Nachtgalerie wird Münchens größter Raucherclub – täglich neue Schlagzeilen

Täglich sorgt das neue Nichtraucherschutzgesetz in München für Schlagzeilen – so zum Beispiel heute:

Krise in der Staatsregierung: Die Regeln zum Nichtraucherschutz sind umstritten. In der CSU qualmt´s gewaltig, die Fraktion löst eine neue Debatte ums Rauchverbot aus – und kritisiert die eigene Schulpolitik.

Kaum hatte die CSU-Spitze am Freitag verkündet, ihr Rauchverbot zu lockern, gingen im Zelt des Würzburger Frühjahrsvolksfests die Zigaretten an. Der Wirt Michael Hahn wusste gar nicht, wie ihm geschah.

Die bayerische Caritas ruft die Staatsregierung dazu auf, die Interessen der Armen nicht zu vergessen. Die Regierenden sollten sich mit derselben Intensität um die Anliegen der Armen kümmern wie um die Wünsche der Raucher, denn die Menschen in Bayern haben wichtigere Sorgen als das Rauchverbot.

RaucherDie Diskothek Nachtgalerie wird Münchens größter Raucherclub.
„Gemeinsames Feiern in der NAGA“ heißt der Verein, der vom 14. März an die Partyhalle in ein Raucherparadies zurückverwandeln soll.
„Genug rumgeeiert, so geht es nicht weiter. Wir feiern wieder gemeinsam statt einsam. Denn während ein Drittel draußen beim Rauchen steht, macht sich das zweite Drittel gerade auf den Weg zur Toilette und der Rest überlegt, was von beidem er denn nun tun soll. Vielleicht gleich auf der Toilette rauchen?

Stoppt die Isolation und emotionale Kälte! Mehr Stimmung, mehr Party, mehr Liebe. Ringelpietz mit Anfassen und Flüsterpost auf allen Kanälen. Ab sofort in der Nachtgalerie. Wir sagen alles kann, nichts muss. Raucher und Nichtraucher feiern wieder gemeinsam,“ verkündet die Internetseite der Nachtgalerie auf ihrer Internetseite und hat scheinbar schon mehr als 30 000 Mitgliedsausweise verschickt.

Nichtraucher wollen Ausnahmen kippen.
Die Nichtraucher-Initative München (NIM) will beim Verfassungsgericht noch im März eine Popularklage gegen mögliche Ausnahmen, etwa für Festzelte oder Raucherclubs, einreichen.

Es sieht so aus, als würde uns das neue Gesetz noch sehr lange beschäftigen.

Nichts für Männer – Elke Heidenreich über Martin Walsers „Ein liebender Mann“

Liebe mit Stil

Ich bin schon froh, wenn Leute in einem Roman nicht mehr Karl von Kahn, Meschemoser, Joni Jetter oder Amei Varnbühler- Bülow-Wachtel heißen, sondern Goethe und Ulrike, ganz einfach. Um die Liebe geht es sowieso immer, aber während Joni sagt, dass sie mit der Fotze denkt und dem alten Mann gern die Eier lecken möchte, sagt Ulrike: „Ach, Exzellenz!“, und den alten Goethe zerreißt es nicht vor Kummer seiner Eier wegen, sondern weil er spürt, dass er liebt, ohne wiedergeliebt zu werden, etwas, das es eigentlich nicht geben dürfte, weil es so weh tut.

Aber er ist Dichter, ihm gab ein Gott, zu sagen, was er leidet, und so sublimiert er und schreibt die Marienbader Elegie. Und Walser schreibt „Der liebende Mann„, und natürlich kann es auf diesem hohen Niveau in den Niederungen der Begierde nicht immer bleiben, auch Goethe hält mitunter ratlos „sein Teil“ in der Hand, aber „Der liebende Mann“ ist ebenso stilsicher wie die „Angstblüte“ banal mäandert. Walsers blitzgescheiter Witz, so selten in der deutschen Literatur, hier ist er wieder, und alles Muffige und Verklemmte verschwindet aus dieser Geschichte der Wehmut angesichts des Elends vom Altwerden.

Es ist banal genug, es wird nicht erträglicher, wenn es auch noch banal beschrieben wird. Hier wirkt die Wucht der Verzweiflung hinter der Fassade extremer Verfeinerung doppelt, so wie eine halb ausgezogene Frau erotischer sein kann als eine ganz nackte. Wenn sich die Seelen nicht küssen, befriedigt auch das Eierlecken nicht.

Dieses Buch kommt der Liebe so nah, dass man weinen möchte. Klar, dass Männer das nicht lesen wollen.

Martin Walser antwortete in einem Interview auf die Frage, ob er überrascht über die positive Kritik von Frau Heidenreich gewesen sei, folgendes:  „Überrascht kann man ja auf viele Arten sein und das war eine der angenehmeren Überraschungen. Und ich war nicht einmal so erstaunt, weil ich schon gedacht habe, das könnte ein Buch sein, das Frau Heidenreich erreicht.“

Quelle: Readingroom der FAZ

Weltfrauentag 2008 – Investing in Women and Girls

„Die Fantasie der Männer reicht bei Weitem nicht aus, um die Realität Frau zu begreifen.†œ

Anna Magnani (1908†“1973), italienische Schauspielerin

WeltfrauentagDer Internationale Frauentag (International Women’s Day) oder Weltfrauentag wird weltweit von Frauenorganisationen am 8. März begangen. Er entstand im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Dabei ist heute teilweise umstritten, auf welche Traditionen sich der Gedenktag bezieht.

