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Literaturverfilmung: Im Westen nichts Neues mit Daniel Radcliffe

24. Juni 2010 | Von | Kategorie: Kino, Lesekreis

Literaturverfilmung: Im Westen nichts Neues mit Daniel Radcliffe als Paul Bäumer

Harry Potter“-Darsteller Daniel Radcliffe hat bestätigt, dass er die Hauptrolle in der Neuverfilmung von Erich Maria Remarques berühmten Roman “Im Westen nichts Neues” spielen wird.

Unter dem Titel “All Quiet On The Western” soll die US-amerikanische Produktion 2012 in die Kinos kommen. Daniel Radcliffe spielt die Rolle des Protagonisten und Erzählers Paul Bäumer, einen jungen Soldaten, der als Kriegsfreiwilliger von der Schulbank in den Ersten Weltkrieg zieht. Der britische Schauspieler Bernard Hill, u.a. bekannt durch seine Rolle  als König Théoden im zweiten und dritten Teil von Peter Jacksons Herr der Ringe-Verfilmung, wird als General Reinhardt zu sehen sein.

Lesley Paterson und Ian Stokell, die Produzenten der Filmgesellschaft Sliding Down Rainbows Entertainment, haben das neue Drehbuch geschrieben und realisieren das Projekt. Als Regisseurin wurde laut IMDb die US-Amerikanerin Mimi Leder engagiert.

Im Westen nichts Neues” wurde bereits zwei Mal erfolgreich verfilmt. Die erste Verfilmung, eine US-Produktion aus dem Jahr 1930 von Lewis Milestone, gilt als einer der 100 besten Filme der US-amerikanischen Filmgeschichte. Der Produzent Carl Laemmle erhielt für diesen Film einen Oscar in der Kategorie „Bester Film“.

Bei der deutschen Uraufführung des Films im Metropol in Berlin kam es zu einem Skandal. Auf Anweisung des damaligen Berliner NSDAP-Gauleiters Joseph Goebbels besetzten nationalsozialistische Schlägertrupps den Saal und hinderten andere Kinogäste am Besuch; die Vorführung musste abgebrochen werden. Nach mehrfacher Wiederholung der Störaktionen im gesamten Deutschen Reich (z.B. durch Legen von Stinkbomben, Aussetzen großer Mengen weißer Mäuse und immer wieder durch Besetzen der Kinos) wurde der Film vorerst abgesetzt. Erst nach einer Novellierung des Lichtspielgesetzes (Lex Remarque), die am 31. März 1931 in Kraft getreten war, wurde der Film am 8. Juni 1931 „für bestimmte Personenkreise und in geschlossenen Veranstaltungen“ wieder freigegeben. Am 2. September 1931 erfolgte die allgemeine Wiederzulassung des Films in einer nochmals gekürzten Fassung. Die Produktionsfirma musste sich überdies verpflichten, „zukünftig auch im Ausland nur noch diese von den deutschen Zensurbehörden genehmigte Fassung zu zeigen“. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Im Westen nichts Neues endgültig verboten.

Weniger populär, jedoch ebenfalls mit positiven Kritiken bedacht wurde ein 1979 unter der Regie von Delbert Mann als US-amerikanisch-britische Koproduktion für das Fernsehen gedrehtes Remake des Antikriegsfilms. Diese Neuverfilmung wurde 1980 mit einem Golden Globe als bester TV-Film ausgezeichnet.

Inhalt

Paul Bäumer gehört zu einer Gruppe von Soldaten an der Westfront im Ersten Weltkrieg. In der Ruhestellung hinter der Front erinnert er sich zurück an seine Schulzeit. Die patriotischen Reden seines Lehrers Kantorek hatten die ganze Klasse überzeugt, sich freiwillig zu melden.

Unter dem Drill ihres Ausbilders Unteroffizier Himmelstoß müssen sie bereits in der Grundausbildung lernen, dass alle ihnen bislang in der Schule vermittelten Werte auf dem Kasernenhof ihre Gültigkeit verlieren.

