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Seitensprung der Sisterhood – Die Rückkehr

4. Juni 2011 | Von | Kategorie: Seitensprung der Sisterhood - Angie

Seitensprung der Sisterhood

Kapitel 6
Die Rückkehr

Leif sah mich wachsam an, als ich seine Hand nahm und sie drückte.
„Wick… äh, Leif“, begann ich, „wenn du nicht gewesen wärst, würde ich jetzt hier nicht sitzen. Ich verdanke dir mein Leben. Ich will mir auch gar nicht ausmalen, was der Troll und der Kobold mit mir angestellt hätten, wenn du nicht aufgetaucht wärst.“ Innerlich schüttelte es mich, als ich an die beiden schmierigen Kerle dachte.
„Ich nehme mal an, dass du die Beiden erledigt hast“, sagte ich und zeigte auf die mittlerweile getrockneten Blutflecken, die auf seinem Shirt klebten. Sein Grinsen war Antwort genug. Doch das war es nicht, was mich interessierte.
„ Warum?“, wollte ich wissen und sah ihm fest in die Augen. Er stutzte verwundert.
„ Warum was?“, fragte er argwöhnisch. Ich seufzte und überlegte mir meine nächsten Worte sehr genau.
„Warum hast du mich gerettet? Ich meine, du hattest hier die beste Gelegenheit mich verschwinden zu lassen, ohne Spuren, ohne Zeugen. Stattdessen befreist du mich und heilst mich sogar. Also warum? Erklär es mir.“ Ich erhielt keine Antwort von ihm. Er sah mich nur stumm an, ohne eine Miene zu verziehen. So kam ich nicht weiter, also versuchte ich es anders.
„Bitte verstehe mich nicht falsch, natürlich bin ich dir dankbar dafür, sogar sehr, keine Frage, aber was hat sich an deiner Meinung über mich geändert? Du magst keine Hexen und du magst mich nicht. Jedenfalls war es auf dem Anwesen noch so. Also, warum hast du die günstige Gelegenheit, Rache zu üben, verstreichen lassen?“ Er presste seine Lippen fest zusammen und seine Brauen bildeten eine finstere Linie als er mich schweigend musterte.
„Ist es wegen Duncan?“, hakte ich nach. Schweigen.
„Du willst es mir nicht sagen, oder?“
„Nein“, sagte er bestimmt. Ohne den Blick von mir zu wenden, rückte ein wenig von mir ab.
„Und du redest Unsinn! Wie kommst du nur auf die absurde Idee, ich hätte dich töten wollen? Gut, wir hatten unsere Auseinandersetzungen, aber ich wäre doch nie so weit gegangen. Was denkst du denn von mir!“ Er klang ziemlich verärgert, doch davon ließ ich mich nicht beeindrucken und beobachtete ihn genau. Als er plötzlich meinem Blick auswich, war es schon zu spät. Ich hatte etwas in seinen Augen gesehen, das mich ein bisschen traurig stimmte. Er empfand mehr für mich, als gut für ihn war, doch ich konnte ihm nur meine Freundschaft anbieten, mehr nicht. Und das wusste er. Ich konnte ihm nicht helfen, da ich im Moment ganz andere Sorgen hatte. Er sah abwechselnd von meiner Hand, die seine immer noch hielt, in mein Gesicht. Er schien mit sich zu ringen, bis er kaum hörbar seufzte.
„Also schön“, sagte er leise, „du weißt, ich verehre Duncan sehr. Aber ich fing an, ihn zu beneiden… um dich, und das war nicht gut, sogar verdammt mies. Also wurde es höchste Zeit für mich zu verschwinden. Mehr wirst du von mir dazu nicht hören. Sag einfach Danke und damit ist das Thema ein für allemal erledigt, ja?“, forderte er mich mit einem schiefen Lächeln auf, „ach… und nenn mich ruhig Wicki. Ich habe mich schon daran gewöhnt, und ich glaube, mir würde sonst etwas fehlen.“ Okay, wenn er es so haben wollte, mir sollte es nur recht sein. Ich umarmte ihn fest.
„Danke Wicki. Ich stehe tief in deiner Schuld, wenn ich irgendwas für dich tun kann, sag es mir, bitte“, flüsterte ich in sein Ohr.
Er erwiderte meine Umarmung und drückte mich fest an sich.
„Ach Quatsch, ist doch gern geschehen, Angie“, murmelte er, „tu mir nur einen Gefallen, wenn du Duncan erzählst wie ich dich geheilt habe, warte bitte damit bis ich das Land verlassen habe, ja?“ Lachend versprach ich es ihm, und schon ertönte von draußen ein ungeduldiges Hupen. Libell. Sie hatte ich fast vergessen.
Bei dem Versuch selber zu laufen, wäre ich beinahe über meine eigenen Füße gestolpert. Mist, ich war immer noch ziemlich wackelig auf den Beinen. Leif hob mich kurzerhand hoch und trug mich behutsam die Treppe hinunter. Unten im Hausflur sah ich Troll und Kobold mit verrenkten Gliedern neben der Treppe liegen und zuckte entsetzt zusammen.
„Es ist vorbei, Angie!“, sagte er beruhigend und streichelte tröstend über meinen Arm, „es ist vorbei.“

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Libell hatte inzwischen ihren Land Cruiser direkt vor dem Eingang geparkt und wartete ungeduldig auf uns. Sie hatte die Rückbank mit einer Decke und einigen Kissen ausstaffiert, um es mir so bequem wie möglich zu machen. Leif setzte mich ab, drehte sich jedoch gleich wieder um und ging zu meinem Erstaunen zum Haus zurück.
„Gebt mir noch 10 Minuten, dann können wir fahren“, rief er noch über die Schulter, ehe er im Innern verschwand.
Libell und ich sahen uns an und zuckten gleichzeitig mit den Schultern. Wir hatten keine Ahnung, was er da noch wollte. Ich probierte unterdessen sofort aus, ob die Rückbank für mich genügend Platz zum Liegen bot. Wenn ich meine Beine ein wenig anzog, konnte ich es sogar mir sogar relativ bequem machen. Wunderbar. Aber erst wollte ich mir ansehen, wohin mich die Mistkerle verschleppt hatten. Das kleine zweistöckige Haus sah ziemlich baufällig aus und war von einem mit Unkraut überwuchertem Garten umgeben. Einige Dachziegel fehlten, und mehrere Fenster waren zerbrochen. Die schmutziggraue Farbe blätterte an vielen Stellen ab. Ich schauderte. Nicht nur das Haus, sondern die ganze Umgebung sah ziemlich trostlos aus. Der Himmel war dunkelgrau verhangen und es fing an zu regnen. Na, das passte ja, dachte ich, und wollte nur schnellstmöglich weg von hier. Da erschien auch schon Leif, glitt mit einem breiten Grinsen hinter das Steuer und fuhr los. Nach reichlich Abstand zu dem Haus hielt er wieder an, drehte sich zu mir um und drückte mir mit einem satanischen Grinsen einen kleinen schwarzen Kasten in der Größe einer Streichholzschachtel in die Hand.
„Angie, dir gebührt die Ehre!“
Ich begriff sofort, was er meinte und drückte ohne lange zu überlegen mit einem befriedigenden Lächeln den winzigen roten Knopf. Gleich darauf ertönte eine gewaltige Explosion und das gesamte Haus flog mit einem mordsmäßigen Knall in die Luft. Gottlob war dies eine sehr einsame Gegend. Es gab weit und breit keine Nachbarn, die wir aufschrecken konnten, als ein mächtiger Feuerball in den Himmel schoss. Wir ließen die brennenden Trümmer mit einem befreienden Lachen hinter uns, als Leif das Gaspedal durchtrat und wir endlich das Kapitel Troll und Kobold abschließen konnten.
Leif hielt nur kurz an der nächsten Tankstelle, um vollzutanken und uns bei den McLeods telefonisch anzumelden. Währenddessen versorgte Libell uns mit Schokoriegeln und Getränken, um wenigstens den ersten Hunger zu stillen. Dann setzten wir die Reise ohne Stopp fort. Unterwegs fragten sie mich abwechselnd mindestens ein Dutzendmal wie es mir ging und ob ich es auch bequem hätte. Ich wusste ihre Besorgnis zu schätzen, sie meinten es ja nur gut und ich mochte sie sehr. Aber nachdem ich ihnen genauso oft versichert hatte, dass es mir blendet ging, sie mich aber weiterhin mit ihrer besorgten Fragen löcherten, verdrehte ich genervt die Augen und drohte damit, sie am Steuer abzulösen, um es ihnen zu beweisen.
Das half.
Na also, geht doch, dachte ich grinsend und konnte mich endlich in die warme Decke kuscheln und döste ein.
Als Leif vor einem schmucken Häuschen, einer Bed & Breakfast Pension, hielt, wachte ich auf. Erstaunt stellte ich fest, dass es schon Nachmittag war und ich tatsächlich fast drei Stunden fest und traumlos geschlafen hatte. Ich fühlte mich gut und hatte mich soweit erholt, dass ich alleine gehen konnte.
Ian und Mary McLeod waren ein nettes älteres Ehepaar, das schon vor dem Haus auf uns wartete und uns freundlich begrüßte. Ohne Fragen zu stellen, brachte Ian uns zu unseren Zimmer, die in einem größeren Anbau zum Garten hinaus lagen. Mary wollte sich unterdessen um das Essen kümmern. Die Zimmer waren zwar klein, aber hell und hübsch eingerichtet. Für unsere Zwecke genau richtig und ausreichend, da wir unseren Aufenthalt ja so kurz wie möglich halten wollten. Libell verschwand sofort zu einer Shoppingtour in dem kleinen Ort, Leif zog sich in das andere Zimmer zurück und ich ging sofort ins Bad. Dort fand ich alles vor, was ich brauchte und putze mir zuerst ausgiebig die Zähne. Die anschließende Dusche war so eine Wohltat, dass ich mich zwingen musste, sie, nachdem ich fast den gesamten Vorrat an Shampoo und Duschgel aufgebraucht hatte, wieder zu verlassen. Als ich mich später in das flauschige Badetuch hüllte und meine Haare trocknete, wurde mir etwas schwindelig. Ich spürte wie meine Kräfte nachließen und setzte mich schnell auf das Bett.

