Für Buchtrinker und Seitenfresser mit dem Faible für Musik der 70er – The Doors in Concert

the doorsDeutschlandradio Kultur

In Concert 20.06.2007 · 20:03 Uhr
The Doors
Live In Philadelphia 1970

Ein großes Konzert der wahrscheinlich wichtigsten US-Rockband, das erst 2005 veröffentlicht wurde. Zu einem Zeitpunkt, als die Doors und ihr unvergessener Frontmann Jim Morrison wieder in aller Revival-Munde waren. 14.000 Fans pilgerten am 1. Mai 1970 ins „Spectrum“ in Philadelphia, um eine Art Wiederauferstehung der Doors zu erleben und noch einmal eine große Show von Morrison. Weiterlesen

„Die Himmelsstürmerin“ von Rebiya Kadeer – Lesung am 20.06.07 im Literaturhaus München

Rebiya KadeerRebiya Kadeer
Mittwoch, 20.6., 20 Uhr, Saal
Die Himmelsstürmerin – Lesung und Gespräch mit Rebiya Kadeer
Moderation: Stefan Niemann (NDR)
Lesung der deutschen Textes: Ulrike Kriener
Rebiya Kadeer, geb. 1948 im ehemaligen Ostturkistan, ist Chinas bekannteste Menschenrechtlerin und wurde schon mehrfach für den Friedensnobelpreis nominiert. Sie war einst die reichste Frau im Reich der Mitte. Als sie begann, ihre politische Macht zu nutzen und sich bedingungslos für die Rechte ihres uighurischen Volksstammes, einer muslimischen Volksgruppe in China, einzusetzen, wurde sie zur meist gehassten Frau des Regimes. Weiterlesen

Stimmungsbericht zur Lesung „Superhero“ von Anthony McCarten im Literaturhaus München am 13.06.2007

Vermutlich lag es nicht am Regen, denn es goss in Strömen am Mittwochabend auf das Dach des Literaturhauses, sondern allein an der Tatsache, dass Anthony McCarten hierzulande einfach noch nicht populär genug ist. Denn sonst lässt es sich nicht erklären, warum bei diesem Staraufgebot so wenig Zuhörer bei der Lesung erschienen sind. Eingestellt auf einen Stehplatz, da wir nicht reserviert hatten, bekamen wir drei Sitzplätze in der 1. Reihe, direkt vor drei Stehtischen auf denen sich Wasserkaraffen, Gläser und Mikrofone befanden. Die Stuhlreihen waren so angeordnet, dass wir Zuhörer freie Sicht durch die lichte Stahl- Glas-Konstruktion im 3. Stock des Hauses auf die Kuppel der Theatinerkirche und die Dächer Münchens hatten. (Mir wurde fast schwindling, als Rufus Beck sich später lässig auf seinem Hocker sitzend an einen der schmalen Stahlträger lehnte) Weiterlesen

„Der schönste erste Satz“

ist ein Wettbewerb der Initiative Deutsche Sprache und der Stiftung Lesen.

Wer möchte kann seinen Vorschlag für den „Schönsten ersten Satz“ an die E-Mail-Adresse:

borsenblatt@mvb-online.de schicken.

Mein Vorschlag für einen schönen ersten Satz lautet:

Er war nicht mein Vater und nicht meine Mutter, weshalb öffnete er mir dann ihre Haustür, erfüllte mit seinem Körper den schmalen Eingang, die Hand auf der Türklinke, ich begann zurückzuweichen, schaute nach, ob ich mich vielleicht im Stockwerk geirrt hatte, aber das Namensschild beharrte hartnäckig darauf, dass dies ihre Wohnung war, wenigstens war es ihre Wohnung gewesen, und mit leiser Stimme fragte ich, was ist mit meinen Eltern passiert, und er öffnete seinen großen Mund, nichts ist ihnen passiert, Ja`ara, mein Name rutschte aus seinem Mund wie ein Fisch aus dem Netz, und ich stürzte in die Wohnung, mein Arm streifte seinen kühlen glatten Arm, ich ging an dem leeren Wohnzimmer vorbei, öffnete die verschlossene Tür ihres Schlafzimmers.

Zugegeben, es kann über Sinn oder Unsinn solcher Umfragen gestritten werden, aber spannend ist es allemal. Dieser erste Satz ist voller Verheißung und mag so manchen Leser in der Buchhandlung verleitet haben das Buch zu kaufen.

