Würde der Frauen – Margaret Atwood erhält Prinz-von-Asturien-Preis

Prinz-von-Asturen-PreisDie kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood erhält den Prinz-von-Asturien-Preis für Literatur. Die 68-Jährige setzte sich in der Endausscheidung gegen Juan Goytisolo, Ian McEwan und Ismail Kadare durch. Die Jury begründete die Preisverleihung mit dem „herausragenden literarischen Gesamtwerk“ Atwoods. Diese verteidige in ihren Werken die Würde der Frauen und erhebe Anklage gegen soziale Ungerechtigkeit.

Bekannt geworden ist Margaret Atwood vor allem durch die Veröffentlichung von Der Report der Magd (The Handmaid†™s Tale) (englisch 1985, deutsch 1987), verfilmt von Volker Schlöndorff als Die Geschichte der Dienerin, und durch zahlreiche Kurzgeschichten.

Margaret Atwood ist nach Doris Lessing (2001) und Fatima Mernissi und Susan Sontag (die beiden Autorinnen teilten sich 2003 den Preis) bei der 27-jährigen Vergabe dieses Preises tatsächlich erst die vierte Frau in der Männerriege so illusterer Autoren wie Günter Grass, Paul Auster, Arthur Miller, Amos Oz, etc. Scheinbar haben es Frauen sehr schwer sich würdig zu erweisen.

Die Prinz-von-Asturien-Preise (span.: Premios Príncipe de Asturias) wurden 1981 erstmals durch die Stiftung Prinz von Asturien vergeben und werden jährlich in Oviedo, der Hauptstadt des Fürstentums Asturien in Anwesenheit des spanischen Thronfolgers Infant Felipe von Spanien (und seit 2004 seiner Gemahlin Doña Letizia) vergeben. Die Preisverleihung stellt †“ ähnlich wie die Verleihung der Nobelpreise †“ ein akademisches Ereignis ersten Ranges dar, nicht nur wegen der internationalen Preisträger, sondern auch wegen der Zusammensetzung der Jury.

Die Preisträger können Einzelpersonen, Institutionen oder Gruppen aus der ganzen Welt sein, die sich durch ihren Lebenslauf in einer der folgenden acht Kategorien auszeichnen: Kunst, Literatur, Sozialwissenschaften, Kommunikation und Geisteswissenschaften, Eintracht, internationale Zusammenarbeit, wissenschaftliche und technische Forschung und Sport.

Die Preise werden im Theater Campoamor überreicht. Die einzelnen Prinz-von-Asturien-Preise sind mit einem Geldbetrag in Höhe von 50.000 Euro dotiert. Außerdem wird jedem Preisträger eine Skulptur überreicht, die vom katalanischen Künstler Joan Miró entworfen wurde. Im Jahr 2005 feierten die Prinz-von-Asturien-Preise ihr 25-jähriges Jubiläum.

Amos Oz erhält den mit 50.000 Euro dotierten Heinrich-Heine-Preis

Amos OzDie Jury lobte seine literarische Kreativität und sein humanistisches Engagement.

Die Heine-Jury habe ihr Votum für Amos Oz (Eine Geschichte von Liebe und Finsternis) unter anderem mit seiner literarischen Kreativität, politischen Sensibilität und seinem humanistischen Engagement begründet. Oz habe am Samstag per Telefon von der Auszeichnung erfahren, und erklärt, dass er sie annehmen werde. Der 69-Jährige war 1992 bereits mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden.

Amos Oz befasst sich in seinen Romanen und Erzählungen in realistisch-dramatischer, teils in fanatisch-burlesker, teils in satirisch-komischer Weise mit der jüngeren gesellschaftlichen, politischen und psychologischen Befindlichkeit in seinem Land.

In Deutschland wurde er 1992 bereits mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Er erhielt außerdem zahlreiche weitere Preise, darunter den Welt-Literaturpreis (2004), den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt (2005) und den Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz (2008).