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Verdammt, das konnte doch nicht nur mit dem Blutverlust zusammenhängen, oder mit dem Hunger, da musste doch noch mehr sein! In dem Moment kam Libell mit mehreren großen Tüten beladen zurück und hörte mein lautes Fluchen. Sie legte die Tüten ächzend auf das andere Bett und warf mir eine zu.
„Ach Angie, nun sei nicht so ungeduldig, das wird schon wieder“, sagte sie, während sie eine knallrote Bluse aus eine der Tüten zog und kritisch von allen Seiten geäugte. Schließlich warf sie sie achtlos auf das Bett, um ein azurblaues T-Shirt hervorzuziehen. Nach einer genauso gründlichen Inspektion, nickte sie wohlwollend.
„Nach dem Essen geht es uns allen besser. Sollst mal sehen, wenn wir in ein paar Stunden auf dem Anwesen eintreffen, bist du fast wieder wie neu. So, ich hoffe, ihr habt noch genügend heißes Wasser übrig gelassen. Ich werde mich jetzt auch unter die Dusche begeben.“ Sie warf mir ein aufmunterndes Lächeln zu und suchte ihre Sachen zusammen. Ich seufzte, vielleicht hatte sie ja recht. Geduld war noch nie meine Stärke gewesen. Also begann ich neugierig in der großen Tüte zu wühlen, um zu sehen, was sie mir mitgebracht hatte.
Oh nein! Entsetzt hielt ich einen verboten kurzen schwarzen Minirock aus Leder, der kaum breiter als ein Gürtel war, hoch.
„Das ist doch wohl nicht dein Ernst, oder?“
„Wenn Duncan wirklich sauer auf dich sein sollte, musst du eben alle Register ziehen“, meinte sie grinsend. Aber so bestimmt nicht! Ärgerlich warf ich den Fetzen Leder wieder in die Tüte… zu dem mindestens eine Nummer zu kleinem bauchfreien Top aus glitzernden Pailletten, den Netzstrümpfen und dem Hauch von Dessous. Die silberglänzenden High-Heels beachtete ich erst gar nicht!
„Das ist nicht mein Stil!“ Himmel, was hatte sie sich nur bei dem nuttigen Outfit gedacht? Duncan würde mich für verrückt halten, wenn er es nicht sowieso schon tat. Ich biss mir auf die Lippen, als ich plötzlich daran denken musste, wie Duncan das Gespräch mit Leif ziemlich abrupt abgebrochen hatte. Das konnte nichts Gutes bedeuten und ein unangenehmes Gefühl beschlich mich. Augenrollend nahm sie mir die Tüte wieder ab und drückte mir eine andere in die Hand.
„Das dachte ich mir schon. Da sind eine Jeans und ein warmer Pullover drin. Eine warme Jacke müsste auch dabei sein. Aber auf die sexy Unterwäsche bestehe ich!“ Sie deutete meine bekümmerte Miene falsch.
„Ach komm schon Angie, das sollte ein Witz sein!“, sagte sie entschuldigend. Stirnrunzelnd beobachtete sie mich.
„Oder machst du dir etwa Sorgen wegen Duncan? Ich glaube, das musst du nicht. Ich denke, er wird schon ungeduldig auf dich warten. Soweit ich das mitbekommen habe, liebt er dich, und du ihn. Also kommt auch alles wieder in Ordnung, ganz bestimmt!“ Ich teile ihren Optimismus zwar nicht ganz, fühlte mich aber durch ihre aufmunternden Worte gleich ein wenig besser.
Sie verschwand in der Dusche, und ich zog mich endlich an. Sie hatte wirklich ein ausgezeichnetes Gespür und zwar nicht nur in Sachen Mode, sondern bis auf den scheußlichen Witz in der einen Tüte, hatte sie auch genau meine richtige Größe erwischt, das musste der Neid ihr lassen. Alles passte perfekt. Sogar die bequemen Sneakers waren farblich abgestimmt auf den weichen Kaschmirpullover in Aubergine. Wir trafen uns wieder in der geräumigen Küche, in der Mary schon mit dem köstlichen Essen auf uns wartete, und wie stürzten uns mit Heißhunger darauf. Zumindest ich hatte seit Tagen, außer den Müsliriegeln, die Libell mir während meiner Gefangenschaft heimlich zugesteckt hatte, nichts mehr gegessen. Ungeniert verputzen wir alles, was auf dem reichgedeckten Tisch stand. Selbst von dem lauwarmen, wunderbar cremigen und aromatischen Käsekuchen mit der dicken Schicht buttriger Streusel, den Mary extra für uns gebacken hatte, blieb nur das Anstandsstückchen übrig. Da wir es eilig hatten, verabschiedeten uns auch alsbald von Ian und Mary, die es sich nicht nehmen ließen, jedem von uns noch ein riesiges Lunchpacket in die Hand zu drücken. Geld lehnten sie lächelnd ab und wünschten uns nur eine gute Reise. Diesmal fuhr Libell, und ich machte es mir wieder auf meiner Rückbank bequem. Nachdenklich sah ich aus dem Fenster, während Leif und Libell sich leise unterhielten. Was würde mich auf dem Anwesen erwarten?

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Meine Gedanken kreisten abwechselnd um die beiden Männer, die zu dem Wichtigsten in meinem Leben geworden waren – um Duncan und Shadow. Obwohl ich Shadow noch nicht allzu lange kannte, hatte er schon einen sicheren Platz in meinem Herzen eingenommen. Hoffentlich hatte ich mit meiner dämlichen Aktion nicht zu viel Schaden angerichtet und die beiden konnten mir verzeihen. Doch als Leif feixend erzählte, dass der Mini, den ich mir „ausgeliehen“ und bei dem Unfall zu Schrott gefahren hatte, Henry gehörte, sank ich stöhnend zurück in die Polster und schloss meine Augen. Mist, das auch noch… armer Henry! Demnach hatte ich ihm doppelt übel mitgespielt. Aber ich konnte es nicht nun mal nicht ungeschehen machen, also musste ich es auf irgendeine Art und Weise wieder gut machen. Als ich laut und vernehmlich seufzte, lächelte mir Libell beruhigend in dem Rückspiegel zu und versuchte mich abzulenken, indem sie eine seichte Unterhaltung über die neuesten Filme und Musik begann. Doch ich war nicht ganz bei der Sache und antwortete nur halbherzig. Je länger wir unterwegs waren, desto unruhiger wurde ich. An Schlaf war auf der letzten Etappe auf unserer Reise überhaupt nicht mehr zu denken. Die Unterhaltung plätscherte nur noch leicht vor sich hin und verstummte dann ganz. Ich weiß nicht, wie viele Stunden wir unterwegs waren, ich hatte jedes Zeitgefühl verloren und sehnte einfach nur das Ende unserer Fahrt herbei. Nach einem weiteren Fahrerwechsel schienen wir unserem Ziel immer näher zu kommen, da mir die Landschaft immer bekannter vorkam. Ich setzte mich aufrecht hin und starrte erwartungsvoll aus dem Fenster. Wenn mich nicht alles täuschte, musste gleich die kleine Abzweigung kommen. Und schon bog Leif ab und hielt nach einer Weile neben dem kleinen unscheinbaren Baum, der mittlerweile keine Blätter mehr trug. Er streckte seinen Arm aus und berührte mit seiner flachen Hand die Rinde. Schon erschien wie aus dem Nichts das prachtvolle Tor, öffnete sich und gab den Blick auf das dahinter liegende imposante Anwesen frei.
„Wow! Das sieht ja fantastisch aus!“, rief Libell begeistert.
Ihr erging es genau wie mir, als ich zum ersten Mal durch das Tor fuhr. Da ich das Anwesen mittlerweile als meine zweite Heimat betrachtete, fühlte es sich an, als ob ich nach Hause zurückkehrte. Trotzdem beschlich mich ein beklemmendes Gefühl, als Leif mit Schrittgeschwindigkeit an den imposanten Gebäuden vorbei fuhr und ihr erklärte, welchem Zweck sie dienten. Es war weit nach Mitternacht, und niemand war mehr auf den Wegen. Selbst die Gargoyles zeigten sich nicht. Nervös drehte ich ein paar Haarsträhnen um meine Finger. Wird überhaupt jemand da sein, um mich zu empfangen? Endlich hielt Leif vor dem Gebäude mit der schwarzen Orchidee über dem Eingang. Da standen sie. Mary, Henry, Mythos und Shadow warteten vor der Treppe. Duncan war nicht dabei. Shadow lächelte liebevoll und öffnete die Wagentür. Er half mir beim Aussteigen und zog mich dabei gleich in seine Arme. Er drückte mich an sich und versicherte mir gleichzeitig, wie froh er war, dass ich endlich wieder da war. Vor Erleichterung fing ich an zu weinen und klammerte mich an ihn. Es tat so gut, und ich fühlte mich gleich geborgen.
„Oh Shadow, es tut mir so leid, ich wollte dir doch keinen Kummer bereiten, ich wollte ja zurück, aber… ich konnte dich nicht erreichen, weil….“ Schniefend verhaspelte ich mich. Er strich mir sogleich beruhigend über den Kopf.
„Scht… ich weiß. Ganz ruhig… nun bist du ja wieder da, das ist die Hauptsache. Über alles andere reden wir später“, murmelte er an meiner Wange. Ich konnte nichts weiter sagen und nickte nur. Als ich mich etwas beruhigt die Tränen abgewischt hatte, sah ich in die freundlich lächelnden Gesichter der anderen. Henry wirkte etwas verlegen und wich meinem Blick aus. Seufzend ließ ich Shadow los, ging sofort zu ihm, streckte ihm meine Hand entgegen und lächelte ihn reumütig an.
„Oh Henry, es tut mir so wahnsinnig leid. Ich wollte das alles nicht. Hoffentlich können Sie mir verzeihen?“ Er winkte verschämt ab und schüttelte kräftig meine dargebotene Hand.
„Natürlich, Miss Angie… schon gut, alles in Ordnung. Hauptsache sie sind gesund wieder da. Wo ist denn der Mini?“ Fragend sah er an mir vorbei zu Leif. Der schlug ihm nur auf die Schulter und drückte ihm die Schlüssel des Cruiser in die Hand.
„Später, Henry. Kümmerst du dich bitte um den hier?“Zuerst runzelte Henry misstrauisch die Stirn, doch dann nickte er freudestrahlend.
„In Ordnung… später“, und war auch schon mit dem Auto verschwunden. Mythos, wie immer freundlich und charmant, begrüßte mich mit einem erleichterten Lächeln und verabschiedete sich auch gleich wieder in einem Atemzug.

