In der Nacht kam das Grauen – Lesungen mit Reiner Unglaub

In der Nacht kam das Grauen

Lesungen im Dunklen. Gruselig und spannend soll es werden in der neue Veranstaltungsreihe im ehemaligen Planetarium im Forum am Deutschen Museum. Der professionelle Sprecher Reiner Unglaub, der in Brailleschrift in kompletter Dunkelheit liest, ist blind und hat schon zahlreiche Hörbücher mitproduziert.

Freitag, 04. April, 2008 um 20 Uhr
Edgar Allen Poe
Die schwarze Katze
Die Grube und das Pendel
Im Wirbel des Malstroms

Freitag, 18. April um 20:00 Uhr
R.L. Stevenson
Der Flaschenkobold

Freitag, 02. Mai um 20:00 Uhr
Gustav Meyrink
Das Wachsfigurenkabinett
Jack London
Nur Fleisch

Freitag, 16. Mai um 20:00 Uhr
Bram Stoker
Im Hause des Grafen Dracula

Eintritt: 8,50 Euro

Quo Vadis liest aus Historischen Romanen in der Seidlvilla

Am Montag, den 07. April um 19.30 Uhr findet in der Münchner Seidlvilla, Nikolaiplatz 1b, eine Lesung historischer Romane statt.

Der Autorenkreis QUO VADIS ist ein Zusammenschluss von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die im Bereich Historischer Roman, Erzählung oder fiktionale, historische Hör- und Fernsehtexte arbeiten. Der Autorenkreis hat an die 100 Mitglieder, z. B. Rebecca Gablé, Iny Lorenz, Tilman Röhrig …

Lesung historischer Romane

Münchner Autor/innen von Quo Vadis. Autorenkreis Historischer Roman lesen aus eigenen Werken. Mit Iny Lorentz Die Feuerbraut, Petra Balzer-Garcia Die Reben von Scala Dei, Heide Rehn Tod im Englischen Garten und Frederik Berger Die heimliche Päpstin.

Moderation: Micaela Jary Die geheime Königin

Eintritt 9 Euro

Jorge Edwards erhält spanischen Literaturpreis Premio Planeta

Der Premio Planeta Casa de América ist der höchstdotierte Literaturpreis der spanischsprachigen Welt, ist aber auch umstritten. Immer wieder gab es Vorwürfe, der Planeta-Verlag nehme Einfluss auf die Jury und berücksichtige nicht ausreichend die literarische Qualität. Der Preis ist mit 200 000 Dollar dotiert. Die Auszeichnung wurde in Bogotá erstmals verliehen und hat zum Ziel, herausragende spanischsprachige Literatur in ganz Lateinamerika zu fördern.

In diesem Jahr erhält der chilenische Schriftsteller Jorge Edwards für seinen noch unveröffentlichten Roman La casa de Dostoievsky den Literaturpreis. Die Romane Der Ursprung der Welt (2005), Persona non grata (2006) und Faustino (2008) sind in Deutschland bei Wagenbach erschienen.

Jorge Edwards wurde 1931 in Santiago de Chile geboren. Er studierte in Chile und Princeton Jura und Philosophie. Als Diplomat vertrat er sein Land in Brüssel, Havanna, Lima und Paris. Nach dem Militärputsch ging er 1973 für fünf Jahre ins spanische Exil.

Zu den früheren Preisträgern des Premio Planetas gehören Juan José Millás, Camilo José Cela, Mario Vargas Llosa und Antonio Munoz Molina.

1958 zu sexistisch: Lolita von Vladimir Nabokov

Jerry Tallmer, Kritiker der Zeitschrift The Voice, war vom Stoff etwas überfordert. „300 Seiten Sex“ habe er nun im Kopf, schrieb Tallmer, als er im Blatt 1958 Vladimir Nabokovs Erzählung Lolita besprach. Das sei ihm bei weitem „zu viel“. Auch bei anderen Kritikern fiel das Buch erstmal durch.
Lolita ist der bekannteste Roman von Vladimir Nabokov, erschienen 1955.

Der Roman, der zu den bedeutendsten des 20. Jahrhunderts gehört, war lange Zeit wegen seines Themas umstritten: Der parthenophile Ich-Erzähler Humbert Humbert zwingt seine zu Beginn der Erzählung zwölfjährige Stieftochter Dolores („Lolita†œ) zu einer zweijährigen Reise durch die USA. Von ihm als „Vater und Tochter†œ ausgegeben leben sie für mehrere Jahre auf einer Odyssee durch die USA in einer †“ zunehmend gewaltsamen †“ sexuellen Beziehung, aus der Dolores schließlich flieht.

Lolitas Entstehung beanspruchte mehrere Jahre, beginnend mit der Emigration der Nabokovs nach Amerika 1941. Das Romanmanuskript Lolitas hat Nabokov in einem Anfall künstlerischen Suizids im Herbst 1948 zu verbrennen versucht. Nabokovs Frau, Vera, entriss das Manuskript in letzter Minute den Flammen. Das Scheitern, einen amerikanischen Verleger zu finden, führte dazu, dass der Roman zuerst in Europa veröffentlicht wurde.

Wegen des, besonders in den prüden 1950er Jahren, heiklen Sujets, fand Nabokov anfänglich keinen amerikanischen Verleger für seinen Roman. Die erste Ausgabe von Lolita erschien deshalb bei dem englischsprachigen, aber in Paris angesiedelten Verlag Olympia Press, der sich auf erotische Literatur spezialisiert hatte. Eine sehr positive Besprechung des Romans durch Graham Greene führte dann dazu, dass 1958 auch eine amerikanische Ausgabe des Buchs erschien. In der Folge wurde der Roman schnell zum Bestseller und machte Nabokov, der zuvor nur wenigen Insidern bekannt gewesen war, zu einem berühmten Autor.