Der Heinrich-Heine-Preis zählt zu den bedeutendsten Literatur- und Persönlichkeitspreisen in Deutschland und wird seit 1972 verliehen. Er zeichnet Persönlichkeiten aus, die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten. Bisherige Preisträger sind unter anderen die Autoren Carl Zuckmayer, Max Frisch, Hans Magnus Enzensberger und Elfriede Jelinek.

Quellen: Spiegel Online, ReadingEase, Wikipedia

Georg-Büchner-Preis 2008 geht an Josef Winkler

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den Georg-Büchner-Preis in diesem Jahr dem österreichischen Schriftsteller Josef Winkler. Josef Winkler habe auf die Katastrophen seiner katholischen Dorfkindheit mit Büchern reagiert, deren obsessive Dringlichkeit einzigartig sei, heißt es in der Begründung der Jury.

Der Preis ist mit 40.000 Euro dotiert und wird auf der Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung am 1. November in Darmstadt verliehen. Der Georg-Büchner-Preis wird seit 1951 von der Akademie vergeben, er ist der renommierteste und nach dem Joseph-Breitbach-Preis der zweithöchstdotierte jährlich vergebene Literaturpreis für deutschsprachige Autoren.

Josef Winkler wurde am 3. März 1953 als Bauernsohn in Kamering/Kärnten geboren. Nach verschiedenen Tätigkeiten arbeitet er seit 1982 als freier Schriftsteller. Er lebt heute in Klagenfurt und hielt sich längere Zeit in Rom und Indien (Benares) auf. Er ist Lehrbeauftragter an der Universität in Klagenfurt. Im Sommersemester 2007 hatte er die Poetikdozentur an der Universität in Frankfurt inne.

Veröffentlichungen (alle bei Suhrkamp lieferbar):
Menschenkind, Roman, Frankfurt 1979
Der Ackermann aus Kärnten, Roman, Frankfurt 1980
Muttersprache, Roman, Frankfurt 1982
Das wilde Kärnten, Romantrilogie (Menschenkind, Der Ackermann aus Kärnten, Muttersprache), Frankfurt 1984
Die Verschleppung, Erzählung, Frankfurt 1983
Der Leibeigene, Roman, Frankfurt 1987
Friedhof der bitteren Orangen, Roman, Frankfurt 1990
Das Zöglingsheft des Jean Genet, Essay, Frankfurt 1992
Domra. Am Ufer des Ganges, Roman, Frankfurt 1996
Wenn es soweit ist, Erzählung, Frankfurt 1998
Natura Morta. Römische Novelle, Frankfurt 2001
Leichnam, seine Familie belauernd, Prosa, Frankfurt 2003
Roppongi, Requiem für einen Vater, Frankfurt 2007
Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit, gepl. Erscheinung: 22.9.2008

Winklers erfolgreichstes Buch ist „Natura Morta“ mit 35.000 verkauften Exemplaren (Hardcover und Taschenbuch). Der Erscheinungstermin seines neuen Werks („Ich reiß mir eine Wimper aus…“) wird vom September auf den 18. August vorverlegt.

Quelle: Börsenblatt

J. K. Rowling erhält Ehrendoktorwürde der Universität Harvard

J. K. RowlingBegeistert nahmen die Studenten der Universität Harvard die Information auf, dass J. K. Rowling nicht nur die Ehrendoktorwürde erhält, sondern auch die bedeutende „Commencement Address“ (Rede an Universitätsabsolventen) halten würde. Bill Gates, Alan Greenspan, Benazir Bhutto, Richard von Weizsäcker, Alexander Solschenizyn und John F. Kennedy gehören zu denen, die zuvor dieses Amt ausüben durften.

Wie traditionell üblich hielt Rowlings die Rede erst am Nachmittag im Rahmen der Alumni-Versammlung. Die sonst eher spärlich besuchte Versammlung war bis auf den letzten Platz besetzt. Bescheiden, fast peinlich berührt nahm sie die standing ovations entgegen. Dann beschrieb sie den Horror, den sie empfand, als sie über ihre Harvard-Rede nachdachte, und die Erleichterung, als ihr aufging, dass sie sich an die Worte der Rednerin bei ihrem eigenen „Commencement“ überhaupt nicht mehr erinnert.