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Er hätte noch einige dringende Sachen zu erledigen, entschuldigte er sich. Um diese Zeit? Skeptisch sah ich ihm hinterher, doch Mary lenkte mich ab, indem sie mich einfach schnell an sich drückte, ‚dem Himmel sei Dank‘ flüsterte und auch schon wieder ins Haus verschwand. Shadow legte einen Arm um mich, als ich fröstelnd die Schultern hochzog. Es war empfindlich kalt und der Wind war eisig.
„Nun kommt rein, hier draußen ist es zu kalt und ungemütlich“, sagte er und schob mich durch die Eingangstür. In der großen Halle blieben wir stehen und Shadow wandte sich an Libell, die die ganze Zeit geduldig gewartet hatte.
„Ich möchte Sie herzlich Willkommen auf meinem Anwesen heißen, Prinzessin. Ich bin sehr erfreut, Ihre Bekanntschaft zu machen.“ Mit einer formvollendeten Verbeugung neigte er sich über ihre Hand und deutete einen Handkuss an. Libell starrte ihn nur mit großen Augen hingerissen an.
„Ich freue mich auch…“, stammelte sie plötzlich ganz schüchtern. Ich verkniff mir ein Grinsen, denn mich interessierte etwas ganz anderes. Wo war Duncan? Ich konnte ihn zwar spüren, aber auch hier unten war er nicht. Aufgewühlt biss ich mir auf die Lippen. Die erste Hürde hatte ich überraschend leicht überwunden, allerdings stand mir die schwerste noch bevor. Da legte Shadow eine Hand auf meine Schulter.
„Geh ruhig zu ihm, er wartet oben auf dich, Kleines“, sagte er sanft. „Leif wird mir inzwischen alles erzählen, nicht wahr?“ Fordernd sah er ihn an und als der eilfertig nickte, nahm er Libell sachte am Ellbogen und dirigierte sie in Richtung Esszimmer.
„Kommen Sie, meine Liebe, Mary hat einen kleinen Imbiss für uns zusammengestellt, Sie müssen hungrig sein. Du natürlich auch Leif. Ich bin schon sehr gespannt auf deinen Bericht.“
Plötzlich stand ich ganz alleine in der großen Halle und blickte seufzend nach oben. Okay, dann mal los. Ich wollte eigentlich die Treppe hochstürmen, aber diese eigenartige Erschöpfung griff wieder nach mir. Also ging ich vorsichtig Schritt für Schritt. Als ich oben vor der Apartmenttür stand, wurde mir sogar wieder etwas schwindelig. Verdammt, das konnte ich jetzt überhaupt nicht gebrauchen! Ich versuchte es wegzuatmen, und nach einigen tiefen Zügen ging es mir tatsächlich wieder etwas besser. Entschlossen öffnete ich die Tür.
Da stand er, mein wunderschöner Schotte, groß und kraftvoll. Oh Gott, wie hatte ich ihn vermisst! Sein Lächeln, das mir immer wieder den Atem raubte, seinen Duft, seine Wärme. Ich begehrte ihn so sehr, dass es weh tat und mein Herz flog sofort zu ihm. Sein dunkles, dichtes Haar hatte er mit einer silberfarbenen Schnalle zusammengebunden, auf der seltsame Zeichen abgebildet waren. Er trug eine schwarze Hose und einen grauen Rolli und stand am Fenster wie eine Statue aus Marmor – kalt und unbeweglich mit dem Rücken zu mir. Seine ganze Haltung wirkte derart distanziert, dass ich mich kaum näher wagte, obwohl ich ihn am liebsten umarmt und mich an ihn geklammert hätte, um ihn nie wieder loszulassen. Doch da musste ich durch. Langsam näherte ich mich ihm, bis uns nur noch der Schreibtisch trennte. Das Bild von mir lag darauf und die Kette mit dem Smaragdherz gleich daneben. Er hatte sich immer noch nicht gerührt und starrte weiter aus dem Fenster, obwohl er genau wusste, dass ich hinter ihm stand. Ich räusperte mich und holte tief Luft.
„Duncan… bitte“, hauchte ich, denn meine Stimme versagte. Endlich drehte er sich um. Er musterte mich prüfend von oben bis unten.
„Geht es dir gut?“, fragte er kühl.
„Ja“, log ich in ihn an. In Wirklichkeit ging es mir lausig! Ich zuckte innerlich zusammen, als ich ihn mir genauer ansah. Er hatte dunkle Ringe unter den Augen. Seine Miene war eine undurchdringliche Maske, und er sah blass aus. Der Blick aus seinen Augen erschreckte mich am meisten, er war seltsam emotionslos, beinahe gleichgültig.
„Du bist blass“, stellte er fest. Dito dachte ich nur.
„Ich bin nur müde“, sagte ich resigniert. Noch ein kurzer Blick, dann drehte sich wieder zum Fenster. Okay, dass er mich nicht mit offenen Armen empfangen würde, war mir klar gewesen. Aber so? Himmel, wenn er mich doch angeschrien, oder wütend etwas gegen die Wand gepfeffert hätte, wäre es einfacher gewesen. Aber diese Gleichgültigkeit und Kälte konnte ich nicht ertragen! Ich ging langsam um den Schreibtisch herum und legte eine Hand auf seinen Arm.
„Duncan, bitte… es tut mir so leid. Aber versteh mich doch, als du telefoniertest und ich … was sollte ich denn in dem Moment denken?

