Amin Maalouf erhält Prinz-von-Asturien-Preis 2010

Wie heute bekannt wurde, erhält der aus dem Libanon stammende Schriftsteller Amin Maalouf den renommierten Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur in 2010.

Die Wahl für den seit Jahrzehnten in Frankreich lebenden Maalouf begründete die Jury im nordspanischen Oviedo auch damit, dass er die Stimme der Toleranz in der Welt des Fundamentalismus sei. Seine „dichte und anregende Sprache“ mache seine Leser mit der Vielfalt von Sprachen, Kulturen und Religionen des Mittelmeerraumes vertraut.

Aus der Feder des heute 61-jährigen sind in Deutsch unter anderem Leo Afrikanus, Die Felsen des Tanios und Samarkand erschienen. Die Prinz-von-Asturien-Preise sind mit jeweils 50 000 Euro dotiert und gelten als „spanische Version der Nobelpreise“. dpa

Am 21.06.2010 erscheint im Suhrkamp Verlag ein neuer Essay von Amin Maalouf  unter dem Titel „Die Auflösung der Weltordnungen“

Kurzbeschreibung
Der international erfolgreiche Romancier und Essayist Amin Maalouf, geboren im Libanon und seit vielen Jahren in Frankreich ansässig, ein „Wanderer zwischen den Welten“, beschreibt, anschließend an seinen vor zehn Jahren erschienenen Essay Mörderische Identitäten (edition suhrkamp 2159), die krisenhafte „Entregelung“ – in ethischer und intellektueller, geopolitischer, ökonomischer und „klimatischer“ Hinsicht -, von der der Westen ebenso wie der Nahe Osten aus unterschiedlichen Gründen betroffen sind. Wo es für Autoren wie Samuel P. Huntington, aber auch Stefan Weidner (Manual für den Kampf der Kulturen. Warum der Islam eine Herausforderung ist) um einen „Kampf der Kulturen“ geht, diagnostiziert Maalouf einen Zustand der Erschöpfung, in den die beiden Kulturen verfallen seien – aus dem nur eine Besinnung auf die eigenen Werte (dessen, was beide unterscheidet) sowie die Zukunft (die nur eine gemeinsame sein kann) hinausführen werde. Anschaulichkeit und Plausibilität gewinnt der Essay durch Amin Maaloufs intime Kenntnis der jüngeren und jüngsten Geschichte des Nahen Ostens, der das Buch einige überraschende Lehren zur Bewältigung der gegenwärtigen Krise verdankt.

Über den Autor
Amin Maalouf wurde 1949 im Libanon geboren und lebt seit 1976 als Journalist und Schriftsteller in Frankreich. Er bereiste über sechzig Länder und gilt als anerkannter Spezialist für Fragen der arabischen Welt und der Beziehungen zwischen Okzident und dem Nahen Osten. Amin Maalouf war Chefredakteur der Wochenzeitschrift An Nahar International sowie des Magazins Jeune Afrique, während des Vietnamkriegs und der Islamischen Revolution arbeitete er als Kriegsberichterstatter.
Als Buchautor hat er bisher sieben Romane veröffentlicht, seine Werke sind in etwa 25 Sprachen übersetzt worden und sein erstes Werk Die Kreuzzüge aus der Sicht der Araber (1983) ist zu einem Standardwerk geworden.
Im August 2000 wurde bei den Salzburger Festspielen (in Zusammenarbeit mit der finnischen Komponistin Kija Saariaho) die erste Oper nach einem Libretto des Autors uraufgeführt: L’amour de loin.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Literaturverfilmung: Marlen Haushofers „Die Wand“ im Kino

Wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtet, haben am 07.06.2010 die Dreharbeiten für die Literaturverfilmung „Die Wand“ begonnen.

Der Roman der oberösterreichischen Autorin Marlen Haushofer (1920-1970) entsteht im Raum Gosau (Österreich) im Inneren Salzkammergut. Regisseur Julian Roman Pölsler verfilmt die österreichisch-deutsche Koproduktion nach seinem eigenen Drehbuch.

Die 49-jährige Schauspielerin Martina Gedeck spielt die Rolle der namenlosen Erzählerin. „Die Wand“ erschien erstmals 1963 im Mohn Verlag und gilt als der erfolgreichste Roman von Marlen Haushofer.