Sie beschrieb ihren seit frühester Kindheit gehegten Wunsch, Romane zu schreiben und das Drängen ihrer Eltern, dieser Geistesverwirrung, die nur in die Armut führen könne, nicht nachzugeben. So studierte sie moderne Sprachen, floh aber schon bald vor dem Deutschen in die klassische Abteilung. „Die Eltern dafür zu tadeln, dass sie einen in die falsche Richtung gedrängt haben, trägt ein Verfallsdatum.“

Mit 28 Jahren, nach einer gescheiterten Ehe, sah sie auch ihr Leben als gescheitert an. Sie war allein mit Kind und „so arm, wie man in England überhaupt sein kann, ohne obdachlos zu sein. Nur ein Narr romantisiert die Armut. Die Armut ängstigt, erniedrigt, entwürdigt, deprimiert“. Sie reduziere den Menschen aufs Essentielle. „Ich war am Leben, hatte meine Tochter und eine alte Schreibmaschine. Ich entdeckte, dass ich einen starken Willen hatte und enorme Selbstdisziplin. Auf dieser Basis baute ich mein Leben wieder auf“.

Nun würde man sicher erwarten, dass sie beschreibe, wie die Phantasie ihr geholfen hat. Aber unter „imagination“ verstehe sie das Vermögen, sich in Menschen hineinzuversetzen, deren Erfahrungen man nicht teile. Um ihre Miete bezahlen zu können, habe sie bei Amnesty International in der Afrika-Abteilung gearbeitet. Von dieser Erfahrung sei sehr viel in ihr Schreiben eingeflossen. Es sei ihre Aufgabe gewesen, die handgeschriebenen Briefe zu lesen, die täglich eintrafen, mit Mitteilungen von Verschleppungen, Vergewaltigungen, und Exekutionen. Eines Tages habe sie auf dem Korridor einen entsetzlichen Schrei gehört, den Schrei des Grauens eines Afrikaners, der gerade erfahren hatte, dass seine Mutter hingerichtet worden ist.

Jeden Tag, sagte Rowling, sei sie dankbar, in einem demokratischen Land zu leben. Sie warnte die Harvard-Studenten vor der Apathie der Privilegierten und zitierte Plutarchs Einsicht, dass, was wir innerlich erreichen, die äußere Welt verändert.

Quelle: Süddeutsche Zeitung
Quelle Foto: Flickr

Brigitte Kronauer ehrt Marie-Luise Scherer mit Italo-Svevo-Preis

Die Schriftstellerin und Büchner-Preisträgerin Brigitte Kronauer hat den Italo-Svevo-Preis 2008 als allein verantwortliche Jurorin der Journalistin und Schriftstellerin Marie-Luise Scherer zugesprochen.

Der Italo-Svevo-Preis ist ein Literaturpreis, der seit 2001 an herausragende deutschsprachige Autoren verliehen wird. Der nach Italo Svevo benannte Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Er wird von Nordcapital, einem Tochterunternehmen der HypoVereinsbank, gestiftet und wurde bis 2004 in Zusammenarbeit mit der Freien Akademie der Künste zu Leipzig vergeben. Seit 2005 wird der Preis mit dem Literaturhaus Hamburg verliehen.

Marie-Luise Scherer, geboren 1938 in Saarbrücken, arbeitete von 1974 bis 1998 für den „Spiegel“. „Sie, die wenig publizierte, hat das Genre der literarischen Reportage in Deutschland wie keine zweite geprägt“, heißt es in der Laudatio der Jurorin Brigitte Kronauer. Zuletzt erschien von ihr in der Anderen Bibliothek 2004 der Reportagen-Band „Der Akkordeonspieler“.

Quelle: Literaturhaus Hamburg