Unter dem Motto „Dramen von Schuld und Verantwortung“  Begegnung mit dem Regisseur Volker Schlöndorff, lädt die Kath. Akademie am Samstag  in das Kardinal Wendel Haus zum Filmforum ein.

Der Regisseur stellt sich im Gespräch den Fragen aus dem Publikum. Samstag, 07.03., 10 bis 17 Uhr, Kath. Akademie – Kardinal Wendel Haus, Mandlstr. 23, München. Anmeldung bis Donnerstag, den 05. März, per Fax unter 089/38 10 21 03

Volker Schlöndorff war unter den Filmemachern der erste, der die im Oberhausener Manifest (1962) erhobene Forderung nach einer profunden Erneuerung des deutschen Kinos praktisch einlöste. Als Filmemacher ist Schlöndorff ein Geschichtenerzähler. Seine Werke umfassen Adaptionen von Musil, Proust und Kleist, Böll und Grass, Arthur Miller und einigen anderen namhaften Autoren.

Nachfolgend eine Auswahl der Literaturverfilmungen:

torless1963/64 schrieb er an seinem ersten Drehbuch für Der junge Törless nach dem Roman Die Verwirrungen des Zöglings Törleß von Robert Musil, für das er eine Prämie erhielt, die ihm später die Realisierung des Projektes ermöglichte. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet und gilt als der erste internationale Erfolg des jungen deutschen Films.

kleist1969  verfilmt Volker Schlöndorff  Heinrich von Kleists Michael Kohlhaas. Bei Schlöndorff wird der Stoff zum Mittelpunkt eines aufwändigen Action-Films. Der namhafte Regisseur nutzte vor allem die äußere Dramatik des historischen Stoffs, legte jedoch mit zeitgenössischen Dokumentaraufnahmen des Vorspanns Bezüge zur Gegenwart nahe.“

die-verlorene-ehe-der-katharina-blumMit seinem Film Die verlorene Ehre der Katharina Blum produzierte Schlöndorff 1975 erstmals gemeinsam mit seiner damaligen Frau Margarethe von Trotta einen großen Publikumserfolg.

der-fangschussIn der Verfilmung Der Fangschuß des Romans „Le Coup de Grâce“ von Marguerite Yourcenar im Jahr 1976 steht im Vordergrund die schroffe Abweisung einer Frau durch einen Mann, der selbst heimlich mit deren Bruder verbunden ist – und die Folgen, die sich daraus ergeben. Volker Schlöndorff erhielt dafür 1977 den Filmband in Gold (Preishöhe: 250.000 DM, Vergabe durch das Bundesinnenministerium).

die-blechtrommelFür Schlöndorffs internationalen Durchbruch steht seine Verfilmung des Romans Die Blechtrommel von Günter Grass. Ausgezeichnet mit der Goldenen Palme in Cannes 1979 und mit einem Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film markiert die Blechtrommel einen Höhepunkt der internationalen Anerkennung des deutschen Films. Die Blechtrommel hatte er 1979 in Danzig gedreht.

die-falschungZu einer der interessantesten Literaturverfilmungen Schlöndorffs wird Die Fälschung (1981) nach dem Roman von Nicolas Born gezählt. Die Filmarbeiten mit Bruno Ganz und Hanna Schygulla fanden während des libanesischen Bürgerkriegs in Beirut statt.

eine-liebe-swannsEine Liebe von Swann ist die Verfilmung des gleichnamigen Kapitels von Marcel Prousts Roman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit durch Volker Schlöndorff aus dem Jahr 1984. Der Film erhielt 1985 zwei Nominierungen für den BAFTA Award: Yvonne Sassinot de Nesle für die Kostüme sowie Margaret Ménégoz und Volker Schlöndorff für den besten fremdsprachigen Film.

tod-eines-handlungsreisendenTod eines Handlungsreisenden ist die preisgekrönte Fernsehverfilmung des gleichnamigen Dramas aus der Feder von Arthur Miller. Der Film stammt aus dem Jahre 1985 und wurde von Volker Schlöndorff inszeniert. Die Hauptrollen wurden von Dustin Hoffman, Kate Reid und John Malkovich übernommen. 1986 wurde der Film insgesamt in zehn Kategorien für den Emmy nominiert, in drei von ihnen konnte er den Preis gewinnen. Dustin Hoffman und John Malkovich wurden für ihre schauspielerischen Leistungen geehrt, einen dritten Emmy gab es in der Kategorie Outstanding Art Direction for a Miniseries or a Special.

der-report-der-magd11990 folgte die Verfilmung des Romans Der Report der Magd (The Handmaid’s Tale) von Margaret Atwood unter dem Titel Die Geschichte der Dienerin. In einer düsteren Zukunftsvision wird ein Teil des Lebens der Bibliothekarin Kate gezeigt, die in einem religiös-fundamentalistischem Nachfolge-Teilstaat der USA gezwungen wird, ihrem Herrn ein Kind zu gebären.

homo-faberHomo Faber verfilmte Volker Schlöndorff in dem Jahr 1991. Er basiert auf dem Roman Homo faber des Schweizer Schriftstellers Max Frisch. Bereits Mitte der 1970er Jahre hatten die Paramount-Studios Volker Schlöndorff eine Verfilmung des Stoffes angeboten, was dieser jedoch ablehnte, weil er Schwierigkeiten in der Umsetzung sah. 1988 weckte jedoch eine Lebenskrise das Interesse Schlöndorffs an der Vorlage. Als seine Motivation für die Verfilmung des Romans gab er an, dass es ein Meisterwerk der europäischen Literatur sei, an dem er nicht vorbeikomme. Nachdem 30 Jahre lang die Filmrechte durch verschiedene Hände gegangen waren und Anfang 1988 wieder an Max Frisch zurückgingen, kam ein Kontakt zwischen Autor und Regisseur zustande. Anfang April 1990 begannen die Dreharbeiten; im März 1991 kam der Film in die deutschen Kinos. In der Schweiz startete er am 12. Mai 1991; wenige Wochen nach Frischs Tod.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Wikipedia

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