[…]„Als ich endlich den Ausgang der Schlucht erreichte, hörte ich Luchs schmerzlich und erschrocken jaulen. Ich bog um einen Scheiterstoß, der mir die Aussicht verstellt hatte, und da saß Luchs und heulte. Aus seinem Maul tropfte roter Speichel. Ich beugte mich über ihn und streichelte ihn. Zitternd und winselnd drängte er sich an mich. Er mußte sich in die Zunge gebissen oder einen Zahn angeschlagen haben. Als ich ihn ermunterte, mit mir weiterzugehen, klemmte er den Schwanz ein, stellte sich vor mich und drängte mich mit seinem Körper zurück.

Ich konnte nicht sehen, was ihn so ängstigte. Die Straße trat an dieser Stelle aus der Schlucht heraus, und so weit ich sie überblicken konnte, lag sie menschenleer und friedlich in der Morgensonne. Unwillig schob ich den Hund zur Seite und ging allein weiter. Zum Glück war ich, durch ihn behindert, langsamer geworden, denn nach wenigen Schritten stieß ich mit der Stirn heftig an und taumelte zurück.

Luchs fing sofort wieder zu winseln an und drängte sich an meine Beine. Verdutzt streckte ich die Hand aus und berührte etwas Glattes und Kühles: einen glatten, kühlen Widerstand an einer Stelle, an der doch gar nichts sein konnte als Luft. Zögernd versuchte ich es noch einmal, und wieder ruhte meine Hand wie auf der Scheibe eines Fensters. Dann hörte ich lautes Pochen und sah um mich, ehe ich begriff, daß es mein eigener Herzschlag war, der mir in den Ohren dröhnte. Mein Herz hatte sich schon gefürchtet, ehe ich es wußte.“ […]

Eine Frau findet sich plötzlich, über Nacht, von einer unsichtbaren Wand umgeben †“ allein mit dem Hund, einer Katze und einer trächtigen Kuh. Ein archaisches Leben beginnt. Die Vorräte sind begrenzt, sie muss lernen, sich von den Erzeugnissen der Natur zu ernähren. Um nicht wahnsinnig zu werden, beginnt sie eines Tages die Ereignisse aufzuschreiben: „Ich wurde gezwungen ein ganz neues Leben zu beginnen, aber was mich wirklich berührt, ist immer noch das gleiche wie früher: Geburt, Tod, die Jahreszeiten, Wachstum und Verfall.“

Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ ist völlig interpretationsoffen. Aus dem Stoff kann sowohl ein Horrorfilm (gegen Ende erscheint ein Mann, der ihren Stier und ihren Hund erschlägt – sie erschießt daraufhin den Mann), als auch ein Abenteuerstreifen à la Robinson Crusoe entstehen.

Man kann wirklich gespannt sein, wie der Drehbuchautor und Regisseur Julian Roman Pölsler die Vorlage interpretiert und umsetzt. Wann der Film in die Kinos kommt, ist leider noch nicht bekannt.

Als Produzenten werden Martin Gschlacht, Antonin Svoboda, Bruno Wagner und Rainer Kölmel genannt.

Nachtrag vom 15.02.2012: Kinostart ist nun für den 08.12.2012 geplant.

Seelen im Kino mit Ian Somerhalder als Ian O’Shea

Die Gerüchte um die Verfilmung von Stephenie Meyers Bestseller „Seelen“ (orig. Titel The Host) werden konkreter. Letztendlich bleiben es aber Gerüchte, denn von offizieller Seite wurde noch nichts bestätigt.

Laut IMBD (The Internet Movie Database) soll Seelen bereits im nächsten Jahr in die Kinos kommen. Chockstone Pictures und Nick Wechsler haben sich die Rechte an der Verfilmung gesichert und Andrew Niccol als Regisseur angeheuert.

Ian Somerhalder soll die Rolle des Ian O’Shea spielen. In Deutschland wurde er vor allem durch seine Darstellung des Damon Salvatore in der Fantasy-Serie The Vampire Diaries bekannt.  Die Rollen von Melanie †œMel† Stryder, Wanderer / Wanda, Jamie Stryder, Uncle Jeb, Jared Howe, Kyle O†™Shea sind noch nicht besetzt.