Sie werden an die Westfront verlegt, wo sie von einer Gruppe alter Frontsoldaten um den erfahrenen Stanislaus Katczinsky in die Gefahren an der Front eingewiesen werden. Zwischen „Kat“ und Bäumer entwickelt sich ein Vater-Sohn ähnliches Verhältnis. Paul lernt, zu überleben, die verschiedenen Geschosse schon am Klang zu unterscheiden, auch unter widrigsten Bedingungen etwas zu Essen zu finden, und sich gegen den wirklichen Feind zu wehren – den Tod.

Bei einem kurzen Heimataufenthalt stellt Bäumer fest, wie sehr ihn die Erlebnisse an der Front verändert haben. Es ist ihm unmöglich, seiner Familie die grausamen Erfahrungen aus dem Schützengraben mitzuteilen. Enttäuscht kehrt er zurück zu den Menschen, die ihm nun am nächsten sind, seinen Kameraden an der Front.

Bei einem Angriff wird er durch Splitter verwundet und verbringt ein paar Wochen im Lazarett. In den nächsten Monaten zurück an der Front zerfällt Bäumers Gruppe. Einer nach dem anderen, abgesehen von seinem guten Freund Tjaden, stirbt durch die Gas- und Granatenangriffe, im Trommelfeuer oder im Kampf Mann gegen Mann. Bis zuletzt auch er, nachdem er Verwundung und Wochen im Lazarett überlebt hat, kurz vor Ende des Krieges tödlich getroffen wird, „an einem Tag, der so ruhig und so still war, dass der Heeresbericht sich auf den Satz beschränkte, im Westen sei nichts Neues zu melden.“

Die Handlung beschleunigt sich gegen Ende des Romans immer mehr, die erzählten Episoden werden kürzer und die vergangene Zeit zwischen ihnen länger.

Im Westen nichts Neues erschien erstmals ab dem 10. November 1928 in der Vossischen Zeitung als Vorabdruck, in Buchform am 29. Januar 1929. Der Roman wurde noch 1929 in 26 Sprachen übersetzt. Bis heute gibt es Ausgaben in über 50 Sprachen, die geschätzten Verkaufszahlen weltweit liegen bei über 20 Millionen.

Bei den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen 1933 wurden auch zahlreiche Exemplare von Im Westen nichts Neues zerstört.

Quelle: Totalfilm.com Quelle Foto: Flickr.com

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11 Kommentare
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  1. Habe mich schon gefragt, wann diese Neuigkeit hier auftaucht. ^.^

    Zuerst muss ich einmal zugeben, dass ich mit dem Stoff nicht gut vertraut bin. Ich finde jedoch, man sollte neuen Projekten immer aufgeschlossen gegenübertreten. Daniel Radcliffe ist ein großartiger Schauspieler und Kriegsfilme scheinen ihm zu liegen (2007 spielte er ja schon im Kriegsfilm “My Boy Jack” mit). Zumindest muss man sich keine Sorgenmachen, das man dem Glauben verfallen könnte, Harry Potter würde über die Leinwand fliegen, von diesem Image hat sich Radcliffe ja schon sehr gut getrennt.

    Als ich die Nachreicht letztens auf einem anderen Portal las begegneten mir auch einige Kommentare dazu wie “Wozu ein Re-Make?” und warum man denn nun alle großen Klassiker mit einem Reboot verschandelt. Natürlich gibt es auch die “Gebt Harry ne Chance” Kommentare, aber mir stellt sich die Frage, warum gleich so viele negative Stimmen gegen eine Neu-Verfilmung aufkommen. Natürlich ist der Film ein Klassiker, aber kann nicht auch eine Neu-Verfilmung die ganze Geschichte in ein neues Gewandt hüllen und eine neue Interpretation des bekannten Stoffes zeigen?

  2. hi Grit,
    und ich dachte, die Meldung ist brandneu! ;-) Ich brauche ja immer etwas länger, bis ich alle Fakten zusammen habe.
    Es kann in der Tat sein, dass der Stoff adaptiert wird und im Irak-Krieg landet – bin auch gespannt, was die daraus machen. Das Buch solltest du unbedingt mal lesen – es berührt.
    Neulich war ich auf einer Lesung mit Rufus Beck und ich hatte anfangs immer Harry Potter alias Daniel Radcliffe vor Augen ;-)
    P.S.: was ist eigentlich mit deiner Ampel und warum schreibst du nicht deine Website in die Kommentarfunktion? Wäre doch schön!