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Es hat sich für mich nun mal so angehört, als ob du…. Ich weiß, es war ein riesiger Fehler einfach so zu verschwinden, ohne mit dir zu sprechen. Ich wollte mich ja auch später melden, aber mein Handy funktionierte nicht.“ Selbst in meinen Ohren hörte sich diese Ausrede ziemlich lahm an, aber sollte ich ihm gleich von dem Unfall erzählen, bei dem ich fast draufgegangen war? Das konnte ich ihm noch nicht sagen. Zumindest ließ er meine Hand wo sie war und wich nicht vor mir zurück. Ich lehnte vorsichtig meine Stirn gegen seinen Oberarm und genoss seine Wärme und seinen Duft für einen Augenblick. Doch er starrte nur weiter aus dem Fenster. Als er schließlich anfing zu reden, hob ich den Kopf und ließ ihn los.
„Ein paar Minuten nur, hättest du nur ein paar Minuten länger gewartet, dann wäre es nicht so weit gekommen. Angie, meine Nichte Fiona ist erst 12 Jahre alt und ich bin ihr Hüter. Sie wollte dich mit einer großen Feier zu unserer Vereinigung überraschen. Das war das große Geheimnis! Und stell` dir vor, ich war sogar bereit, mein Wort ihr gegenüber zu brechen und wollte es dir sagen, weil ich wusste, dass du genug von der ganzen Geheimniskrämerei hattest!“ Seine kühle Gelassenheit bröckelte, als er sich endlich umdrehte und meine Arme umfasste.
„Als du nicht wiederkamst, habe ich dich gesucht. Doch ich konnte dich nicht finden. Niemand hat dich gesehen. Dann haben… Angie, alle haben dich gesucht! Weißt du überhaupt, was für Sorgen wir uns um dich gemacht haben, als du nicht auffindbar warst? Was für Szenarien wir uns ausgedacht hatten, was mit dir passiert sein konnte?“, sagte er und sah mich dabei vorwurfsvoll an.
„Dann bemerkten wir, dass ein Auto fehlte. Doch Henry versicherte uns immer wieder, dass das nicht möglich sein konnte. Er war total verwirrt. Es sah so aus, als ob ihn jemand manipuliert hatte.“ Vielsagend tippte er sich an die Stirn und sein verächtlicher Blick traf mich tief.
„Da kam mir zum ersten Mal der Verdacht, dass du freiwillig das Anwesen verlassen hast. Du hast mir mal gesagt, dass man dir die Kette nur mit Gewalt abnehmen könnte. Du würdest sie nie freiwillig hergeben. Als ich sie unten neben der Haustür gefunden habe, und bemerkte, dass der Verschluss unversehrt war, wusste ich, dass du mich verlassen hast.“ In seinen Augen sah ich, wie es in ihm anfing zu brodeln und er sich sehr zusammenreißen musste, um nicht zu brüllen. Er umklammerte meine Oberarme fester.
„Ich konnte es nicht glauben“, sagte er noch mühsam beherrscht, „darum habe ich versucht dich auf deinem Handy zu erreichen, ich wollte es von dir hören, mit deinen eigenen Worten! Aber es sprang immer nur die Mailbox an. Shadow vertraute fest darauf, dass du dich bestimmt melden würdest. Du wärst nicht wie deine Mutter, versicherte er mir immer wieder. Oh nein, das bist du wahrhaftig nicht.“ Sein sarkastischer Ton machte mir Angst, doch ich unterbrach ihn nicht.
„Du bist sogar noch schlimmer! Sie hat Shadow wenigstens noch eine Nachricht hinterlassen. Doch du bist ohne ein Wort einfach verschwunden!“ Er schnippte mit dem Finger.
„Einfach so!“ Meine Augen brannten. Es tat weh, dass er mich mit dieser Frau verglich. Ich war nicht wie sie! Auf keinen Fall! Sein fester Griff schmerzte langsam, und ich musste mir auf die Lippe beißen, um einen Aufschrei zu unterdrückten, während er mit seiner Anklage fort fuhr.
„Dann kam der Anruf von Leif.“ Er schüttelte langsam den Kopf.
„Nicht zu wissen, wo du bist, was passiert ist, warum du mich ohne ein Wort verlassen hast, war schon bitter genug, …dann feststellen zu müssen, dass es nur ein dummes Missverständnis war….“ Anklagend ruhte sein Blick weiter auf mir.
„Ich kann ja nachvollziehen, dass du durch die Geschichte mit Shadow etwas überreagiert hast. Ich bin der letzte, der dafür kein Verständnis hat, aber weißt du, was das Schlimmste für mich war?“ Ich brachte kein Wort raus und schüttelte nur stumm den Kopf.
„Das Schlimmste war, dass du mir so etwas überhaupt zugetraut hast!“ Oh mein Gott, ich hasste mich in diesem Moment, dass ich ihm das angetan hatte, und dass ich nichts darauf erwidern konnte. Er ließ mich so abrupt los, als hätte er sich an mir verbrannt. Kurz geriet ich ins Wanken und konnte dem Drang meine schmerzenden Arme zu reiben nur schwer wiederstehen konnte. Frustriert fuhr er sich mit beiden Händen durchs Haar.
„Ich weiß nicht, ob ich das noch einmal durchmachen kann, Angie… ich weiß es wirklich nicht!“
„Duncan, das wird nie wieder geschehen, das verspreche ich dir“, versicherte ich ihm eindringlich,
„oder schwöre es, wenn du willst. Ich weiß ja auch nicht, was in mich gefahren ist. Wenn ich es nur ungeschehen machen könnte, aber das kann ich nun mal nicht, genauso wenig kann ich die Zeit zurückdrehen. Und glaub mir, ich habe meine Lektion gelernt.“

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In seinen Augen blitze kurz etwas auf, was ich nicht deuten konnte, dann drehte er sich um und ging zur Tür. Entgeistert beobachtete ich, wie er eine kleine Reisetasche, die die ganze Zeit neben der Tür gestanden hatte, aufhob und im Begriff war, den Raum zu verlassen.
„Duncan, was hast du vor? Oh nein, bitte tu das nicht!“ Ich verstand ja, dass er mit Recht wütend auf mich war, aber warum war er so unerbittlich? Das konnte er doch nicht tun! Warum lief denn auf einmal alles so schief?
Ich wollte zu ihm, aber meine Beine drohten mich im Stich zu lassen und ich musste mich schnell an dem Stuhl festklammern, um nicht hier und jetzt zusammenzubrechen. Das war der denkbar ungünstigste Zeitpunkt. Verdammt, ich wollte nicht wie ein schwaches Frauchen wirken, das bei jeder Gelegenheit in Ohnmacht fiel, oder mitleiderregend in Tränen ausbrach, um jemanden umzustimmen. Ich riss mich so gut es ging zusammen, als er sich zu mir drehte.
„Ich muss. Es hat nichts mit dir oder uns zu tun, es ist eine wichtige Ordensangelegenheit.“ Er schloss mich also aus! Ich hätte schreien können, doch stattdessen nickte ich nur.
„Aber du kommst wieder, oder?“, fragte ich leise. „Bitte sag ja, BITTE!“ Er nickte.
„In ein paar Tagen bin ich wieder da“, sagte er ohne mich anzusehen.
Ich wollte ihm noch so viel erklären, ihn anflehen zu bleiben, doch die Zeit reichte nicht.
„Pass auf dich auf, ja?“, brachte ich noch leise heraus. In der einen Hand die Klinke, in der anderen die Tasche haltend antwortete er nur: „Tu ich doch immer.“ Dann war er weg. Geschockt starrte ich auf die geschlossene Tür und konnte es kaum glauben. Er war wirklich gegangen, er war weg und hatte mich hier stehen lassen! Ich schlug eine Hand vor den Mund und unterdrückte ein Wimmern. Dann waren meine Kraftreserven endgültig aufgebraucht. Ich sackte zusammen und landete auf meinen Knien. Ich hoffte immer noch, dass es nur ein Alptraum war und er jeden Moment wieder zurück durch die Tür kam, um mich in seine Arme zu nehmen. Doch die einzigen, die nach einiger Zeit erschienen, waren Shadow und Libell. Shadow sah mich auf dem Boden knien und war sofort an meiner Seite, um mich aufzuheben. Fassungslos klammerte ich mich an seinen Arm.
„Shadow, er ist weg!“, stammelte ich. „Ich weiß ja, dass ich großen Mist gebaut habe, aber warum ist er einfach gegangen? Warum ist er nur so kaltblütig? Da stimmt doch was nicht. Und was ist das für eine dringende Ordensangelegenheit, die nicht einmal ein paar Stunden warten kann? Warum ausgerechnet jetzt?“
„Darüber reden wir morgen, Kleines. Mach dir keine Sorgen, jetzt musst du dich zuerst ausruhen. Leif hat mir ausführlich Bericht erstattet. Morgen, vielmehr heute Morgen wird unser Dr. Home dich gründlich untersuchen. Er ist ein ausgezeichneter Heiler.“ Ich konnte vor Erschöpfung kaum noch die Augen offenhalten, aber ich bemerkte dennoch, wie Shadow mir auswich. Aber ich war einfach zu müde, um weitere Fragen zu stellen. Er trug mich ins Schlafzimmer und legte mich behutsam auf das breite Bett.
„Habe Vertrauen, Angie und schlaf jetzt“, sagte er leise und strich mir lächelnd die Haare aus dem Gesicht. „Ich bin so froh, dass du wieder da bist. Alles andere wird sich finden.“ Er küsste mich auf die Stirn und ließ mich mit Libell alleine. Sie half mir, mich bettfertig zu machen, deckte mich zu, und noch bevor sie den Raum verließ, war ich schon fest eingeschlafen.