Wer kennt ihn, bzw. wer kennt den Buchtitel und den Autor? Wer es weiß, darf den nächsten schönsten ersten Satz hier vorschlagen. 🙂

Liebe Dolcevita, ist das Z. Shalev, Liebesleben?
Wenn ja, lautet mein Vorschlag:

Es war unvermeidbar: Der Geruch von bitteren Mandeln ließ ihn stets an das Schicksal verhinderter Liebe denken.

Juni 2007: Tannöd – Andrea M. Schenkel

Cover TannödKurzbeschreibung
Sie nennen ihn nur noch den Mordhof, den einsam gelegenen Hof der Danners in Tannöd. Eine ganze Familie wurde in einer Nacht ausgelöscht, mit der Spitzhacke erschlagen. Gemocht hat sie kaum jemand, mürrische, geizige Leute waren sie und den ein oder anderen hat der alte Bauer wohl auch übers Ohr gehauen. Aber selbst die Kinder wurden grausam ermordet, und so geht die Angst um im Dorf, denn vom Mörder fehlt jede Spur. Unheimlich wird es, weil man jeden Schritt des Mörders mit verfolgt, ihn beobachtet bei seinen alltäglichen Verrichtungen, ohne seine Identität zu kennen. Die spannende Unruhe, die einen bis zum Ende nicht verlässt, löst sich erst auf, wenn das Mosaik komplett ist. Die Autorin legt mit ihrem Debüt nicht nur einen dramatischen, literarisch reizvollen Kriminalroman vor. Sie zeichnet schonungslos und eindrücklich das Porträt einer bigotten und ganz und gar nicht idyllischen dörflichen Gemeinschaft mit einem traumatischen Beziehungsgeflecht, das schließlich zum Mord führt. Dem Buch liegt ein ungeklärter Mordfall an einer Bauernfamilie zugrunde.

Über die Autorin
Andrea Maria Schenkel, geboren am 21. März 1962 in Regensburg, ist eine deutsche Schriftstellerin.
Sie veröffentlichte im Jahr 2006 ihr Romandebüt Tannöd, der auf einem ungeklärten Mordfall im bayerischen Hinterkaifeck basiert. Für diesen Roman erhielt sie 2007 den Deutschen Krimi Preis und den Friedrich Glauser-Preis. Für das Hörbuch zum Roman erhielt sie 2007 zusammen mit Monica Bleibtreu den CORINE-Weltbild-Leserpreis. Für ihren zweiten Roman Kalteis wurde sie 2008 ebenfalls mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet.

Im Jahr 2007 produziert der Norddeutsche Rundfunk (NDR) ein 70 minütiges Hörspiel des Romans Tannöd (Hörspielbearbeitung und Regie: Norbert Schaeffer). Mit Kalteis lässt Schenkel ihrem Debüt einen weiteren Kriminalroman folgen, in dem es um einen Frauenmörder geht. Auch dieser Roman basiert auf einem historischen Fall.

Ihr Romandebüt Tannöd verkaufte sich bislang mehr als 550.000 Mal (Stand:Januar 2008).

Plagiatsvorwürfe
Der Journalist Peter Leuschner wirft Andrea Maria Schenkel vor, ihr Roman Tannöd sei ein Plagiat seiner Bücher „Hinterkaifeck. Deutschlands geheimnisvollster Mordfall“ (1978) und „Der Mordfall Hinterkaifeck“ (1997). Die Autorin habe, so Leuschner, Passagen teilweise annähernd wortgleich abgeschrieben. Dagegen wird argumentiert, Leuschner habe ein dokumentarisches Sachbuch verfasst, Schenkel aber ein literarisches Werk geschaffen. Die historischen Fakten des spektakulären Falls seien urheberrechtlich nicht geschützt und in vielen offenen Quellen nachzulesen. Da Leuschner die Dokumentation aber durchaus dramatisiert und rein fiktive Passagen zugefügt hat, also von einer reinen Dokumentation zugunsten eines Infotainment abgewichen ist, könnte sich dieser Fall durchaus in einer juristischen Grauzone bewegen.

Trotz dieser Vorwürfe wurden die Plagiatsvorwürfe mit dem Urteil des Münchner Landgerichts I vom 20. Februar 2008 widerlegt. Somit wurde die Forderung Leuschners nach Schadensersatzszahlung, der Vernichtung aller bestehenden „Tannöd“-Bücher und die nicht weitere Verbreitung des Krimis abgelehnt.