Kurzbeschreibung
Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen sie vollständig – nur wenige Menschen leisten noch Widerstand und überleben in den Bergen, Wüsten und Wäldern. Eine von ihnen ist Melanie. Als sie schließlich doch gefasst wird, wehrt sie sich mit aller Kraft dagegen, aus ihrem Körper verdrängt zu werden und teilt ihn fortan notgedrungen mit der Seele Wanda. Verzweifelt kämpft sie darum, ihren Geliebten Jared wiederzufinden, der sich mit anderen Rebellen in der Wüste versteckt hält – und im Bann von Melanies leidenschaftlichen Gefühlen und Erinnerungen sehnt sich auch Wanda mehr und mehr nach Jared, den sie nie getroffen hat. Bis sie sich in Ian verliebt … Der ungewöhnliche Kampf zweier Frauen, die sich einen Körper teilen müssen, eine hinreißende Liebesgeschichte und die wohl erste Dreiecksgeschichte mit nur zwei Körpern.

Mehr Infos über Stephenie Meyers Roman „Seelen“ und die erste Berichterstattung über die mögliche Verfilmung des Stoffes findet ihr hinter den Links.

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Bestseller für Apples iPad werden von Random House und Lübbe bestimmt

Ende Januar 2010 hat Apfelquak noch berichtet, dass das neue iPad von Apple ohne Bookstore in Europa auf den Markt kommt. Mittlerweile ist die Meldung längst überholt, und die Applikation für den virtuellen Buchladen läuft einwandfrei. Bestellte Bücher wandern übersichtlich und staubfrei in einem Bücherregal  aus (vermutlich) Deutscher Eiche.

Die aktuellen Top Charts werden von Büchern der Verlagsgruppen Random House / Bertelsmann und Lübbe bestimmt. Stieg Larssons Bestseller (erschienen bei Heyne) Verblendung und Verdammnis werden für 8,99 Euro angeboten, im Buchhandel kosten beide Taschenbuchausgaben 9,95 Euro. Der Bassermann Verlag ist mit dem nicht lieferbaren Titel „Handbuch der Beschimpfungen“ für 2,49 Euro auf Platz 1 angesiedelt. Ken Folletts 1983 bei Goldmann erschienener Krimi „Dreifach“ ist für 6,49 Euro statt für 7,99 Euro erhältlich. Aber auch Neuerscheinungen aus dem März 2010 wie Ian Rankins „Ein reines Gewissen“ (Manhattan Verlag) oder Sarah Larks „Das Gold der Maori“ (Lübbe Verlag) sind mit 3 bis 4 Euro deutlich unter dem handelsüblichen Buchpreis zu bestellen.

Ehrlich, das neue iPad ist fantastisch! Handlich, übersichtlich, schnell, vielseitig – nur zum Lesen eines Buches, vielleicht draußen im Sonnenlicht, ist es gänzlich ungeeignet. Egal wie man es hält, entweder man sieht ein Stück vom Himmel, das Grün der Bäume oder das eigene Gesicht. Die Oberfläche reflektiert alles und verhindert die Sicht auf die Schrift.

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Twilight: Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl ab 07.06. kostenlos online lesen

Vom 07.06.2010 bis 06.07.2010 steht auf breetanner.com der neue Roman von Stephenie Meyer im Original kostenlos online zum Nachlesen zur Verfügung.

Wegen der Veröffentlichung von „Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl – Das kurze zweite Leben der Bree Tanner“ (orig. Titel „The Short Second Life of Bree Tanner“) am 05.07.2010, hat die Autorin Stephenie Meyer in einem Interview auf twilightsaga.com weitere Einzelheiten zur Entstehung der Novelle veröffentlicht.

