7. LiteraturBrunch der Münchner Bücherfrauen am 16.09.2007

Münchner Bücherfrauen Am 16.09.07 findet der 7. LiteraturBrunch der Münchner BücherFrauen statt. Das Motto ist ÜBER DIE SPRACHMAUER – AKROBATIK ZWISCHEN DEN KULTUREN

Unter dem Motto ÜBER DIE SPRACHMAUER – AKROBATIK ZWISCHEN DEN KULTUREN diskutieren drei Übersetzerinnen – Christiane Buchner, Angelika Gillitz-Acar und Doris Kilias – über ihre Arbeit und lesen auch aus einem aktuellen Werk.

Moderiert wird die Veranstaltung von Bettina Lang.
Atzinger, Schellingstraße 9, München
Einlass zum Brunch: 10:30;
Beginn der Lesung: 12:00.
Karten an der Tageskasse: € 8,00/ ermäßigt € 6,00.

Für Buchtrinker und Seitenfresser mit dem Faible für Max Beckmann

Max Beckmann - KarnevalVom 14. September 2007 bis 06. Januar 2008 kann in München in der Pinakothek der Moderne die bislang einzigartige Ausstellung Max Beckmann – Exil in Amsterdam besichtigt werden.

Werke Beckmanns, die er zwischen 1937 und 1947 während seiner Zeit in den Niederlanden schuf. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Amsterdamer Van Gogh Museum organisiert und zunächst dort gezeigt. In München ist sie jetzt in erweiterter Form zu sehen. Mit mehr als 100 Hauptwerken ist es die bislang größte Schau über die Amsterdamer Schaffensperiode des Künstlers.
Max Beckmann (1884-1950) gilt als einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Er hatte Deutschland am 19. Juli 1937 für immer verlassen, jenem Tag, an dem die Nazis in München die Ausstellung «Entartete Kunst» eröffneten, in der auch seine Werke an den Pranger gestellt wurden. Im Amsterdamer Exil schuf der Künstler viele seiner Schlüsselwerke.

Beckmann liebte das Medium des dreigliedrigen Bildes. Im o.a. Werk von 1942/43 mit dem Titel „Karneval“ sind metaphorische Bedeutungen und symbolhafte Verschränkung von Kleidung, Menschen und Sujet feststellbar. Ein Thema wird in drei Varianten behandelt. Es sind Beckmanns neue Interpretationen auf eigener Weltbühne. Die Mitteltafel zeigt den bleichen Narren mit Klatsche oder Pritsche und die schwarzhaarige Tänzerin. Die Kleidung verdeckt die Nackheit und weist die Rollen zu (Verführung einerseits und närrisches Handeln andererseits). Angehäuft von sexuellen Symbolen, wie Hut und Klatsche im Mittelteil; Schwert, Hut, Maske, Brüste im rechten Teil und Schwert, Schoß und Flöte auf der linken Tafel, zeigen sehr direktes Miteinander der Paare. Auch lässt sich eine Entwicklung vom linken jungen Paar hin zum alternden rechten Paar ablesen. Mann und Frau werden hier von einer kostümierten Frau des Hotels Eden verwiesen. Eine Arbeit die anhand des Adam und Eva Themas menschliches Miteinander und Entfremdung, sowie Geschlechterverhältnisse verarbeitet. Der Schauplatz ist das weltliche Theater und die transformierte Alltäglichkeit.

Pinakothek der Moderne
Kunstareal München
Barer Str. 40
80333 München
Tel. 089 / 23805 – 360

Öffnungszeiten:
Täglich außer Montag 10.00 – 18.00 Uhr
Donnerstags 10.00 – 20.00 Uhr
Regulärer Eintritt 9,50 Euro / ermäßigt 6,00 Euro
Sonntagseintritt 1,00 Euro

Vortrag | PINAKOTHEK DER MODERNE
„Freue mich riesig auf Farben und Leinwand“ – Neue Forschungen zu Maltechnik und Material im Werk von Max Beckmann am 04.10.07

Zur Ausstellung »Max Beckmann – Exil in Amsterdam
Wie setzte Max Beckmann seine künstlerischen Vorstellungen technisch auf der Leinwand um? Mit welchen Pigmenten und Bindemitteln arbeitete er und woher erhielt er seine Farben während der wirtschaftlichen Notjahre in Amsterdam? Warum sollte das Triptychon „Versuchung“Versuchung nicht entliehen werden? Moderne Untersuchungsverfahren und Quellenforschungen geben heute Antwort auf diese und ähnliche kunsttechnologische und konservatorische Fragestellungen. Restauratoren und Naturwissenschaftler des Doerner Instituts der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben den reichen Münchner Sammlungsbestand an Werken Max Beckmanns unter die Lupe genommen und stellen aktuelle Forschungsergebnisse vor.
Vortrag mit Florian Schwemer und Patrick Dietemann, Doerner Institut
DO 04.10. | 19.00 | Pinakothek der Moderne, Ernst von Siemens-Auditorium | Eintritt 3 Euro

Der schönste erste Satz von Virginia Woolf

Er – denn es konnte keinen Zweifel an seinem Geschlecht geben, wenngleich die Mode der Zeit es eher verkleidete – er also war gerade dabei, Fechthiebe nach einem Mohrenkopf zu führen, der von den Dachsparren hing.