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Leises Lachen weckte mich nach einem tiefen, traumlosen Schlaf. Ich öffnete gähnend meine Augen und sah Shadow und Libell, die auf dem kleinen Sofa saßen, die Köpfe zusammensteckten und sich angeregt unterhielten. Na, was bahnte sich denn da an? Schmunzelnd setzte ich mich auf. Ich unterbrach diese traute Zweisamkeit nur ungern, aber… plötzlich kam mir ein Gedanke. Haben die beiden etwa die ganze Zeit über hier meinen Schlaf bewacht? Hoffentlich nicht.
„Guten Morgen, ihr zwei.“ Shadow und Libell fuhren wie ertappt auseinander und Libell wurde sogar ein bisschen rot. Sie stand auf und grinste mich verlegen an.
„Guten Morgen Angie… oder guten Mittag, es ist ja schon nach eins. Schön, dass du endlich wach bist, ich besorge mal gleich Kaffee, ja?“, sagte sie auf dem Weg zur Tür. Shadow setze sich lächelnd zu mir aufs Bett und nahm meine Hand. Seine Augen glitzerten silbern, als er mir liebevoll die Wange tätschelte.
„Hallo, mein Kleines. Gut geschlafen? Du siehst jedenfalls schon viel besser aus als bei deiner Ankunft. Trotzdem wird gleich Dr. Home kommen und dich gründlich untersuchen. Leif hat mir von deinem Unwohlsein berichtet und das macht mir Sorgen. Möchtest du vorher noch etwas?“ Ich versuchte den Pelz in meinem Mund runter zu schlucken.
„Oh ja, da gibt es Einiges. Duschen, Kaffee, Frühstück, Antworten auf meine Fragen vielleicht? Okay, das Bad hat Vorrang. Aber danach müssen wir unbedingt reden!“ Ich sprang aus dem Bett und wartete auf den Schwindel, der aber Gott sei Dank ausblieb. Shadow verabschiedete sich mit dem Versprechen, nebenan auf mich zu warten. Ich schaffte es gerade noch, mich zu duschen, meine Haare zu trocknen und mich anzuziehen, doch als ich wieder im Schlafzimmer vor dem großen Spiegel stand, und den Knopf meiner Jeans schloss, kehrte nicht nur der Schwindel, sondern auch mein Kummer wegen Duncan mit voller Wucht zurück. Es war zum Verrücktwerden! Ich setzte mich kraftlos auf das Bett, zog sein Kissen seufzend an mich und presste mein Gesicht hinein, um seinen Geruch tief einzuatmen. Der ganze Raum war noch mit seinem Duft getränkt und mir kamen die Tränen. Duncan fehlte mir… In dem Schlafzimmer sah es so aus, als ob ich nie weggewesen wäre. Alles stand noch genauso an seinem Platz, wie ich es verlassen hatte. Selbst das rote Kleid, das ihm so gut an mir gefallen hatte, hing auf einem Bügel an der Schranktür, so, als hätte es auf mich gewartet. Als ich unser Gespräch noch einmal Revue passieren ließ, konnte ich mir einfach nicht erklären, warum alles so schief gelaufen war. Ich hatte fast den Eindruck, als wollte er mir partout nicht verzeihen. Aber weshalb nur? Und wohin war er so plötzlich aufgebrochen? Er würde wiederkommen, hat er gesagt… aber nicht wann. In ein paar Tagen? Das war mir zu vage. Seufzend wischte ich die letzten Tränen weg. Trübsal blasen oder in Selbstmitleid ertrinken, nützte mir nichts. Ich wollte um ihn, um uns, kämpfen, und wenn es das Letzte war, was ich tun konnte! So leicht gab ich jedenfalls nicht auf. Nur Shadow konnte mir vielleicht die richtigen Antworten liefern, und den musste ich jetzt fragen!
Im Wohnzimmer saßen Libell und Shadow an dem Tisch vor dem Kamin und musterten mich besorgt. Mit zusammengepressten Lippen setzte ich mich zu ihnen. Obwohl ich bestimmt schlimm aussah mit meinen vom Weinen roten Augen und dem verquollenen Gesicht, verloren sie kein Wort darüber. Ich bedankte mich bei ihnen dafür mit einem schiefen Lächeln.
„Mit einem lieben Gruß von Mary und du sollst ja nichts übriglassen“, sagte Libell und goss uns schmunzelnd Kaffee ein, „sie ich wirklich ein Schatz.“
Ja, das war sie. Für mich stand ein Frühstück bereit, mit dem mindestens fünf Personen satt werden konnten. Shadow nippte an seinem Kaffee und verzog augenblicklich das Gesicht. Ich wusste, er bevorzugte Tee, aber tapfer nahm er noch einen zweiten Schluck.
„Polly lässt dich übrigens herzlich grüßen“, sagte er und stellte die Tasse weit von sich, „sie ist mit den Kindern unterwegs zu Aaron und bedauert es sehr, dich verpasst zu haben.“ Schade, aber nicht zu ändern. Mein lautes Magenknurren erinnerte mich daran, dass ich zuletzt bei den McLeods etwas gegessen hatte und beschloss die Befragung bis nach dem Frühstück zu verschieben. Trotz meines Kummers, machte ich mich mit großem Appetit über die Köstlichkeiten, die Mary für mich zusammengestellt hatte, her. Libell und Shadow griffen auch noch einmal zu, obschon sie ihr Frühstück schon vor Stunden gemeinsam mit Mary eingenommen hatten. Sie waren erst kurz vor meinem Aufwachen ins Schlafzimmer gekommen, um nach mir zu sehen.

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Das beruhigte mich sehr, und nach der vierten Tasse Kaffee war ich definitiv voll bis oben hin. Mir blieb jedoch keine Zeit Shadow endlich ins Gebet zu nehmen, da es in dem Moment laut und vernehmlich an der Tür klopfte.
„Das wird Dr. Home sein. Ach ja, und wundere dich bitte nicht“, warnte Shadow mich grinsend, stand auf und öffnete die Tür. Ein kleiner hagerer Mann schob ihn mit einem ungeduldigen Grunzen aus dem Weg und steuerte flink wie ein Wiesel auf mich zu. Mit einem freundlichen Lächeln stellte er sich als Dr. Home vor und nahm gleich mir gegenüber Platz. Shadow und Libell wurden von ihm völlig ignoriert, die daraufhin mit einem aufmunternden Lächeln in meine Richtung den Raum verließen. Ich musterte den Doktor ein wenig skeptisch, da er sich durch seine ganze Erscheinung und sein Auftreten doch sehr von den anderen Heilern, denen ich bisher begegnet bin, unterschied. Er trug einen ganz normalen grauen Anzug, der allerdings ziemlich zerknittert war und seine besten Tage schon lange hinter sich hatte. Sein Oberhemd zierten einige bunte Flecken, deren Herkunft ich nicht wissen wollte. Seine wirre Mähne aus mahagonifarbenen Locken erinnerte ein bisschen an den Afrolook aus den Siebzigern. Er trug eine Brille mit dicken schwarzen Rändern, die ihm ständig von der Nase zu rutschen drohte und die er immer wieder energisch zurückschob. Hinter den Gläsern jedoch funkelten intelligente blaue Augen, mit denen er mich aufmerksam musterte. Als er mir die Hand mit einem festen warmen Händedruck schüttelte, fühlte er gleich nach meinem Puls und begann sofort mit seiner angenehmen Stimme gezielte Fragen zu stellen. Fast beiläufig untersuchte er mich dabei so gründlich, dass ich meinen ersten Eindruck von ihm revidierte, denn er schien wirklich etwas von seinem Fach zu verstehen. Abschließend setzte er sich wieder, murmelte stirnrunzelnd ein paar Worte in einer fremden Sprache und goss sich seelenruhig eine Tasse Kaffee ein, die er dann mit Schwung zu seinem Mund führte. Dass dabei ein paar Tropfen auf seinem Hemd landeten, schien ihn nicht weiter zu stören. Gott sei Dank war der Kaffee nur noch lauwarm, dachte ich bei mir, als er die Tasse in einem Zug leerte. Amüsiert reichte ich ihm schnell eine Servierte, die er einen Moment lang fragend ansah. Dann wischte er sich damit über die Stirn und stopfte sie anschließend in die leere Tasse. Oha. Seine Brille balancierte schon wieder vorne auf seiner Nasenspitze, als er sich freundlich lächelnd zurücklehnte und die Fingerspitzen aneinander legte. Ich biss mir auf die Lippen, um nicht laut loszuprusten. Was für ein drolliger Mann!
„Also soweit sind Sie körperlich topfit, Miss Angie“, stellte er fest und schob seine Brille wieder an ihren Platz, „ nur Ihre Erschöpfung und der Schwindel machen mir Sorgen. Ich werde noch eine Blutprobe nehmen und im Labor gründlich analysieren. Es dauert nicht lange, höchstens eine Stunde. Danach werden wir wissen, was mit Ihnen nicht stimmt.“ Okay… als ich sah, wie er in dieser fremden Sprache vor sich hin brummelnd in seiner schwarzen Tasche wühlte und nach einer Weile ein Spritzenset und einen kleinen Schlauch triumphierend in die Höhe hielt, wurde mir doch etwas mulmig. Zögernd streckte ich im meinen Arm entgegen und machte mich schon auf das Schlimmste gefasst. Doch widererwartend war er sehr umsichtig und ich spürte noch nicht einmal den Einstich. Nachdem er die Blutprobe sicher in der Tasche verstaut hatte, ging er ohne ein weiteres Wort und ließ die Tür für Shadow und Libell offen.
„Sag mal, das ist euer Doktor? Was für eine Spezies ist er denn?“, fragte ich Shadow, der lächelnd nach Libell wieder Platz genommen hatte, während ich den restlichen Orangensaft gerecht unter uns aufteilte.
„Ja, er ist ein Phänomen, nicht wahr? Ich habe ihn vor vielen Jahren in Transsylvanien entdeckt. Er ist durch und durch ein Mensch.“ Ich verschluckte mich fast an meinem Saft.
„Wie bitte, er ist ein Mensch? Aber wie passte er denn hierher auf das Anwesen?“
„Das ist ja das Phänomen, obwohl er schon über 200 Jahre alt ist, altert er nicht und keiner weiß warum. Zugegeben, er ist ein bisschen eigenartig, aber auf seinem Gebiet eine Koryphäe. Doch nun zu dir. Was hat denn Home gesagt?“
„Soweit ist alles in Ordnung. Er will nur noch mein Blut untersuchen. In einer Stunde wissen wir mehr“, antwortete ich knapp, denn nun wurde es Zeit für ein ganz anderes Thema. Streng nahm ich Shadow ins Visier.
„Also… was ist hier los? Wohin musste Duncan so schnell? Und komm mir nicht wieder mit ‚Ich kann es dir nicht sagen, weil ich mein Wort gegeben habe‘, sonst schreie ich! Davon habe ich nämlich die Nase gestrichen voll! Keine Ausflüchte und Beschönigungen, bitte!“