Sie berichtet darin, dass sie anfangs nicht besonders fasziniert von der Figur Bree war. Während sie an „Eclipse / Bis(s) zum Abendrot“ arbeitete, spielte sich viel hinter den Schauplätzen an denen Bella sich bewegte ab. Weil sie auf Bella konzentriert war, konnte sie nicht zu tief in die Geschichte der „Neugeborenen Vampire“ eintauchen, aber die allgemeine Vorstellung von dem, was sie vorhatten, blieb in ihrem Kopf. Sie musste, während sie die Handlung entwickelte, parallel die „Neugeborenen“ im Auge behalten. Schließlich habe sie in den Monaten Mai und Juni in einem Kalender eingetragen, was gerade mit Bella passierte und sich zur gleichen Zeit in Seattle abspielte. So wurde die Geschichte von den Neugeborenen ein größerer Bestandteil von Eclipse. Die Tatsache, dass sie keine Möglichkeit hatte, diese Details in Eclipse einfließen zu lassen, bedrückte die Autorin nach eigenen Angaben.

Bree Tanner ist der einzige namentlich genannte neugeborene Vampir in Eclipse, der Kontakt zu den Cullens hat und den Volturi auf der Lichtung begegnet. Bree lebt am längsten und ist somit die einzige, die die Geschichte erzählen kann. Sie war nicht geplant und hat sich erst im Laufe der Geschichte entwickelt. Sobald Stephenie Meyer mit dem Schreiben aus Brees Sicht begonnen hatte, wurde die Figur für die Autorin wirklich lebendig – so sehr, dass, als das unvermeidliche Ende näher kam, es für sie wirklich deprimierend war, sie ein zweites Mal sterben zu lassen.

Stephenie Meyer berichtet in dem Interview weiter, dass ihr Verlag den Vorschlag zur Veröffentlichung der Kurzgeschichte um Bree Tanner gemacht hat. Demnach war sie selbst überrascht, dass ihre „kurze“ Geschichte bereits fast 200 Seiten lang war.
Wichtig war ihr, dass das Buch noch vor dem Kinostart von Eclipse in den Handel kommt, weil das Gesamtbild in dem Film, in dem z.B. die Ereignisse in Seattle eingeflossen sind, abgerundet wird.

Es ist das dritte Mal, dass Stephenie Meyer Teile der  „Twilight-Saga“ aus einer anderen Perspektive als Bellas geschrieben hat. Nach Edwards und Jacobs Sicht hat es der Autorin Spaß gemacht, mit Bree einen weiteren Charakter herauszuarbeiten.

In „Breaking Dawn / Bis(s) zum Ende der Nacht“ beschreibt Bella wie es ist, ein Vampir zu werden. Jetzt hat der Leser die Chance zu erfahren, wie die Verwandlung bei Bree Tanner abläuft. Während Bella vorbereitet in ihr neues Leben geht, hat Bree keine Vorstellung davon, was mit ihr geschieht.

Auf die Frage, ob Stephenie Meyer beabsichtigt weitere Charaktere aus der Twilight-Saga herauszuarbeiten, antwortete sie ausweichend. Demnach könnte sie kurze Geschichten über jeden ihrer Charaktere schreiben. Es gäbe Stoff genug für weitere Novellen, Romane oder gar neue Buchreihen. Einige der Geschichten wären schon klar vorgegeben.; so z.B. die über Aro in der ersten Zeit, Marcus und Didyme, Jane und Alec, Charlotte und Peter, Alistair, der Denalis. Die meisten dieser Geschichten findet Stephenie Meyer nicht so wichtig wie die von Bree, weil sich diese direkt auf die zentrale Handlung bezieht.

In den USA erhält das Rote Kreuz 1 Dollar von jedem verkauften Exemplar von „The Short Second Life of Bree Tanner“. Die Autorin möchte damit weiterhin die Krisengebiete in Haiti und Chile unterstützen, weil sie nicht mehr im Mittelpunkt der Medien stehen.

Die Hardcover-Ausgabe von „The Short Second Life of Bree Tanner“ kostet bei Amazon.com 6,99 US-Dollar. „Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl“ ist in Deutschland im Carlsen Verlag erschienen und für 15.90 Euro im Buchhandel erhältlich.

Die vielen, vor allem jugendlichen Fans sollten sich bei diesem Preis vielleicht überlegen, ob sie nicht den Versuch starten wollen, das Angebot von Stephenie Meyer, die 200 Seiten online kostenlos im englischen Original zu lesen, annehmen sollten.

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