Das Motto der Vereinten Nationen im Jahr 2008 lautet Investing in Women and Girls. Die Herstellung von Chancengleichheit und deren Finanzierung in den einzelnen Ländern soll angestrebt werden. Entsprechend kündigte die Bundesfrauenkonferenz der deutschen Gewerkschaft Verdi Veranstaltungen zum Thema „Frauen verdienen mehr“ an. Unter anderem sollen gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit sowie Mindestlöhne angemahnt werden.

Zur Erklärung des Datums werden je nach Quelle verschiedene Ereignisse herangezogen. Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin schlug auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentages vor, ohne jedoch ein bestimmtes Datum zu favorisieren. Einige Monate später wurde am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich und der Schweiz der erste Frauentag gefeiert. Mit der Wahl des Datums wurde der revolutionäre Charakter des Frauentags hervorgehoben, denn der Vortag, der 18. März, war der Gedenktag für die Gefallenen während der Märzrevolution 1848. Außerdem hatte auch die Pariser Commune 1871 im März begonnen. Weiterlesen

AGATHA-CHRISTIE-KRIMIPREIS 2008

Agatha-Christie-PreisDer Agatha-Christie-Krimipreis ist ein Literaturpreis für Kriminal-Kurzgeschichten. Er wurde 2003 erstmals verliehen. Der Name geht zurück auf die Kriminalschriftstellerin Agatha Christie. Der Preis wird vom Fischer Verlag, dem Frauenmagazin freundin, der Buchhandlung Hugendubel und dem Krimifestival München vergeben und ist mit Sachpreisen dotiert.

Mitglieder der Jury: Schauspielerin Jutta Speidel, Nina Hugendubel, Lektorin Dr. Cordelia Borchardt (Fischer Verlag), Textchefin Katharina Rieger (freundin) und Andreas Hoh (Krimifestival München).

Die Jury hat aus zahlreichen spannenden Beiträgen die besten Geschichten zum Agatha-Christie-Krimipreis ausgewählt, die in einer Anthologie erscheinen. Die drei Gewinner werden im März 2008 im Rahmen des Krimifestival München
bekannt gegeben.

DIE NOMINIERTEN ZUM AGATHA-CHRISTIE-KRIMIPREIS 2008
(in alphabetischer Reihenfolge)

Christian Bartel, Das schönste Leben
Veit Bronnenmeyer, Rick Kramers letzter Fall
Sabine Eymelt-Niemann, Gut getroffen im Leben
Dr. Stefan Fabry, Annes Gespür
Iris von Finckenstein, Natalie
Hans Forster, Himmel und Hölle
Petra Greschitzek, Geheime Absichten
Ursula Heinrich, Pilzgericht
Alfred Hellmann, Talisman
Leo Hoffmann, Fräulein Schneider spielen
Heike Koschyk, Schachmatt
Sabine Ludwig, Blumenkohl polnisch
Sunil Mann, Flaschenpost
Annette Petersen, Tote Tante
Helmi Schausberger, Die Geisel
Claudia Schlegl, Archibald und seine Lieben
Cornelia Schneider, Wassernickels Glatze kratzen
Britta Scholten, Abschiedsessen
Savita Saskia Schulte, Die hochgezogene Augenbraue
Amaryllis Sommerer, Alle oder keiner
Antonia Spohr, Mein erster Fall
Katrin Stehle, Fischmarkt
Chris J. Stone, Früher war alles besser
Sabine Trinkaus, Weihnachten mit Anna
Marcus Winter, Die große Chance

Martin Walser spricht mit der Süddeutschen über Geld, Existenzangst und Steuerflucht

„Reden wir über Geld mit Martin Walser“ lautete die Überschrift unter der die Süddeutsche Zeitung am vergangenen Freitag ein Interview mit dem Schriftsteller veröffentlichte. Das Interview fand in dem Arbeitszimmer seines Hauses am Bodensee statt, in dem er seit vier Jahrzehnten seine Romane schreibt. So auch sein neues Buch „Ein liebender Mann„, welches derzeit bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Reading Room online zu lesen ist.

Ungewöhnlich offen berichtete Martin Walser über sein Verhältnis zu Geld. Er werde nach seinem Gefühl nie genug Geld haben, vielleicht eine Folge der Not in Kindheit und Jugend. Der Vater hinterließ schöne Bücher, aber was Geld anging sei er ein absoluter Versager gewesen. Mit 14 musste er die Buchhaltung in der elterlichen Kohlenhandlung übernehmen, das war 1941, mitten im Krieg. Mit gedichteten Unterhaltungs-Couplets für die „Klingende Wochenpost“ des Süddeutschen Rundfunks und die „Nörgelecke für die Haufrau“ habe er sich anfangs als Schriftsteller ernährt. 1957 erhielt er den mit 10 000 Mark dotierten Hesse-Preis. Den Scheck gab er seiner Mutter, die nie geglaubt hatte, dass er mit dem Schreiben Geld verdienen konnte. Weiterlesen