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Shadow sah schuldbewusst an mir vorbei und strich sich verlegen über die Nase. Oh nein! Ich verdrehte stöhnend die Augen und wollte ihm gerade dementsprechend meine Meinung sagen, als mich ein verschlagenes Lächeln von ihm verblüfft innehalten ließ. Seine Augen waren in diesem Moment tiefschwarz, als er mir zuzwinkerte.
„Er hat mir das Versprechen abgerungen DIR nichts zu sagen. Aber von Libell war nicht die Rede!“Oh, wer hätte das gedacht! Mein Vater, das ausgefuchste Schlitzohr! Libell sah ein bisschen verwirrt zwischen uns hin und her, dann zuckte sie die Achseln.
„Ich weiß zwar nicht, was ihr meint, oder um was es geht, aber bitte, ich höre?“ Shadow lehnte sich zurück.
„Einen Tag nachdem Angie verschwunden war, gab es einen Bombenanschlag in Glasgow“, sagte er ernst. Libell und ich zogen hörbar die Luft ein, aber Shadow hob gleich beschwichtigend die Hände.
„Wartet. Tiago und Jean waren an dem Tag in der Stadt und wollten sich mit Eric in unserem dort befindlichen Büro treffen. Zum Glück erhielten wir eine anonyme Warnung und konnten das Gebäude, in dem die Bombe hochgehen sollte, rechtzeitig evakuieren. Es wurde niemand verletzt. Eric versuchte noch, sie zu entschärfen, doch er konnte nichts tun, außer sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Das merkwürdige an der Bombe war nämlich, dass es keinen Zeitzünder oder etwas in der Art gab. Er fand nur später heraus, dass sie magisch gezündet wurde. Wahrscheinlich ein neuartiger Typus, der den Verdacht nahelegt, dass Schwarz-Magier im Spiel sind.“ Libell nickte grimmig und ballte ihre Fäuste.
„Das war bestimmt Battle der Magier, der auch meine kleine Schwester entführt hat. Er war der Vertraute von dem Troll, der wiederum für Dungeon gearbeitet hat.“ Ich hatte zwar noch nie etwas von ihm gehört, stimmte ihr aber zu.
„Das wissen wir nicht mit Bestimmtheit“, sagte Shadow, „ aber vieles deutet daraufhin, dass Battle seine Hände im Spiel hatte, oder zumindest einer seiner Handlanger. Das haben wir am Tatort gefunden. Was hältst du davon?“ Er gab mir eine kleine rote Schuppe, die ich sofort genau unter die Lupe nahm.
„Das ist keine echte“, stellte ich gleich fest, „aber gut nachgemacht. Das muss eine Art Kunststoff sein. Es scheint so, als ob Dungeon wieder im Geschäft ist und uns dieses hier als seine Visitenkarte hinterlassen hat!“
„Das dachten wir uns auch. Sie ist aus dem gleichen Material wie die Bombe. Duncan verfolgt eine heiße Spur, die nach Le Havre in Frankreich führt. Er ist dort Undercover unterwegs, um jemanden zu kontaktieren, der… “
„Was?“, unterbrach ich ihn entsetzt und sprang auf. Hatte ich mich gerade verhört?
„Willst du damit sagen, dass er alleine auf dieses Himmelfahrtskommando gegangen ist? Ohne Rückendeckung? Ist er denn wahnsinnig geworden?“ Das durfte doch nicht wahr sein! Shadow zuckte mit den Schultern.
„Er hat sich freiwillig gemeldet, weil niemand außer ihm zur Verfügung stand. Jean, Tiago und Eric sind in Glasgow geblieben, um die Spuren vor Ort zu sichern. Sie arbeiten mit unseren Kontaktleuten bei der Glasgower Polizei eng zusammen. Die anderen Brüder sind zu weit entfernt oder nicht zu erreichen, also blieb nur er. Ich habe ihn noch ausdrücklich auf die Gefahren hingewiesen, aber er… Angie, er wollte es so, unbedingt. Was hatte ich denn für eine Wahl?“ Fassungslos starrte ich ihn an.
„Es ihm verbieten vielleicht?“ Shadow zog eine Augenbraue hoch und sah mich vielsagend an.
„Okay, ich verstehe schon“, seufzte ich und setzte mich wieder. Duncan der alte Sturkopf ließ sich nichts verbieten!
„Angie, er war in dem Glauben, du hättest ihn verlassen. Nach Leifs Anruf war er kurz versucht, die Sache niederzulegen, doch du kennst ihn ja. Er macht nie einen Rückzieher. Obwohl er schon sehr spät dran war, blieb er noch so lange, um dich zu sehen und sich zu vergewissern, dass es dir gut geht.“

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Er hatte ja recht, nur wusste ich im Moment nicht, ob mich das beruhigen oder aufregen sollte. Bekümmert rieb ich mir geistesabwesend über meine Arme. Duncans kühles Verhalten mir gegenüber ließ mich annehmen, dass er nur aus Pflichtgefühl auf mich gewartet hatte, aber da war doch etwas in seinen Augen gewesen… oder wollte ich das nur sehen? Und dann auch noch die Sache mit der Bombe… Jean und Tiago… Ein forderndes Klopfen unterbrach meine Gedankengänge.
Dr. Home erschien mit meinen Ergebnissen. Wie beim ersten Mal beachtete er Shadow und Libell nicht und setzte sich gleich zu mir. Er stellte ohne Rücksicht auf das Geschirr, das dort noch stand, mit Schwung seine Tasche auf den Tisch. Libell und Shadow reagierten schnell und zogen schleunigst einige Sachen aus der Gefahrenzone und brachten sie grinsend in Sicherheit. Ich bat die beiden zu bleiben, als sie Anstalten machten aufzustehen, denn der ernste Blick von Home beunruhigte mich ein wenig.
„Also Doktor, was stimmt nicht mit mir? Und bitte keine medizinischen Fachausdrücke“, bat ich ihn.
„Wie Sie wünschen, Miss Angie. Um es gleich vorweg zu sagen, es hat nichts mit Ihrem Blutverlust zu tun, obwohl der nicht gerade gering war. Es ist ihr Blut selbst!“ Er nickte so heftig, dass seine Brille wieder mal gefährlich ins Rutschen geriet.
„Ihr Blut ist ein seltsamer Cocktail. Sie haben merkwürdigerweise eine nicht zu bestimmende Blutgruppe. Ich habe hier einmal zum besseren Verständnis die gängigsten Blutgruppen unserer verschiedenen Spezies aufgelistet.“ Er reichte mir ein bedrucktes Blatt, auf dem am unteren Rand ein dicker Kaffeefleck prangte.
>> D2= Drache, M= Mensch, H1= Hexe, V1 = Vampir, D1= Dämon, F1= Fee, E1= Elfe, W1= Werwolf<<
„Es gibt natürlich noch die Gruppen der Mischwesen. Kompatibel mit den verschiedenen Gruppen sind eigentlich nur zwei, höchstens drei. Zum Beispiel V1D1= VD2“, fuhr er fort und gab mir ein zweites Blatt.
„ Hier ist Ihre.“
Auf dem Blatt stand nur >> D2MH1V1D1F1=? << Wer sollte denn daraus schlau werden?
„Und was bedeutet das jetzt für mich?“, fragte ich ihn verwirrt und gab ihm die beiden Papiere zurück.
„Jede dieser Komponenten versucht nun die Machtposition zu übernehmen. Dieser Kampf geht natürlich nicht ohne Folgen ab, daher auch ihr Schwäche und der Schwindel. Bisher konnten die verschiedenen Gruppen ohne Probleme in einer Art Koexistenz friedlich miteinander auskommen, doch als F1 dazukam, wurde etwas Neues aktiviert und die ganze Sache geriet außer Kontrolle. Was helfen würde, wäre eine wohl dosierte Gabe von Duncans Vampirblut. Tja, aber der steht im Moment nicht zur Verfügung, oder?“, sagte Home und schaute mich fast ein wenig verlegen dabei an.
„Muss es denn unbedingt von Duncan sein? Kann nicht auch ein anderer Vampir mir Blut spenden?“
„Nein, da Sie schon einmal von ihm getrunken haben, ist das leider ausgeschlossen.“ Verdammter Mist!
„Aber es muss noch eine andere Möglichkeit geben! Ich kann doch nicht die ganze Zeit hier untätig rumliegen und warten!“, sagte ich zornig. Der Doktor lächelte mich wissend an und tätschelte tröstend meine Hand, die ich schon zur Faust geballt hatte, um sie auf den Tisch zu hauen.
„Das dachte ich mir schon. Ich weiß, Duncan ist im Moment außer Landes. Nur die Ruhe, ich habe hier ein Medikament, das sollte Ihnen helfen, die Zeit zu überbrücken.“ Er zog blindlings einen kleinen Plastikbehälter aus der Tasche, öffnete ihn und legte mir eine kleine unscheinbare weiße Kapsel in die Hand, die nach wenigen Sekunden anfing in meiner Handfläche kaum wahrnehmbar zu vibrieren. Interessiert betrachtete ich sie genauer, konnte aber nichts Besonderes an ihr entdecken.
„Die Kapseln reagieren auf Körperwärme, da wir sie magisch verstärkt haben. Sie helfen Ihnen schnell, wieder zu Kräften zu kommen“, versprach er mir und stellte den kleinen Behälter vor mir auf den Tisch, griff sich den letzten Croissant und biss herzhaft hinein.
„Damit dürften Sie eine Weile auskommen“, sagte er mit vollem Mund, „nehmen Sie morgens und abends eine, das sollte reichen. Allerdings dürfen Sie sich in der Überbrückungsphase nicht die kleinste Infektion leisten, das könnte sonst fatale Folgen haben. Ihr Imunsysthem ist im Moment ziemlich beschäftigt und angeschlagen. Also, seien Sie unbedingt vorsichtig, ja?“