Orlando von Virginia Woolf

Virginia WoolfVirginia Woolf, geboren am 25. Januar 1882 in London als Adeline Virginia Stephen, gestorben am 28. März 1941 bei Lewes, Sussex. war eine britische Schriftstellerin und ein Idol der Frauenbewegung. Sie entstammte einer wohlhabenden Intellektuellen-Familie, die zahllose Kontakte zu Literaten hatte. Als Jugendliche erlebte sie noch die viktorianischen Beschränkungen für Mädchen und Frauen. Früh als Literaturkritikerin und Essayistin tätig, begann ihre Karriere als Romanautorin relativ spät, doch Ende der zwanziger Jahre war sie eine erfolgreiche und international bekannte Schriftstellerin.

Virginia Woolf hatte seit ihren Kindertagen und ab 1915 systematisch Tagebuch geführt. 1953 wurden Teile daraus erstmals publiziert. 1977 bis 1984 erfolgte die Herausgabe der gesamten Aufzeichnungen in fünf Bänden. Auch ihre umfangreiche Korrespondenz wurde veröffentlicht, zwischen 1975 und 1980 erschienen sechs Bände. Dieser Nachlass gilt vielen Leserinnen und Lesern als mindestens ebenso wichtig wie die zu Lebzeiten publizierten Werke. Der meistzitierte Text der neuen Frauenbewegung, Woolfs Buch A Room of One†²s Own wurde erst 1978 ins Deutsche übertragen. Woolf nahm in ihren Essays bereits die These der 68er-Bewegung vom politischen Charakter des Privaten vorweg. Eine der aktuellen Debatten um Virginia Woolf betrifft die Frage, inwieweit †“ und mit welchen Folgen †“ die Künstlerin während ihrer Kindheit und Jugend Opfer sexuellen Missbrauchs wurde.

OrlandoKurzbeschreibung
Dieses Buch ist eine Huldigung Virginia Woolfs an die Schriftstellerin Victoria Sackville-West, zärtlich Vita genannt. In dem jungen, wandelbar-unwandelbaren Orlando, dessen abenteuerliches Leben 400 Jahre umspannt, sieht Virginia Woolf ihre Freundin als Verkörperung ihrer Vorfahren, der Grafen und Herzöge Sackville. Bald ist Orlando ein schöner Jüngling, Günstling Elisabeths I., bald eine Frau, die in Konstantinopel bei einem Zigeunerstamm lebt, dann wieder im England des 17. und 18. Jahrhunderts eine Dame der großen Gesellschaft, die, als Mann verkleidet, verbotene Abenteuer sucht. In der Gegenwart angekommen, ist Orlando eine Dichterin, die, wie Vita Sackville West 1928, einen Literaturpreis erhält. Diese einzigartige, virtuose Romanbiografie gehört zu den unvergänglichen Werken der Weltliteratur.

Lesung aus „Erhöre mein Flehen“ mit Susanna Tamaro und Anna Thalbach

Erhöre mein FlehenSehnsüchtig haben die Leser die Fortsetzung der drei Generationen umfassenden Familiengeschichte Geh, wohin dein Herz dich trägt von Susanna Tamaro erwartet. Der Bestseller wurde in 42 Sprachen übersetzt und 12 Millionen mal verkauft. Der Roman machte die italienische Schriftstellerin über Nacht berühmt. Zwölf Jahre ist das nun her, und es scheint fast so, als hätte die Autorin die hohen Erwartungen der Leser gescheut. Erhöre mein Flehen, die Fortsetzung der Geschichte von Olga und ihrer Enkelin, wird nun in einer Lesung am 16. September, um 11 Uhr in der Blackbox am Gasteig in München, von Susanna Tamaro und Anna Thalbach vorgestellt. Kartenreservierung unter 089 / 74 63 210.

Kurzbeschreibung
„Immer wieder haben mich Leser gefragt: Wie geht Geh, wohin dein Herz dich trägt weiter? Ich spürte: Ich musste diese Geschichte abschließen.“ Susanna Tamaro

Jetzt kehrt Tamaro zu ihren Heldinnen zurück. Die Enkelin Marta muss den Verlust der Großmutter verkraften. Sie beginnt das Haus aufzuräumen. Dabei stößt sie auf ein bestürzendes Geheimnis. Und ihr wird bewusst, dass alle ihr nahe stehenden Menschen an Lebenslügen gescheitert sind. Sie selbst muss einen neuen Weg einschlagen – und macht sich auf zu ihren Verwandten nach Israel. Mit den sensibel gezeichneten Figuren und ihrer lakonischen Sprache knüpft Tamaro nahtlos an ihren großen Romanerfolg an. „Ich glaube, dass meine Bücher den Lesern helfen, sich selbst besser kennen zu lernen. Sie haben dann das Gefühl, bei der Lektüre in einen Spiegel zu schauen.“ Susanna Tamaro
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten, 16,95 Euro
Verlag: C. Bertelsmann (August 2007)

Deutscher Buchpreis – Jury gibt Titel bekannt

Die nominierten Romane (Shortlist in alphabetischer Reihenfolge):

  • Julia Franck: Die Mittagsfrau (S. Fischer, September 2007)
  • Thomas Glavinic: Das bin doch ich (Hanser, August 2007)
  • Michael Köhlmeier: Abendland (Hanser, August 2007)
  • Katja Lange-Müller: Böse Schafe (Kiepenheuer & Witsch, August 2007)
  • Martin Mosebach: Der Mond und das Mädchen (Hanser, August 2007)
  • Thomas von Steinaecker: Wallner beginnt zu fliegen (FVA, Februar 2007)

Die Preisverleihung findet am 8. Oktober 2007 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römer statt.