Die erste deutsche Ausgabe des Romans erschien 1959 bei Rowohlt, übersetzt von Helen Hessel unter Mitarbeit von Maria Carlsson, Gregor von Rezzori, Kurt Kusenberg und Heinrich Maria Ledig-Rowohlt. 1989 brachte Rowohlt eine von Dieter E. Zimmer revidierte Fassung heraus.

Kurzbeschreibung
Der Roman schildert die unselige Leidenschaft des 1910 in Frankreich geborenen Literaturwissenschaftlers und Privatlehrers Humbert Humbert zu der kindhaften und gleichzeitig frühreifen 12-jährigen Dolores (Lolita) Haze. Humbert Humbert ist Mädchen zwischen neun und vierzehn Jahren verfallen; deren vollkommene Inkarnation findet er in Lolita. Um in ihrer Nähe bleiben zu können, heiratet er ihre Mutter, die Witwe Charlotte Haze; er verursacht indirekt deren Tod und beginnt mit Lolita – aus Furcht vor Entdeckung seiner verbotenen Leidenschaft – ein unstetes Reiseleben durch die USA. Humbert Humbert stellt bald fest, dass sie verfolgt werden, und eines Tages ist Lolita, offenbar mit dem Verfolger im Bunde, verschwunden. Als er sie nach Jahren wiedersieht – verheiratet, schwanger und in ärmlichen Verhältnissen lebend -, weigert sie sich, zu ihm zurückzukehren, doch gelingt es ihm, den Namen des damaligen Nebenbuhlers zu erfahren. Es ist der Dramatiker Clare Quilty, den er in einer furiosen Racheszene erschießt. Mit sprachlicher und stilistischer Virtuosität geschrieben, zahlreiche literarische Anspielungen aufweisend und mit distanzierender Ironie unterlegt, ist der Roman weder Schilderung der Überschreitung moralischer Schranken noch Diagnose einer dekadenten Epoche, sondern am ehesten die Geschichte einer tragischen Leidenschaft, die ihren Gegenstand – wenn überhaupt – nur um den Preis der Zerstörung erreichen kann. Versuche, den Roman allegorisch zu deuten, wonach sein Thema v. a. in der Konfrontation des alten Europa (Humbert Humbert) mit dem jungen Amerika (Lolita) zu sehen sei, hat Nabokov zurückgewiesen.

Autorenporträt
Nabokov, Vladimir russ.-US-amerikan Schriftsteller, geboren am 23.4.1899 in Petersburg, gestorben am 2.7.1977 in Montreux, Schweiz

In seinem vielseitigen Werk Lolita, das Romane, Theaterstücke und Erzählungen umfasst, wies sich Vladimir Nabokov als fantasievoller Romancier und virtuoser Erzähler aus. Ein Skandal und dann ein internationaler Erfolg wurde dieser ironisch-frivoler Roman. Nabokov wuchs in einer großbürgerlichen russischen Familie auf, die 1919 nach Deutschland emigrierte. Er studierte französische Literatur sowie Entomologie in Cambridge (England). Ab 1922 lebte er als Staatenloser in Berlin. Nach ersten Gedichten verfasste er unter dem Pseudonym Sirin Prosaschriften, die schon bald die Aufmerksamkeit der Kritik auf sich zogen. 1937 verließ Nabokov Deutschland, lebte bis 1940 in Paris und übersiedelte schließlich in die USA. Dort war er 1941-48 „Poet in residence“ am Wellesley College bei Boston und beschäftigte sich daneben mit Schmetterlingskunde am Museum für Zoologie der Harvard University. 1948-59 war Nabokov Professor für russische und europäische Literatur an der Cornell University; anschließend lebte er als freier Schriftsteller in Montreux.

†œThe Origianl of Laura† heißt das unveröffentlichte Manuskript von Vladimir Nabokov, das eigentlich schon vor 30 Jahren hätte verbrannt werden sollen, erscheint nun voraussichtlich im September 2009.

Brockhaus-Verlag verschiebt Anbindung ans Netz und druckt 22. Auflage?

Enzyklopädie
„Es wird wieder wahrscheinlicher, dass es eine 22. Auflage geben könnte“, sagte der Sprecher des Brockhaus-Verlages, Klaus Holoch, am Dienstag in Mannheim. „Wir haben jetzt gemerkt, wie viele Fans die Brockhaus-Enzyklopädie hat.“

Eine Entscheidung über eine weitere Auflage des berühmtesten deutschen Nachschlagewerkes werde jedoch erst in ein oder zwei Jahren fallen. Der für Mitte April geplante Start eines kostenlosen Lexikon-Portals, das die Inhalte der 30-bändigen Reihe online zur Verfügung stellt, verschiebt sich um mehrere Wochen.

Mitte Februar hatte der Verlag mitgeteilt, die 2005 erschienene 21. Auflage der Enzyklopädie werde voraussichtlich die letzte Druckversion sein.

„Seit der Ankündigung habe es zahlreiche Anfragen von Medienpartnern gegeben – für Kooperationen in Print-Projekten, aber auch in Zusammenhang mit dem Lexikon-Portal. Der Verkauf der Brockhaus-Enzyklopädie habe im Februar deutlich angezogen“, berichtete Klaus Holoch.

Der Brockhaus-Verlag hatte sein Ziel von mehr als 20 000 Exemplaren bei der 21. Auflage verfehlt. Die nächste Auflage sollte unter 20 000 rentabel sein.

Quelle: Süddeutsche Zeitung