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Endlich: Julian Barnes gewinnt Man Booker Preis 2011 für The Sense of an Ending

19. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Lesekreis, Literaturpreise u. Auszeichnungen

Nachdem der britische Schriftsteller Julian Barnes bereits dreimal für den Man Booker Preis nominiert war, hat es nun endlich geklappt. Für seinen im August 2011 erschienenen Roman “The Sense of an Ending” wurde er am 18.10.2011 mit dem mit 50.000 Pfund (57.000 Euro) dotierten renommierten Literaturpreis in Londons Londons Guildhall ausgezeichnet.

Die Preisverleihung fand im Rahmen eines festlichen Gala-Dinners in Anwesenheit der sechs Autorinnen und Autoren der Shortlist zum Man Booker Prize statt.

Der Roman erfüllt alle Merkmale eines Klassikers der englischen Literatur. ‘The Sense of an Ending’ ist exzellent geschrieben, subtil gezeichnet und zeigt bei jedem Lesen neue Tiefen“, sagte Dame Stella Rimmington, die Vorsitzende der Jury. “Wir dachten, es ist ein sehr schön geschriebenes Buch und ein Buch, das die Menschheit des 21. Jahrhunderts anspricht“.

Julian Barnes reagierte ironisch mit typisch britischem Humor, als er bei der Preisverleihung verkündete, dass er ebenso erleichtert wie erfreut sei, den Preis endlich zu erhalten. Barnes dankte “den Verlegern für ihre Weisheit und den Sponsoren für ihren Scheck“.

Der Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch, bei dem das Gesamtwerk von Barnes vorliegt, wird einer Pressemitteilung von heute zufolge, den Roman des 65jährigen englischen Autors am 8. Dezember 2011 auf Deutsch veröffentlichen.

The Sense of an Ending

Tony Webster and his clique first met Adrian Finn at school. Sex-hungry and book-hungry, they would navigate the girl-less sixth form together, trading in affectations, in-jokes, rumour and wit. Maybe Adrian was a little more serious than the others, certainly more intelligent, but they all swore to stay friends for life. Now Tony is in middle age. He’s had a career and a single marriage, a calm divorce. He’s certainly never tried to hurt anybody. Memory, though, is imperfect. It can always throw up surprises, as a lawyer’s letter is about to prove. The Sense of an Ending is the story of one man coming to terms with the mutable past. Laced with trademark precision, dexterity and insight, it is the work of one of the world’s most distinguished writers.

Über den Autor
Julian Barnes, geb. 1946, arbeitete nach dem Studium der modernen Sprachen zunächst als Lexikograph und dann als Journalist. Seit 1980 hat Julian Barnes zahlreiche Romane geschrieben. Für sein Werk wurde er weltweit mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. 2004 und 2005 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Julian Barnes lebt in London.

Der Man Booker Prize wird seit 1969 verliehen und gilt als eine der wichtigsten literarischen Ehrungen für englischsprachige Autoren aus Großbritannien, dem Commonwealth sowie aus Irland.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Man Booker Prize

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5 Kommentare
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  1. Auf jeden Fall ein tolles Buch, das den Preis gewonnen hat, wobei ich es Carol Birch mit “Jamrach’s Menagerie” noch mehr gegönnt hätte… Aber Julian Barnes war jetzt irgendwie auch einfach mal dran.

  2. willkommen Yvonne, wirst du es lesen? Ich muss gestehen, dass ich noch gar nichts von ihm kenne, aber vielleicht besorge ich mir das hier.
    LG

  3. Hallo Dolcevita,

    ich hab’s sogar schon gelesen :). Ich habe vor bestimmt 15 Jahren mein erstes Buch von Julian Barnes geschenkt bekommen (Eine Geschichte der Welt in 10 1/2 Kapiteln). Vorher hatte ich auch noch nichts von ihm gehört, aber ich war sofort begeistert. Ich lese eh viele britische Autoren, und Julian Barnes hat einige tolle Sachen geschrieben. The Sense of an Ending ist extrem kurz (150 Seiten), was natürlich den Vorteil hat, dass es ein guter Einstieg ist, auf der anderen Seite merkt man das der Geschichte auch ein wenig an.

    LG,
    Yvonne

  4. ah, dann kannst du ja auch auf die deutsche Übersetzung, die soll jetzt schon bald im KiWi Verlag erscheinen, verzichten. Dame Stella Rimmington, lustige Bezeichnung für eine Vorsitzende, wie ich finde ;-) , hat ja gemeint, dass das Buch sehr tiefgründig ist und dies beim erneuten Lesen so richtig deutlich wird. Ich werde auf jeden Fall was von ihm lesen, aber vielleicht zunächst Flaubert’s Parrot – mal sehen. ;-)
    LG

  5. Ich habe The Sense of an Ending auch vor 2-3 Wochen gelesen. Mein erstes Julian Barnes Buch überhaupt (mittlerweile sind es noch zwei mehr geworden, wobei mir Sense of an Ending am besten gefallen hat). Schon lange nicht mehr hat mich ein Buch nach dem Ende so beschäftigt. Das fand ich großartig, weil das Erlebnis nicht nach den 150 Seiten einfach vorbei ist sondern noch ein paar Tage anhielt. Ich denke mit seinen Themen Wahrnehmung (auch stark in “Talking it over”) und Erinnerung trifft er einen immer aktuellen Nerv, der in jeder persönlichen Beziehung eine Rolle spielt. Ich finde es auch bemerkenswert, wie wir uns selbst betrügen und damit offenbar auch selbst schützen.

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