  3. Oh, ich würde die Meldung als brandneu bezeichnen, ich hatte sie gestern (über filmstarts.de) auf Facebook gelesen. Aber darum ist der Lesekreis auch so toll, weil du noch die ganzen Hintergrund Infos zusammenträgst, die ich bisher noch nicht wusste.

    Rufus Beck ist ein Genuss für meine Ohren ^-^
    Aber ich kann verstehen, dass viele Leute in Radcliffe immer den Potter sehen werden, gerade deswegen ist es ja wichtig, dass er von diesem Image loskommt und vollkommen andere Rollen spielt. ich denke ich werde das Buch lesen auch wenn ich normalerweise Angst vor Kriegs-Büchern habe, aber ich hab auch meine Angst vor Kriegsfilmen überwunden, also klappt das mit dem Buch sicher auch.

    Die Ampel kommt am Wochenende (diese Woche war viel los), für heute Abend hab ich einen anderen netten Post auf meinem Blog geplant ^-^
    Und ich hab den Blog jetzt auch in die Kommentarfunktion geschrieben, das wollte ich machen, wenn der Blog richtig läuft (am Anfang hab ich ja noch nicht so viel zu sagen gehabt). Jetzt passt das ja ^-^

  4. Einerseits wieder eine Neuverfilmung alten Stoffes. Andererseits warum nicht? Vielleicht kommt was Gutes bei raus. So ernst und tief wie die Gesichtszüge dieses Radcliffe auf dem Foto wirken, kann ich mir durchaus vorstellen, dass er die Leiden des Krieges glaubwürdig, vielleicht sogar beeindruckend zu verkörpern versteht.
    Daran, dass im Roman ein General vorkam, erinnere ich mich nicht. Jedoch zu gut an den Heimaturlaub oder die Erniedrigung durch Unteroffizier Himmelstoß und die spätere Rache seiner ehemaligen Ausbildungsgruppe an ihm.

  5. Ich habe das Buch nun angefangen zu lesen, bin im zweiten Kapitel und bin gespannt wie es weitergeht. Sehr beeindruckend geschrieben.

  6. schön, dass du es liest, liebe Grit. Ich habe auch noch viele Eindrücke im Kopf. Fand es so schlimm wie er im Heimaturlaub zu Hause in seinem Zimmer sitzt und grübelt…

  7. Ich habe das Buch schon vor ein paar Jahren gelesen, weiß aber noch, dass es mich damals sehr beeindruckt hat, ich bin gespannt, wie der Film wird..

  8. Ich habe das Buch jetzt fertig gelesen und war sehr beeindruckt und ergriffen von der Geschichte und den Gefühlen und Erlebnissen die sie ausdrückt. Nun bin ich noch mehr auf den Film gespannt.

    @Dolce: Ich verstehe nun auch was du meintest als du sagtest, dass die Geschichte auch im Irak-Krieg landen könnte. An sich geht es ja nicht um einen bestimmten Krieg sondern um die Gedanken, Gefühle und Erlebnisse des Protagonisten und diese sind (denke ich zumindest) in jedem Krieg die gleichen.

  9. Ich bin schon unglaublich gespannt auf die Verfilmung! Habe das Buch zum ersten Mal letzen Juni gelesen und seit dann gezählte 11mal! Ich finde es eines der besten und beeindruckendsten Bücher, die je geschrieben wurden! Es bewegt mich jedes Mal erneut und erschüttert mich bis ins Innerste…einfach unglaublich! Also: bin gespannt auf Radcliffe (mein Lieblingsschauspieler) in dieser Rolle (in meinem Lieblingsbuch) :)

  10. hi Ursina,
    ja, ich kann dir nur beipflichten, das Buch ist wirklich beeindruckend und wichtig. Ich finde es gut, dass der Stoff durch die Verfilmung erneut in Erinnerung gerufen wird. Und auf Daniel Radcliffe in der Rolle des Paul Bäumers bin ich auch schon gespannt.
    LG

  11. […] http://lesekreis.org/2010/06/24/literaturverfilmung-im-westen-nichts-neues-mit-daniel-radcliffe/ Verfilmung […]

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