz 3 : Die Mittagsfrau von Julia Franck
Platz 4 : Die Frau im Mond von Milena Agus
Platz 5 : Tausend strahlende Sonnen von Khaled Hosseini
Platz 6 : Tintenherz von Cornelia Funke
Platz 7 : Tannöd von Andrea Maria Schenkel
Platz 8 : Millionär Tommy Jaud
Platz 9 : Die italienischen Schuhe von Hennig Mankell
Platz 10 : Die Hexe von Portobello von Paulo Coelho

Der schönste erste Satz von Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Der Novembermorgen, an dem der Eilzug gegen neun Uhr von Warschau nach Petersburg fuhr, war trüb und feucht.

Ende November, bei spätherbstlichem Schneematschwetter, näherte sich gegen neun Uhr früh der Zug der Petersburg-Warschauer Eisenbahnlinie unter vollem Dampf seinem Zielbahnhof Petersburg.

Es war gegen Ende des November, bei Tauwetter, als sich um neun Uhr morgens ein Zug der Petersburg-Warschauer Bahn mit vollem Dampf Petersburg näherte.

Der Novembermorgen, an dem der Eilzug gegen neun Uhr von Warschau nach Petersburg fuhr, war trüb und feucht.

Der Idiot von Fjodor Michailowitsch Dostojewski (der erste Satz aus unterschiedlichen Übersetzungen)

DostojewskiFjodor Michailowitsch Dostojewski, geboren am 11.11.1821 in Moskau, gestorben am 09.02.1881 in Petersburg, war einer der bedeutendsten Schriftsteller Russlands. Dostojewski war der Sohn eines Armenarztes, er besuchte 1838-1843 die Ingenieurschule der Petersburger Militärakademie. Anschließend war er im Ingenieur-Departement für Festungsbau beschäftigt. Ab 1845 widmete er sich ganz der schriftstellerischen Tätigkeit. Wegen seiner Teilnahme an einem revolutionären Zirkel wurde er 1849 verhaftet und zum Tode verurteilt. Unmittelbar vor der Erschießung wurde er zu Zwangsarbeit und anschließendem Militärdienst in Sibirien verurteilt. 1859 kehrte er nach Petersburg zurück.

1866 erschien der erste der großen Romane, durch die Dostojewskis Werk Teil der Weltliteratur wurde: Schuld und Sühne. Die Geschichte des abgerissenen und bitterarmen Studenten Rodion Romanowitsch Raskolnikow, der aus Hochmut zum Mörder wird und sich in der Folge zu einem Menschen entwickelt, der die Welt entdeckt als das, was sie ist, überzeugt durch psychologisch realistische Charaktere und präzises, anschauliches Erzählen. Zugleich ist der Roman auch Abbild der Wandlung Dostojewskis selbst vom Revolutionär zum konservativen Christen. Im selben Jahr erschien auch der innerhalb von nur 26 Tagen verfasste Kurzroman Der Spieler, eine Beschreibung der Spielsucht.

Er unternahm 1862-63 und 1867-71 ausgedehnte Reisen nach Deutschland, Frankreich, England und Italien.Bereits mit seinen ersten Romanen „Arme Leute“ und „Der Doppelgänger“ fand Dostojewski 1846 große Beachtung.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski starb am 9. Februar 1881 in St. Petersburg an den Folgen eines Blutsturzes.

Der IdiotDer Idiot
Nach einem Sanatoriumsaufenthalt kehrt der kindlich-naive und an Epilepsie leidende Fürst Myschkin nach Russland zurück. Sein demütiges und mitleidendes Wesen wirkt anziehend auf seine von Schmerz, Schuld und Bosheit geprägte Umgebung. Immer weiter verstrickt er sich in die Ränkespiele um die schöne Nastasja und seinen Rivalen Rogoschin. Neben Cervantes‘ Don Quijote und Dickens‘ Mr Pickwick gehört der tragisch-komische Held aus Dostojewskis drittem Roman als Verkörperung des Sittlich-Schönen zu den großen idealistischen Figuren der Weltliteratur.

Don Farrago am 9. Dezember, 2007 17:53