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Geschickt fing er seine Brille im Flug auf, bevor sie auf dem Tisch landen konnte. Dabei musste er den Rest des Croissants loslassen, das nun unter den Tisch lag. Ungerührt sprach er weiter.
„Und denken Sie bitte daran, die Gabe von Duncans Blut muss unter ärztlicher Aufsicht geschehen. Nur so kann ich das Risiko und die Folgen einer Überdosierung ausschließen.“ Ich nickte zustimmend und schluckte schnell die Kapsel. Es dauerte wirklich nicht lange und ich fühlte mich viel besser – kräftiger und voller Tatendrang. Wenigstens etwas Positives! Erleichtert hielt ich ihm meine Hand hin.
„Vielen Dank, Doktor. Aber kein Wort zu den anderen, ja?“ Er nickte lächelnd, wischte seine Finger an seinem Jacket ab und schüttelte mir die Hand zum Abschied. Sofort reifte in mir ein Gedanke, als ich die Tür hinter ihm schloss. Langsam drehte ich mich zu Shadow und Libell um, die die ganze Zeit über stumm gewartet hatten.
„ Das gilt auch für euch zwei. Zu niemandem ein Wort, ja? Besonders nicht zu Leif! Der würde sich nur unnötig Vorwürfe machen. Ich werde so schnell wie möglich nach Le Havre reisen, und versuche erst gar nicht, mir das auszureden! Mein Entschluss steht fest!“, sagte ich zu Shadow und sah ihm dabei fest in die Augen. Ich hatte zwar noch keine Ahnung, wie ich dorthin kommen sollte und wartete förmlich auf seinen Widerspruch, aber ich würde schon einen Weg finden! Doch er überraschte mich schon wieder. Er strich sich eine Weile nachdenklich übers Kinn, dann schlug er mit der flachen Hand auf die Sessellehne.
„Okay, gib´ mir eine Stunde, dann steht der Heli für dich bereit. Bis dahin habe ich auch neue Papiere für dich, und was du sonst noch so brauchst, besorgt.“ Als ich ihm dankbar um den Hals fiel, drückte er mich an sich.
„Ich kann dich eh nicht davon abhalten, also fahr zu ihm. Duncan braucht bestimmt deine Hilfe, auch wenn er es niemals zugeben wird. Ich habe vollstes Vertrauen in deine Fähigkeiten, Angie. Ich weiß, dass du eine hervorragende Kriegerin bist und dich nicht bewusst in Gefahr begibst. Also los, pack ein paar Sachen zusammen.“, sagte er leicht amüsiert. Unerwartet meldete sich Libell zu Wort.
„Ich habe ein kleines Haus in der Nähe von Le Havre, in einem Vorort, direkt am Meer. Es kostet mich nur einen Anruf, und du könntest für die Zeit dort wohnen.“ Nachdenklich betrachtete ich sie und hatte plötzlich eine Idee.
„Mh, und warum kommst du nicht mit?“
„Meinst du wirklich?“, fragte sie unsicher.
„Na klar. Erstens können deine magischen Fähigkeiten von Nutzen sein, zweitens reise ich nicht gerne alleine und drittens ist mein Französisch ziemlich eingerostet.“
„Okay, das sind schlagende Argumente“, sagte sie lachend, „ und natürlich komme ich gerne mit! Gepäck brauche ich nicht viel, ich habe noch einige Sachen in Frankreich und das bisschen, was ich mitgebrachte habe, ist schnell zusammengepackt. Meine Papiere habe ich sowieso dabei.“ Ihre Augen begannen vor Eifer und Begeisterung zu leuchten. Sie sah kurz fragend zu Shadow und als der zustimmend nickte, klatschte sie vor Freude in die Hände.
„Fein!“, rief sie und war auch schon durch die Tür verschwunden. Shadow sah ihr lächelnd hinterher. Hatte ich da gerade einen kleinen Seufzer gehört? Plötzlich schlug er sich vor die Stirn, so dass ich erschrocken zusammenfuhr.
„Ach, das hätte ich beinahe vergessen“, sagte er, zog ein kleines Päckchen aus seiner Tasche und überreichte es mir. Überrascht betrachtete ich es von allen Seiten.
„Für mich?“ Shadows Augen hatten die Farbe von dunklem Karamell, als er seinen Blick liebevoll auf mich richtete.
„Ein kleines Willkommensgeschenk von mir … nun pack schon aus.“ Neugierig öffnete ich die geschmackvolle Verpackung und hielt eine kleine schwarze Schachtel in der Hand. Lächelnd öffnete ich den Deckel und… mein Lächeln gefror auf der Stelle!
„Oh, das war doch nicht nötig! … äh, das ist ja…“ Einfach Furchtbar! Auf einer weißen Plüschhülle lag ein schreiend pinkfarbenes und auffallend großes Handy. In das Gehäuse waren kleine, schimmernde Perlmuttblüten eingearbeitet, in deren Mitte kleine Strasssteine funkelten.
„Und? Gefällt es dir? Du hast ja keins mehr, also habe ich Mythos gebeten, mir eine Auswahl der neuesten Handys zu besorgen. Ich dachte mir, dieses hier wäre genau das richtige für mein kleines Mädchen“, sagte er und sah mich dabei erwartungsvoll an.

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Na wenigstens war einer von uns begeistert. Oh Himmel, so etwas Kitschiges hatte ich noch nie zuvor gesehen. Ratlos drehte ich es in meinen Händen.
„Schau doch mal, ich habe schon alle wichtigen Nummern für dich gespeichert“, sagte er begeistert, nahm mir das … Ding wieder ab und fuhr eifrig mit seinen schlanken langen Fingern über das Display.
„Natürlich steht die Nummer von Duncan an erster Stelle.“ Plötzlich ertönte die Melodie ‚Love me Tender‘ von Elvis Presley als Klingelton. Schnell huschten seine Finger erneut über das Monstrum in Pink.
„ Gleich danach findest du meine Nummer.“ Strahlend gab er mir das Handy zurück, als ‚Angie‘ von den Stones erklang. Je beschwingter er wurde, desto schwerer fiel es mir, das ‚Geschenk‘ zurückzuweisen. Unterdessen zählte er weiter die Nummern auf, die von dem Anwesen, Pollys…
„Es gefällt dir nicht“, stellte er fest, als ich immer noch nichts sagte, sondern nur verzweifelt auf das Ungetüm starrte. Ich räusperte mich und versuchte, so diplomatisch wie möglich zu sein.
„Doch, doch“, schwindelte ich, „es ist nur sehr… extravagant.“ Vorsichtig ausgedrückt, denn es war hässlich, die Farbe ging gar nicht, die Strasssteine sahen unmöglich aus, es war unhandlich und einfach viel zu groß. Innerlich seufzend gab ich mir einen Ruck. Egal, ich werde es lieben, denn es war das erste Geschenk, das ich von ihm bekommen hatte – von meinem Vater!
„Vielen Dank, es sieht toll aus. Ein bisschen auffällig vielleicht, aber sonst sehr hübsch!“, versicherte ich ihm als ich ihn umarmte und auf die Wange küsste.
„Es sind übrigens echte Diamanten“, raunte er in mein Ohr, „nicht dieser billige Plunder.“Aufgebracht schob ich ihn von mir.
„Oh nein, das kannst du vergessen! Das werde ich auf keinen Fall annehmen!“ Als ich sein betrübtes Gesicht sah, tat mir mein Ausbruch schon wieder leid.
„Versteh doch, wenn ich so etwas Wertvolles nun verliere? Oder es geht bei einem Kampf kaputt? Ich käme um, vor schlechtem Gewissen.“ Außerdem hatte ich die Befürchtung, dass es im unpassenden Moment anfangen würde im Dunkeln zu leuchten. Und damit meinte ich nicht nur das Display! Bei Lautlosschaltung und aktivierter Vibration würde ich wahrscheinlich durchgeschüttelt wie in einem Shaker.
„Schade, also hatte Mythos doch Recht“, seufzte er bekümmert, „er war auch der Meinung, dass es zu auffällig sei und nicht zu dir passen würde. Er hatte dieses hier vorgeschlagen.“

Fortsetzung folgt…

Kapitel 1: Seitensprung der Sisterhood – Ankunft in Schottland

Kapitel 2: Seitensprung der Sisterhood – Das Anwesen der Bruderschaft

Kapitel 3: Seitensprung der Sisterhood – Geheimnisse

Kapitel 4: Seitensprung der Sisterhood – Verschwörung

Kapitel 5: Seitensprung der Sisterhood – Entführt

finden sich hier.

