Milan Kundera erhält den mit 300.000 tschechischen Kronen (etwas 10.900 Euro) dotierten wichtigsten Literaturpreis seines Heimatlandes Tschechien. Ob er ihn annimmt und zur Preisverleihung zum Nationalfeiertag am 28. Oktober persönlich erscheint, ist allerdings fraglich.
Der heute 78-jährige Kundera lebt seit 1975 in Paris, seit 1981 ist er französischer Staatsbürger – die tschechoslowakische Staatzugehörigkeit war ihm in den 70er Jahren aberkannt worden – und seit 1985 gibt Milan Kundera keine Interviews mehr. Und wenn dann nur noch schriftlich. Zu oft fühlte er sich missverstanden. Das Verhältnis zu seinem Heimatland Tschechien ist nicht von Leichtigkeit geprägt, jahrzehntelang war es eher unerträglich. Ein Essay-Duell mit Vaclav Havel über die Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 und die Sicht auf die eigene Nation Ende der 60er Jahre hatte sein übriges getan, um das Verhältnis zu seinem Heimatland zu zerrütten. Einige seiner Bücher sind bis heute nicht in seiner Muttersprache erschienen, von Exilauflagen einmal abgesehen. Der Autor hatte immer wieder sein Veto eingelegt. Erst 2006 konnten seine tschechischen Landsleute wieder „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ auf Tschechisch kaufen und bescherten dem Buch einen riesigen Erfolg. Kundera schreibt seit Jahrzehnten auf Französisch.
Mit dem Staatspreis ist wohl die Hoffnung verbunden, dass Kundera die Übersetzung und Herausgabe seiner Romane in Tschechien beschleunigt.
Zur Belohnung winkt dem Sieger/der Siegerin ein Keks! Wir freuen uns über jedes neues „Gesicht“.
Wie die
Dienstag, 16.10.2007, 20.15 Uhr, Julia Fanck betritt die Bühne des Münchner Literaturhauses, und es wird schlagartig still in dem total ausverkauften Saal. Die Stuhlreihen sind so eng gestellt, dass es kaum möglich ist Luft zu holen, ohne dabei seinen Nachbarn bzw. seine Nachbarin, denn der Frauenanteil beträgt schätzungsweise 90 Prozent, zu berühren. Nach der üblichen Begrüßung durch Herrn Wittman, den Leiter des Literaturhauses, und dem stürmischen Applaus der Besucher, noch schnell ein Glas Wasser.
Es ist Literatur und nicht die Aufarbeitung ihrer eigenen Familiengeschichte, betont Julia Franck im Anschluss an die Lesung. Konzentriert, wie auch schon in der Lesung, widmet sie sich dann den vielen Besuchern um ihr Buch zu signieren.
Gegen 21.45 Uhr ist alles vorbei. Es ist ihre erste Lesung nach der Frankfurter Buchmesse. Viele werden folgen.