Treffpunkt für Buchtrinker und Seitenfresser – Münchner Literaturhaus feiert seinen 10. Geburtstag

LiteraturhausNach komplizierten Bau-und Finanzierungsarbeiten eröffnete am 05.07.1997 Oberbürgermeister Christian Ude das Literaturhaus am Salvatorplatz 1 in München. Anfangs wurde zwar die Architektur des von Uwe Kessler umgebauten Literaturhauses gepriesen, der Sinn und Zweck der Institution doch von einigen in der Münchner Verlagsstadt angezweifelt, und die Skepsis im Münchner Kulturbetrieb war beträchtlich. Längst sind die Stimmen der Skeptiker verstummt, das Haus verzeichnete allein im vergangenen Jahr 40 000 Besucher bei ca. 150 Veranstaltungen. Eine respektable Resonanz, denn literarische Lesungen erzeugen in der Regel keinen Massenansturm. Ausnahmen verursachten Namen wie Bret Easton Ellis („American Psycho“), Henning Mankell, Vicco von Bülow, Franz Xaver Kroetz, Wolf Haas, Doris Dörrie, Martin Walser, J. M. Coetzee, Michel Houellebecq, Gerhard Schröder, Oliver Kahn gemeinsam mit Senta Berger, Orhan Pamuk und einige andere.

Auf der Homepage ( www.literaturhaus-muenchen.de ) heißt es: Treffpunkt für Buchtrinker und Seitenfresser, Kinoerzähler und Flaneure, Lohnschreiber und Föhnforscher, Billigfresser und Hungerkünstler, Radardenker und Tagträumer, dicke Dichter und sanfte Irre, kurz:
ein Fluchtraum im Dickicht der Städte für alle, die Melodien lauschen oder einfach nur auf Godot warten wollen.

Unvergesslich ist für mich ein Abend an dem junge Autoren ihre Werke vorstellten. So trat z.B. Annette Pehnt, besohlt mit Birkenstockschuhen, ungeschminkt selbstbewußt lächelnd vor das Mikrofon und stellte ihren Roman „Ich muß los“ vor, Marc Wortmann gesellte sich an unseren Tisch und beantwortete bereitwillig unsere Fragen zur Entstehung seines Romans „Der Witwentröster“.

Reinhard G. Wittmann, der Hausherr, erklärt: „Die Leser wollen selbst sehen, wie der Mensch aussieht, der ihre Lieblingsbücher schreibt. Bei uns erfahren die Autoren eine Wertschätzung, fast schon eine Ehrerbietung.“ Viele Menschen wollen den Menschen verstehen, in dessen Gedankenwelt sie eindringen, was nicht immer gelingt. Und nicht jeder Autor drängt sich ins Scheinwerferlicht.

Jetzt steht in dem Haus ein Wirtewechsel bevor und dies wurde zum Anlass genommen für einige Umbauten. Das neue Wirteteam, Dino Klemencic und Uli Springer, wird gemeinsam mit der Hausleitung dafür sorgen, dass sich das Literaturhaus seinen Gästen als ein Ort der Begegnung und des Austausches, als eine sowohl literarische als auch kulinarische Institution besser präsentiert.

Ende Juni soll das neue Kaffeehaus eröffnet werden und ich warte schon mit Spannung auf das Eröffnungsprogramm. Happy Birthday nachträglich und alles Gute!

KrimiWelt-Bestenliste im Juni

Platz 1 : „Der Großaktionär“ von Petros Markaris
Platz 2 : „Schlafende Engel“ von Michael Collins
Platz 3 : „Der Grenzgänger“ von Matti Rönkä
Platz 4 : „Kalter August“ von Peter Temple
Platz 5 : „Memento“ von P. J. Tracy
Platz 6 : „Liebesdienste“ von Kate Atkinson
Platz 7 : „1980“ von David Peace
Platz 8 : „Grafeneck“ von Rainer Gross
Platz 9 : „Verdammnis“ von Stieg Larssons
Platz 10: „Callgirls“ von Elmore Leonards

Der Roman „Schlafende Engel“ von Michael Collins hat es auf Anhieb auf Platz 2 geschafft. Eine Kleinstadt in Indiana, ein totes, überfahrendes Kind in einem Laubhaufen – war´s womöglich der Football-Star, die große Hoffnung für die Zukunft der Stadt? Der junge Literat Michael Collins hat sich erstmals im Krimi-Genre versucht, ein junger Ire, der seit Jahren in Amerika lebt, mit Sahara-Marthon seine Grenzen testet.

Quelle: www.sueddeutsche.de

Strandlektüre: „Vermiss mein nicht“ von Cecelia Ahern

Vermiss mein nichtKurzbeschreibung
Als Sandy Shortt zehn Jahre alt ist, verschwindet ein Mädchen aus ihrer Klasse. Seit dieser Zeit sucht sie leidenschaftlich nach allem, was vermisst wird: nach Socken, Schlüsseln und später auch nach Menschen. In ihrer Suchagentur macht sie Angehörigen Mut, denn sie gibt niemals auf.Doch als Sandy den Auftrag bekommt, den Bruder von Jack Ruttle wiederzufinden, verirrt sie sich im Wald und verschwindet selbst – an einen geheimnisvollen Ort, den alle nur „Hier“ nennen. Weiterlesen

Strandlektüre: „Mieses Karma“ von David Safier

Mieses KarmaKurzbeschreibung
Die Moderatorin Kim Lange erlebt einen Tag des Triumphes: Sie gewinnt den Deutschen Fernsehpreis. Schade eigentlich, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer herabstürzenden russischen Raumstation erschlagen wird. Im Jenseits erfährt sie, dass sie in ihrem Leben viel zu viel mieses Karma gesammelt hat – und bekommt prompt die Rechnung präsentiert. Kim findet sich in einem Erdloch wieder, hat zwei Fühler, sechs Beine und einen überproportional großen Hinterleib: Sie ist eine Ameise! Weiterlesen