Copyright © Seitensprung der Sisterhood

38 Kommentare
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  1. Ohh der arme leif … Jetzt bin ich aber mega gespannt drauf was auf den anwesen los sein wird… Das du auch immer sooooooo spannend machen musst;-) hihi

  2. Boah, Angie…Käsekuchen?…ohne uns??
    Das geht ja wohl gar nicht.
    Und sag mir jetzt nicht das wir Tante werden….ey,dafür bin ich noch
    zu jung. Obwohl…so”n kleiner Scheißer…..
    Neee…*grins…wir kriegen ein Mädchen.
    Ne echte Uschi,die zu uns passt….hahahaaa
    Ach Hase, ich bin wieder mal ganz hin und weg.
    Super schön…..

  3. Hey, Angie ist doch nicht schwanger! Nee nee…!! Und ein Stückchen haben sie ja noch übrig gelassen :-D
    Jo, spannend muss sein! ;) Und lass dir versichert sein Marci, da kommt noch einiges… jedenfalls habe ich da noch so einiges im Kopf. Aber ich freue mich immer sehr, wenn es euch gefällt. Oh man, jetzt bin ich doch tatsächlich schon beim 5. Kapitel. Wow.

  4. Woooooooooow Angie Hammerteil.

    Und ich persönlich hätte Angie ja gerne in dem Erstoutfit gesehen. Nicht Schwanger wirklich nicht??? Sicher???
    Also ich kann das Wiedersehen zwischen Angie und Duncan kaum erwarten… schreib mal weiter…. und ey 5 Kapitel ein roman hat 123 oder etwa nicht ??? ;)

    sorry das ich es jetzt erst gelesen hab, aber ich wurde die letzten beiden Tage von meinem sozialen Leben überrollt… dabei dachte ich ein Einsiedler zu sein… tja :D

  5. Ist doch kein Ding Doci! Aber bringt mich nicht immer auf so komische Gedanken, sonst werde ich nie fertig! :(
    Angie schwanger… ey.. nee nee… !!!

  6. So, isch habe geliefert!

  7. so, so, ja, ja ich hab´s bekommen – vielen Dank! Versuche auch heute noch zu liefern ;-) LG

  8. Hey, nur keinen Stress. Lass dir ruhig Zeit… ICH weiß ja was passiert. ;)

  9. oh wow schnief omg ey wieso ist der denn jetzt weggegangen und so… und ach mensch *schnief*

    armer Angie……

    Panda eine hammer fortsetzung echt großartig!!!

  10. wowi wow angie das ist echt super….. aber wieder sooooooo spannend geendet…. gemein……..
    und dann auch noch sooooo traurig angie muss echt was aushalten stimme jane voll zu …. arme angie….

  11. ja, stimmt, ist wirklich super spannend, Angie. Wo will er nur hin und ist die nächste Katastrophe im Anmarsch? LG

  12. Ja schlimm,ne? Erst die arme Angie zusammenfalten und dann verschwinden! :(
    Aber keine Sorge, Angie kann auch austeilen! Kommt alles noch… ;)
    Du hast gar nicht mal zu unrecht Dolci mit der Katastrophe… na ja fast Katastrophe. ;) Und danke nochmal dass du es ganz gelassen hast. Ich weiß, 4 Seiten sind eigentlich zuviel, aber ich kann mich immer so schwer bremsen. Habe auch schon ein bikki weiter geschrieben.

  13. Ohhh Angie..*schnief…ist das schön.
    Da machste was mit..*schneutz
    Das war genau das was ich jetzt gebraucht habe…*schniefräusper
    Ey,ich kann Duncan ja total verstehn und er darf auch böse sein.
    ABER SO ?? Nee…bestimmt nicht.
    Jetzt stell dir mal vor Shadow und Libell wären nicht rein gekommen…
    dann hätte Angie die ganze Zeit auf dem Fußboden gesessen..
    und das mit ihrem Rücken…..
    Haste wieder grooooßartig gemacht,prima.

  14. Mir gefällt das gaaanz gut so! Du solltest die “Vereinigung” auch noch etwas herauszögern und dich vielleicht in der Zwischenzeit von Leif ein bisschen trösten und nebenbei Duncan ordentlich kämpfen lassen. ;-)

  15. Wow dolcevita sowas hätte ich von dir ja nicht gedacht  hast mich jetzt überrascht. Aber das wäre zuverstehen wenn angie das macht bin schon ganz nevös wie es weiter geht.

  16. Hallo?! Angie und Leif? Nee… oder?.. nee nee.. mh.. naahaain…!!! Ihr sollt mich doch nicht immer auf dumme Gedanken bringen… ;)
    Aber spannend wird`s, soviel kann ich schonmal verraten. Oh und einen Ortswechsel gibt es auch. Und … jo, ein bisschen Metzelei und… hab ich jedenfalls im Kopf! Aber mehr wird nicht verraten! :-D

  17. oops – Marci, was denkst du denn von mir? ;-) Spannung finde ich super, Action und Ortswechsel auch… freue mich darauf!

  18. Dolcevita keine sorge war nur ein scherz denke immer gut von dir. Macht echt spass mit euch mädels bin echt froh euch hier gefunden zu haben. Angie das hört sich gut an kanns kaum erwarten.

  19. Hi Ladies,
    Es gehört nicht hierher aber gerade keine Zeit für die Insel, ist auf dem Ei-phone so lang. Seit freitag abend ist unser Internet defekt. Telekom wie immer schnell und kundenfreundlich. Weiß nicht ob die das morgen reparieren können. Galasfaser unseres Anschlusses gerissen. Ich denk an euch … Hoffe es läuft bald wieder. Vergesst mich nicht ;).

    Lg

  20. So, meine 6 Seiten müssten bei Dolci angekommen sein. ;)
    … Naahaain, es sind nur drei… hehe :-D

  21. ohhhhhh ;-) manno man jetzt werd ich verrückt so schnell… ich platze bald vor neugier…. du bist ein schatz…. freue mich schon mega..

  22. taratara die Angie-Fortsetzung ist da!!! Bitteschön, meine lieben Ladies – 3 zusätzliche Seiten hier und jetzt und der Rest kommt morgen – vielleicht, gell Angie. ;-) Ich muss dich allerdings warnen, marci, denn es bleibt spannend, viel verrät sie uns noch nicht…
    LG und viel Vergnügen!

  23. Ok …. Das wird jetzt spannend… Wowi wau …. Duncan tut mir jetzt doch ein wenig leid… Hmmm geht ihm angie jetzt hinter her oder bleibt sie brav zu haus 

  24. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah Hammer wie gehts weiter? Und hmmm doch schwanger???? uiuiuiuiuiuiuiuiuiui *neugierigsei*

  25. Naaaaahaaaain… zum mitschreiben : NICHT SCHW… oder doch? :(
    Hihi…es wird jedenfalls… also finde ich… also da kommt noch jede Menge! ;)

  26. So, ein Geheimnis wird gelüftet! ;)
    Dolci wollte es so… also dass ich nachlege… ;)

  27. jo – und da bist du auch schon wieder! ;-) Stelle mir dich gerade in dem Shaker vor! :lol: :lol: :lol: ein lustiger Start ins Wochenende – vielen Dank dafür!
    Schöne Grüße @ all und viel Vergnügen…

  28. Holla.. na das ging aber schnell! :lol: Danke schön!

  29. Huhu
    woooooooooooooooooow eine kleine genetische Einführung und haha ich find das Shaker handy gut, doc hätte das mit sicherheiit gefallen, und hey man muss es nicht ewig in der Tasche suchen…. hmm aber doch ein anderes? Schön das Libell mit von der Partie ist.

    glg

  30. Wow angie daran könnte ich mich gewöhnen jede woche was neues zu lesen deine finger müssen ja nur so über die tastatur fliegen….. Hmm was sagt wohl duncan dazu …

  31. Danke meine Lieben. :-D
    Nee nee marci… ganz ehrlich, ich schreibe immer mit zwei Fingern und nur wenn ich gut drauf bin mit auch mit dreinen. Aber das geht mittlerweile auch ganz flott. :-D
    Ich wollte nur Dolci nicht gleich mit 6 Seiten überfallen.
    Ach ja… und ein Handy habe ich immer noch nicht! ;) Brauche ich auch nicht.

  32. Aaaber jetzt hat se eins, also DIE Angie, nicht ich. Ich habe meinen 4 Fingern mal ein bisschen Bewegung verschafft… es geht weiter. :-D

  33. super – hab´s bekommen, versuche es heute Abend online zu stellen, kann aber nicht versprechen, ob das klappt! ;-) Auf jeden Fall gibt´s ein neues Kapitel – yeah :lol:
    LG

  34. Oha, und ich dachte schon, das es im Internetnirwana verschwunden ist, weil mein Netz noch immer Schluckauf hat…

  35. es ist vollbracht!!! Ladies, Angies Anfang von Kapitel 7 ist online und sie ist schon in der Luft um ihren Duncan zu retten… oder wer weiß… vielleicht auch Doc. ;-) Viel Spaß damit und liebe Grüße @ all

  36. hahahahahahaha…ist das Geil.
    Angie,ich nehme das Handy sofort. Ich stehe auf Kitschig….hahahahah
    Boah,was ne super Geschichte.
    Ey,du solltest doch mal darüber nachdenken das Beruflich zu machen.

  37. [...] Kapitel 6: Seitensprung der Sisterhood – Die Rückkehr [...]

  38. [...] Kapitel 6: Seitensprung der Sisterhood – Die Rückkehr [...]

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